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Gesetzesentwurf

Wirtschaftsministerin Reiche will Einspeisevergütung für private Solaranlagen streichen

Katherina Reiche will die garantierte Einspeisevergütung für private Solaranlagen streichen. Außerdem sollen Netzbetreiber entscheiden können, ob sie Anlagen erneuerbarer Energien ans Stromnetz anschließen.

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Katherina Reiche will die Förderkosten für erneuerbare Energien um 20 Prozent senken. (IMAGO/Bernd Elmenthaler)

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Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will die Einspeisevergütung für private Solaranlagen vollständig streichen. Das geht aus dem Entwurf für eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hervor, der nun mit dem Kanzleramt abgestimmt werden soll. Bisher beträgt die Vergütung für neue Anlagen 7,87 Cent pro Kilowattstunde. Der Betrag sinkt alle sechs Monate um ein Prozent. Wie das Ministerium am Freitag laut t-online mitteilte, lohne sich eine Investition in kleine PV-Anlagen bereits nach wenigen Jahren. „Hier bedarf es keiner Förderung auf Kosten des Steuerzahlers.“

Die bisherige Einspeisevergütung gilt für zwanzig Jahre. Da der Betrag allerdings unter dem Marktwert liegt, ist es oft sinnvoller, den Strom selbst zu verbrauchen. Den Eigenverbrauch will auch das Ministerium priorisieren. So soll bei kleinen Photovoltaikanlagen die Leistung auf 50 Prozent gedrosselt werden können, wenn kein Speicher vorhanden ist. So sollen Anlagenbesitzer dazu animiert werden, auch Speicher für ihren Strom zu verwenden.

Durch die angestrebte Gesetzesänderung wolle man einer „Überforderung“ von Solaranlagen entgegenwirken, so das Ministerium. „Wir werden nur noch für das zahlen, was tatsächlich einen Nutzen für das Stromsystem bringt.“ Denn durch die garantierte Einspeisevergütung werde auch dann Solarstrom ins Netz eingespeist, wenn bereits genügend Strom vorhanden sei.

Auch für Netzbetreiber gibt es Änderungen. Das sogenannte Netzpaket sieht vor, dass in „kapazitätslimitierten Gebieten“ der Ausbau erneuerbarer Energien eingeschränkt werden soll. So sollen die Netzbetreiber in diesen Gebieten entscheiden können, Anlagen erneuerbarer Energien nicht ans Netz anzuschließen. Ein Anschluss kann dennoch erfolgen, wenn ein Anlagenbetreiber auf eine Entschädigung verzichtet, sollte die Anlage wegen Instabilität im Stromnetz abgeschaltet werden müssen. Dieser „Redispatch-Vorbehalt“ soll in Gebieten gelten, in denen jährlich drei Prozent des Stroms abgeregelt werden. Außerdem sollen sie sich an den Kosten für den Netzausbau beteiligen.

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Bereits im Februar waren erste interne Entwürfe für die Gesetzesänderungen geleakt worden. Die jetzigen offiziellen Entwürfe decken sich weitestgehend mit diesen. Nun sollen das Netzpaket und der Entwurf zur Änderung des EEG im Kanzleramt abgestimmt werden. Dabei hat auch Lars Klingbeil als Vizekanzler ein Wort mitzureden. An den geleakten Entwürfen hatte der SPD-Umweltminister Carsten Schneider bereits Kritik geäußert. Man sei mit den Verhandlungen „noch lange nicht am Ende“, sagte er im Interview mit der Zeit.

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Trotz der geplanten Änderungen hält Katherina Reiche an dem Ziel fest, dass bis 2030 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden sollen. Der Weg dahin solle aber ökonomischer sein. Durch die geplanten Maßnahmen sollen die Förderkosten „um über 20 Prozent im Vergleich zur aktuellen Gesetzeslage gesenkt“ werden, teilte das Ministerium laut ZDF mit.

mra

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16 Kommentare

  • Alle Subventionen für Solar und Windenergie sollten sofort gestrichen werden. Dann wird für alle schnell sichtbar, wie „erfolgreich“ diese Chaos-Energiewende wirklich ist. Diese „Energiewende“ belastet Deutsche Haushalte und die Industrie mit den weltweit höchsten Energiepreisen und mach den Graichen-Clan und deren Lobbisten stinkreich. Die Folgen dieses Energie-Chaos sind in Deutschland überall zu sehen (wer es sehen will)

    • Stimme Ihnen zu. Ich gehe aber noch weiter.
      Generell sollten sämtliche Subventionen, egal wofür, ersatzlos gestrichen werden.
      Ebenso die Finanzierung sämtlicher NGO´s.
      Dann hätten wir ausreichend Geld, um Rente und Krankenversicherung zu reformieren.

      • Absolut richtig. Die Subventionen für NGOs sind antidemokratisch, fördern die gewalttätige Antifa und deren Befürworter und gehören deshalb natürlich auch sofort gestrichen.

    • @Juerge.pr das machen sie zähneknirschend und nicht mit Überzeugung.

      Mit der Jahrundert-Pleite für Deutschland dem 500 Milliarden Euro „Schuldenvermögen“ suchen sie Hände ringend nach Einsparungen die ihr fetten Futtertröge für die Zukunft sichert.

  • Dann bitte aber auch das Gesetz in Niedersachsen streichen, dass mind. 50% der Dachfläche bei Neubauten mit PV verlegt werden müssen.

    • Aber Auflagen kosten den Bürger Geld, nicht den Staat. Also nur Subventionen streichen und die Transformation auf Hausbesitzer abwälzen.

  • Mit dem „überflüssigen“ Strom könnte der Privaterzeuger doch Bitcoins schürfen.

  • Das klingt doch alles sehr plausibel und vernünftig, was die Dame vorhat. Naja, die SPD wird es verhindern.

    Btw: Müsste es im Text statt „Überforderung“ nicht eher „Überförderung“ heißen?

  • Das muss vor allem, wie auch immer. auch für Bestandsanlagen eingeführt werden.

  • Um Deutschland angesichts der weltweit angespannten Sicherheitslage wehrhafter zu machen, soll die Rüstungsindustrie enger mit zivilen Unternehmen zusammenarbeiten.
    Dazu haben Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag, 19.März, in Berlin mit Industrievertretern über Wege zu einem schnelleren Ausbau der Rüstungsproduktion beraten.
    „Deutschland rüstet nicht auf, um zu drohen, um zu erschrecken. Deutschland rüstet auf, um nicht bedrohbar und nicht erschreckbar zu sein“, sagte Reiche nach dem Treffen im Bundeswirtschaftsministerium. „Wir müssen aus Ideen und Innovationen Verteidigungsfähigkeit machen.“
    https://www.epochtimes.de/wirtschaft/deutsche-ruestungsindustrie-soll-enger-mit-zivilen-unternehmen-verzahnt-werden-a5434680.html?
    – das militärisch-industrielle Gründerparadies im stabilen dt. Stromnetz

  • Erst alle an die Nadel bringen oder anfixen und dann den Stoff immer teurer machen.
    Heisst auch „Abo-Prinzip“…….
    Schwupps mit der Amortisation der Investments.

    • Wenn mit politischen Mitteln ein unzuverlässiges und im Marktvergleich maßlos überteuertes Produkt mittels geradezu kommunistischer Subventionsmuster à la „Vorverkaufsrecht“ /Einspeisevergütung forciert wird, kann man dies kaum als „investment“ betrachten. Schluß mit dem Spuk – Experiment gescheitert.

    • 👍👍

  • Hihihi, den ganzen Gutmenschen-Exhibitionisten gönne ich nichts anderes.

  • Solarförderung braucht keiner. Meine Anlage ist selbstfinanziert und nur auf Eigenverbrauch ausgelegt. Da muss ich niemanden am A…. lecken und freue mich täglich über den selbst erzeugten Strom und dessen Verbrauch.

  • Ich kann Frau Reiche verstehen, sie ist schließlich EON, RWE, Netzbetreibern und anderen Stadtwerken verpflichtet. Durch den selbsterzeugten Strom gehen den Unternehmen Milliarden an Gewinnen verloren. Alleine unser Haus produziert etwa 75-85 % seines Stroms im Jahr selber, etwa 6000 € sparen wir an Stromkosten pro Jahr ein. Bei meinen Eltern sind es etwa 2500€ und den Kindern zusammen 4000 €.
    Hochgerechnet aufs Jahr fehlen und ganz Deutschland gehen den Unternehmen mehrere Milliarden durch selbstgenutzten Strom verloren. Ein weiteres Ausbluten muß verhindert werden, aus diesem Grund sind Solaranlagen so bösen. Der Michel ist weniger abhängig von den Konzernen. Nur die Apollo Jünger wollen weiter abhängig bleiben und den Konzernen ihren Lohn in den Rachen werfen.

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