Krise am Anleihemarkt
Das britische Schuldenmodell gerät ins Wanken – und der Anleihenmarkt schlägt Alarm
Wenige Jahre nach dem Brexit wird klar, dass sich auch Großbritannien außerhalb des EU-Schuldenclubs der Schuldenspirale nicht entziehen wird. Diesseits und jenseits des Ärmelkanals belegt die Politik, dass weder Bereitschaft noch Kompetenz vorhanden sind, die Fiskalpolitik wieder zu erden.
Der Dienstag dieser Woche war für Anleihenbesitzer ein weiterer Katastrophentag. Trotz robuster Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten, die einen Einkaufsmanagerindex von über 58 Punkten und damit robustes Industriewachstum meldeten, schossen die Anleihenrenditen daraufhin durch die Decke. In Frankreich, den USA und in Großbritannien fiel die Bewegung mit über 15 Basispunkten besonders heftig aus – Inflationssorgen angesichts der Energiepreiskrise vermengen sich mit der wachsenden Unsicherheit von Investoren, die gebannt auf die immer schneller steigenden Staatsschulden blicken.
Ein wenig im Schattenwurf der medialen Berichterstattung, die sich im Wesentlichen auf die Vereinigten Staaten, Japan und immer wieder das französische Schuldendesaster fokussiert, gärt auch in Großbritannien die nächste Staatsschuldenkrise.
Allein in den ersten vier Monaten des laufenden Fiskaljahrs stieg die Nettoneuverschuldung auf 56,7 Milliarden Pfund – das waren 2,3 Milliarden Pfund mehr, als das Office for Budget Responsibility ursprünglich veranschlagt hatte. Allein im Juli, einem Monat, der üblicherweise aufgrund des Eingangs der Einkommensteuerzahlungen einen Überschuss aufweisen sollte, meldete der Fiskus ein Defizit von 1,8 Milliarden Pfund. Ursprünglich rechnete man mit einem Überschuss von 500 Millionen Pfund.
Eine singuläre Verfehlung? Mitnichten, denn offensichtlich wagt auch in London niemand mehr harte Spar-Einschnitte – der politische Konkurrent lauert bereits mit dem Füllhorn der Versprechungen hinter der nächsten Straßenecke. In den vergangenen Jahren hat sich die britische Staatsverschuldung, ähnlich wie die Frankreichs, Italiens oder wohl auch bald Deutschlands, regelrecht verselbstständigt. Ende Juli 2026 betrug die Schuldenhöhe des Staates 2.985 Milliarden Pfund, was einer Staatsschuldenquote von 94,1 Prozent entspricht.
Dieses Niveau erreichte das Land zuletzt in den frühen 1960er-Jahren, als es mit den Nachwehen und der ökonomischen Verheerung des Zweiten Weltkriegs rang. Im Fiskaljahr 2025/26 betrug das Gesamtdefizit 130 Milliarden Pfund oder 4,2 Prozent des BIP. Für das laufende Jahr gilt fiskalischer Optimismus: Die Regierung kalkuliert mit einem Defizit von 116 Milliarden Pfund – Fantasiezahlen, die bereits jetzt obsolet geworden sind.
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In Dover protestieren Hunderte teils vermummte Männer gegen die anhaltende Migration über den Ärmelkanal. Reform UK distanzierte sich zunächst, sucht unter größer werdendem Druck nun aber den Dialog – auch weil es sich um eine potenzielle Wählergruppe handelt.Wir erleben auch in London ein Schauspiel, das wir bereits aus Paris zur Genüge kennen und nun aus nächster Nähe in der Berliner Politik studieren können: Politische Reformverweigerung übersetzen sich unmittelbar in ein haushaltspolitisches Fiasko. Wie auf dem Kontinent erfordert auch der Aufbau einer grünen Staatswirtschaft in Großbritannien enorme Finanzmittel. Und so fließt ein wachsender Teil des Budgets inzwischen in die Bedienung des bestehenden Schuldenberges – der Schuldendienst hat sich zu einem der größten Einzelposten im britischen Haushalt entwickelt und rangiert noch vor den Verteidigungsausgaben und dem Bildungsetat.
Über 111 Milliarden Pfund pro Jahr oder 8,3 Prozent des Staatshaushalts beziehungsweise 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen inzwischen die Zinszahlungen des englischen Staates. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Ein erheblicher Teil der britischen Staatsanleihen ist an die Inflation gekoppelt, sodass jeder Preisschub im Königreich unmittelbar die eigene Verschuldung antreibt – ein Mechanismus, der London in der jüngsten Energiepreiskrise besonders hart traf. Für Großbritannien gilt, was auch für die Schuldenstaaten des EU-Clubs gilt: Die Alternativen zur Bekämpfung der heraufziehenden Schuldenkrise schwinden mit der Zeit.
An harte Austerität, das Ende von Klimapolitik und Staatswirtschaft wagt sich niemand heran, die Migrationskrise will auch niemand beenden – bliebe wohl nur noch harte finanzielle Repression. Politiker aller Staaten werden folglich versuchen, die Inflationsrate zu erhöhen und die Wirtschaftssubjekte im Anleihesystem regelrecht gefangen zu halten, um so große Teile der Staatsschulden fortzuinflationieren – so lautet wohl die Strategie, die letzten Endes an den Ausweichhandlungen in der realen Wirtschaft scheitern wird.
Könnte sich Großbritannien möglicherweise aus der Krise herauswachsen? Die Ökonomie liefert auf den ersten Blick ein Alibi für die Politik. Im Juli wuchs das BIP um 0,4 Prozent im Vormonatsvergleich und lag 1,6 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. Doch neben dem bescheidenen KI-Boom ist es vorwiegend schuldenfinanzierter Staatskonsum, der ähnlich wie in Deutschland die Wachstumsstatistik manipuliert.
Der Handel mit der EU bleibt nach dem Brexit strukturell geschwächt, die Investitionsquote dümpelt unter dem Niveau des Jahres 2019, ähnlich wie die Produktivität der Gesamtwirtschaft. Und so kommt es, wie es kommen musste: Die Wahrheit enthüllt sich am Anleihenmarkt, wo zehnjährige britische Staatsanleihen inzwischen mit 5,2 Prozent rentieren. Dies ist der höchste Stand seit der Finanzkrise im Jahr 2008. Die 30-jährigen Papiere erreichten zuletzt mit 5,9 Prozent ein Niveau, das seit 1998 nicht mehr beobachtet wurde.
Auf den neuen Premierminister des Königreichs, Andy Burnham und seinen Finanzminister John Healey warten harte Monate. Dass die Kreditaufnahme des Landes zu hoch sei, stellte Healey bereits zu Beginn seiner Amtsperiode fest. Allerdings hatte Labour im Wahlkampf noch pauschale Steuererhöhungen ausgeschlossen.
Was bliebe, wären Ausgabenkürzungen, deren politische Kollateralschäden die Regierung bislang scheut. Die Situation wirkt inzwischen ähnlich festgefahren wie die Frankreichs – Europa bewegt sich zielsicher auf seine nächste Staatsschuldenkrise zu.
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Die Weltwirtschaftskrise kommt – mit großen Schritten . . . kommt damit auch der Krieg?!
ja.
hier eine zusammenfassung aller kriegsvorbereitungen vieler laender europas .
das geht schon weiter als nur verunsicherung fuer den buerger zu sein.
https://x.com/OCOCReport/status/2101004613952434288
Die geliebten „Gäste“ der Regierung werden es schon richten. Arbeitssam, fleißig, steuerzahlend, immer ein gutes Wort zu den Eingeborenen usw. Was soll da schiefgehen?
„Der Staatshaushalt muß ausgeglichen werden. Der Staatsschatz sollte wieder aufgefüllt werden. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muß gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen reduziert werden, wenn der Staat nicht bankrott gehen soll. Die Leute müssen wieder lernen zu arbeiten, statt auf öffentliche Rechnung zu leben.“
Je mehr Islam, je mehr Chaos, Krieg, Bürgergeld, Morde, etc.!
Wie immer, Sozialisten verstehen halt was von Wirtschaft…
Wieviele sogenannte Flüchtlinge kommen mit Duldung der britischen Linken jährlich ins Land und was tragen die zur Wirtschaftsleistung bei? Wenn ein wesentlicher Teil der Bevölkeurng staatlich alimentiert wird kostet das Geld. Ich denke mal dass England das gleiche Problem hat wie Deutschland: es wird zuviel Geld für Nonsense zum fenster rausgescmissen.
Ihr habt dich den Untergang gewählt!
Nun kommt er!
Heult nicht rum!
Strafe muss sein!
Das sind nur die ersten zarten Peitschenhiebe.
Das ist nicht verwunderlich, die EU liefert ja nur Vorgaben, die viele freiwillig umsetzen. Deutschland und Dänemark unterscheiden sich erheblich in dem Resultat. Das Problem aller westlichen Demokratien ist, eine Gesellschaft im Wohlstand. Die Pseudoschuld verwöhnter Shitbürger zerstört mit Absicht, die Sicherheit.
Wer glaubt, dass England in 30 Jahren mit irgendetwas Werthaltigen Staatsschulden zurückzahlen werde, der ist geistig zurückgeblieben. Allahu Akbar ist das einzig Werthaltige, das bleiben wird.