Werbung:

Werbung:

Jobcenter

Verdacht auf Millionenbetrug bei Unterkunft für Wohnungslose in Berlin

Eine Unterkunft für Wohnungslose in Berlin soll über Monate Leistungen für Personen abgerechnet haben, die dort offenbar nie untergebracht waren. Nach Recherchen des Tagesspiegels geht es um einen Schaden in Millionenhöhe.

Von

IMAGO/Jürgen Held

Werbung

Die Berliner Jobcenter haben einen mutmaßlichen Betrug bei der Unterbringung von Wohnungslosen aufgedeckt. Nach Recherchen des Tagesspiegels soll eine Pension im Bezirk Charlottenburg über Monate Geld für Personen kassiert haben, die dort tatsächlich nicht lebten. Die Berliner Polizei ermittelt.

Die Pension befindet sich laut Bericht in der Nähe des Kurfürstendamms. Sie wird offenbar nicht ausschließlich für die Unterbringung Wohnungsloser genutzt; über ein Hotelbuchungsportal sollen weiterhin Zimmer buchbar gewesen sein. Die langjährige Inhaberin ließ Fragen der Zeitung unbeantwortet.

Bei zwei Prüfungen im vergangenen Jahr stellten die Jobcenter erhebliche Abweichungen zwischen gemeldeter und tatsächlicher Belegung fest. Im April 2025 waren demnach 22 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 74 Personen für die Unterkunft erfasst. 14 dieser Bedarfsgemeinschaften wurden bei der Kontrolle nicht in der Pension angetroffen. Bei einer zweiten Prüfung im September wurden von 21 gemeldeten Bedarfsgemeinschaften 15 nicht vor Ort festgestellt.

In einem internen Dokument der Bundesagentur für Arbeit heißt es laut Tagesspiegel: „Es muss davon ausgegangen werden, dass die Unterbringung nie stattgefunden hat.“ Nach den Kontrollen wurden die Leistungen für die betreffenden Personen eingestellt.

Den Schaden beziffern die Jobcenter laut Bericht auf rund eine Million Euro. Etwa 660.000 Euro davon entfielen auf Kosten der Unterkunft, die direkt an die Pension gezahlt wurden. Der übrige Betrag bestand aus individuellen Sozialleistungen.

Lesen Sie auch:

Die Bezirksämter wurden nach Angaben der Jobcenter am 6. November 2025 über die Ergebnisse der Prüfungen informiert. Die Jobcenter baten demnach darum, keine weiteren Personen in die Unterkunft einzuweisen. Dennoch sollen seit November noch 26 Personen dorthin zugewiesen worden sein.

Mitte April zog die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit nach Abstimmung mit der Sozialverwaltung Konsequenzen. Die Jobcenter teilten den Bezirksämtern mit, dass sie die Kosten für Unterbringungen in der betroffenen Pension nicht mehr übernehmen. Offene Rechnungen sollen nicht mehr bezahlt werden. Wenn Bezirke weiterhin Personen dort unterbringen, müssten sie die Kosten selbst tragen.

cm

Werbung

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

16 Kommentare

  • Ist das überraschend? In Berlin wohl nicht.
    Frage: cui bono?

    • Berlin ist überall.

      • CDU – Lug und Betrug ist überall!

  • Wie überaus überraschend und ausgerechnet in Berlin unerwartet xD

  • Grünen Mitglieder sind tief in dem Vorgang verstrickt habe ich gehört.

    • Mit oder ohne Mihigru?

  • Glaub‘ ich nich…
    …kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. 🥳

  • Erinnert an die „Testcenter“ die damals wie Pilze aus dem Boden schossen und wohl teilweise phantastische Zahlen an Getesteten vorzuweisen hatten – da müssten ein paar Personen tausende von Personen getestet haben. Und es wurde alles, alles bezahlt.

    Hier? Ich möchte nicht wissen was da alles verdient wird – Pleite gegangene Hotels und Pensionen, Feriencenter … alles wo man Betten reinstellen kann. Man kassiert satt und fett, hängt sich noch das soziale Mäntelchen um und darf sich noch vom Bundesuhu zum Sommerfest auf Schloss Bellevue einladen lassen.

    • Und außerdem ist die Kohle auf Nimmerwiedersehen verschwunden und die Konsequenzen werden gering sein. Das nächste Geschäft wird sich schon finden lassen. Heute Wohnungslose morgen Asylanten?

  • Nun, erstens ging es um die Unterbringung von Wohnsitzlosen (aka. Sandlern), die mal da sind und mal weg.
    Und zweitens gilt hier wohl der römische Rechtsgrundsatz: Qui decipi vult, decipiatur (Wer betrogen werden will, möge betrogen werden).

  • Hauptstadt der Korruption.

    • Nun, da unterschätzen Sie mal Stuttgart, München Hannover oder Düsseldorf nicht …

  • Wann wird verdammt noch mal mit dem Strafrecht Recht gesprochen und Täter zur Verantwortung gezogen , mit Geld und /oder Haftstrafen ?? Das ist doch ein Offizialdelikt … sodass die StA von sich aus Ermittlungen einleiten muss !! Oder wird in Berlin das Recht gebeugt ?? Dann wären aber die StA und Gerichte auf der Anklagebank; da hilft es auch nicht , dass Grüne die Gerichte „ mit guten Leuten „ ausgestattet haben !! Was ein Wahnsinn oder ist es schon die Bananenrepublik ??

    • Es ist bereits und das ist gesichert sicher…Aber es fahren ja auch immer noch Leute in die UA ,um sich dort in Korruption schulen zu lassen…

  • Solche Profiteure wählen natürlich die Einwanderungsparteien und hetzten gegen Blau.

  • Toll das so etwas auffällt. Ich frage mich nur zeitgleich, wie viele Betrugsfälle dieser Art wohl unentdeckt bleiben und ob nicht grundsätzlich besser kontrolliert werden müsste?!

    Naja, die Verantwortlichen werden das schon merken.. hoffentlich!

Werbung