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Verpackungsverordnung

Wegen EU-Überregulierung: Onlinehändler Böttcher bläst Europa-Expansion ab – 300 Jobs weg

Die Böttcher AG stoppt ihre geplante Expansion nach Österreich und in weitere europäische Länder. Nach Angaben des Milliardenhändlers gab eine neue EU-Verordnung den Ausschlag – bis zu 500 Millionen Euro zusätzlicher Jahresumsatz fallen damit aus.

Die Böttcher AG mit Sitz im thüringischen Zöllnitz beschäftigt rund 750 Mitarbeiter und setzte zuletzt mehr als eine Milliarde Euro im Jahr um. (IMAGO/Olaf Döring)

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Der Bürobedarfs-Onlinehändler Böttcher stoppt seine geplante Expansion nach Österreich und in weitere europäische Länder. Der Onlinehändler hatte den Markteintritt in Österreich bereits vorbereitet. Nun verzichtet das Unternehmen damit auf bis zu 500 Millionen Euro zusätzlichen Jahresumsatz und bis zu 300 mögliche neue Arbeitsplätze. Den konkreten Ausschlag für die Entscheidung habe eine neue EU-Verordnung gegeben, heißt es.

Böttcher macht die seit August geltende europäische Verpackungsverordnung, kurz PPWR, dafür verantwortlich. Sie bringt zusätzliche Registrierungs-, Melde-, Dokumentations- und Entsorgungspflichten mit sich. Hinzu kämen hohe Unternehmenssteuern und Sozialabgaben, Energie- und Arbeitskosten, fehlende Planungssicherheit und eine immer weiter wachsende Bürokratie.

Die EU-Verordnung gilt grundsätzlich seit dem 12. August und erfasst ausdrücklich auch grenzüberschreitende Fernverkäufe. Sie sieht unter anderem Herstellerregister und Pflichten der erweiterten Herstellerverantwortung vor. Wer verpackte Produkte direkt an Verbraucher in einem anderen Mitgliedstaat verkauft, kann damit als Hersteller im Sinne der Verordnung gelten. Für solche Fälle sieht die Verordnung auch einen Bevollmächtigten im jeweiligen Zielland vor. Einzelne weitere Vorgaben der PPWR treten erst in den kommenden Jahren in Kraft.

„Nicht der Markt stoppt das Unternehmen“, heißt es in der Mitteilung von Böttcher. Kunden, Kapital, Technologie und Logistik für die Expansion seien vorhanden. Schuld seien politische und regulatorische Belastungen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland befinde sich in einem „gefährlichen Sinkflug“.

Die EU-Kommission bewertet die Auswirkungen der neuen Verpackungsverordnung anders. Die bisherigen nationalen Vorschriften sollen durch einheitliche europäische Regeln ersetzt werden. Dadurch sollen grenzüberschreitende Geschäfte erleichtert und die Kosten für die Einhaltung verschiedener nationaler Vorschriften langfristig gesenkt werden. Die Verordnung soll außerdem Verpackungsmüll reduzieren, Recycling erleichtern und den Einsatz wiederverwendbarer Verpackungen ausweiten.

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Für Versandhändler bleiben dennoch länderspezifische Verpflichtungen bestehen. Artikel 44 der Verordnung sieht nationale Herstellerregister vor. Unternehmen müssen sich in den Mitgliedstaaten registrieren, in denen sie entsprechende Verpackungen erstmals auf den Markt bringen. 

Für Böttcher ist es nicht der erste Investitionsstopp in diesem Jahr.  Schon im Mai hatte das Unternehmen geplante Investitionen in Deutschland vorerst auf Eis gelegt. Trotz eines damaligen Umsatzwachstums von rund zwölf Prozent nannte der Händler bereits Bürokratie, hohe steuerliche Belastungen, steigende Energiepreise und mangelnde Planungssicherheit als Gründe für die Zurückhaltung.

Das Unternehmen wächst zugleich weiter. Im vergangenen Jahr überschritt Böttcher erstmals die Marke von einer Milliarde Euro Jahresumsatz und steigerte seine Erlöse nach eigenen Angaben um fast 20 Prozent gegenüber 2024. Nun fordert der Händler von der Politik unter anderem „niedrigere Steuern, deutlich weniger Bürokratie“ und wettbewerbsfähige Energiepreise.

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36 Kommentare

  • Kein Wunder. Diese EU schadet Deutschland und uns massiv.

    • Dazu ist sie schließlich da.

    • Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) bringt für Händler und Hersteller erhebliche Änderungen mit sich. Ab dem 12. August 2026 gelten die neuen Anforderungen, die die Verpackungsentsorgung und die Verantwortung für die Sammlung und Recycling von Verpackungsabfällen regeln.
      Diese Regelungen sind Teil des European Green Deal und zielen darauf ab, Ressourcen zu schonen und die Kreislaufwirtschaft zu stärken.
      Die PPWR erfordert, dass Hersteller sich finanziell und organisatorisch um die Sammlung, Sortierung und das Recycling ihrer Verpackungsabfälle kümmern.
      Dies gilt auch für Verpackungen, die nicht systembeteiligungspflichtig sind, und für neue Organisationen, die Verpackungen aus Großgewerbe und Industrie zurücknehmen.
      https://www.ardmediathek.de/video/quer-mit-christoph-suess/verpackungs-regeln-neue-verordnung-zwingt-haendler-in-die-knie/br/Y3JpZDovL2JyLmRlL2Jyb2FkY2FzdC9GMjAyNVdPMDIyMjg4QTAvc2VjdGlvbi9kY2QwMjcwMy1hMTI5LTQxMmYtODIwNy1hOTk3YTY3M2E2NTE 5 Min.

      -10
      • Sie hauen das so ohne jede Ironie hier raus. Und dann noch einen Link zu einem GEZ-Sender…

    • Onlinehändler der noch mehr Einkaufsstraßen ruinieren wird und die Post als Logistik missbraucht darf keine hypothetischen Niedriglohnsektor Jobs im Nachbarland schaffen, oh bu-hu und das „schadet Deutschland“? ihr seid so dumm dass ihr unter Vormundschaft gehört.

      • Sind wir doch schon. Oder was meinst du was das hier ist, im Land des 4-Jahres-Kreuzchens?

      • Ich kaufe nur noch online, weil ich sonst nach China fahren müsste. Und das, was ich hier in der Einkaufsstraße bekomme (also nicht etwa im Baumarkt), das kann ich nicht bezahlen. Die Auswahl ist online unendlich, selbst in einer Großstadt könnte ich tagelang suchen und es dann doch nicht finden. Die Post verdient sich eine goldene Nase, warum soll ich sie bedauern?

  • Wer braucht schon Arbeitgeber die investieren wollen und dadurch Jobs schaffen wollen!?! Wir haben doch die Rettungsgassen Bärbel und das Bürgergeld 😂🤣👍

  • Alle Wähler informieren…

  • Dexit. Jetzt.

  • Sinn der EU war genau das Gegenteil von dem, was da jetzt passiert. Wenn die EU nicht bald auf ein vernünftiges und zukunftsfähiges Gleis zurückfindet, dann kann es schneller vorbei mit ihr sein, als man sich das vorstellt. Wer das nicht glaubt gehe gedanklich zurück in das Frühjahr 1989 und schaue sich an, was innerhalb von 1000 Tagen aus dem sowjetischen Imperium geworden ist – und lese Nassim Nicholas Taleb „Der Schwarze Schwan“

    • Die EU ist weder blöd noch blind. Wenn es so gekommen ist, dann war das auch ihr Sinn..

  • Nicht alles glauben. Im Mai hieß es noch „Als Gründe für die Investitionszurückhaltung nennt die Böttcher AG unter anderem Bürokratie, hohe steuerliche Belastungen, steigende Energiepreise und mangelnde Planungssicherheit in Deutschland. Hinzu kommen zunehmende Betrugsfälle im Online-Handel, die dem Unternehmen jährlich Schäden im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich verursachen.“

    Jetzt ist die Verpackungsverordnung schuld. Da hat jemand keine Lust mehr oder das Geld fehlt aus anderen Gründen.

    • Die Verpackungsverordnung ist Bürokratie.

  • Kein Mitleid mehr übrig sorry.

  • Über diese Nachricht müsste das Linkskartell eigentlich in Jubel ausbrechen.

  • Ich wollte gerade den Dexit bestellen. Geht leider nicht. Verpackung ist zu teuer.

  • Wurden denn schon die Bürger informiert … bald ist Weihnachten …. da müssen noch Steuern für das „Geschenke verpacken“ entrichtet werden.
    .
    Also ab zum Finanzamt und ein Steuerformular für Pappe, Bindfaden und Klebeband abholen.
    .
    So geht Solidarität.

  • Und mit was? Mit Recht handelt dieser Konzern so.. Würde ich auch machen..

    • Soweit hier bekannt, sind Sie kein Konzern?

  • Diese EU macht die Wirtschaft kaputt.
    Als Wirtschaftsgemeinschaft in Ordnung, aber ohne den Regulierungswahnsinn.
    Das zu erreichen ist das Ziel der AfD, vielleicht klappt es ja irgendwann.

  • CDU-Frau von der Leyen ist für den EU Nonsense der vergangenen Jahre verantwortlich. Eingesetzt wurde sie von der Zerstörerin Angela Merkel . Im Amt halten sie Manfred Weber ( CSU) und die links-grün bunten Fraktionen des Europaparlaments.

  • Wenn die EU die Wirtschaft nicht behindern würde, hätte sie ja ihren Zweck verfehlt.

  • OT:
    Olympia 2032 in Australien steht unter dem Motto; „All you can eat“
    …500 Krokodile in dem Fluss wo die Kanuten auf dem Buffet stehen…

  • Hier versucht jemand, wirtschaftliche in politische Macht umzusetzen.

    Dazu wird mit hypothetischen Zahlen, die niemand prüfen kann, operiert und mit der Verpackungs-RL ein Anlaß vorgegeben, der kaum plötzlich und unerwartet Planungen sabotiert haben wird.

    Der Verdacht erhebt sich, daß wir hier die Speerspitze einer Lobby-Kampagne sehen und die Meldung entsprechend einordnen sollten.

    -35
    • Natürlich nicht unerwartet. Buchantiquariate versenden schon lange keine Bücher mehr ins EU-Ausland wegen der Verpackungsverordnung. Sie können sich das einfach nicht leisten. Wohlgemerkt: In das übrige Ausland schon. Die Wirtschaft wird also gerade von der EU im EU-Raum behindert. Ein Wahnsinn.

    • @Chantal, echt jetzt, wir sollten „einordnen“? Schön wenn sie die Überregulierungen, Gängelungen, Einschränkungen gutheißen, sie sind ein Bürger (ohne Gendern) wie gewünscht. Warum denke ich bei Chantal eigentlich immer an ein Pferd?

      • Es ist unabdingbar, sich bei einer Nachricht zu fragen, wer sie wie warum gesendet hat.

        Deutschunterricht 9. Klasse.

        Was nicht so sinnvoll ist, ist das Fantasieren. Etwa des Inhalts, ich verteidigte die EU in ihrer jetzigen Form.

        Aber ich bin nicht Ihre Deutschlehrerin.🥴

    • Im vorletzten Absatz wird auf vorherige geplante Investirionen hingewiesen, die dann gecancelt wurden. Der Verpackungserlass war nur der entscheidende Rest. Die hypothetischen Zahlen werden die aber mit dem laufenden Umsatz und der zu erwartenden Belastungen relativ und objektiv verarbeitet haben – als Unternehmer, nicht wie unser Wirtschaftsministerium oder die EU.

  • Auf das Halbedutzend-Teilzeit-Hungerjobs kann Österreich ganz bestimmt verzichten. Und wieviele Hunger-Aufstock-Jobs unter Existenzminimum unterhält Böttcher wohl in Deutschland?

    -26
    • Servus, ich komme aus Jena, bei Böttcher gibt es hunderte, gutbezahlte
      Arbeitsplätze und es werden mehr.

    • Wieviele sinnlose Studiengänge und daraus resultierende Fantasie-Jobs wurden denn erst geschaffen seit dem Gender-Gaga?

      • Nur weil du nicht arbeitest musst du uns linke Studenten nicht runter machen.

        • Schließe doch nicht von Dich auf andere.
          Ich habe ne Woche Urlaub, oder hast Du von dem Wort noch nie was gehört?

          0
      • Wenn ihr euch nicht von Schwachsinn wie Apollo verblöden lassen würdet, und ernsthafte Publikationen konsultieren würdet für eure Wirtschaftsnachrichten, dann würdet ihr solche dämlichen Fragen nicht stellen.

        • Volle Zustimmung.

          -2

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