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Gymnasialempfehlung

Hohe Durchfallquote: Aufgaben des Probeunterrichts in Berlin sollen vorab von Schülern getestet werden

Nach den zuletzt katastrophalen Bestehensquoten beim Probeunterricht für Gymnasien gibt die Berliner Bildungsverwaltung nach und lässt die Aufgaben künftig vorab erproben – womit von einer weiteren Absenkung des Anforderungsniveaus und steigenden Bestehensquoten auszugehen ist.

Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hat der absehbaren Aufweichung der Anforderungen für den Probeunterricht zugestimmt (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Nach den extrem niedrigen Bestehensquoten beim Berliner Probeunterricht gibt die Bildungsverwaltung nun nach: Die Aufgaben für den Zugang zum Gymnasium sollen künftig vorab erprobt werden, wie der Tagesspiegel erfuhr. Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) habe einer Erprobung „an verschiedenen Gymnasien in verschiedenen Berliner Bezirken“ zugestimmt, so die Senatsverwaltung. Die Rückmeldungen sollen „in die finale Erstellung der Aufgaben“ einfließen. Damit ist zu erwarten, dass besonders schwierige Aufgaben gestrichen werden und die Bestehensquote im kommenden Jahr steigt.

Der Probeunterricht in Berlin ist ein eintägiges Prüfungsverfahren für Schüler der 6. Klasse, die keine Gymnasialempfehlung von ihrer Grundschule erhalten haben, aber dennoch ein Gymnasium besuchen möchten. In den vergangenen beiden Jahren bestanden jeweils weniger als drei Prozent der Teilnehmer. 2026 schafften nur 15 von 1223 Kindern den Test (1,2 Prozent). Im Vorjahr waren es mit 51 von 1.937 Kindern 2,6 Prozent.

CDU-Bildungssenatorin Günther-Wünsch hatte den Verzicht auf eine Erprobung lange verteidigt. Im April kündigte sie im Bildungsausschuss dann jedoch an, eine Pilotierung zu prüfen. Der Landeselternausschuss (LEA) hatte kritisiert, dass selbst Schüler mit guten Noten an den Aufgaben scheitern würden. „Der LEA begrüßt die Ankündigung der Senatsverwaltung, den Probeunterricht zu pilotieren. Wir sind sehr an den Ergebnissen und daraus folgenden Schlussfolgerungen interessiert“, so der LEA-Vorsitzende Norman Heise.

Die Gymnasialempfehlung ist in Berlin jedoch bereits seit den 1960er-Jahren stark ausgeweitet worden. Wechselten in West-Berlin Mitte der 1960er-Jahre nur etwa 20 Prozent eines Jahrgangs aufs Gymnasium, lag die Empfehlungsquote 1999/2000 bereits bei 29 Prozent. Mit der Schulstrukturreform stieg sie von 37 Prozent im Schuljahr 2004/05 auf 45 Prozent im Jahr 2010/11 und Mitte der 2010er-Jahre auf über 50 Prozent. Aktuell erhalten rund 53 Prozent der Kinder eine Gymnasialempfehlung.

Auch beim IQB-Ländervergleich schnitt Berlin in den vergangenen Jahren im Vergleich der Bundesländer ausgesprochen schwach ab und lag in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Berlin bildete dabei gemeinsam mit Bremen das bundesweite Schlusslicht.

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Unabhängig davon könnte am 19. Februar 2027 ohnehin zum letzten Mal ein Probeunterricht stattfinden. Linke, SPD und Grüne lehnen das Verfahren ab und wollen die Hürden zum Gymnasium noch weiter absenken. Die SPD erwägt dem Tagesspiegel zufolge, den Notenschnitt für die Gymnasialempfehlung von 2,3 auf 2,4 oder 2,5 anzuheben.

Arnd Niedermöller, Sprecher der Berliner Gymnasialleitungen, warnte indes vor einer zu starken Öffnung: In den Gymnasialklassen säßen 32 Schüler, die in zwölf Jahren zum Abitur geführt werden müssten. Um dies auch in Zukunft noch tragfähig zu gewährleisten, müsse auch die Leistungsfähigkeit der Schüler größere Berücksichtigung finden.

Für das Schuljahr 2027/28 bleibt es voraussichtlich beim Probeunterricht. Eine Abschaffung erfordere eine Schulgesetzänderung, „was für das laufende Schuljahr gänzlich unrealistisch wäre“, wie die SPD-Bildungspolitiker Maja Lasić und Marcel Hopp gegenüber dem Tagesspiegel erklärten. Auch Anpassungen auf Verordnungsebene brauchten Zeit und könnten nicht als „Ad-hoc-Handlung“ erfolgen.

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50 Kommentare

  • Lesen, Schreiben, Rechnen – alles kolonial-rassistisch-männlich-kapitalistische Unterdrückungsinstrumente. Weg damit!

    • Schleife ist auch voll Patriarchat!!
      Verbietet Schnürschuhe, nutzt Klett!

      • Apituhr auch! Voll tranzveindlich!

  • Hat sie das beim Tennis rausgefunden?
    Was sagt die Frau zur Vulkangruppe?

  • Wozu noch Gymnasien. Gebt jedem, der bei 1+1 nicht zu weit danebenliegt, einen Doktortitel.

    • Also in der Politik scheint das ja zu laufen…

  • Sie nennen es die „Baerbock-Schule“.

    • Die konnte wenigsten noch springen – ich fürchte, selbst das klappt in Bäääählin nicht mehr ohne Hilfe oder große Verletzungen.

  • Gute Bildung ist das A und O 😉 besonders in der Politik

    • Das kann man wunderbar in Frankreich beobachten. Im vergangenen Jahr erlangten über 80 % des Jahrganges ihr Abitur, also jeder mit einem IQ über 75.
      Die Folgen kennen wir ja …

      • Seid mal nicht so anspruchsvoll! Sie haben ihren geballten IQ dafür eingesetzt, die komplizierten Steuerungen von automatischen Türöffnungssystemen alternativ zu umgehen! 😉

    • Hamster Akupunkteur: Sie haben vergessen, „Ironie“ drunter zu setzen….

  • Die Schüler werden sich in Zukunft einfach an der Regierung orientieren und sich Textphrasen und Rechenergebnisse selber ausdenken 🧮

  • Ich bin freiwillig auf die Realschule und nicht auf’s Gymnasium, da die mir dort zu hochnäsig waren und ich eher der handwerkliche Typ bin. Bin danach aufgrund entspr. Noten auf ein berufl. Gymnasium. Wo ist das Problem, gibt’s das in Berlin nicht?

    • nocht: Eines der Probleme sind die lieben Eltern.

      Die immer mehr darauf bestehen, dass ihr Kind, auch wenn eindeutig die Voraussetzungen fehlen, auf ein Gymnasium muss.

      Dass sie ihrem Kind damit keinen Gefallen tun, begreifen sie nicht.

      Meine beiden Nichten z.B. waren das, was man Spätzünder nennt.
      Sie waren nicht gerade schlecht in der Grundschule, aber es reichte „nur“ für die Realschule. Die absolvierten sie dann mit Erfolg und gingen weiter aufs Gymnasium, ebenfalls mit Erfolg.
      Und wenn nicht?
      Was ist schlecht daran, wenn man „nur“ Tischler, oder Elektriker wird??

  • Warum nicht gleicht das Niveau der „Brettergymnasien“ ansetzen. Wozu Bildung, Hauptsache die wählen richtig…

  • War Klingbeil dabei?

  • Weshalb überhaupt noch Proben? Nehmt sie alle auf, schließlich darf niemand von den lieben Kleinen benachteiligt werden, das könnte frühzeitig Traumata auslösen.
    Und Dauerfrust bei den Eltern.
    Dann durchschleifen bis zu Abi, und sie haben die Wahl zwischen Politiker oder Aktivist……

  • NRW
    Die FDP hatte versucht, den Antrag durch einen Änderungsantrag (Drucksache 18/20558) zu ergänzen, um festzuschreiben, dass Deutsch ausnahmslos für alle Aufgabenstellungen und Leistungsüberprüfungen gilt. Alle anderen Parteien haben abgelehnt.
    In absehbarer Zeit wird dann halt in der Heimatsprache geprüft. Dann werden auch die Ergebnisse besser.

  • Ist das für die Kinder hilfreich, wenn sie auf dem Gymnasium mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern werden? Die guten Kinder können doch auch anders ihr Abitur machen…

    • Noone: Niemand „Muss“ ein Abitur machen, das ist pure Einbildung.
      Zumal das Abitur seit Jahren immer mehr an Wert verloren hat. Mit Bildung hat das nichts mehr zu tun.
      Nicht umsonst klagen auch die Unis, wie viele Pfeifen, die nicht einmal in der Lage sind, ihre Studienarbeiten in einwandfreiem Deutsch abzuliefern, die Hörsäle bevölkern.
      Ich kenne wirklich gebildete Handwerker mit Meisterbrief und erfolgreicher Firma. Und erschreckende Flachpfeifen mit Abitur – gerne auch mit langjährigem Geschwätzstudium ohne Abschluss ….

    • In Berlin werden sie nicht scheitern, sondern Abi machen. Dann ein Laberfach an der Ex(?)-Stasi-HU, dann NGO. MINT verbietet sich allerdings von selbst.

      Richtig Pech haben die Könner: Gehen zwar mit 1,0 ab, aber hängen den Bayern und Sachsen halt derbe hinterher.

  • Schon mal in einem Kindergarten nachgefragt,
    wie man später sein Geld verdienen möchte?

    • Hä? Das Geld kommt doch vom Staat!

  • Noch ein Test für den Test… Dabei hat der Test wohl genau das gemessen, was er messen sollte, nämlich ob eine fehlende Gymnasialempfehlung ein geeigneter Indikator für den Erfolg auf dem Gymnasium ist. Aber wer seinen Wählern „alles ist möglich, auch das Abitur für ihr Kind“ verspricht, muss halt schauen, wie er die Hürden aus dem Weg schafft.
    Es wäre jedoch billiger, das Abiturzeugnis gleich nach der Geburt zu erstellen und nach Erreichen der Altersgrenze auszuhändigen, dann könnte man viel Geld sparen.

  • Wenn wir dann weniger staatlich hoch bezahlte akademische Genderwissenschaftler und Tiefsee-Experten für Eidechsen im pazifischen Mariannengraben bekommen und stattdessen mehr Handwerker ist mir das auch recht.

    • Nee! Das funktioniert genau anders herum.;))

  • Und so wird das Gymnasium durch die Hintertür zur Gesamtschule umgebaut, ein Projekt der SPD, daß an der Haustüre abgelehnt wurde.
    Die Ergebnisse können wir in England sehen dort wurden die Grammar Schools, dem Äquivalent des Gymnasium, schon vor langer Zeit abgeschafft und durch Gesamtschulen ersetzt, treibende Kraft hier die Labour Party.

    Im Ergebnis ist hochwertige Bildung auf der Insel jetzt fest in der Hand von Privatschulen und also abhängig vom Geldbeutel der Eltern.
    Die Sozialdemokraten haben also genau das Gegenteil von dem erreicht was sie wollten.

    Aber so ist das halt bei Träumern, Phantasten und Idealisten.

    • „Die Sozialdemokraten haben also genau das Gegenteil von dem erreicht was sie wollten.“
      Sie haben genau das erreicht, was sie wollten:
      Jede/r/s bekommt das Abitur, sogar mit Bestnote, dafür sind die Sozialdemokraten seit Jahrzehnten gewählt worden. Und damit die Abitur-Inhaber/innen nicht merken, dass der Marktwert dieses Abiturs gering ist, haben die Sozialdemokraten die Universitäten auch noch mit Genderstudiengängen u. ä. geflutet, dort können die Abitur-Inhaber/innen dann einen Studienabschluss erwerben, der perfekt zu einer Anstellung in einer Vorfeldorganisation oder NGO, in der Sozialindustrie oder den Medien passt, nicht zu vergessen der Öffentliche Dienst.
      So schafft man sich seine eigene Gefolgschaft.

  • Ich kann nicht mehr! 🤣
    Lasst sie doch einfach die Fragen selber bestimmen!

    Würde hier schon angesprochen, aber Ideocracy beschreibt es komplett. Nicht Sicher!

  • Ein Kollege der Ausbildungsmeister ist, hat letzte Woche seinen Theorie-Unterricht abgebrochen. Die Auszubildenden hatten nichts verstanden!
    Wichtige Grundlagen fehlen.

  • Sollte man mal darüber nachdenken: es scheint einfacher in Berlin den deutschen Pass zu bekommen als eine Gymnasialempfehlung.

  • Schule kann man eh vergessen. Also was soll verschieben der Stühle auf der Titanic? Frankreich macht es vor.

  • Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander. Der Besuch eines Gymnasium hängt allerdings auch nicht zuletzt davon ab, welche Eltern das Kind vorweisen kann. Die richtige gesellschaftlich Stellung der Eltern entscheidet nicht wenige male darüber, ob das Kind das Gym besuchen kann. Geeignet oder nicht ist da zweitrangig. Auf der Strecke bleiben oftmals geeignetere ohne die „richtigen“ Eltern. Wie viele wahre Talente dadurch dem Staat und der Gesellschaften verloren gegangen sind, kann man nur erahnen.

    • Blickpunkt: Korrekt.
      Ich habe Eltern mit einer gewissen „gesellschaftlichen Stellung“ kennen gelernt, deren Kind musste selbstverständlich auf das traditionsreichte humanistische Gymnasium der Stadt.
      Da wurde es dann mit – konnte man sich ja leisten -Nachhilfestunden von Klasse zu Klasse durch geschleift. Heute treibt es sich seit Jahren auf der Uni rum und überlegt, ob und wie man sein Leben wohl mal gestalten könnte…..

      • Meiner Meinung nach ist es gerade umgekehrt: Akademiker (echte – MINT) haben heute kein Problem damit, wenn die Kinder sich für eine solide handwerkliche Ausbildung entscheiden, aber die Kleinbürger (Dahrendorfs „falscher Mittelstand“) bauen ihr Lebensglück darauf auf, ihrer Verwandtschaft erzählen zu können: „mei Bubb schtudiert jetzard uff Kunschthischtoriker, und dann kummta anne Luuuuhvre“.

  • Einfache Sprache und Zahlenbereich bis 20:
    Für Berlin ausreichende Kenntnisse, bis zum Abi.

    Patronen im Magazin: Unter 20.
    Geldbündel im Koffer: Bis 20.
    Fehlt was?

  • Vielleicht sollten mal Lehrer aus dem Islam Unterrichten, dann verstehen es auch viele.

  • Wie soll man da noch motiviert sein als Schüler. Wer fleissig gelernt hat und sich seinen Platz erarbeitet sitzt dann neben lowperformern mit Sprachbarriere. Stark!!

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