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Pressefreiheit bedroht

BND-Staatstrojaner gegen Journalisten: Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht

Reporter ohne Grenzen klagt gegen die Befugnis des BND, Staatstrojaner gegen Journalisten einzusetzen. Die NGO sieht dadurch Grundrechte und Pressefreiheit bedroht. Darüber entschieden wird durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Straßburg. (IMAGO/Schöning)

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Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND hat die Befugnis, Handys von Journalisten zu hacken und Spionagesoftware darauf zu installieren. Die NGO „Reporter ohne Grenzen“ klagt nun dagegen, weil sie Grundrechte und die Pressefreiheit bedroht sieht. Entscheiden wird der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte.

In einem Brief des Gerichts, der der Zeit vorliegt, heißt es, dass die Beschwerde der Organisation zusammen mit einem Fragekatalog der Bundesregierung zugestellt wird. Das Straßburger Gericht erwägt zudem, den Fall zu einem „impact case“ zu machen, ihn also mit Vorrang zu behandeln.

Eine Grundsatzentscheidung darüber, was Geheimdienste in Europa dürfen und was nicht, ist denkbar. Reporter ohne Grenzen sehen im Status quo der deutschen Gesetzgebung eine Verletzung der Privatsphäre, der Meinungsfreiheit und damit der Menschenrechtskonvention. Journalisten könnten sich momentan nicht auf die Sicherheit ihrer Kommunikation verlassen und seien nicht hinreichend vor Überwachung geschützt. Darüber hinaus könnten auch Informanten durch den Einsatz von Staatstrojanern eingeschüchtert werden.

Weil diese Spähsoftware, die Handynachrichten abfängt, bevor sie verschlüsselt werden, auch dann greift, wenn ein Journalist gar nicht selbst ausspioniert wird, sondern nur seine Kontaktperson, befürchten Reporter ohne Grenzen einen Abschreckungseffekt. Auch gegen die mangelhafte Kontrolle des BND durch den Deutschen Bundestag richtet sich die Klage.

Der Gerichtshof will von der Bundesregierung bis Oktober wissen, wie genau die Daten abgefangen werden und was mit ihnen gemacht wird. Auch interessiert sich das Gericht dafür, ob die IT-Sicherheit sämtlicher Nutzer dadurch beeinträchtigt wird, dass Sicherheitslücken vom Staat ausgenutzt und nicht gemeldet werden.

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Die Bundesregierung plant währenddessen, die Befugnisse der deutschen Nachrichtendienste auszuweiten. Ein BND-Gesetz ist im Entwurfsstadium und soll dem Geheimdienst beispielsweise erlauben, bei Cyberangriffen IT-Infrastruktur zu hacken. Christian Mihr, der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, kritisierte in der Zeit: „Während die Bundesregierung über die Ausweitung der Befugnisse des BND verhandelt, steht in Straßburg die geltende Gesetzeslage auf dem Prüfstand. Gerade in verschärften Bedrohungslagen brauchen wir keinen schwächer, sondern einen wirksam kontrollierten Nachrichtendienst.“

Seit Juli 2021 dürfen BND, Verfassungsschutz und MAD offiziell Staatstrojaner einsetzen. Begründet wurde die Gesetzesänderung mit der immer wirkungsloseren Telefon- und Internetüberwachung aufgrund der vielen verschlüsselten Messenger-Dienste. Es gehe um Terrorismusbekämpfung, das Eindämmen von Cyberkriminalität und organisierter Kriminalität. Der BND darf als Auslandsgeheimdienst auch Staatstrojaner gegen Menschen im Ausland einsetzen, mit relativ geringen Hürden.

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19 Kommentare

  • China wird wohl bald bei den Vereinten Nationen die Menschenrechtslage in Deutschland anmahnen.

  • Man hört immer nur von irgendwelchen Beleidigungen, die aufgedeckt worden seien. Wenn es um Terrrorismus geht, dann kommen die Hinweise meist aus dem Ausland.

    • Tja, der Inlandsgeheimdienst scheint mit dem Aufdecken von Politikerbeleidigungen gut beschäftigt zu sein.

  • Wir haben viel zu viele Behörden, Ämter, Dienststellen, Körperschaften und Verwaltungseinheiten, das müsste alles mal auf den Nutzen hin geprüft werden 🧐

  • Es wird Zeit, daß die Jungs aus dem Weißen Haus sich mal wieder melden.

  • Selbst die Landesmedienanstalten benutzen eine KI, genannt Kivi, um Chats, Kommentare etc. von Privatpersonen nach angeblichem, rechtswidrigen Inhalt zu durchsuchen. Die Betroffenen werden dann bei den entsprechenden Stellen denunziert. Nicht nur Journalisten verlieren ihre freie Meinungsäußerung. Treibende Kraft war Frau Faeser und die EU. Durch viele Änderungen in unserer Verfassung, hat der Bürger seine Grundrechte, in großem Maße, eingebüßt. Die Bespitzelung durch NGOs, Anstalten des öffentlichen Rechtes usw., erfolgt im großen Stil. Das darf nicht sein. Weder bei Journalisten, noch bei Privatpersonen.

  • Sinnlose und wirkungslose Klage, weil Deutschland zwar regelmässig verurteilt wird vor dem EuGH, allerdings ohne Konsequenz weil die Urteile schlicht ignoriert werden.
    Ein zahnloser Tiger der EuGH.

  • „Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND hat die Befugnis, Handys von Journalisten zu hacken und Spionagesoftware darauf zu installieren.“
    Und wer Juornalist ist, bzw journalistische Angebote anbietet, bestimmt eine (irgendeine) Landesmedienanstalt (siehe Ben Berndt oder Alexander Wallasch). Wahrscheinlich sind auch Kommentare journalistische Angebote. Die Geheimdienste drehen frei, aber bei UvdL darf man keine Handys hacken, im Gegensatz zu A. Merkel…
    Wieviel Geld wir einsparen könnten, wenn wir die einfach abschaffen würden; aber dann gäbe es Terroranschläge (ich meine jetzt keine von den Geheimdiensten ausgeführten), denn die USA hätte keinen Ansprechpartner mehr. Was darf eigentlich der Inlandsgeheimdienst?

  • Bnd gegen linke Journalisten?

  • Boah, dann können Journalisten anonyme Informanten und Leaker vergessen. „Ich will Klarnamen sehen“……

  • Na, Angst die Deutungshoheit zu verlieren und endlich die undichten Stellen zu finden lieber BND im Auftrag von UnsererDemokratie?

  • Oh nein ein Nachrichtendienst sammelt Nachrichten.

    Erst heult ihr alle weil Journalisten die Hamas begleitet haben, was völlig normal ist, aber jetzt heult ihr dass man die beobachtet.

    • Helmut Schmidt sagte einmal (als er bei der Zeit Herausgeber war), in seiner Zeit als Bundeskanzler hätte er täglich die Berichte von den Geheimdiensten auf den Tisch bekommen. Aber er hätte sie auch einordnen können. Wenn man sieht, was die Geheimdienste z.B. über die AFD sammeln, kann ich das auch einordnen. Das ist kein Privileg der ÖRR, obwohl die das glauben…
      Das was die öffentlich liefern, ist mehr als armselig. Aber sie kriegen ja neue Überwachungsprivilegien… Systemschädigend sind z.B. Äußerungen eine Rentners über Habeck, MASZ, oder Annalena B. diese Rentner müsste man präventiv überwachen; dazu muss man natürlich mehr Stellen schaffen; aber die Hamas, das sind doch die gerechtfertigten Widerstanskämpfer, die man eventuell noch unterstützen müsste…

    • Ich möchte Dir nicht vorwerfen, dass Du hochintelligent bist.

  • Wen spionieren die damit aus?
    Die meisten Afghanen wären nicht hier, wenn nicht Annalena die Einreise angeortnet, sondern der Geheimdienst die Möglichkeit gehabt hätte diese Goldstücke vorher zu überprüfen.
    Der Hamas-Ableger UNHCR wäre weit vor dem 7. Oktober aufgeflogen und Deutschland hätte denen nicht hunderte Millionen mit einem Schlauch in deren Naziärsche gepumpt, wenn man die vorher vernünftig hätte durchleuchten können.
    Daß der BND seine begrenzten Möglichkeite an Journalisten ausprobiert ist sehr bezeichnend. Die BRD befindet sich IT-mäßig etwa in den 90ern.

    • Das stimmt.
      Ich habe jahrelang für DB-Cargo auf einem Rangierbahnhof gearbeitet. Die komplette IT und die Funktechnik stammen aus einer Zeit, als es noch keine Kochlöffel aus Kunststoff gab. Deshalb gibt es dort auch so viele technikbasierten Unfälle oder es kommt zu Entgleisungen.
      Funkgeräte wächseln auf einmal den Kanal oder melden sich ganz ab. Das ist besonders bei einer geschobenen Fahrt, wo der Rangierbegleiter an der Spitze steht und der Lockrangierführer nichts sieht brandgefährlich.
      Die Vorgesetzten wissen das. Aber die Aussage der Gruppenleiter ist: solange nicht wirklich etwas schlimmes passiert, wird die Bahn das Thema nicht angehen. Dabei kommt es regelmäßig zu Unfällen und es wurden schon jungen Leuten die Beine abgefahren oder es sind Bahnmitarbeiter im Rangierbetrieb gestorben.
      Aber alles wurde vertuscht.
      Anpassungen an die Moderne sind zu teuer.

      • Dann wurde ich Ausrangiert…

  • Wartet nur mal ab ,wenn der digitale Euro kommt sind den Betrug und der Manipulation alle Türen geöffnet. Selbst als Hacker kommt man viel leichter an Geld.

  • Nur GANZ ZUFÄLLIG betreffen die Staatstrojaner-Methoden NUR die nicht reGierungskonformen Journalisten abseits der Staatsmedien wie zB den ÖRR

    Diese Journalisten decken immer wieder ReGierungsversagen+Vergehen+Ignoranz usw auf welche sich GEGEN die Bürger richten

    Das können die amtierenden Bürger-Interessens-Verkäufer natürlich nicht auf sich sitzen lassen..

    da könnte ja jeder kommen und berechtigte Kritik üben+deren schmutzige Machenschaften aufdecken

    Ob die besagte Klage etwas bringt: Abwarten weil es nicht das 1. Mal wäre daß D zwar wegen EU-Verstößen verurteilt wird dieses aber weitgehend ignoriert+still aussitzt

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