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Hunderttausende Euro

Berlins Sozialsenatorin Kiziltepe förderte Verein, während sie dort Vorstandsmitglied war

Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe war bis Januar 2025 Vorstandsmitglied eines Vereins, den ihr Ministerium mit mehreren Hunderttausend Euro förderte und weiter fördert. Ihr Sprecher weist einen Interessenkonflikt zurück.

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Cansel Kiziltepe war von 2017 bis 2025 Vorstandsmitglied beim Verein Strohhalm. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe war von Juli 2017 bis Januar 2025 Vorstandsmitglied im Verein Strohhalm e.V., einer Fachstelle für Prävention sexualisierter Gewalt. Nach Recherchen des Tagesspiegel bekam der Verein in den Jahren 2024 und 2025 erstmals Geld von der Berliner Sozialverwaltung. Das Projekt „Heroes“ wurde dabei im Jahr 2024 mit 31.000 Euro gefördert und im Jahr 2025 sogar mit 75.000 Euro.

Die Senatsverwaltung fördert den Verein ihrer Senatorin auch weiterhin: Für die Jahre 2026 und 2027 sind jeweils noch einmal 75.000 Euro Fördergelder für das Projekt des Vereins vorgesehen. Konkret kam dabei das Geld von der Landesantidiskriminierungsstelle, die Kiziltepe kurz nach ihrem Amtsantritt im April 2023 mit zusätzlichen Mitteln ausstattete.

Dabei ist die Förderung des Projektes „Heroes“ durch das Land Berlin nicht neu. Seit 2020 bekommt der 2006 gegründete Verein Fördermittel für das Projekt von der Berliner Bildungsverwaltung. Um auch in den Genuss von Fördermitteln aus dem Bereich von Kiziltepe zu kommen, gab es eine konzeptionelle Änderung, sodass auch Antidiskriminierung in das Projekt mit eingeschlossen wurde. Die Gelder aus der Sozialverwaltung werden federführend durch die Bildungsverwaltung begleitet.

Ein Sprecher der Sozialverwaltung begründete den späten Rückzug von Kiziltepe aus dem Vorstand des Vereins mit der schwierigen Suche nach einem Nachfolger. Laut dem Sprecher habe „der Verein im Tagesgeschäft und der politischen Arbeit von Frau Kiziltepe als Senatorin in dem Zeitraum schlichtweg keine Rolle gespielt“. Kiziltepe selbst habe bereits 2024 ihren Vorstandsposten abgeben wollen – dazu gekommen ist es dann erst Anfang 2025. Dass die Sozialsenatorin Einfluss auf die Förderung des Vereins, dessen Vorstandsmitglied sie war, genommen hat, ist laut ihrem Sprecher „ausgeschlossen“.

Aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung vom 13.01.2025, das Apollo News vorliegt, geht hervor, dass dem Verein der Interessenkonflikt zwischen Kiziltepe als Senatorin einer fördernden Stelle und als Vorstandsmitglied des Förderempfängers bewusst ist. „Cansel“, wie die Senatorin liebevoll im Protokoll geduzt wird, kann „als Senatorin für Gleichstellung nicht weiter als Vorständin tätig sein.“ Kiziltepe selbst war bei der Mitgliederversammlung laut dem Protokoll nicht anwesend.

Lesen Sie auch:

Screenshot aus dem Protokoll der Mitgliederversammlung des Strohhalm e.V. vom 13.01.2025.

Beweise dafür, dass Kiziltepe Einfluss auf die Förderung genommen hat, gibt es nicht. Dennoch bleibt ein Beigeschmack, wenn der Privatverein staatliche Gelder aus dem Fördertopf bekommt, für den ein (Vorstands-)Mitglied verantwortlich ist.

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77 Kommentare

  • Nein, nein, dass hat garnichts miteinander zu tun, sie kann, da bin ich mir sicher, messerscharf differenzieren…

    • Die können eben privates vom geschäftlichen trennen.

      • Der Friederich kann das doch auch. Mal sagt er etwas als CDU Vorsitzender mal als Bundeskanzler. Welche Person etwas gesagt hat entscheidet er hinterher.
        Eigentlich ist es ein behandlungsbedürftiges Krankheitsbild:
        Dissoziative Identitätsstörung (DIS), eine seltene psychische Erkrankung, bei der zwei oder mehr verschiedene Persönlichkeitszustände innerhalb einer Person existieren und abwechselnd die Kontrolle übernehmen, was zu Amnesie und Verwirrung führt

    • Ja „früher“ nannte man sowas „Veruntreuung im Amt“. Heute hat das alles nicht mit nichts zutun und es ist alles nur rechte Hetze.

      • Ja so ändern sich die Zeiten.

      • Früher hießen die Deutschen auch nicht Kitziltepe.

      • Und? Vielleicht mal dagegen wehren?

    • …einfach mal ’ne Scheibe von abschneiden. Mal nachmachen…

  • Interessenkonflikt hin oder her.
    Es gibt Dinge, die gehören sich nicht.

    Vor ca. 15 Jahren ist ein Bundespräsident wegen eines Kinder-Spielzeugautos zurück getreten, das er als Geschenk für seinen Sohn angenommen hatte.
    Noch früher trat ein Wirtschaftsminister zurück, nachdem er für ein Schreiben den falschen Briefkopfbogen verwendet hatte.
    Nur 2 Beispiele, wie schnell ein Amtssessel früher zum Schleudersitz werden konnte.

    Heute kleben Politiker an ihren Stühlen, egal, was heraus kommt.
    Der Schamlosigkeit im Umgang mit Steuergeldern, die ihnen anvertraut sind, kennt offenbar keine Grenzen mehr.

    • Ohne die neuen Medien bliebe solch ein Vorgang wahrscheinlich unbemerkt.
      Die ÖRR-Medien interessieren sich nicht für solche „regionalen Skandale“.

    • Rücktritt geht gar nicht,wo soll die den einen neuen Job herbekommen ( NGO’S ausgeschlossen ) ???

    • Manche sind halt gleicher als gleich. Oder aber, ist der Papst katholisch?

    • Hier werden die korrupten Gelder verteilt wie auf dem Basar.
      Salam.

      • Die Gelder sind nicht korrupt, sondern hart erarbeitet vom Volk und dann geraubt worden.

        Eigentlich müssten die Parteizentralen und Ministerien voller Menschen sein, die keine natürlichen (eigene) Hände mehr haben. Denn in der Antike bis ins Mittelalter hackte man Dieben diese ab.

    • sie kleben nicht, sie beissen sich fest.

    • Der hätte allerdings schon wegen ganz anderer Delikte zurücktreten müssen. Z.B. für die Aussage: „Der Islam gehört zu Deutschland.“

    • Früher kamen Menschen in Positionen, die noch Gewissen und Verantwortung hatten.
      Heute sind es mehrheitlich nur noch schmierige, klebrige , kriminelle Gestalten.
      Nicht zufällig brauchen sie für teuer Geld Visagisten und Fotografen, die aus ihnen SCHEINBAR Menschen machen…

  • „Berlin.

    Berlin?!

    Wir fahren aus Berlin!!“

  • Sagt dieses Foto nicht schon alles aus? Kommentar überflüssig.

  • Können diese Brillengläser lügen?

    • Aber JA !

  • Ich stelle einfach mal in Frage, dass es überhaupt solcher staatlicher geförderter Vereine bedarf, denn die Gefahr der Zweckentfremdung von Gelder ist immer groß. Wenn es um Gewalt an Kindern geht, dann ist es die ureigenste Aufgabe des Staates dafür zu sorgen, dass die Kinder Ansprechpartner finden, Lehrer geschult werden und dass den Kindern geholfen wird.
    https://strohhalm-ev.de/
    Das gilt auch für das aus dem Verein heraus resultierendem Projekt. Auch hier weiß man nicht was tatsächlich hinter den Kulissen passiert.
    https://www.heroes-net.de/

  • Diese ignoranten Politiker haben keine Ahnung von Interessenkonflikten. Es kommt nicht nur auf tatsächliche Einflussnahme, sondern in erster Linie auf den Anschein eines Konfliktes an. Der untergräbt das Vertrauen in die Amtsführung, und das ist entscheidend.

    • Vertrauen.
      Welches Vertrauen?
      Ich sehe nur noch Ekel,Wut und vollste Verachtung,vor „Deutscher“ Politik.

  • Das die Sozialsenatorin Einfuss auf die Förderung des Vereines, dessen Vorstandsmitglied sie war, genommen hat,
    ist laut IHREM Sprecher „ Ausgeschlossen „
    noch Fragen.

  • Zumindest kann mal eine Politikerin nachweisen wohin das Geld floss und vor allem wofür. (Augenzwinker)

    Die Bundesministerien, vor allem „Entwicklung“, hingegen verballern Mrd. jedes Jahr und da gibt es kein Nachweis und Höhe der Mittelverwendung.

  • Der Ruf der Politiker ist schon ruiniert, da lebt es sich völlig ungeniert.

  • Und was macht der Trump?

    • Der überlegt noch

  • Sofort, volle Härte des Gesetzes. Alle Ämter entziehen und alle Pensionen.

  • Cansel Kiziltepe (SPD) höhlt das Parteienprivileg aus, indem sie Tendenzvereine ohne wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb subventioniert und damit die auf ehrenamtliches Engagement & Parteiarbeit gegründeten Ortsgruppen ihrer Partei selbst schwächt! Inzwischen zieht die SPD Menschen mit Vereinsgründungsideen an, die es an volkswirtschaftlichen Sachverstand fehlen lassen!

    Zudem organisiert sich die SPD staatsfern über SocialMedia & fördert Ideologien & Plattformökonomien statt Realpolitik. Sie bringt damit alle großen Sozialdemokraten zum Rotieren im Grabe — von Ferdinand Lassalle bis Willy Brandt und Hans-Joachim Vogel.

    Berlin geht inzwischen an Kiezvereinchen, Balkonkasten-Projekten und Belehrungsorganisationen wirtschaftlich zugrunde!
    Ordnungspolitscher Sachverstand fehlt. Überschuldung der Stadt wächst.
    Kultur- und Kreativwirtschaft und Künstler aller Künste leiden! Armut wächst.

  • Weil aus Berlin Bodrum geworden ist.

  • Demokratische Alltagskorruption der gewählten (oder evtl. Auch umgewöhnten) Volksvertreter!

  • Jeder andere hätte sofort den Staatsanwalt auf dem Pelz. Manche sind halt gleicher, wie Orwell das schon in seiner „Farm der Tiere“ beschrieben hat. Welche Tiere waren das bei Orwell noch mal?

  • Danke für die Notiz. Aber das war doch klar.
    Einen überwältigenden Fischzug würden wir erleben, wenn wir in den Tümpeln der AWO unsere Netze auswerfen würden.

    • Der Genauigkeit ist geschuldet Caritas und Rotes Kreuz auch zu nennen für die Fischzüge.

  • Gegen das, was Spahn und Co. in der Corona Zeit an Geldern rausgeschmissen haben nur Peanuts ?

  • Tja.Wie heißt es doch so schön .
    Vom Arbeiten ist noch keiner Reich geworden.

  • Bei dem Thema Korruption kann die Ukraine noch so einiges lernen von deutschen Politikern.

    • Vielleicht haben die ja auch von der UKR gelernt. Waren doch so viele deutsche Politiker dort zu Besuch.

      • Warum fahren denn all unsere Politiker dahin?

    • Selensky hält wahrscheinlich Vorträge. Deshalb sind auch immer so viele Politiker bei ihm zu Besuch. Korruption leicht gemacht. Oder die 10 schönsten Möglichkeiten Geld zu waschen. Die Kommissions- Uschi hat sich schon für beide Lehrgänge vom Wolodymyr angemeldet

  • „Ihr Sprecher weist einen Interessenkonflikt zurück.“ Es sollte wohl „leugnet wider besseres Wissen“ heißen.

  • Kein Interessenskonflikt? Da hat er wahrscheinlich recht, das ist wohl eher schon knallharte Korruption.

  • Nein, nein das ist keine Korruption. Auch in der Ukraine gibt es das nicht. Völlig ausgeschlossen.

  • In Constantinopel, Byzanz und Istanbul ist Korruption staatstragend.

  • „Den Staat zur Beute machen“ scheint vollkommen gelungen zu sein. Vetternwirtschaft und Korruption quillen aus jedem politischen Spalt hervor und die Ausreden dafür sind wirklich dümmlich…

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