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Elke Hannack

Gefährdet staatliche „Funktionsfähigkeit“: DGB-Vizechefin schlägt wegen Gewalt gegen den öffentlichen Dienst Alarm

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack warnt vor einer zunehmenden Verrohung gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Gewalt gegen Staatsbedienstete sei längst nicht mehr nur ein individuelles Problem, sondern beeinträchtige inzwischen auch die Leistungsfähigkeit des Staates.

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Seit 2013 stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB): Elke Hannack (IMAGO/Jens Schicke)

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Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Elke Hannack, warnt vor steigender Gewaltbereitschaft gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Im Interview mit der Welt erklärte sie, die Entwicklung habe inzwischen ein Ausmaß erreicht, das nicht nur die betroffenen Mitarbeiter belaste, sondern auch die „Funktionsfähigkeit“ des Staates gefährde.

Laut Hannack deuten die verfügbaren Daten darauf hin, dass die Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes weiter zunimmt. Zwar sei die Evidenz insgesamt unzureichend, weil viele Übergriffe nicht systematisch erfasst würden. Eigene Erhebungen des DGB zeichneten jedoch ein deutliches Bild: 43 Prozent der Befragten berichteten von Gewalterfahrungen. 58 Prozent seien beleidigt worden, 25 Prozent hätten Bedrohungen mit körperlicher Gewalt erlebt.

Zwölf Prozent gaben an, sogar mit einer Waffe bedroht oder angegriffen worden zu sein; ähnlich viele seien geschlagen oder getreten worden. Hinzu komme eine zunehmende digitale Gewalt. Auch die Polizeiliche Kriminalstatistik und der Sicherheitsreport der Deutschen Bahn stützten diese Entwicklung, die inzwischen „nicht nur ein individuelles Problem“ sei, sondern „am Ende auch die Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes“ gefährde.

Hannack schilderte mehrere Beispiele aus Gesprächen mit Betroffenen. So habe ihr ein Mitarbeiter eines Ordnungsamtes berichtet, bei einer Verwarnung gegen eine Steinmauer gestoßen worden zu sein. Besonders eindrücklich sei für sie der Fall einer Busfahrerin gewesen, der bei einem Angriff ein Arm gebrochen worden sei. Vergleichbare Berichte höre sie auch von Pflegekräften oder Beschäftigten in Jobcentern. „Dass es mittlerweile Sicherheitsschleusen an den Eingängen öffentlicher Einrichtungen gibt, bei denen kontrolliert wird, ob Besucher Messer oder andere gefährliche Gegenstände dabeihaben, zeigt sehr deutlich das Problem“, sagte Hannack.

Nach Einschätzung der DGB-Vizechefin bleiben die Folgen nicht auf die unmittelbar Betroffenen beschränkt. Übergriffe führten zu längeren Krankheitsausfällen und belasteten dadurch die gesamte Verwaltung. Nach DGB-Erhebungen fielen 35 Prozent der Beschäftigten, die verbale oder körperliche Gewalt erlebt hätten, anschließend länger als 30 Tage aus. Kollegen müssten die Arbeit übernehmen, Verfahren verzögerten sich und Dienstleistungen könnten nur eingeschränkt erbracht werden. „Gewalt gegen Beschäftigte ist deshalb nicht nur ein individuelles Problem. Sie trifft am Ende auch die Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes“, sagte Hannack.

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Als Ursachen nannte die DGB-Vizechefin mehrere Faktoren. Der jahrelange Investitionsstau und eine Sparpolitik im öffentlichen Sektor hätten die Leistungsfähigkeit staatlicher Einrichtungen geschwächt. Lange Bearbeitungszeiten, ausfallende Busse oder überlastete Behörden führten bei vielen Bürgern zu Frust und Vertrauensverlust. Die Beschäftigten seien häufig die einzigen persönlichen Ansprechpartner des Staates und würden deshalb zum „Blitzableiter“ für Ärger über politische und strukturelle Defizite, für die sie selbst keine Verantwortung trügen. Das rechtfertige Übergriffe keinesfalls, zeige aber, dass der Staat seine Beschäftigten besser schützen und zugleich wieder handlungsfähiger werden müsse.

Die Corona-Pandemie betrachtet Hannack nicht als eigentlichen Ursprung der besorgniserregenden Entwicklung. Man habe zwar weder die Pandemie noch die folgenden Krisen gesellschaftlich wirklich aufgearbeitet. „Allerdings muss ich klar sagen, dass es die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Vertretern des öffentlichen Dienstes und des privatisierten Sektors nicht erst seit Corona gibt. Die Krisen haben das Problem aber weiter verschärft“, so Hannack.

Wer Staatsbedienstete beleidige, bedrohe oder angreife, überschreite eine klare Grenze, erklärte die Gewerkschafterin. Gleichzeitig müsse die Politik die Ursachen ernst nehmen. Viele Menschen hätten das Gefühl, nicht gehört zu werden und dass die Politik an ihren alltäglichen Problemen vorbeirede. Deshalb müsse Demokratie wieder stärker als wirksam erfahrbar werden – etwa durch mehr Beteiligungsmöglichkeiten in Betrieben oder gewerkschaftlichen Gremien.

Die Mehrheit der Bürger verhalte sich gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst weiterhin respektvoll, betonte Hannack ausdrücklich. Ein gesteigertes Anspruchsdenken allein sei aus ihrer Sicht keine Erklärung für die zunehmende Gewalt. „Mitursächlich für die dennoch hohe Zahl an Übergriffen ist meines Erachtens eher ein aggressiveres Klima in der Gesellschaft insgesamt.“ Frustration entzünde sich häufig an alltäglichen Problemen wie maroden Schulen, ausfallenden Verkehrsmitteln, langen Bearbeitungszeiten in Behörden oder schwer nachvollziehbaren gesetzlichen Vorgaben. Hinzu komme eine deutlich geringere Geduld vieler Menschen als noch vor einigen Jahrzehnten.

Auf die Frage nach einem möglichen Zusammenhang zwischen Migration und Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes äußerte sich Hannack zurückhaltend. „Generelle Aussagen zu den Tätern sind rein spekulativ, weil die Vorfälle überhaupt nicht systematisch erfasst werden“, erklärte Hannack. Aus Erfahrungsberichten von Betroffenen gehe lediglich hervor, „dass eher Männer als Frauen zum Täter werden.“ Genau deshalb fordert der DGB gemeinsam mit Bund und Ländern eine bundesweit einheitliche Statistik über Übergriffe. Erfasst werden müssten Ort, Häufigkeit und Tätermerkmale. Nur auf dieser Grundlage könnten wirksame Schutzmaßnahmen entwickelt werden.

mmx

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49 Kommentare

  • Das Zusammenleben wird doch seit 2015 täglich neu ausgehandelt. (SPD , A.Özoguz)

    • Nein, natürlich liegt es nicht an Migrantengewalt? „dazu gibt es keine Erhebungen…“
      Investitionsstau und eine Sparpolitik sind die Ursache – also ist wieder der deutsche Steuermichel schuld, er zahlt zu wenig?

    • Egal, wie kunstvoll man die Tatsachen vernebeln möchte, die Mehrheit weiß ohnehin längst, wer die Hauptverursacher sind.

      • Entsprechend muss auch gewählt werden sonst ändert sich nichts

    • Und nicht zu vergessen: Diese Person hat festgestellt, dass eine „spezifisch deutsche Kultur jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar« ist.
      Zwar hat sie anschließend versucht, durch verschwurbeltes („kulturelle Vielfalt“) Gequatsche diese Aussage zu relativieren; aber s o e t w a s besitzt einen deutschen Pass und war Mitglied des Deutschen Bundestages! Halt -im Gegensatz zu uns zweitklassigen Nichtmigranten – ein privilegierter Bürger erster Klasse!
      P.S. Ihre „Muslimbrüder“ darf man ebenfalls nicht vergessen! S. sog. „Muslim-Markt

  • Ja und ich kritisiere die steigende Gewalt gegen diese Aufnahmebevölkerung. Interessiert auch niemanden

    • „Aufnahmebevölkerung“ – meinen Sie uns, die NICHTMIGRANTEN?
      Wir sind halt nicht „Bürger erster Klasse“ (diese Typen haben i.d.R. zwei Staatsangehörigkeiten bzw. zwei Pässe), sondern können uns nur auf das ius sanguinis beziehen, d.h. wir, die Nichtmigranten sind nur „Bürger zweiter Klasse“.

  • „Funktionsfähigkeit“ 😂😂😂

    • ja, der war wirklich ein Schenkelklopfer

  • Diese Frau ist Teil des Problems.

    • Eines der Hauptprobleme wäre richtig gesagt.

  • Die mit dem Elefant tanzt.
    Wer auch immer uns Elefanten schicken will: immer her damit, auf die paar mehr kommt’s auch nicht mehr an. Aber bitte nur Einhornverträgliche!

  • Schon wieder der Uwe aus Paderborn.

  • Tja, Madame. Das nennt man die „normative Kraft des Faktischen“… .

  • Jetzt kommt es noch zur digitalen Gewalt. Werde ich da mit Bits oder Bytes erschlagen? Aber Erfandes hat es ja vorgemacht.

  • Nun, das war doch mal wieder ein sprachlich gekonnter „Eiertanz“ um den „rosa Elefanten“ herum – buchstäblich nobelpreisverdächtig, wie geschickt man die Usachen doch verbergen kann.

    Aber schon Maurice de Talleyrand meinte, der Mensch habe die Sprache ja nicht erhalten, um seine Gedanken auszudrücken, sondern um sie zu verbergen …

    • Nobelpreis – besser Nebelpreis

  • Seit 2013 im Amt. Was hat sie zum Massenzustrom seit 2015 gesagt? Ich wette: Hurrah!

  • Die Gewerkschaften sind ein Teil des Problems, warum die Gewalt eskaliert.

  • Aber die wählen doch Rot/Grün! Alles bestens!

  • Es gibt wieder nur irgendeine Warnung aber am Problem selbst wird nicht’s geändert. Und deshalb stellt sich die Frage: 🤔 warum regt sich die Gewerkschaft’s Tante so auf. Alle kennen das Problem in diesem Land, es ist überall präsent, vor allem im Stadtbild. Und damit auch für den öffentlichen Dienst sichtbar, man braucht nur mit offenen Augen durch die Straßen Laufen.

    • Will man aber nicht!

  • Das leigt am veränderten Stadtbild.

  • Immer schön Demos gegen Rechts organisieren, Frau Hannack. Das hilft gegen die Bedrohung mit einem Messer!

  • Täter-Opfer-Umkehr, Ducken, Klappe halten und weiter darauf hoffen, dass
    sich die Dinge zum Guten wenden. Alles Dilettanten und Technokraten! Und Mitläufer und Täter! Meist gewählte politische Beamte.

    „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“
    – Rita Mae Brown

  • Es trifft nicht nur den öffentlichen Dienst. Früher selbstverständliche Werte und Normen im Umgang miteinander, gibt es heute kaum noch. Das ist das Ergebnis der, seit Jahren propagierten, Laissez-faire Erziehung. Kinder sind nun mal keine Erwachsenen. Die heutigen Kinder hätten wir früher als „Wildwuchs“ bezeichnet. Was aus diesen Kindern wird, wenn sie erwachsen sind, sieht man an der „Antifa“. Ohne jede Reflexion des eigenen Verhaltens, will man seine Vorstellungen partout durchsetzen. Gerne auch mit kriminellen Methoden. An dieser Stelle ein herzliches dankeschön an alle Grün-Linken Politiker, die sich einbildeten es gehöre zur kindlichen Natur, alles zu dürfen. Ohne Regeln und Grenzen kann da nichts bei herauskommen. Denn:“ Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Die Probleme mit kulturfremden Menschen, kommen noch dazu.

  • Die Corona-Pandemie betrachtet Hannack nicht als eigentlichen Ursprung der besorgniserregenden Entwicklung.
    Wo ist der Ursprung ?
    Das erinnert mich an einen Beitrag über Antisemitismus ,auf der taz Seite.

    Ellenlanger Beitrag, aber die Täter werden nicht genannt.
    Vertuschung ,bla, bla ,,,

  • Der Dieb schreit, haltet den Dieb. Ist hier üblich!

  • Ja, Fra Hannack, Männer sind es. Präziser ausgedrückt Einmänner. Den rosa Elefant im Raum möchten Sie lieber geflissentlich übersehen, nicht wahr? Passen Sie gut auf, dass es Sie nicht irgendwann selbst erwischt, wenn Sie mit zu grossen Scheuklappen durch die Gegend laufen! Irgendwann trifft es nämlich jeden, denn auch wenn angeblich mittlerweile nur noch weniger kommen – in Wirklichkeit werden es immer mehr. Und mehr und mehr. Und die Übergriffe werden ebenfalls mehr und noch mehr. Logisch, oder? Da braucht man nur die Scheuklappen zu öffnen, Frau Hannack. Schöne Zeit noch.

  • „Seit 2013 stellvertretende Vorsitzende …“

    Da verwundert das Bild auch nicht. Vollgefressen mit Steuer- und Gewerkschaftsgeldern kann man sich intellektuell schmalspurig auf der Frauenquote ausruhen. Und immer sind es Frauen …

  • Interessant ist doch die immer gleiche Einlassung. Verantwortung trägt immer der andere. Die Betroffenen in der Verwaltung haben jahrelang den Investitionsstau begleitet und nichts dagegen getan. Upsi. Plötzlich fällt auf, wie verheerend das ist. Menschen erhalt Geld dafür, um eine wahrhaftige Führungskraft zu sein und nicht nur Duckmäuser. Man verliert Vertrauen, weil man es verspielt. Institutionen sind ja noch nicht mal mehr gewillt persönliche Resonanz mit dem Kunden zu leben. Auch nie daran gedacht, dass das psychopathische Verhalten der Verwaltung 2020-24 Auswirkungen auf Menschen hat und es nicht nur den devoten und unterwürfigen Bürger gibt, den man kujoniert und drangsaliert hat. Es gilt noch immer die Regel. So wie man in den Wald ruft, schallt es heraus. Das Hauptproblem ist, dass man leugnet jemals in den Wald gerufen zu haben.

  • Anstieg der Beschäftigten im Sicherheitsdienst seit 2015 !
    Könnte es da vielleicht einen Zusammenhang geben der keinen deutschen
    Vornamen hat ?

  • Wie kann eine so Inkompetente Frau nur in so eine Führungsposition kommen
    das frage ich mich immer wieder.
    Die Dame ist ja nicht mal fähig die Wahren Ursachen zu benennen.
    Hauptsache man ist wichtig und jeden Monatsende kommt der dicke Scheck.

    • Na eben genau deshalb.
      Nur die besten Elefanten-Tango-Tänzer*innen bekommen solche Jobs.

  • Verohung in Teilen?😊? der Gesellschaft …
    Bielefelder Problem Fans die Messerngriffe provozieren.

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