Interview
„Wir fühlen uns verraten“ – wie eine junge Frau Gewalt, Chaos und Angst in Ceuta erlebt
Gegenüber Apollo News berichtet Alejandra, eine junge Frau aus Ceuta, von ihren Erlebnissen seit dem Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave. Der Schock habe sie „gelähmt“. Sie traue sich kaum mehr aus dem Haus und habe „schreckliche Dinge gesehen“.
Alejandra wohnt mitten im Zentrum von Ceuta – dort ist sie eine kleine Berühmtheit, seit sie den Schönheitswettbewerb „Miss World Ceuta“ gewonnen hat. Bis vor wenigen Tagen war die spanische Exklave mehr als nur Heimat für sie, sie war „der sicherste Ort der Welt“. Doch mit dem Migrationssturm aus Marokko änderte sich das schlagartig. Mit den Tausenden Migranten kamen für sie und ihre Familie vor allem eines: Angst, Unsicherheit und das Gefühl, verraten worden zu sein.
Gegenüber Apollo News gerät Alejandra regelrecht ins Schwärmen, als sie an ihr altes Ceuta zurückdenkt: „Ich kann dort unbesorgt herumlaufen, sogar mit dem Handy in der Hand, ich muss meine Tasche nicht quer über den Körper tragen.“ In anderen Teilen Spaniens sei das längst nicht mehr so, etwa in Barcelona: „Dort würde ich meine Tasche quer über den Körper tragen und sie nicht herausholen. Ich würde nicht unbesorgt mit dem Handy in der Hand herumlaufen, weil ich weiß, dass es mir jemand entreißen könnte. Aber hier nicht.“
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Doch diese Gewissheit ist nach den Erlebnissen des Wochenendes vollständig verloren gegangen. „Nach dem, was passiert ist, haben wir sie nicht mehr. Nicht annähernd.“ Den Ansturm der Migranten aus Marokko erlebte sie zunächst von ihrer Wohnung aus. „Als ich in die Küche ging, den Fernseher einschaltete und alles sah, was passierte, war ich wie gelähmt vor Schreck. Ich konnte es einfach nicht fassen.“ Über eine WhatsApp-Gruppe mit Bewohnern aus allen Stadtteilen Ceutas kamen in den folgenden Tagen Videos: „Ich habe schreckliche Dinge gesehen – Messerstechereien, einfach alles, was man sich vorstellen kann“.
Erst als Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez in die Stadt kam, habe sich das Stadtbild schlagartig verändert: „Als der Präsident da war, wurden alle illegal Eingedrungenen entfernt, die schönen Viertel der Stadt blieben unberührt, und alle anderen wurden in die Außenbezirke gebracht.“ Im Zentrum sei es plötzlich leer gewesen – in den Außenbezirken schliefen aber weiterhin Menschen auf der Straße. „So ist es jetzt immer noch“, erklärt die junge Frau.
Ob die Sicherheitskräfte die Lage im Griff hätten? Alejandra zögert keine Sekunde: „Nein. Ehrlich gesagt: Polizei und Militär sind völlig überfordert. Ich habe gehört, dass sie die Bevölkerung um Hilfe bitten. So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Ohne Ausnahmezustand könnten die Behörden kaum etwas ausrichten, sagt Alejandra.
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Als Frau in Ceuta auf die Straße zu gehen, ist für Alejandra heute mit ständiger Angst verbunden. „Man spürt die fehlende Sicherheit ganz deutlich – dieses Unbehagen, sich beim Gehen ständig umsehen zu müssen, die Tasche fester an sich zu klammern oder das Handy nicht offen in der Hand zu tragen. Es ist sehr unangenehm“, so die junge Frau. Allein oder in einer Gruppe von Frauen auszugehen, sei „heute kaum noch möglich“, so Alejandra. Sie geht daher selten aus dem Haus. Die Männermassen würden „einschüchternd“ auf sie wirken, so Alejandra gegenüber Apollo News.
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Das, was in Ceuta passiert, sei aber nicht nur das Problem von Alejandra, ihrer Familie, ihren Freunden und Nachbarn – oder von Spanien. „Die Grenze bei Ceuta ist nicht einfach nur eine Grenze. Das ist die Grenze Spaniens und die Grenze Europas. Alles, was hier reinkommt, wird sich in ganz Europa ausbreiten. Also sollten sie uns besser berücksichtigen, sonst werden sie es bald bereuen.“
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„Gegenüber der spanischen Regierung findet Alejandra deutliche Worte: […] ‚Man fühlt sich verraten, im Stich gelassen‘.“ – Geht mir mit den dt. Regierungen der letzten 15 Jahre auch so.
Rent a Pardiese – come in and find out. Marokko will Strasse von Gibraltar.
Wie USA Hormus und abkassieren.
Noch nicht nüchtern?