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Thüringen

Acht-Stunden-Mammutsitzung im U-Ausschuss – Zeuge erhebt schwere Vorwürfe gegen Kramer

Sieben Stunden lang wurde ein Ex-Referatsleiter im Verfassungsschutz zur Affäre um Stephan Kramer angehört. In der Mammutsitzung des Untersuchungsausschusses erhob er schwere Vorwürfe gegen den Amtsleiter – Kramers Verkündung des AfD-Prüffalls sei ohne Einbezug des zuständigen Referats geschehen.

Kramer mit seinem Rechtsbeistand Dr. Camilla Bertheau von der Kanzlei Ignor und Partner GbR (JF / Martina Meckelein)

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Es war eine Mammutsitzung des Untersuchungsausschusses im Thüringer Landtag, der sich mit der von Apollo News aufgedeckten Affäre rund um den dortigen Verfassungsschutzchef Stephan J. Kramer beschäftigt. Geladen waren am Montag eigentlich zwei Zeugen, doch nur einer kam überhaupt dran – für den anderen blieb nach rund sieben Stunden Zeugenbefragung samt Pausen keine Zeit mehr.

Der Zeuge leitete in einer entscheidenden Phase von Kramers Amtszeit, als dieser die Thüringer AfD öffentlich zum Prüffall erklärte, das fachlich zuständige Referat, das sich mit Rechts- und Linksextremismus befasst. Deshalb wurde er auch explizit zur Prüffallthematik geladen.

Was sich in den nächsten Stunden darbot, war verblüffend: Vor allem aus der Fraktion der Linken und aus der Fraktion der AfD kamen jeweils Dutzende kleinteilige Fragen zu der Thematik aus dem Jahr 2018. Bereits im Januar 2019 hatte sich der Zeuge dabei intern bei Kramer und dem zuständigen Staatssekretär im Thüringer Innenministerium über die Prüffallverkündung beschwert: Sein Referat sei trotz entsprechender Zuständigkeit bewusst außen vor gelassen worden. Kramer habe über die Ausrufung des Prüffalls praktisch alleine entschieden. Die Mail war kurz darauf öffentlich geworden – auch Apollo News berichtete in seiner Recherche zum Kramer-Komplex über sie.

Die darin erhobenen schweren Vorwürfe wiederholte der ehemalige Referatsleiter nun vor den Ausschussmitgliedern und konkretisierte sie: So erklärte er, dass Kramer seinen Stellvertreter im Amt erstmals nur wenige Tage vor der Verkündung des Prüffalls vor der Presse per SMS informiert habe. Dabei habe Kramer den Vizepräsidenten auch angewiesen, das zuständige Referat nicht zu informieren.

Auch wies er auf insgesamt fünf Vermerke aus dem Controlling des Amts sowie einen Vermerk aus dem eigenen Referat hin, die sich mit einer möglichen Prüffall-Einstufung befasst hatten und alle zum Ergebnis gekommen waren, dass ein solcher Prüffall bei der Thüringer AfD nicht vorliegen würde. Kramers Dokument für die Prüffallverkündung war deshalb laut dem Zeugen zunächst auch nur ein Sprechzettel – erst elf Wochen nach der Verkündung wurde der Prüfauftrag tatsächlich gezeichnet.

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Das wohl wichtigste Fazit des Zeugen: Er hatte nie den Eindruck, die Ausrufung der AfD als Prüffall sei ergebnisoffen verlaufen. Abseits von diesen wichtigen thematischen Punkten gab es zahlreiche Detailfragen, die an den Zeugen gestellt wurden. Bemerkenswert waren dabei vor allem die Fragen der Linken-Abgeordneten Katharina König-Preuss, die den Zeugen mehrfach belehrte – etwa mit dem Hinweis, als Beamter habe man manchmal „seinen Platz zu kennen“. Dabei nahm sie Bezug auf die Kritik des ehemaligen Kramer-Mitarbeiters am Amtsleiter.

Der Zeuge ließ sich davon nicht aus der Fassung bringen und blieb über die Dauer der Befragung nüchtern und sachlich. Erst als er zunächst durch die SPD-Abgeordnete Dorothea Marx und später auch durch den AfD-Abgeordneten Ringo Mühlmann auf Aussagen Kramers in einem Podcast hingewiesen wurde, äußerte er deutliche Kritik an Kramers diesbezüglichen Äußerungen.

Kramer hatte in einem Podcast behauptet, führende Juristen hätten ihm im Vorfeld der Verkündung gesagt, dass für den juristischen Erfolg der Prüffall-Verkündung eine „50/50-Chance“ bestehen würde – tatsächlich wurde ihm die Verkündung später vom Verwaltungsgericht Weimar untersagt. Außerdem hatte Kramer in dem Podcast mitgeteilt, dass er seinerzeit die These vertreten habe, wenn es nicht im Gesetz stehe, sei es auch nicht verboten.

Doch die Behauptung Kramers ließ der Zeuge nicht so stehen: Kramers „15 Jahre Jura-Studium“ wären offenbar vergebens gewesen, meinte der ehemalige Referatsleiter salopp – es sei schließlich nahezu Allgemeinwissen, dass die Eingriffsverwaltung bei ihrem Handeln immer einer rechtlichen Eingriffsgrundlage bedürfe. Später beteuerte er, er sei „bestürzt“ über diese Äußerung Kramers gewesen. Es habe keine „50/50-Chance“ bestanden, das sei auch „keine juristische Raketenwissenschaft“.

Durch die Aussage des Zeugen wurden viele Punkte der früheren Berichterstattung öffentlich bestätigt: etwa, dass das Controlling des Amts Kramer von der Verkündung des Prüffalls abgeraten hatte oder dass, wie Insider gegenüber Apollo News berichteten, der Schritt im Amt als Kramers Privatentscheidung angesehen wurde.

Gleichzeitig stellt sich für die weitere Aufarbeitung des Ausschusses eine schwierige Frage: Heute verloren sich die Abgeordneten völlig in Details, die teilweise kaum etwas mit der tatsächlichen Affäre rund um Kramer zu tun hatten – teils wurden dem Zeugen mehrfach dieselben Fragen gestellt.

Wenn der Ausschuss seine Arbeit in diesem Tempo fortführt, dann wird er zu kaum tatsächlichen Ergebnissen kommen. Viele Fragen stehen dabei jedoch noch aus: Was ist mit dem Indemnitätsvermerk, der für die AfD bei der Frage nach der Einstufung als „gesichert rechtsextrem“ entlastend wirkte und den Kramer laut Insidern ausklammerte? Was ist mit den Chatprotokollen zwischen Kramer und zwei MDR-Journalisten, in denen diese ihre Quelle – einen Mitarbeiter des Amtes – an Kramer auslieferten? Was ist mit den Vorwürfen der Gewaltandrohung Kramers gegen einen Mitarbeiter, die offenbar beim Personalrat des Innenministeriums gemeldet worden war?

Der Untersuchungsausschuss wurde ursprünglich eingesetzt, um genau diese Fragen aufzuarbeiten – nun hat er am vergangenen Montag nicht einmal die Hälfte seiner Tagesordnung erfüllt, und die nächste Sitzung steht erst im November an. Bis zum Ende der regulären Wahlperiode (oder bis zu nicht völlig unmöglichen Neuwahlen) liegt jedoch noch viel Arbeit vor dem Ausschuss.

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52 Kommentare

  • Dieser Krämer hat sich offensichtlich über das Votum seiner hausinternen Fachleute hinweggesetzt. Warum? Anzunehmen ist, dass er es auf Anweisung seines Vorgesetzten, des Innenministers, getan hat, dessen Partei den politischen Nutzen erntete. Wir wissen nun, was wir schon vorher annehmen konnten: Die „gesicherten“ Einstufungen der diversen VSe sind gesichert politisch bedingt, über die AfD sagen sie nichts aus.

    • Davon ist auszugehen. Die Anweisungen kam direkt aus dem Innenministerium oder dem Büro des Ministerpräsidenten.

    • Solche Leute bekommen keine Anweisungen. Auf Posten wie diesen werden handverlesene Leute gesetzt, denen man solche Anweisung nicht geben muss.

    • Wer sich mir russischen Nazirockern trifft, gemeinsame Fotos macht, der ist für solch ein Amt absolut ungeeignet.

      Aber klar, er führt nur das aus, was ihm der Innenminister dem untersteht vorschreibt.

    • Nun, mit Verlaub, aber so dumm war der Sozan-Meier sicherlich nicht; wenn dazu überhaupt etwas anzunehmen ist, wäre es wohl, daß Kramer – ob nun aus „vertraulichen“ oder vielleicht allgemeinen Gesprächen mit Sozen-Meier um dessen „generelle Auffassung“ wußte oder darüber begründete Annahmen hatte, die er in vorauseilendem Gehorsam zu erfüllen gedachte.

      Diese Bereitschaft zum vorauseilenden Gehorsam sollte mE. nicht unterschätzt werden, denn beide, Hexenwahn-Kramer wie Sozen-Meier wußten um die fehlende Formalqualifikation Kramers für seinen Posten. Diese „Karte“ hätte jederzeit „gespielt“ werden können, um Kramer gegen einen formalqualifizierten Ersatz auszutauschen. Insofern war (und ist) Kramer für Meier derzeit wohl noch die Idealbesetzung dieses Postens, weil Kramer wohl alles tun würde, um diesen zu behalten.

    • Der Ramelow to go AfD Hunter und SED/ SPD
      Polit Büro Vollstrecker.

      Wer den schwindeligen Lebenslauf dieses Mannes betrachtet, wer sieht, wie er als NICHT-Jurist trotzdem von der roten Front in das Amt einbetoniert wurde, wie man die Landesverfassung Thüringens zurechtbog , um diesen Jäger zu platzieren um ALLEIN eine politische Agenda zu verfolgen, wundert sich höchstens, das der Untersuchungsausschuss überhaupt eingesetzt wurde.

      Konsequenzen wird es für diesen braven Partei Soldaten ohnehin nicht geben.

    • Man muss sich nur den Werdegang von Kramer ansehen. Parteihopping, Verbindung zu Banden und zwilichten Milleus, politischer Opportunismus, von einem Linken MP ernannt, obwohl er die formalen Voraussetzungen nicht erfüllte…
      Sobald es in Thüringen wieder rechtsstaatlich anständig zugeht, muss er sich vermutlich ins Ausland absetzen. 😉

    • Der Kramer ist zum Judentum konvertiert. Daher vor eingenommen, gehört gar nicht in den Job.

  • Kommt Alles heute Abend bei ARD und ZDF, damit die Bevölkerung informiert ist!😉

    • Eilmeldung. Die ARD sendet um 20:15 einen Brennpunkt zum Thema. Denn schließlich ist es der Auftrag des öffentlich rechtlichen Rundfunks, dass die Bürger umfassenden Informiert werden.

      • Lasst mich raten…sie inszenieren Kramer als Opfer einer bösen Intrige, nur weil er sich im Alleingang getraut hat, das „Richtige“ zu tun…Wann Spendenaufruf?
        🙂 🙂 🙂

    • Der Bartträger wird hoffentlich aus dem Dienst entfernt.

  • Nun scheint sich abzuzeichnen, dass man einen Sozialpädagogen mit abgebrochenem Jurastudium in zu große Schuhe gesteckt hat. Diese Besetzungsart mit Unqualifizierten ist meist dann gegeben, wenn man nur einen Platzhalter benötigt und ein anderer die Strippen zieht, der im Hintergrund bleiben will.
    Letztlich geht diese Posse als gewonnen zu 100 % an die AfD.

    • Die Person, die Abu Krämer in den Sessel gesetzt hat, ist doch bekannt.

    • Er hat doch seinen Job gemacht: Anti-AfD-Schlagzeilen produziert.
      Die hanebüchenen Hintergründe wird der Durchschnittsmedienkonsument nie erfahren. Und auf APOLLO NEWS und andere Medien schimpfen, deren Vorstellung von Wahrheit nicht die der politisch-korrekt gefühlten Wahrheit ist.

    • Aus Sicht derer, die ihn ins Amt gebracht haben, hat er seine Aufgabe zur vollen Zufriedenheit erfüllt.

    • Entweder zieht ein anderer die Strippen oder man brauchte nur einen Willfährigen Idioten mit der richtigen Haltung der sich am Ende sogar noch auf seinen offensichtlichen Mangel an Kompetenz und Sachkunde Rausreden kann !
      Die Chancen stehen 50/50 🙂

  • Mehr sage ich nicht.

  • Der Staat muss dringend geschützt werden; vor wem genau?

  • Auch wenn es noch so viele Beweise für Rechtsbruch o. ä. gibt wird nichts passieren. Links steht in „UnsereDemokratie“ über dem Gesetzt.
    Achtung Zynismus.

  • Bemerkenswert waren dabei vor allem die Fragen der Linken-Abgeordneten Katharina König-Preuss, die den Zeugen mehrfach belehrte – etwa mit dem Hinweis, als Beamter habe man manchmal „seinen Platz zu kennen“

    ich bin mal gespannt ob hier drüber berichtet wird. Gab es nicht erst kürzlich den großen Aufruf zur Remonstration??

  • Mit seinem Religionshintergrund ist er doch unantastbar.

    🤷‍♂️

    • Ist er Hindu?

      • Kramer ist doch 1999 zum Judentum konvertiert und war von 2004 bis 2014 Generalsekretär des Zentralrats der Juden in D.

      • Eher Bruda von Bin Laden

  • Kramer und Co. müssen für ihr Handeln endlich zur Verantwortung gezogen werden. Interessant dabei, Innenminister Maier zieht sich vorausplanend schon mal von seinen Ämtern zurück. Ein Schelm der dabei Böses denkt.

  • Kramer ist der frühere Sekretär des Zentralrates der Juden Deutschlands und hat schon damals jahrelang und jeden Tag vor einem angeblich erneuten Wiederauferstehen des Nationalsozialismus in Deutschland gewarnt. Diese Spielart und seine Warntätigkeit hat er nahtlos als Verfassungsschutz-Chef von Rammelos Gnaden fortgesetzt. Kramer bringt nicht einmal die Regelvoraussetzung für seinen heutigen Job mit.

    • Er ist gar kein Jude, das bildet er sich nur ein und wurde ja nachgewiesen

  • Die diskutieren so kleinteilig, dass am Ende niemand mehr weiß, was der Untersuchungsauftrag war.
    Am Ende gibt es eine Ermahnung an den Exinnenminister und Kramer beteuert irgendetwas.

  • “ 8 Stunden Mammutsitzung“? Jeder Arbeiter ist länger unterwegs 😁

  • Nichtjuristen ? Im VS ? Gehts noch Geiler ?

    • Abiturienten im Aussenministerium.

  • Ich finde das der Verfassungsschutz selber unter Beobachtung und als extrem Links eingestuft werden sollte. Nur wer macht das Putin? Oder Trump? Die Einstufung der AFD als gesichert rechtsextrem sollt mit sofortiger Wirkung aufgehoben werden und im ÖRR bekannt gegeben werden das dies auf nicht reguläre Art und Weise stattgefunden hat und somit nicht rechtens ist

  • Und was passiert mit dem Neandertaler? Untersuchungsausschüsse sind ein stumpfes Schwert.

  • Die Antwort auf die Frage,warum verzögert wird,gibt der Autor doch selbst…es soll so lange wie möglich verzögert werden,denn Neuwahlen würden Kramer ohnehin weg fegen aus einem Amt,für das er nicht mal die Berufungsfähigkeiten vorweisen kann

  • Eine einzelne Person zum Missbrauch gegen eine Opposition im Auftrag der CDU/CSU müsste es eigentlich heißen! Kramer ist die Schlüsselfigur Krimineller Politischer Verhältnisse. Bereits hier hätten Alt-Parteien die Reißleine ziehen müssen! Die Parteien werden jetzt vom Wähler für ihre Lügen belohnt, mit Abwahl.

  • Kramer sollte sich endlich um ein gesellschaftsfähiges Outfit kümmern. Ernst nimmt ihn aber sowieso keiner mehr.

  • Sehe ich das richtig: Der Präsi des Landesverfassungschurz Thüringen sitzt mit einem Rechtsbeistand im Untersuchungsausschuss?

    Wow! 😆😆

    Bild oben : Kramer mit seinem Rechtsbeistand Dr. Camilla Bertheau von der Kanzlei Ignor und Partner GbR

    • Hoffentlich bezahlt er die Dienste der Dame privat.

  • Wird Herr Kramer für den Untersuchungsausschuss immer aus der Obdachlosenunterkunft abgeholt?

    • Er will damit nur seine abgrundtiefe Hässlichkeit bisschen besser verbergen. Da Hass von hässlich kommt, weiß man Bescheid.

  • Weiter so,dann ist der Bart ab.Lügen haben kurze Beine.

    • Dann wird der Bart nicht ab sein, sondern über den Boden schleifen..

  • Die Nazis von heute tragen Bärte.

  • Es ist absolut atemberaubend, wie die Linken sich den Staat vorstellen. In deren Welt gehört dieser ehemalige Referatsleiter ins Gulag.

    Nur, falls die junge Generation sich fragt, wie man damals im Gulag gelandet ist, als die Linke noch ihren alten Namen hatte und ihre Schergen noch konnten, wie sie wollten.

  • Der Herr, für welchen dieser U-Ausschuß eröffnet wurde scheint eine wahrliche Krämerseele zu sein…

  • Sich mit dieser Gesichtswolle vor einem Untersuchungsausschuß zu präsentieren, das ist eine “ Frechheit vor dem Herrn“!!
    Läßt deutliche Rückschlüsse auf den Charakter der Person zu!

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