Nach Merz-Mäandern: Jetzt forciert Italien die Aussetzung des CO₂-Emissionshandels
Während die Bundesregierung unbeirrt am CO₂-Zertifikatehandel festhält, fordert die italienische Regierung von Giorgia Meloni eine Kehrtwende. In Italien wurde die Schmerzgrenze der durch die Klimapolitik angerichteten Schäden offenkundig erreicht.
Italienische Wochen in Brüssel: Nachdem Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vor wenigen Tagen einen harten Kurs in der Migrationspolitik verkündet und sich demonstrativ gegen die Brüsseler Politik der offenen Grenzen gestellt hatte, folgte nun der zweite Paukenschlag.
Zu Wochenbeginn forderte Italiens Unternehmens- und „Made in Italy“-Minister Adolfo Urso, den EU-weiten Handel mit CO₂-Zertifikaten auszusetzen oder zumindest einer tiefgreifenden Reform zu unterziehen. Rom spricht von einer versteckten Steuer und beklagt die zunehmende Verdrängung italienischer Industrieunternehmen an außereuropäische Standorte. Ein Befund, der in Deutschland nur allzu vertraut klingt.
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Die EU treibt mit ihrer Klimapolitik die Kosten auf breiter Front immer weiter künstlich in die Höhe. Firmen, die standortflexibel operieren können, verlieren die Geduld mit dieser Klientelpolitik. Investitionen werden an andere Standorte gelenkt, Jobs verlagert. Von der Politik begehrte Steuern werden dann andernorts erhoben. Doch selbst dieses Argument scheint in der europäischen Politik nicht mehr zu verfangen, schließlich lässt sich ja der europäische Steuerzahler zur Ader lassen. Der kann seine Vermögenswerte und Immobilien in der Regel nicht so ohne Weiteres außer Reichweite schaffen.
Doch das Konzept der sogenannten grünen Transformation ist erkennbar unter Legitimationsdruck geraten – seit klar ist, dass das grüne Hesperia, das Reich, in dem ökonomische Grundregeln und Logik außer Kraft gesetzt sind, niemals existieren wird. Der Versuch Brüssels, sich eine Machtbasis mit einem eigenen „grünen“ Industriesektor als wirtschaftlichem Fundament aufzubauen, wirkt zunehmend wie ein Projekt machtbesessener Träumer, das der Privatwirtschaft wie ein Mühlstein um den Hals gehängt wurde.
Während Italien also klare Kante zeigt und sich vom Raubzug Brüssels durch seine Industrie zu distanzieren versucht, scheint es in der deutschen Politik kaum jemanden ernsthaft zu stören, dass mithilfe des CO₂-Ablasshandels nicht nur die klimapolitische und moralische Selbstvergewisserung politischer Schlangenölhändler bedient wird, sondern ganz reales Kapital aus den produktiven Sektoren der Wirtschaft in die Arme einer unproduktiven grünen Günstlingswirtschaft umgelenkt wird.
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Der europäische Emissions-Zertifikatehandel ist ein zentralisiertes Umverteilungsschema, das zudem im kommenden Jahr auf die Bereiche des Verkehrs und der Wärmewirtschaft ausgedehnt werden soll. Brüssel treibt seine Präsenz immer tiefer in den Lebensalltag der europäischen Bürger vor. Teurer wird es, so viel ist gewiss. Und es bedarf dazu auch keiner Vollsperrung des Energiestroms in der Straße von Hormuz – das schaffen die Europäer ganz ohne Hilfe.
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Dass auch Friedrich Merz der Gruppe der grünen Etatisten zuzurechnen ist, stellte er im Februar im Welt-Podcast von Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld unter Beweis. Dort verteidigte der Bundeskanzler den europäischen CO₂-Mechanismus als unverzichtbaren Baustein der Transformationspolitik, als einen großen Erfolg der europäischen Konvergenz. Gemeinsam in den Sonnenuntergang reiten, gemeinsam der Insolvenz zu – war es das, was Merz in Wahrheit meinte? Ist der Kanzler ein Romantiker des Niedergangs?
Wenige Tage zuvor klang alles noch anders. Auf einem Arbeitgebertreffen in Antwerpen forderte Merz – ganz im Ton der italienischen Regierung, beinahe toxisch-maskulin – vehemente Reformen des klimapolitischen Zertifikate-Raubzugs. Unmittelbar darauf stellte er jedoch klar, dass er falsch verstanden worden sei. Der Kontrast zwischen beiden Auftritten hätte deutlicher kaum sein können (mehr dazu hier).
Doch nach beinahe einem Jahr Erfahrung mit den öffentlichen Auftritten des Kanzlers wissen wir: Merzsche Positionsverschiebungen und Volten sind keine Ausnahme, sondern Teil seiner politischen Camouflage. Performative Akte, Zerstreuungstechniken, deren Fokus erkennbar auf die Stabilisierung der Wahlumfragen gerichtet ist. In dieser Hinsicht ist Merz ein klassischer Politiker, dessen Redestrom lediglich emotionale Konnektivität erzeugen soll – oder: Form sticht Substanz.
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Sein grün-moralischer Kompass allerdings funktioniert verlässlich. Eine ordnungspolitische Wende wird es mit diesem Mann in Deutschland nicht geben – ebenso wenig wie einen Rückbau des grünen Transformationsmechanismus. Da kann der treue Wähler sicher sein: Das liefert der Kanzler so gewiss, wie er den wiederkehrenden Kniefall vor dem sozialdemokratischen Juniorpartner exerziert.
Für die politische Bedeutung des CO₂-Handels spricht, dass er dem Brüsseler Zentralkörper eine eigene, stetig wachsende Einnahmequelle verschafft, die nicht als offener Steuertribut erkennbar ist. Auf diese Weise gewinnt Brüssel an Autonomie und zusätzliche Macht im Ringen mit den zentrifugalen Kräften der Europäischen Union – etwa mit dem Ungarn von Viktor Orbán oder mit dem Italien Giorgia Melonis.
Gleichzeitig entsteht mit der grünen Kunstökonomie eine verlässliche Wählerbasis der etablierten Parteien. Sie sichert sowohl die Finanzierung des NGO-Komplexes als auch die Zukunft eines weiter anwachsenden bürokratischen Apparates.
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Es ist daher nur folgerichtig, dass die eigentlichen Initiatoren der grünen Transformation – und diese finden sich nun einmal in der deutschen Politik – an diesem Instrument so lange festhalten werden, bis ein hinreichender innenpolitischer Druck zur Umkehr zwingt. Ein solcher Druck kann letztlich nur aus der Zivilgesellschaft und aus der Ökonomie selbst erwachsen.
Die Frage lautet somit: Wann tritt Deutschland einer Allianz für eine ordnungspolitische Wende bei?
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Wer hätte gedacht, dass wir auf die Italiener(innen) setzen müssen um wirtschaftliche Vernunft zu erhalten
Meloni ist klug und lässt sich weder einschüchtern noch drangsalieren.
Ihr Credo ist „Italien first“. Deshalb findet Trump sie auch so toll.
Könnte sich Merz mal zum Beispiel nehmen.
Da muss Merz erst Klingbeil fragen 😉
„Wann tritt Deutschland einer Allianz für eine ordnungspolitische Wende bei?“
Ganz einfache Antwort: erst wenn niemand mehr die Altparteien und deren Weltuntergangsideologie wählt!
Baden-Württemberg wird sich kommendes Wochenende erneut für Klimahysterie und Deindustrialisierung entscheiden. Da hierdurch die Steuerbasis mittlerweile erheblich schrumpft, werden durch diese Politik nicht nur die Schulden massiv ansteigen, sondern in Kürze auch die Steuersätze. Erst dann wird der deutsche Michel aus seinem Tiefschlaf erwachen.
hatte vor einigen tagen schon darauf hingewiesen, dass sich nach dieser ansage melonis seltsamerweise von den 27 EU-laendern bisher nicht ein einziges offiziell mit italien zusammengetan hat.
tschechien kocht sein eigenes sueppchen, hat vor laengerer zeit statuiert., dass schluss sei mit green deal.
aber ein gemeinsames starkes auftreten war bisher nicht geplant.
und all die anderen laender?
verdienen die wirklich so gut am green deal, dass sie den a.. nicht hochkriegen ?
ist es angst vor gesichtsverlust den buergern gegenueber, nachdem man sie in diese zwangslage gebracht hat?
unfassbar.
Man kann an Ungarn beobachten, wie Brüssel diejenigen Länder behandelt, welche sich nicht linientreu innerhalb der ideologischen Grenze bewegen … ja, Widerstand hat einen hohen Preis, besonders für die kleinen Länder. Daher halten sich die meisten osteuropäischen Länder noch still und warten bis sich die großen Länder gegen Brüssel auflehnen.
Die ganzen Trabentenstaaten überlegen nur rational wann der Break-Even zwischen Subvertionen von den Geberländern und den Unkosten durch den grünen Umverteilungshandel erreicht sind. Das Bezahlland Deutschland wird mit Sicherheit bald nur noch ein Agrarstaat sein und nur noch seine exorbitanten Schuldenberge bedienen. Dann ist die Party aus und es besteht kein Grund mehr weiter dem EU-Verein zuzustimmen. Die EU wird sich auflösen oder massiv auf die Erfinderländer zusammengeschrumpft
Antwort: wenn bei den Deutschen die zweite Mahlzeit am Tag fehlt.
Nicht aussetzen, ersatzlos streichen wäre das einzig Richtige! Meloni sollte nicht rumeiern.
Wie alle Deutschen Autobauer, so bricht Stellantis massiv ein.
Italien ist generell ein sehr gutes Beispiel, an welchem man den Schwachsinn der dekarbonisierung sieht. Man wollte den Italienern die Hausdämmung reindrücken und Giorgia hat sich einfach geweigert.
Nun, in Italien gab es über den „Corona-Wiederaufbaufonds“ ein wunderbares „Sanierungsprogramm“, welches 110% der Kosten übernahm. Ein Bekannter hat sich auf dem Fundament eines alten Hauses ein komplett neues Haus bauen und von Brüssel finanzieren lassen. Und für die 10% obendrauf, kaufte er sich noch ein schönes Auto.
Das Programm ist natürlich mittlerweile gestoppt, aber die Häuser stehen. Daher kommt der Widerstand erst jetzt 😀
Das muß Deutschland bestimmt ausgleichen.
Also statt 30cm Styropordämmung dann 60cm oder mehr!
Die Fenster entweder noch kleiner, so mittelaltermäßig oder 5-fach verglast.
Daß man mit Styropor Benzin in fester Form an die Fassaden klebt juckt die in Brüssel
nicht.
Und am kommenden Sonntag wird der Chem Ministerpräsident im Ländle.
Ich könnte noch vor dem Frühstück reihern …….
Die deutsche Abwärtsspirale dreht sich, und zwar immer schneller. Es kann nicht mehr gut gehen, auch wenn man es sich anders wünscht. Zahlen können nicht betrügen, sie können aber schön geredet oder zerredet werden.
Der letzte Satz und die Frage ist gut: Wann tritt Deutschland einer Allianz für eine ordnungspolitische Wende bei?
Mit einem Altparteien-Kartell kann sich nichts ändern und zur Not wird der Pinocchio durch die Grünen wieder zur Schnecke gemacht und mit dem Nasenring durch die Arena gezogen.
Von der Leyer und Brüssel wird wie bei Orban Meloni zur Anti-Demokratischen Gefahr erklären und mit Bussgeldern überziehen.
CO² ist der Stoff des Lebens. Diesen zu besteuern ist schon schlimm genug aber ihn reduzieren zu wollen ist so was von bescheuert.
Meloni hat recht und jemand muß das mal laut sagen im Sinne von „die Dinge ins Rollen bringen“.
Die EU ist ein korrupter Selbstbedienungsladen für Regierungen geworden. Der einzige Zweck scheint das Ausbeuten und Drangsalieren der Bürger zu sein. Wer braucht schon sowas? AFUERA!
Ich weiß genau warum ich Italien liebe, diese Frau Meloni ist das beste was Italien seit langer Zeit passiert ist. Sie , Herr Orban und der tschechische Präsident Petr Pavel bringen diese Korrupte Machtgierige EU , mit Ihrer Frau von der Leyen , vielleicht endlich dazu Reformen in die Wege zu leiten die allen Staaten der EU hilft. Unser Kanzler hat kein Rückgrat für solche Aktionen. Der belügt und betrügt und verkauft uns . Hauptsache Ihm gehts gut.
Es ist nicht der tschechische Präsident Petr Pavel, sondern es sind Babis und Okamura.
Das sollte schon festgestellt werden.