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Rekordniveau

Kosten für Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit zehn Jahren

Arbeitslosigkeit belastet die öffentlichen Kassen 2024 so stark wie seit fast zehn Jahren nicht: Die Kosten steigen auf knapp 77 Milliarden Euro. Neben höheren Ausgaben schlagen auch Mindereinnahmen zu Buche.

Allein die Bundesagentur für Arbeit stemmt rund 27 Prozent der Gesamtkosten der Arbeitslosigkeit (IMAGO/Hanno Bode)

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Die fiskalischen Gesamtkosten der Arbeitslosigkeit in Deutschland sind 2024 laut Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kräftig gestiegen. Insgesamt summierten sich die Kosten auf 76,6 Milliarden Euro – ein Plus von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gemessen an der Wirtschaftsleistung entspricht dies 1,77 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). 2023 lag der Anteil noch bei 1,62 Prozent. Die Kosten sind damit so hoch wie seit fast zehn Jahren nicht mehr (2015 waren es 1,75 Prozent des BIP).

Hauptursache hierfür ist vor allem die höhere Arbeitslosigkeit: Im Jahresdurchschnitt waren 2024 rund 2,8 Millionen Menschen arbeitslos, 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit lag die Arbeitslosenzahl sogar über dem Corona-Höchststand 2020. Konkret stieg die Zahl der Bürgergeldempfänger im Durchschnitt um 4,2 Prozent auf knapp 1,8 Millionen. Die Zahl der Arbeitslosen, die Leistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld I) erhalten, nahm um zwölf Prozent auf etwa 1 Million zu.

Wichtig für die Einordnung der Gesamtkosten in Höhe von 76,6 Milliarden Euro ist, dass diese nicht nur Ausgaben beziffern, sondern die fiskalische Gesamtbelastung – also auch entgangene Einnahmen, die Arbeitslose theoretisch eingezahlt hätten, wenn sie einer sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigkeit nachgegangen wären. Insgesamt 29,6 Milliarden Euro werden als Mindereinnahmen ausgewiesen, knapp 39 Prozent der Gesamtkosten.

Entsprechend entfallen etwa 61 Prozent beziehungsweise rund 47 Milliarden Euro auf Transferleistungen. Davon entfallen etwa 28,5 Milliarden Euro auf das Bürgergeld und 18,6 Milliarden Euro auf Zahlungen der Arbeitslosenversicherung (10,7 Milliarden Euro davon für Arbeitslosengeld I sowie weitere 7,9 Milliarden Euro für Sozialversicherungsbeiträge).

Die finanzielle Last verteilt sich auf verschiedene Träger: Den größten Anteil trägt der Bund (32 Prozent), gefolgt von der Bundesagentur für Arbeit (27 Prozent) und der Rentenversicherung (14 Prozent). Weitere Anteile entfallen auf Länder, Kommunen sowie Kranken- und Pflegeversicherung. Die IAB erwartet, dass die Kosten auch 2025 angestiegen sind, weil die Arbeitslosigkeit weiter zugenommen hat. Dämpfend wirke lediglich die Nullrunde beim Bürgergeld-Regelsatz. Auch seien die Rücklagen der Bundesagentur aufgebraucht.

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32 Kommentare

  • Man muss sich das Mal auf der Zunge zergehen lassen. Die diskutieren über Rentner, die nicht in die Pension gehen sollten und weiter schinden sollen und gleichzeitig haben sie grosse Arbeitslosigkeit trotz Rekordzuwanderung von angeblichen Fachkräften. Totales Politikversagen. Forderung: keine Rentendiskussionen mehr, solange nicht die offensichtlichen Misstände gelöst sind, die Milliarden für nichts verschlingen.

    • Das für mich so irre ist, 70% erkennen keinerlei Zusammenhänge, bei dem was sie sehr gut beschrieben haben…

    • Sie fassen den irrsinn in D derzeit gut zusammen, fredi. die misstaende sind aber inzwischen so gross geworden und voellig festgefahren, fredi, dass das problem sich nicht mehr loesen laesst. ein historischer horror ungeahnten ausmasses steht bevor, auch wenn es sich derzeit noch scheinbar langsam vollzieht.

    • Und zahlen noch Bürgergeld oder Grundsicherung inkl. Wohnung all inkl. an Leute die arbeiten könnten aber nicht wollen ! usw .
      100% Zustimmung . Wir brauchen ein eigenes Germany Leistungsträger und Nettosteuerzahler First !

    • Die Politik handelt bar jeglicher Vernunft. Deswegen dreht sich ja die Abwärtsspirale immer schneller.

      Ich habe den Eindruck, die Politik arbeitet europaweit auf eine Währungsreform hin. Die Staatsschulden sind in den großen europäischen Volkswirtschaften inzwischen zu gigantisch gewirden. Deswegen bauen sie jetzt noch Staatsschulden auf, damit es sich rentiert.

    • 💯👍👍
      Das kommt wenn man ohne Weitsicht handelt und ,oder der Grundrechenarten nicht mächtig ist.
      Was will man bei dem Personal erwarten

  • Wenn ich die Zeichen richtig deute, werden diese Kosten in Bälde wegfallen da die individuelle temporäre Absicherung bei Arbeitsplatzverlust der privaten Versicherungswirtschaft überantwortet werden wird. Heißt, wer sich maximal 12 Monate (bis zum Bürgegeld) über Wasser halten will, muss eine Versicherung abschließen. Die monatlichen Prämien richten sich nach Alter, Beruf, Ausbildung, Branche, etc. Es wird etliche Pakete geben, wie 30%, 40%, 50% oder 60% des letzten Nettogehaltes, und so werden die monatlichen Prämien berechnet.

    • Arbeitslosengeld 1 ist doch eine versicherungsleistung.
      Dachte ich

    • Das sind dann auch nur weitere Folgen daraus das man die Sozialsysteme unkontrolliert den Asozialen zugänglich gemacht hat !
      Menschen die nicht bereit sind sich Sozial zu verhalten dürfen auch keine Sozialleistungen erhalten .
      Im Grunde keine Sozialleistungen für Arbeitsverweigerer die Arbeiten könnten und generell keine Sozialleistungen für Arbeitsfähige unter 30 Jahren .
      Und schon überhaupt kein Geld für Wohnungen bei Arbeitsverweigerer ! Die können weiter bei Vati und Mutti wohnen aber nicht auf kosten der Allgemeinheit !

  • Man muss sich nicht darüber wundern. Wir wissen auch ganz genau, warum. Macht bei der nächsten Wahl das Kreuz an der richtigen Stelle, damit sich das ändert!!!

  • Eine Regierung der seinem Land Gutes tun will, wird Arbeitsplätze schaffen und nicht kaputt gehen lassen.
    Geld für Arbeit macht Sinn. Geld für Nichtstun ist Unsinn.

  • Endlich…wir sind wieder wer in der Welt…vom Exportweltmeister zum…naja vielleicht klappt es ja nächstes Mal beim Eurovision Songcontest wieder mit Platz 1.😀😀😀

  • Ökölogie und Ökonomie Missbrauch geben sich die Klinke.

  • Nächstes Jahr wird es der Höchste seit 11 Jahren sein : Wetten.?

  • Die Kosten für Frau Nahles Bundesagentur für Arbeit könnte man sich einfach sparen.
    Nur 5 von 100 „Arbeitslosen“ werden in einen Job vermittelt!
    Würde man allen 100 direkt Sozialhilfe zahlen würde das kaum einen Unterschied machen, aber Milliarden einsparen.

    • Sind das die 5 Vermittelten vom Willkommenscenter wo Habecks Bruder beschäftigt ist? 😅🤘

    • Über das Arbeitsamt wurde sowieso der “ schrott“ gehandelt, wirklich Qualifizierte haben ganz andere Möglichkeiten als diese tumbe Behörde

  • Raketenwissenschaftler bekommen halt ein Haufen A-Geld, wenn sie wegen Überqualifikation keinen Job kriegen…

  • … und damit ist noch lange nicht Schluss …

  • Ich dachte wir bekommen nur Ärzte und Ingenieure die liebend gerne arbeiten?

    • Straßenchirurgen und Beseningenieure.

    • In der Silvesternacht werden wir ihre Leistungsfähigkeit sehen. Wie sie in Nullkommanichts Städte verwüsten, Autos abfackeln, Schaufenster zertrümmern und Menschen verletzen können. In Massen…..
      Wer wollte auf sowas wirklich verzichten?

  • und wenn die wirtschaft jetzt den bach runtergeht und kein buergergeld mehr an millionen junge maennliche migranten ohne pass gezahlt werden kann, was werden diese migranten dann machen um in D zu ueberleben ? jeder vernuenftig denkende kann sich das ganz gut vorstellen. und so wird es kommen. die kriminalitaetsrate knallt durch die decke.

    • …das werden sie nicht. Die haben zuviel Ragat vor der deutschen Polizei, speziell in Berlin, und Justiz…

      • 🤣😂😅😂🤣😅

  • Die Einschläge kommen immer näher und das Geld wird immer weniger .. dafür steigen die Schulden in jeder Sekunde ins Unermessliche !!
    Die AfD ist auch hierfür schuld ?! Leute wie Vosskuhle , Merz und die SPD und Grüne wollen so etwas nicht nur verteidigen , sondern fördern diesen strukturellen Untergang auch noch !!

  • Da freut sich doch die dicke Bas.
    Da kann sie so richtig mit Geld um sich werfen.
    Die Ampel hat die Wirtschaft gegen die Wand gefahren, und Merz paktiert mit der SP

  • Vor einigen Jahren sollte ich dem Arbeitsamt, nachdem meine Firma Pleite war, doch nachweisen dass ich kein „verstecktes Sparvermögen“ besitze. „Wie soll ich das den glaubhaft nachweisen? Jede Bank und Sparkasse anschreiben und um Bestätigung bitten dass dort kein Vermögen auf meinen Namen besteht?“ War dem Sachbarbeiter egal….glücklicher Weise fand ich eine neue Anstellung noch bevor der Arbeitslosenantrag überhaupt bearbeitet wurde. Den Termin beim Anwalt konnte ich absagen.
    Und heute? Da scheint die Selbstauskunft „Selensky schickt mich“ als Nachweis für alles ausreichend. Für alle Gutmenschen, die selber keinen Cent dazu beitragen, aber dem Chor der Befürworter zustimmen: das Gegenteil wär zu beweisen.

  • In ihrem Dezember-Monatsbericht rechnet die Bundesbank damit, daß das staatliche Defizit im Jahr 2028 von derzeit 2,5 Prozent auf 4,8 Prozent steig. So hoch lag das Defizit zuletzt 1990er-Jahr, nach der Wiedervereinigung. Die Bundesbank stellt damit den finanzpolitischen Kurs der Bundesregierung in Frage. Auch da, wo der Bundesrechnungshof siedelt,ist eine andere Wirklichkeit zu besichtigen. In einem Sondergutachten hat der Rechnungshof, der die Bundesregierung berät,ohne ihr zu unterstehen, den Tatsachen der Energiewende ins Auge geblickt. Er kommt zu deutlich anderen Schlussfolgerungen u. Beobachtungen als Kanzler Merz u. der dafür zuständige Wirtschafts- u. Klimaminister. Das Schlimmere ist das die verantwortlichen vom Rechnungshof die das Gutachten erstellt haben mit Sicherheit freigestellt werden oder gleich abgeholt werden. Auf alle fälle hat Klingbeil ihnen schon massiv die Gelder gekürzt. Das sollte doch für die Bundesbank Warnung genug sein.
    M.G.

  • Dadurch, dass arbeitslos zu sein, zuvörderst bedeutet, den „sozialen Tod“ (Bourdieu, in: Steinrücke (Hrsg.), 1997: 144) zu erleiden, dem der physische Tod auf dem Fuß folgt, ist mit den insgesamt 76,6 Mrd. Euro zu horrenden Kosten eine Praxis finanziert, die letzten Endes zur Entleibung der Seele führt. Angesichts dessen käme es sehr viel günstiger, von vornherein das zu ermöglichen, was spätestens seit 26. Februar 2020 höchstrichterlich als das „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“ gilt. Aber der Deutsche Bundestag scheint dazu nicht willens. Die Frage, wie die dortigen Abgeordneten es mit ihrem Gewissen vereinbaren können, wenn Hunderttausende das Schicksal ereilt, buchstäblich verrecken zu müssen, harrt dabei weiterhin einer Antwort.

  • Oh, wer konnte das den ahnen? Jeder der mehr als 2 Hirnzellen hat, also niemand aus der aktuellen Regierung.

  • Ich finde es sehr gut, dass so viele Menschen arbeitslos sind, denn die haben nichts anderes verdient. Wer so unglaublich dumm wählt, darf auch gerne leiden. Ich habe kein Mitleid.

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