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Rechtsstreit

Wegen europäischem Wettbewerbsrecht: Oktoberfest droht Zurückdrängung bayerischer Küche

Ein Wirt zwingt die Stadt zur Prüfung ihrer Vergabepraxis. Sollte EU-Recht greifen, müssten die großen Festzelte neu vergeben werden – und das bisherige Modell aus Brauereien und Wirten wäre nicht mehr gesetzt.

Maßkrüge auf der Wiesn: Bislang kommt das Bier ausschließlich aus Münchner Brauereien. (IMAGO/Wolfgang Maria Weber)

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Auf der Wiesn gibt es bislang Münchner Bier, Hendl, Schweinsbraten und Brezn. Jetzt kommt EU-Recht ins Spiel. Wenn die großen Festzelte künftig nach europäischen Vergaberegeln vergeben werden müssen, würde sich das System öffnen. Und damit auch die Frage, wer überhaupt noch eine Chance bekommt – und mit welchem Konzept. Döner oder Pizza statt bayerischer Küche: bisher ausgeschlossen, theoretisch aber nicht mehr.

Der Münchner Wirt Alexander Egger hat die Vergabe zweier zentraler Festzelte überprüfen lassen. Betroffen sind die Schottenhamel-Festhalle und das Paulaner-Festzelt. Egger will erreichen, dass die Stadt München diese Standplätze nicht mehr allein nach ihrem bisherigen Verfahren vergibt, sondern nach europäischem Vergaberecht.

Die Vergabekammer Südbayern prüft derzeit, ob die bisherige Praxis unter das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen fällt. Eine Entscheidung wird Medienberichten zufolge bis Ende Mai erwartet. Bislang organisiert die Stadt die Vergabe der Zelte auf dem Oktoberfest über ein eigenes Punktesystem.

Öffnet sich das Verfahren, würden auch andere Ansätze in den Wettbewerb gehen. Das bedeutet nicht, dass sich die Wiesn kurzfristig grundlegend verändert. Die Stadt könnte weiterhin Anforderungen an Angebot, Erscheinungsbild und Tradition stellen. Diese müssten jedoch rechtlich belastbar begründet und mit dem Wettbewerbsrecht vereinbar sein. Sollte die Vergabekammer das Verfahren beanstanden, müsste die Stadt ihre Vergabepraxis insgesamt überprüfen.

Die Sorge vor einer Verwässerung kommt auch aus der Wiesn-Wirtschaft selbst. In einer Stellungnahme warnten die Sprecher der großen Wiesnwirte, Christian Schottenhamel und Peter Inselkammer, vor den Folgen einer Öffnung. „Das Oktoberfest ist ein Stück bayerische Heimat, und das sollten wir nicht opfern – und riskieren, dass daraus ein Wischi-Waschi-Fest wird“, erklärte Schottenhamel. Inselkammer sagte: „Die Wiesn steht für München, Bayern, unsere Werte und unsere Lebensart. Wir sollten diese Tradition nicht aushöhlen, denn dann wird das Oktoberfest irgendwann nicht mehr so sein, wie wir es schätzen und lieben.“

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Beide verwiesen darauf, dass rund 80 Prozent der Wiesn-Besucher aus München und dem Umland kommen. Das Oktoberfest sei ein „Fest des Münchner Bieres“. Internationale Gäste kämen gerade deshalb nach München, weil sie dort bayerische Kultur erleben könnten, heißt es in der Stellungnahme.

Auf der Wiesn wird ausschließlich Bier der Münchner Brauereien ausgeschenkt – Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Die Regierung von Oberbayern weist darauf hin, dass die Entscheidung zunächst nur die betroffenen Zelte betrifft.

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75 Kommentare

  • Das Oktoberfest mit seiner bayerischen Küche gehört zur Kultur in Deutschland; hier haben weder Pizza noch Döner etwas zu suchen. Deutschland muss sich gegen die Vormundschaft der EU wehren, wobei man nicht vergessen darf, Frau von der Leyen gehört der CDU an und Herr Weber von der EVP der CSU.

    • Die beiden sind ja u.A. Teil des Problems, sorry!

    • Ich fordere halales Essen auf den OF.

      -19
      • Was ist denn „halales Essen“?

        Muss ich das als Deutscher wissen?

        Wer will mich zwingen, irgendwelche moslemischen Rituale zu kennen?

        Was soll dieses Gehabe?

      • Es wird in Zukunft nur noch Schweinefleisch Döner dort geben. Kein Halal.

      • Pommes frites sind halal. Wenn Sie also diesen halal-Kult boykottieren wollen dürfen Sie keine Pommes mehr essen.

      • Ich fordere Sushi und Reisgerichte.

    • Deutschland muss bunt werden! Nichts da mit Alleingängen! Basta!

      -28
      • @Sam1
        Die Leute verstehen nicht, dass Sie zynisch getextet haben.
        Wenn ja, sind 12 Daumen runter völlig fehl am Platz.
        Sehe ich das richtig, lieber Sam1?

  • Traditionen müssen eben zerstört werden. Weiter so. Irgendwann kommt der Punkt, da knallt‘s.

    • Scheinbar muß erst wirklich alles zerstört sein, bis es auch die letzten Dumpfbacke versteht was hier läuft….
      WEG MIT DER EU ! Bevor es zu spät ist.

    • Hier knallt nichts.
      Besonders, weils im Westen nicht knallt. Der Osten wacht auf, der Rest schnarcht dem CDUntergang entgegen.

  • Na dann soll das Oktoberfest UNESCO Weltkulturerbe werden.

  • Also will man Kulturaneignung erzwingen?

  • Das Konstrukt EU schadet den Nationalstaaten. Es wurde uns übergestülpt, um uns europäischen Bürgern unserer Freiheit zu berauben. Weg damit!

    • Die Grundidee ist richtig. Aber die EU hat gestreut wie ein Krebsgeschwür.

  • Das europäische Vergaberecht ist auch so ein richtiges Bürokratie-Monster. Und es führt natürlich auch zu solchen absurden Situationen wie dieser hier.

    Ich verstehe ja, dass nicht jeder öffentliche Auftrag komplett frei vergeben werden kann, sonst kann ja jeder Beamte alle Aufträge zu überteuerten Preisen an seine Kumpels verteilen. Aber europaweite Ausschreibungen müssen nun wirklich nicht sein.

    Dann hat man am Ende ein ausländisches Bauunternehmen, dass eine Baumaßnahme in Deutschland durchführt und dessen Mitarbeiter nicht mit dem deutschen Planer kommunizieren können, weil sie kein Deutsch sprechen (reales Beispiel aus dem persönlichen Umfeld).

    Also: Europaweite Ausschreibungen abschaffen und das restliche Vergaberecht vereinfachen. Viele deutsche Behörden haben inzwischen eigene Mitarbeiter für die Prüfung oder Durchführung von Vergabeverfahren. Die werden ja auch alle von unseren Steuern bezahlt.

  • Glückwunsch, Herr Egger! Mit Ihrer Klage machen Sie erneut deutlich, was den Deutschen antreibt: 1.: „Darf der das?“ und 2.: „Was ich nicht kann, sollen andere nicht dürfen!“ Vielleicht gehen Sie in die Geschichte ein als der pflichtbewusste Bürger, der aus dem Oktoberfest einen bunten Zirkus der Kulturen (natürlich ohne die deutsche!) gemacht hat. Bravo! Wir Deutsche machen uns schon selbst gegenseitig kaputt, dafür brauchen wir keine Invasion mehr.

    • Sehr gut!

  • Freier Wettbewerb ist gut – aber nicht, wenn er kulturelle Substanz zerstört. Tradition ist kein Wettbewerbsnachteil, sondern ein Wert, den man bewusst verteidigen sollte.

    • Wenn die Maß Bier mehr als 15 EUR kostet, ist mir die Tradition egal. Diese Abzocke mache ich nicht mit.

    • Das ist doch Sinn und Zweck.
      Es gibt Politiker die Deutschland sch… finden und mit Nationalstolz nichts anfangen können. Das ist wie Kultur und Tradition alles rechts.

  • Die Wies’n ist kein beliebiges Jahrmarkt-Event, sie ist bayerisches Kulturgut. Wer glaubt, man könne Traditionen per EU-Ausschreibung wegregulieren, hat die Seele Münchens nicht verstanden. Ein Oktoberfest mit Pizza und Döner im großen Stil wäre der Anfang vom Ende einer Identität, die Millionen Besucher gerade wegen ihrer bayerischen Beständigkeit lieben. Manche Dinge sind nicht verhandelbar – und unsere Wirtshauskultur im Festzelt gehört dazu!

    Seit über 210 Jahren, genau seit 1810, trotzt die Wies’n jeder Krise und hat sich ihre Eigenart bewahrt. Und jetzt sollen wir uns diese jahrhundertealte Geschichte von Brüsseler Bürokraten kaputtmachen lassen? Das kann und darf nicht wahr sein!

  • Döner aufm Ofest. Da ticken die wohl wirklich endlich aus…

    • Dann hat die Wiesn mich gesehen.

      • Doch – habe da Jahrzehnte gelebt. Stell dir mal vor – Kebab im Augustinerzelt… 😂😂😂

        • Gruselige Vorstellungen!

          Die Wiesn als Beute der Moslems? Widerlich!

          7
        • Vielleicht beschränken Sie es ja auf EU-Küche? Ich seh‘ in Gedanken schon das französische Zelt mit Baguette und Wein – und natürlich das belgische mit den Pommes 😉
          Oder geht das nur nach Namen? Dann gäb’s im Hamburger Zelt natürlich einen Mäcces… Aber was gäb’s dann im Pariser Zelt? 😛

          3
        • Heißt da nicht einer Schotten Hammel… Im Döner ist auch totgebratenes Hammelfleisch drin… Man riecht es wenn man am Laden vorbei geht…. Und deshalb wäre es nur richtig wenn es den auch auf dem Oktober Festplatz gibt.

          -3
    • Schächtfleisch – Nein Danke!

      • Da ist Fleisch im Döner?!? Man lernt nie aus…

        • Gamelfleisch

          0
    • für 30 euro wahscheinlich

    • Oktoberfest ist eh Na…

      • …hkampf? Leider inzwischen ja… :-/

  • In wenigen Jahren wird es das Oktoberfest nicht mehr geben. Im Islamistischen Kalifat Germanistan wird Bier und anderer Alkohol verboten sein. Verstöße dagegen werden mit öffentlicher Steinigung geahndet werden. So sieht die Zukunft aus.

    • Baukräne und No Gay Zelt werden die Siluette erfüllen.

  • Das Oktoberfest ist eine Kultur- und Brauchtumsveranstaltung und da haben Döner und Co. nicht verloren.

  • Es wird immer lächerlicher und jämmerlicher.

  • Bravo, wieder ein Netzbeschmutzer mehr. Soll jetzt der ganze Fraß aus den Fußgängerzonen auch dort landen! Es ist nur noch unglaublich. Nichts, aber gar nichts hat das Oktoberfest mit EU-Regeln zu tun, mir san mir, basta! Bavaria est gloria

    Es ist bekannt, dass sich deutsche Firmen immer dann nach Brüssel wenden, wenn sie ihre spezifischen Geschäftsinteressen in Deutschland gegen deutsche Mitbewerber durchsetzen wollen.

    • Stimmt nicht. Beim Glücksspiel ging es gegen das staatliche Monopol. Seit dessen Fall gibt es jede Menge ausländische Wettfirmen.

      • Und wo ist jetzt der Vorteil?

  • Mit und in der EU geht Deutschland den Bach runter.
    Die EU-Kommission untergräbt alles was nationalistisch anmutet und zwar im besonderen in Deutschland. Die nationalen Kompetenzen wurden von „unseren“ Regierungen Stück für Stück nach Brüssel ausgelagert. Sie wollen das deutsche Geld, aber Deutschland wollen sie nicht. So kann’s nicht weitergehen.

  • Das ist derselbe Schwachsinn wie er z.B. auch bereits für die italienischen Strandbäder gilt.

  • Zeit und Geld haben bald eh nur noch Bürgergeld Bezieher.
    Da sollte man sich so langsam auf Halal Essen und Muezzin Musik umstellen sonst lohnt sich das Fest bald nicht mehr !

  • Lasst euch nix erzählen. Bei Abfindungen wird deutsches Recht angewendet, das nur bis zum frühest möglichen Renteneintritt berechnet. Obwohl nach EU-Recht bis zum normalen Renteneintritt berechnet werden müsste. Will sagen, die nehmen es wie sie es brauchen. Mal wird deutsches Recht angewandt, mal EU. Wie es den Obrigen besser in den Kram passt.

    • Wie beim Asyl und den Dublin- Regelungen, aufgenommen in Artikel 16a Absatz 2 GG. Oder Schengen-Abkommen und Verlagerung der Kontrollen an die Außengrenzen. Alles schön geregelt. Auf dem Papier. Umgesetzt wird nischt.

  • Und Shishabars fehlen auch noch! Burkashops und Barbiershops; und Nagelstudios! Dann wird es so richtig „bayrisch“!

    • Insbesondere kein Schweinefleisch mehr… – Aber mit dem grünen Bürgermeister wird es wohl eher zu einem stationären CSD…

  • Döner auf der Wiesn? Ist der irre? Wiesn ist doch keine Türken-Kirmes!

  • Der Münchner Wirt Alexander Egger hat die Vergabe zweier zentraler Festzelte überprüfen lassen. Betroffen sind die Schottenhamel-Festhalle und das Paulaner-Festzelt. Egger will erreichen, dass die Stadt München diese Standplätze nicht mehr allein nach ihrem bisherigen Verfahren vergibt, sondern nach europäischem Vergaberecht.

    Mit welchem Recht läßt dieser Egger die zwei Festzelte überprüfen? Hat dieser …
    irgendwas zu melden?
    Wenn es Oktoberfest in Bayern heißt, dann erwarte ich als Besucher auch originales Bayrisches Essen und Trinken – ansonsten kann ich irgendwo in der Stadt einkehren, da bekomme ich dann türkisches, italienisches oder yxz Essen.
    Solche Kasper wie dieser Eggert sollten überall die rote Karte gezeigt bekommen

    • Egger HAT sogar ein OF-Zelt, bloß ein kleineres …
      UND ihm gehören die MünchnerStubn am Hauptbahnhof.

      Boykottieren Sie das Eggerzelt, besuchen Sie dieStubn und erklären Sie den verdutzten Bedienungen, warum Sie dort NICHTS essen werden. Vllt. schnallts ja bei ihm und Nachahmer werden abgeschreckt.

  • Kotelett und Schweinesteak auf allen Festen.

    • Mit viel Speck. Und Schinkenbrot. Und Schmalzbrot.

  • Sch… auf die EU. Tradition ist Kultur. Jeder Mitgliedstaat hat eine eigene.
    Und das muss so bleiben. Basta.

  • Ach, eine innovative Happy-Ramadan-Wiesn, als bunte, völkerständigende Austauschveranstaltung, wäre doch eine gesichert söderische Lösung – allein schon wegen der möglichen Wählerstimmen 😉

  • Auslöschung nationaler Identitäten und Traditionen in Europa, Schaffung von leichter lenkbaren Einheitszombies, das ist der Plan. Wer das immer noch nicht geschnallt hat…

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