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Speicherkapazitäten bleiben unzureichend – Und das trotz Rekordausbau

Im ersten Quartal wurden in Deutschland viele neue Batteriespeicher in Betrieb genommen. Bei Großspeichern haben sich die Kapazitäten sogar vervierfacht. Doch all das reicht nicht, um die Energiewende zu einem Erfolg zu machen.

Stromspeicher für Windkraft in Schleswig-Holstein: Der Ausbau der Riesen-Akkus scheitert wie die Energiewende selbst. (IMAGO/Joerg Boethling)

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Um die Energiewende voranzutreiben und die langfristigen Klimaziele zu erreichen, setzt Deutschland verstärkt auf den Ausbau von Batteriespeichern. Doch trotz eines rekordverdächtigen Kapazitätszuwachses bleibt die Zahl der installierten Anlagen weiterhin deutlich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. 

Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) nun unter Verweis auf Daten der Bundesnetzagentur mitgeteilt hat, hat der Ausbau von Batteriespeichern zuletzt deutlich an Fahrt gewonnen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden rund zwei Drittel mehr Speicher installiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (67 Prozent). Zwischen Januar und März gingen etwa 2 Millionen Kilowattstunden (2 Gigawattstunden) an neuer Speicherkapazität ans Netz.

Insgesamt erhöhte sich der Bestand damit auf rund 28 Gigawattstunden, verteilt auf etwa 2,5 Millionen Anlagen. Mehr als die Hälfte des Zuwachses im ersten Quartal entfiel dabei auf Großspeicher mit Kapazitäten von über einer Megawattstunde – mit mehr als einer Gigawattstunde. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies sogar nahezu einer Vervierfachung. Im Heimspeichersegment mit Kapazitäten von 5 bis 20 Kilowattstunden stagnierte der Zubau im ersten Quartal bei rund 0,74 Gigawatt. 

Während die Zahlen vielversprechend klingen, zeigt sich in der Realität ein anderes Bild. Nach Angaben von BSW-Solar entspricht die aktuell installierte Gesamtkapazität rein rechnerisch gerade einmal dem durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von rund 3 Millionen Haushalten in Deutschland.

Das bedeutet: Ohne zusätzliche grundlastfähige Energiequellen, wie Kernkraft oder Gaskraftwerke heranzuziehen, könnte die Versorgungssicherheit in Deutschland in Zeiten ungünstiger Wetterbedingungen – also bei ausbleibendem Wind und Sonnenschein, wenn Solar- und Windkraft kaum, bzw. gar keinen Strom liefern – nicht einmal für 10 Prozent der Haushalte über einen einzigen Tag hinweg gewährleistet werden. Im Jahr 2024 gab es laut dem EHI Retail Institute insgesamt rund 41,0 Millionen Privathaushalte in Deutschland.

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Insgesamt dürfte die Zahl der Haushalte, die im Ernstfall einen Tag lang mit Notstrom aus Batteriespeichern versorgt werden könnten, sogar noch weit unter 3 Millionen liegen. Denn ein Großteil der verfügbaren Energie müsste in solchen Situationen für die Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur – etwa Krankenhäuser – eingesetzt werden.

Auch die Industrie würde in einem solchen Szenario größtenteils ohne Strom dastehen. Und das Tagelang, möglicherweise für Wochen. Während sogenannten Dunkelflauten, die in Deutschland besonders in den kalten Monaten häufig auftreten, können Wind und Sonnenschein theoretisch für Wochen ausbleiben.

Deutlich zu erkennen ist: Trotz des rekordverdächtigen Ausbaus in jüngster Vergangenheit bestehen in Deutschland aktuell weiterhin zu geringe Batteriespeicherkapazitäten. Haushalte und Industrie könnten in Krisensituationen nicht ausreichend mit Strom versorgt werden. Und damit ist es noch nicht getan. Denn in den kommenden Jahren wird der Strombedarf in Deutschland infolge der zunehmenden Elektrifizierung der Industrie, des Umstiegs auf E-Mobilität sowie der fortschreitenden KI-Revolution und des Ausbaus von Rechenzentren weiter steigen.

Vor diesem Hintergrund wäre eine massive Ausweitung der Speicherkapazitäten erforderlich. Die CAV Partners AG, ein Beratungs- und Asset-Management-Unternehmen für erneuerbare Energien aus Regensburg, hatte im Februar darauf hingewiesen, dass die derzeit installierte Speicherkapazität von aktuell 28 GWh bis 2045 auf 500 bis 600 GWh erhöht werden müsste. Bereits bis 2030 wird in verschiedenen Szenarien ein Wert von rund 125 GWh als essenziell notwendig angesehen. „Mit wachsender Elektrifizierung steigt der Bedarf an flexiblen Systemkomponenten deutlich“, warnte Thomas Hartauer, Vorstandsvorsitzender der CAV Partners AG in einer Stellungnahme. „Batteriespeicher werden damit zu einer strukturell notwendigen Infrastruktur für ein Stromsystem, das zunehmend aus erneuerbaren Energien besteht.“

Dass ein derart umfassender Ausbau kaum realistisch umzusetzen ist, ist sowohl Kritikern als auch Befürwortern der Energiewende bewusst. Letztlich wird deutlich, dass die Energiewende mit dieser Strategie nur schwer umzusetzen ist. Einen effizienteren Weg hin zu einer klimafreundlichen, zugleich stabilen und leistungsfähigen Stromversorgung könnte eine Rückkehr zur Kernkraft darstellen.

Auch in der Bevölkerung findet diese Position zunehmend Zustimmung. Wie aus einer aktuellen Befragung der Meinungsforschungsinstitute YouGov und Sinus-Institut hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur (DPA) vorliegt, hält rund jeder Zweite den Atomausstieg, der vor drei Jahren finalisiert wurde, für falsch. 53 Prozent lehnen die Abschaltung der letzten drei Meiler ab. Fast jeder Dritte (32 Prozent) bezeichnete den Ausstieg sogar als „voll und ganz falsch“. Für 39 Prozent der Befragten ist die Kernenergie eine Form der Stromerzeugung, auf die Deutschland in der Zukunft zurückgreifen sollte.

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23 Kommentare

  • Speicher brauchen sehr viel Platz und die Probleme im Winter verbleiben. Wie viel Boden wollen wir noch versiegeln und uns dann darüber beschweren, dass es immer wärmer wird? Wie viele Wälder wollen wir noch abholzen, um sie zu Betonwüsten für Windräder zu machen?
    Betrachtet man alle Aspekte, dann müssen wir den Wahnsinn jetzt stoppen und wieder zu einer machbaren Energiepolitik zurückkehren, wo zwar Solar und ein Teil Windkraft ihren Platz findet, aber die Grundlast anderweitig gesichert wird.

    • Kein Angst, um uns einen ganzen Tag mit reiner Speicherkapazität zu versorgen, müssten wir 100 Billion Euro nehmen und ein ganzes Bundesland mit diesen Kästen zubauen.

    • Ooooh Boooooomer will ganz viel Speicher
      Wie Onkel Dagobert

    • Wieviele Wälder wurden denn für Windräder abgeholzt?
      Die Lösung für die Grundlast werden die Speicher sein, nur Technologie-Verweigerer sehen das nicht. Leider hat Deutschland zu spät auf EEG umgestellt, andere Länder sind da schon weiter.

      • So so
        bitte nennen sie mir doch mal ein Land
        das in dieser Energiestrategie weiter ist.

      • So so
        bitte nennen sie mir doch mal ein Land
        das in dieser Energiestrategie weiter ist.

  • Wir brauchen wieder unsere A-Kraftwerke (waren die sichersten die es gab) !!!

  • Der schwerste Fehler war es die Kernkraft herauszunehmen, weil die Kraftwerke auch abgeschrieben waren. Selbstverständlich war dort massivster Lobbyismus zum Schaden Deutschlands im Spiel.
    Frau Reiche macht es ganz vernünftig für die Ketten, die man ihr anlegt. Ich würde nur Biogas noch flexibler einsetzen.

    • Es finden sich nicht einmal mehr Versicherer für Atomkraftwerke in Deutschland, das Thema ist so etwas von abgeschlossen.

  • Es gab mal einen Beitrag dazu, die gesamte Kapazität aller Energiespeicher in Deutschland würde nur wenige Minuten reichen, sollte es zu einen Ausfall kommen. Der tatsächliche Bedarf der Industrie übersteigt alle Haushalte um ein Vielfaches. Den Menschen ist gar nicht bewusst, dass unser Wohlstand auf Atomstrom aufbaute und gerade deshalb heutige Produkte deshalb so teuer sind, ergo nicht mehr wettbewerbsfähig.

    • Die Speicher sollen aber nicht dazu sein, dauerhaft und langzeit Strom zu liefern. Sie sollen das Netz stabilisieren und Schwankungen ausgleichen. Wenn zb. wegen eines Unwetter oder Wolkendecke in einem begrenzten Bereich Solaranlagen „wegfallen“, um so ein paar Minuten zu überbrücken, bis andere Kapazitäten aufgeschaltet sind.
      Niemand hatte nie den Anspruch, bei einer Dunkelflaute Stunden oder Tage mit Batteriespeicher zu überbrücken.

  • Hier wurde der dritte Schritt (Ausbau der Erneuerbaren) vor dem ersten (Entwicklung von Speichertechnologien) gemacht.

    Manchmal habe ich den Eindruck, daß unsere „Energieexperten“ darauf hoffen, daß Außerirdische uns rechtzeitig die notwendige Technik liefern.

  • Es gibt keine Energiewende. Es gibt eine Zerstörung der Energieinfrastruktur durch die eigene Regierung!

  • „Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab 🏇“

  • Da wir in Deutschland im Jahr 2023 173 Gender-Lehrstühle haben, anstatt den Studenten Physik beizubringen, glaube ich nicht daran, dass wir zur Kernkraft zurückkommen werden. Wir sind zur sehr verpeilt!

  • „Zwischen Januar und März gingen etwa 2 Millionen Kilowattstunden (2 Gigawattstunden) an neuer Speicherkapazität ans Netz.“
    Toll! Und wieviel brauchen wir? 2-3 Terawattstunden? Und was kostete das? Ein paar zigtausend Milliarden? Aber wir haben es ja…

  • Diese sogenannte Energiewende kann mit wind und Solar nicht funktionieren.
    Das ist technisch nicht möglich.
    Jeder der etwas anderes behauptet ist geisteskrank.
    Denn zu unserem Energieverbrauch zählt ja nicht nur die elektrische Energie.
    Nein, wir benötigen Unmengen an fossilen Rohstoffen wir Kohle, Gas, Öl für unsere Industrie.
    Ohne Kohlenstoffe kein Kunststoff, kein Windrad, keine veredelten Stähle, keine Medizin, Dünger usw.
    Natürlich kann man mit elektrischem Strom, Wasser und CO2 diesen auch Umweltfreundlich erzeugen.
    Jedoch sind die Umwandlungsverluste enorm.
    Um komplett auf Wind und Solar für unseren Gesamtenergiebedarf umzusteigen, benötigen wir eine Solarfläche vom 4-fachen Saarlands, ca. 80.000 Großwindräder und dementsprechende Speicher.
    Das ist nicht machbar, weder technisch, noch finanziell.
    Der einzigste Weg geht über modernste Kernkraftwerke wie schneller Brüter (hohe Ausnutzung der Brennstoffe), neuen Spaltreaktoren auf Thoriumbasis (denn auch Uran ist begrenzt), Fusio…

  • „Stromspeicher“ —- Hahaha, was soll dieser Unfug. Das Bißchen, das in eine Batterie reingeht…

  • Jeder! der hier nach Stromspeicher -also grossen Akkus- schreit, hat absolut keine Ahnung von Elektrik! Und bevor nun dämliche Kommentare von einem Atlas oder anderen Clowns kommen muss ich sagen: Ja ich hab Ahnung.

  • Für die Physikkenntnisse auch dieses Autors gilt: Setzen, sechs.

    „Trotz des rekordverdächtigen Ausbaus in jüngster Vergangenheit bestehen in Deutschland aktuell weiterhin zu geringe Batteriespeicherkapazitäten.“
    Nein! Es sind heute schon zu viele! Vogelschredder und Elektroschrott auf dem Dach stellen im globalen Energiebilanzkreis nämlich einen Verbraucher und keine Primärquelle dar! Das liegt schlicht an der zu niedrigen Energiedichte der Primärquelle. Mit jedem weiteren „Speicher“ (man kann übrigens elektrische Energie nicht speichern) nimmt dieser Verbrauch noch zu. „Alternativen Energie“ tragen also genau so viel zur Energieversorgung bei wie die Bombardierung von Öl- und Gasanlagen. Akkus in die Landschaft zu kloppen ist eine exponentielle Form von Wahnsinn und lässt sich nur pathologisch erklären.

  • Was für ein schwacher Artikel. „Energiewende“ OMG

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