Werbung:

Werbung:

Grönland-Mission

Wie die 15 Bundeswehr-Soldaten zur maximalen Blamage für die Bundesregierung wurden

Für eine Erkundungsmission hatte die Bundeswehr für drei Tage 15 Soldaten nach Grönland entsandt. Doch der Einsatz – ohne erkennbaren Zweck – wurde spätestens mit dem für viele überraschenden Abzug am Sonntag für Deutschland endgültig zur Blamage.

Mit einer Erkundungsmission in Grönland hat sich Deutschland auf der Weltbühne blamiert (via Unsplash @VisitGreenland)

Werbung

Der Streit um das dänische Grönland eskaliert zu einer historischen Farce: Erst droht US-Präsident Donald Trump NATO-Verbündeten wiederholt wegen der Arktisinsel mit Militärgewalt – doch die europäische und insbesondere die deutsche Reaktion gleicht einer Komödie. Hochmütig kündigte das Bundesverteidigungsministerium am Mittwoch eine kurzfristige Bundeswehr-Mission in Grönland an. Ganze 15 Soldaten sollten am Freitag zur Erkundung der Insel gemeinsam mit dänischen, britischen und niederländischen Soldaten dorthin reisen.

Bereits diese Ankündigung wirkte fragwürdig: Offiziell war die Mission nicht gegen Amerika gerichtet – die Amerikaner wurden von Dänemark sogar eingeladen, daran teilzunehmen. Vordergründig sollte die Aktion also eher eine Machtdemonstration der Europäer werden. In Richtung der US-Regierung, die zuvor immer wieder eine Annexion Grönlands mit Sicherheitsbedenken und dem fehlenden Verteidigungswillen der Europäer begründet hatte, sollte die Botschaft lauten: Wir können unsere Inseln auch selbst verteidigen! Doch dann drängt sich einem unwillkürlich die Frage auf: Weshalb schickt man dann nur 15 Mann? Wen soll diese Zahl beeindrucken?

Also ging es dann eigentlich doch vielmehr um reine Symbolik; eine Spitze gegen die USA? Eine Bundeswehr-Mission in Grönland ist tatsächlich historisch – vor allem, weil sie vor dem Hintergrund amerikanischer Drohgebärden in Richtung Europa geschieht.

Doch auch abgesehen davon, dass jegliche echte Symbolik der Aktion bereits durch die lächerliche Zahl der Entsandten und die Dauer der Mission abhandenkommt, wäre sie wohl kaum effektiv, um US-Präsident Donald Trump von seinem destruktiven Grönland-Kurs abzubringen: Der mächtigste Mann der Welt macht ohnehin nichts lieber, als zu verhandeln – solche unnötigen Provokationen in Richtung Amerikas, wie sie sich auch der nunmehr verhaftete Präsident von Venezuela, Nicolás Maduro, immer wieder leistete, werden kaum etwas dazu beitragen.

Die Grönland-Mission der Bundeswehr geriet dann am Sonntag vollständig zur PR-Katastrophe: Öffentlich hatte das Verteidigungsministerium höchstens kleinlaut kommuniziert, dass die Aktion für lediglich drei Tage ausgelegt war – zwischenzeitlich war die Rede von einer Verlängerung um einen Tag. Als dann am Sonntag die Bild zunächst von einem „heimlichen Blitz-Abzug“ der Bundeswehr aus Grönland berichtete, war die Blamage vollends perfekt.

Lesen Sie auch:

Auch wenn der Abzug tatsächlich wie ursprünglich geplant ablief, war die Kommunikation des Verteidigungsministeriums mangelhaft: Anders als bei der Entsendung der Soldaten wurde über den Abzug keine Mitteilung herausgegeben – er sollte scheinbar still und heimlich ablaufen.

Was von den Bundeswehrsoldaten in Grönland bleibt, ist also auf ganzer Linie blamabel: Ob die Bundeswehr durch die Mission ernsthafte Erkenntnisse über die Insel gesammelt hat, bleibt fraglich – schließlich waren die Soldaten effektiv nur rund 48 Stunden in Grönland, und davon nur einen vollen Tag. Gleichzeitig hat man gegenüber den USA unnötig provoziert – und sich mit der 15-Soldaten-Mission auf der Weltbühne blamiert.

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

137 Kommentare

  • Immerhin wieder mal ein paar unserer hart verdienten Steuergelder verpulvert. Hoffe die Soldaten hatten ein paar schöne Tage und haben die wunderschöne Landschaft genossen.

    136
    • Ich hätte die dafür Verantwortlichen mit dem Drachenboot zurück rudern lassen.

      • Sie waren mit Emma unterwegs, also Jim & Lukas und die wilde 13, für das Gute.

        • Jim & Lukas waren allerdings sehr erfolgreich. Sie trafen auf ihren Missionen u.a. Pung Ging, den Kaiser von China, und König Lormoral, den Meeresgott. Spricht alles für die Diplomatie. Und für Lummerlands Sicherheit sorgt Herr
          Tur Tur, der Scheinriese. Broschüren erhalten Sie im Gemischtwarenladen meiner Frau. Der Friede sei mit Euch !

          7
        • König Alfons der Viertel vor Zwölfte nicht vergessen.

          1
    • Ich gehe mal ganz stark von einem Spezialauftrag aus, top-secret natürlich. Der gemeine Bürger und militärische Laie wird so schnell nicht erfahren, worum es eigentlich ging – er könnte es aufgrund mangelndem Verständnis auch gar nicht korrekt einordnen. In Kreisen von gut informierten Militärhistorikern wird man in der Rückschau fachsimplen, dass es ausgerechnet diese ausgeklügelte Operation war, die dem angreifenden Feind (aka Donalds Imperialer Streitmacht), den Weg der sauren Niederlage bereitet hat.
      Chapeau Bunte Truppe!

      • @erzengel: Sie wagen es, als Mann vom Fach sich zu solchen Fachfragen zu äußern? Unerhört! Überlassen Sie das gefälligst den bestens geschulten Kriegsdienstverweigerern.

      • 🤣🤣🤣🤣

      • „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die dauerhafte europäische Präsenz (dänisch) bei etwa 60 Personen liegt, während kurzfristig im Januar 2026 etwa 15 bis 30 zusätzliche europäische Soldaten für Erkundungszwecke vor Ort waren, die größtenteils bereits wieder abgezogen sind.“

        Das’n Witz !
        Die wollten nur die Grönen beeindrucken.
        „Guckt mal, wir sind alle da, ihr braucht mit Trump keinen deal zu machen.“

        • Das ist eben der Nachteil bei Pauschalangeboten mit Linienfliegern . Das spart zwar Geld aber der Rückflug ist eben vorher bekannt ! 🙂
          Es hat ja nicht mal für den Einsatz einer M400 an Motivation oder Entschlossenheit gereicht ! Trump lacht bestimmt immer noch !

          4
        • Wenn man schon Putin nicht beeindrucken kann

          4
    • Ich fand den Merzfeldzug süß!

    • den „CO2 Abdruck “ mit je einem Hin und Rückflug nicht vergessen 🤣🤣

      außerdem…Mitte Januar….in den hohen Breiten….Wie lange ist da Tagsüber überhaupt natürliches Licht? 4 Stunden, also wurde vor allem im Dunkeln herumgestochert🤔

      • Die sollten nur die Grönen beeindrucken.
        Bei einer Bevölkerungsgröße von Wetzlar braucht man dazu nicht mehr als ein paar Uniformierte.

        • wer braucht Wetzlar

          4
    • Na ja, war wohl zu kalt für die Truppe 😃

    • Wir kennen die Hintergründe nicht!
      Sind die anderen beteiligten Nationen gleichzeitig abgezogen?
      Wäre mal interessant zu erfahren, wieviel neue Erkenntnisse vor Ort gewonnen wurden.
      Eine davon dürfte sein, dass die Befehlskette Washington – Berlin – Grönland funktioniert. 😉

    • Ich traue mich wetten, dass der @erzengel weder ein Kapitän a.D. noch ein Fachmann ist.

  • Die 15 Soldaten haben schon mal eine Schneeball Schlacht simuliert…Ein Erfolg auf der ganzen Linie 🙂 🙂 🙂

    • Ich bin auf die Auswertung gespannt.

  • Die „maximalsten“ Blamagen der Bundesregierung stehen uns noch bevor. Jeden Tag gibt es immer noch eine Steigerung des bisherigen Rekordwertes.

  • Ist eigentlich bekannt, ob die Soldaten auch ein paar Foto’s von Meister Wadepudel aufgehängt haben? 🙂 🙂 🙂

    • Fotos sind für Botschaften. Soldaten haben ihn als Pappkameraden in Lebensgröße dabei.

    • Hätten da nicht, in dieser Spezialoperation mit Namen: Schneeblind, die Möglichkeiten zum Aufhängen von Bildern des Genossen Pistorius erschlossen werden müssen ?

      Und damit die Frage, wurde auch Platz in den Kühlschränken des Heeres Kommandos geschaffen?

      Ändert aber nichts an der Tatsache: Wer einen solchen albernen Ausflug mit Strafzöllen eindecken will, ist ein hochgefährlicher Psycho !

  • Der Rückzug hat an den vergessenen langen Unterhosen gelegen, sonst gibt es keinen Grund. Es war einfach zu kalt und bei 10 cm Schnee gibt es nach Vorbild der Schulen in NRW ohnehin Dienstfrei. (Satire aus)

    • Waren es nicht Gebirksjäger?
      Anscheinend kennen sie gar keinen Schnee, weil ja durch den Klimawandel es hier im Winter auch 25 Grad plus sind!

      • Ich wunderte mich allerdings auch, wozu die Gebirgsjäger einen Fregattenführer brauchen.

      • Stichwort: Erdverkochung.

      • Ein Admiral war dabei, der kennt sich mit Wasser und Wind aus, nicht mit Bergen.

  • Gibt es überhaupt noch einen in der Regierung, der in der Lage ist, mal über den Tellerrand zu blicken? Der normal Sterbliche überlegt doch vorher, was will man erreichen, wie stell ich das an, wie reagiert mein Kontrahent, hat das Ganze Aussicht auf Erfolg ?

    • Das trifft aber nur auf normale Sterbliche zu, Politiker sind davon befreit weil die kein Organ zum Überlegen brauchen / haben

    • Eins kann ich dir tausend Prozentig versichern, sie kennen ihren Kontostand besser als die Zustände im Land!

    • Wenn man sich Unsere Demokratie und die Pisa Studie anschaut ist das Denken abgeschafft. Es wird jetzt gefühlt.

  • Haben bestimmt ihre Handtücher auf die Liegen zum Reservieren gelegt.

    • Weils so gut paßt, hier nochmal

      Naja, wenn die Bilder echt waren, sollen sie wohl mit einem Hubschrauber ne riesige Nationalflagge ausgelegt haben.
      Die Amis meinten, der deutsche hat schon mal sein Handtuch hingelegt.

  • Im Eise unbesiegt!

    • stimmt! wenn man vor dem feindkontakt abreist… genial 👍

  • Das war doch ein Auslandseinssatz. Hätte dem nicht der Bundestag zustimmen müssen ?
    Die Blamage steht exemplarisch für das Versagen der Regierung von Beginn an. Erbarmen, die Deutschen kommen und gehen.

    • Was für eine Frage…

  • War dieser WE Ausflug real oder war das fake?
    So irre kann doch Deutschland nicht sein.

    • Doch.

  • Zwei Stunden Grönland-Videos auf Youtube bringen wahrscheinlich mehr Erkenntnis.

  • Bundeswehr tritt den sigreichen Rückzug an…nach 3 Tagen

  • Das Vorhaben war eine völlig verkorkste Kurzschlussreaktion, wie man sie wohl selten bei einer politischen Führung gesehen hat. Strategisch und geopolitisch ein Offenbarungseid. Anstatt Respekt zu verschaffen, hat man sich noch mehr in die Bedeutungslosigkeit begeben. Bei so einer Führung kann man nur hoffen, dass nicht weiterer Schaden angerichtet wird. Die BW-Soldaten können hier nichts dafür.

  • Wieso Blamage? Sie haben erfolgreich getestet, dass man Darkrooms auch in Iglus einrichten kann! Nun steht einer bunten Mission nichts mehr im Weg!

  • Nicht nur in Moskau und Peking wird man Lachen, auch in Washington und sogar in Timbuktu.

  • Das kürzeste Stalingrad aller Zeiten.

  • Die Männer, Frauen, Diversen der Bundeswehr sind halt von der schnellen Truppe ;;-)

  • Ich kann da gar kein Problem erkennen, Denn erkundet wurde die Insel und die Erkenntnisse sind:
    – Grönland ist sehr groß
    – Grönland ist eine Insel
    – Es ist dort sehr kalt
    – Es hat dort viel Schnee und Eis
    – Schnee ist weiss und blendet bei Sonne

    Mission accomplished !
    Es stellt sich jetzt nur die Frage, ob ob und wie die politische Führung damit umgeht oder nicht gar von soviel Erkenntnissen schon überfordert ist.

    • @Hein Kaputtnik: Die gesammelten Erkenntnisse sind sicher ziemlich richtig. Aber nun kommt der Hauptteil der Arbeit auf Timurs Trupp zu, nämlich die Suche nach der Antwort auf die Frage: Warum ist das so?

  • Was will man da noch schreiben/kommentieren?

  • Warum eigentlich 2 Tage Aufenthalt?
    Grönland liegt am Polarkreis und da ist es jetzt trotz Klimawandel noch dunkel🤣😵‍💫

  • Das letzte Mal, daß deutsche Soldaten erfolgreich gegen amerikanische gekämpft haben, war in der Ardennenoffensive im Winter 1944/1945. Und auch die hielt nur wenige Wochen an, bis die Amerikaner die Oberhand gewannen und die deutsche Offensive zermalmten. So viel zum Thema.

  • Laut Bildzeitung sind die Soldaten schon zurück gekommen, weil eine geplante Erkundungstour wetterbedingt abgesagt werden musste. Maximale Erheiterung bei mir zu Hause. Ja, wenn das Wetter schlecht ist, wird Trump vermutlich ein Einsehen haben.

  • Eine Anfrage beim Verteidigungsministerium mit der Bitte, zu erläutern, welche Voraussetzungen exemplarisch der am 1. Januar 2026 in Kraft getretene neue Wehrdienst (NWD) hat, bleibt auch nach nunmehr rund vier Wochen des Wartens weiterhin unbeantwortet. Wenn man bedenkt, dass laut dem Böckenförde-Diktum der freiheitliche und säkularisierte Staat von Voraussetzungen lebt, die von ihm selbst nicht garantiert werden können, wäre angesichts dessen schon von öffentlichem Interesse, Auskunft darüber zu erhalten, auf welchem Boden das Militär steht. Es kann schließlich nicht sein, dass die Bundeswehr nicht zuletzt anlässlich ihres jüngsten Aufenthalts auf Grönland völlig „voraussetzungslos“ (Baethge/Oberbeck, 1986: 410) entsandt worden ist. Es käme sonst nicht von ungefähr, dass dann der Grund nicht nur für diesen Auftrag fehlen würde.

  • Aber die Soldaten sind doch tatsächlich ohne Probleme in Grönland angekommen und von dort auch wieder zurück gekommen. Das war ein, nach BRD 2026 Maßstäben, ein unglaublicher Erfolg.

  • Wochenendausflug nach Grönland (auch wenn’s unter der Woche war)? Was kann man im riesigen Grönland in drei Tagen erkunden?

Werbung