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ifo-Ergebnisse

Zweckentfremdung beim Sondervermögen: Klingbeils Finanzministerium kündigt eine Gegenstudie an

Laut ifo-Institut wurde fast das ganze Sondervermögen Infrastruktur zweckentfremdet. Dagegen wehrt sich nun das Bundesfinanzministerium in der FAZ – und kündigt eine Gegenstudie an. Die Extra-Schulden hätten geholfen, „Konsolidierungszwänge zu reduzieren“.

Lars Klingbeil lässt seine Beamten im Bundesfinanzministerium eine Gegenstudie anfertigen, um die Ergebnisse vom ifo-Institut zu entkräften. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Nachdem Wissenschaftler des Münchner ifo-Instituts (mehr dazu hier und hier), des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und des Bundesrechnungshofes (Apollo News berichtete mehrfach) nachgewiesen haben, dass ein Großteil des Sondervermögens Infrastruktur eben nicht für Investitionen aufgewendet wird, will das Bundesfinanzministerium (BMF) bald eine Studie vorlegen, die das Gegenteil beweisen soll. Das hat der Chefvolkswirt des BMF, Professor Achim Steinbach, in der FAZ angekündigt.

Wie der Beamte, der als Abteilungsleiter „Finanzpolitische und volkswirtschaftliche Grundsatzfragen“ fungiert, und zwei seiner Referenten in einem Gastbeitrag darstellten, müsse man beachten, dass die Investitionen ohne das Sondervermögen gefallen wären. „Ein Großteil der Investitionen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität von rund 177 Milliarden Euro bis 2028 wäre unter diesen Bedingungen nicht zustande gekommen“, behaupten sie. Daher seien „rund 95 Prozent dieser Mittel (…) tatsächlich zusätzlich“.

Damit seien die Vorwürfe eines „Verschiebebahnhofs“ und einer „Zweckentfremdung“ widerlegt. Sie fußten auf „wenig plausiblen Annahmen über das Referenzszenario“. Tatsächlich habe es lediglich „Verschiebungen von Investitionsmitteln“ gegeben, um „Konsolidierungszwänge zu reduzieren“. Das findet man im Finanzministerium nicht nur normal, sondern sogar „geboten“.

Weder der Status quo noch frühere Planungen dürften als Vergleichsgrundlage herangezogen werden. Aus finanzpolitischer Sicht ließen sich die „haushälterischen Rahmenbedingungen der Jahre 2024“ nicht auf 2025 übertragen. Die Finanzplanung der Ampelkoalition mit ihrer „globalen Minderausgabe“ von 30 Milliarden Euro hätte nicht realisiert werden können, sondern „unter erheblichen Konsolidierungszwängen“ gestanden, denen zumindest teilweise Investitionen zum Opfer gefallen wären, da diese „vergleichsweise disponibel“, also leichter kürzbar seien.

In ihrem Beitrag verwischen die Ministerialbeamten außerdem bewusst die Grenze zwischen grundgesetzlichen, einfachgesetzlichen und exekutiven Regelungen. So behaupten sie, Kritik an der Regelung, zusätzliche Investitionen seien bei einer Quote von zehn Prozent im Kernhaushalt erreicht, sei an den Verfassungsgesetzgeber zu richten. Doch das stimmt nicht: Im Grundgesetz ist keine zahlenmäßige Quote festgeschrieben. Was eine „angemessene Investitionsquote“ ist, wird vielmehr in einem Bundesgesetz geregelt.

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Zum Abschluss argumentiert Lars Klingbeils Chefvolkswirt in dem Gastbeitrag in rein politischen Metaphern und Denkformeln: „Der Blick nach vorn“ sei ausschlaggebend, „weniger der in den Rückspiegel“. Es gehe darum, „wie sich der finanzpolitische Impuls in Wirtschaftswachstum“ übersetze. Daher arbeite man nun an einem „ziel- und wirkungsorientierten Monitoring“. Auf die „Studie“, die diese Argumentation fortsetzen und die Ergebnisse von ifo und IW widerlegen soll, darf man also gespannt sein.

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66 Kommentare

  • Nun, wem die Erkenntnisse anerkannter Wissenschaft nicht gefallen, findet schnell genügend Rückhalt bei „DerWissenschaft™“, die aus der Höhe der Spende auf die Dringlichkeit des Wunsches nach einem „genehmen Ergebnis“ zu schließen vermag …

    • Aber, die Republik bringt eben ganz neue Menschen hervor: Sie lassen „die Hosen herunter“, zeigen was darunter ist und bleiben dabei völlig gelassen …

  • Linke linken.

    • Nicht ausschließlich Linke.
      Es ist grundsätzlich Mode geworden hierzulande gefällige Studien in Auftrag zu geben. Ein Riesengeschäft.
      Diese Studien ersetzen dann das eigene Tun.

    • Linke bedienen sich selbst und sind asozial!

  • In ähnlichen Fällen würden beim normalen Bürger die Handschellen klicken.

  • Die typischen Lügen und Taschenspielertricks der SPD.

    • Vor allem kostet diese Auftragsarbeit wieder unnötig viel Geld der Bürger.

    • Gegenstudie?! Für mich sieht das nach einem weiteren gut dotierten Job für den Genossen Marcel Fratscher aus.

      • Schon als ich ‚Gegenstudie‘ las, durchzuckte ein spezieller Begriff ganz spontan meinen Kopf: „Polierte Platte“ – daher stimme ich ausdrücklich zu…

  • „Die Extra-Schulden hätten geholfen, „Konsolidierungszwänge zu reduzieren“.

    Selten so eine schöne Begründung für Zweckentfremdung gehört! 🤣

  • Wollte man ein Sondersammelsurium an Floskeln und Phrasen anlegen:
    Unbedingt Mitarbeiter des Finanzministeriums einbeziehen!

  • Statt einer Gegenstudie verlange ich zur Vermeidung von kreativer Buchführung einen Kontorahmen über alle Ministerien, wo sämtliche Einnahmen und Ausgaben gemäß den Regeln nach HGB (optional IFRS) – wie bei den Selbstständigen – nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger (doppelter) Buchführung ersichtlich zu machen.

  • „Glaube nie einer Studie, die du nicht selber verfälscht hast“.

  • Wenn man den Bock zum Gärtner macht ist der Garten dahin.

  • Jeder Unternehmer muss dem Finanzamt auf Knopfdruck nachweisen können, wo sein Geld geblieben ist und was er damit gemacht hat. Das Finanzministerium muss erst für teures Geld eine Studie in Auftrag geben um zu wissen wo die zig-Milliarden versickert sind.

  • Wenn in sechs Monaten die Studie fertig ist interessiert sich niemand dafür. Dann rappelt es dermassen in der Wirtschaft so das Konjunkturmassnahmen und Arbeitslosigkeit finanziert werden müssen

  • Und was kostet die neue Studie des Finanzministeriums dann dem Steuerzahler mal wieder!

  • Und was darf diese Studie dann wieder kosten?

  • Wir sind in Orwells 1984 angekommen Sprache wird „Neusprech“ (Newspeak). Wen wundert es dass Ein Gegenguachten kommt?

  • Wenn Sozen Wirtschaft spielen…

  • Wahrscheinlich kommt dabei raus, dass 5% korrekt verwendet wurden und nicht 95% inkorrekt…

    • Der Lars kann mindestens so gut rechnen wie der Robert !

      • Oh ja in ihrem Ministerressort sind/waren das echte Spezialisten…

    • ……und am Ende argumentieren sie noch wie die Lufthansa, die sagt dass der Kunde wollte, dass das Handgepäck nun kostenpflichtig ist.
      Also quasi, „der Bürger wollte es so…..“

  • Und wieder wird Geld verplempert! Dieser Regierung hätte man niemals Steuergeld anvertrauen dürfen.
    Andere Frage: Wann fangen unsere teuersten Angestellten eigentlich endlich mit dem Arbeiten an?

  • Wer glaubt denn einer solchen Gegenstudie?

    Wer das Geld der Bevökerung en masse zweckentfremdet, man könnte auch sogen, veruntreut, bei dem sollte der Staatsanwalt auf der Matte stehen. Vielleicht mit einem Haftbefehl….

    Schlimm, wenn es dabei um horrende Schulden geht, die Generationen noch berappen müssen.
    Abermilliarden!

    Beim kleinen Mann klicken die Handschellen.
    Wann klicken die bei einem Finanzminister?

  • Baron Münchhausen hätte heute seine helle Freude!

    • Hauptmann von Köpenick.

  • Bekommen wir jetzt nach „UnsereDemokratie“ auch „UnsereWissenschaft“?

  • Was dem Genossen nicht passt, wird mit Steuergeld passend gemacht. Gibt genug forschende Aktivisten ohne jeglichen Abschluss der für Steuergeld abliefert.

  • Chefvolkswirt des BMF, Professor Achim Steinbach

    Profilügner ?

    Gegenbeweis ?

    95 Prozent für deutsche neue Infrastruktur.

    Nur 5 Prozent für linksextremistische regierungstreue NGOs
    und Radwege in Peru ?

    Das kommt dann bei einem „Gegengutachten“ raus?

    Sicher, das Klingbeil noch im Amt ist, wenn dieses Lügenpaket auf den Tisch kommt?

    Die Institute und der Bundesrechnungshof verhauen sich doch nicht in solchen Größenordnungen !

  • Wozu braucht man eine „Studie“ wenn man doch belegen MUSS, gegenüber der Öffentlichkeit, wohin deren Gelder flossen???

    Es ist NICHT das Geld von Parteizentralen, sondern (Zwangs)Abgaben der Öffentlichkeit, des zahlenden Volkes.

    Wer Studien braucht, will keine Beweise erbringen, bzw. hat KEINE.

    Es war seit Nov. 2023 klar, ReGIERen geht NUR NOCH per Verschuldung, nachdem Karlsruhe den „Buchungstrick“ über 60 Mrd. eines vergesslichen Finanzministers kippte, der sich damit eine (verkürzte) Kanzlerschaft bei den Grünen und „Liberalen“ erkaufte, würden manche hinweisen.

    Und seitdem ist es immer der gleiche Betrugsversuch mit Schulden die Dekadenz der Parteizentralen zu finanzieren würden manche sagen. „Mutti“ hatte noch einen Fachmann der sich mit Schattenhaushalte auskannte und eine „schwarze Null“ präsentierte.

    Doch heute kann man weder mit Zahlen umgehen, geschweige berechnen und vor allem verbergen geht kaum noch.

  • Der Fisch stinkt vom Kopfe her! Aber in dem Ministerium scheint alles zu stinken!

  • Im Vergleich zu dem Gegengutachten, dürfte es sich bei Voodoo um seriöse Wissenschaft handeln.

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