Werbung:

Werbung:

Mathias Middelberg

CDU-Finanzsprecher für höhere Steuersätze – Fraktionsvize weist 49-Prozent-Vorschlag zurück

In der Union ist eine Debatte über höhere Einkommensteuern entbrannt. Während führende Fachpolitiker von CDU und CSU einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent offen diskutieren, nennt Fraktionsvize Mathias Middelberg den Vorschlag „undenkbar“.

Von

Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg weist eine mögliche Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 49 Prozent zurück. (IMAGO/Bernd Elmenthaler)

Werbung

In der Union ist eine Debatte über eine Erhöhung der Einkommensteuersätze ausgebrochen. Während führende Finanzpolitiker der Fraktion ein entsprechendes Reformkonzept des von Marcel Fratzscher geführten Berliner Wirtschaftsforschungsinstituts DIW positiv bewerten, weist die Fraktionsführung eine solche Steuererhöhung nun zurück.

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mathias Middelberg, erklärte in einer von der Pioneer-Journalistin Karina Mößbauer verbreiteten Stellungnahme, es handele sich um eine „Einzelmeinung“. Ein Spitzensteuersatz von 49 Prozent sei undenkbar, „weil kaum ‚Reiche‘, sondern vor allem drei Viertel unserer Unternehmen, die nach der Einkommensteuer veranlagt werden, diesen Spitzensatz dann zahlen müssten.“ In der aktuellen wirtschaftlichen Lage sei das „ein völlig falsches Signal“. Die Steuern müssten runter und nicht weiter erhöht werden.

Auslöser der Debatte ist ein Reformvorschlag des Steuerexperten Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Bach schlägt eine Änderung des Einkommensteuertarifs vor, bei der ab einem zu versteuernden Einkommen von 90.000 Euro ein Grenzsteuersatz von 49 Prozent gelten würde.

Unterhalb eines Einkommens von rund 130.000 Euro sollen Steuerzahler laut dem Konzept allerdings entlastet werden – um bis zu 100 Euro im Monat. Gleichzeitig sieht Bach die Abschaffung des Solidaritätszuschlags vor. Für zusätzliche Einkommen oberhalb der Schwelle würde die Steuerlast dagegen steigen. Bei einem Einkommen von 90.000 Euro würden auf zusätzliche 100 Euro künftig 49 Euro Einkommensteuer entfallen. Heute sind es 42 Euro Einkommensteuer plus etwa fünf Euro Solidaritätszuschlag.

Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Fritz Güntzler, bewertete das Konzept dennoch positiv. Es gehe „in die richtige Richtung“, sagte er dem Handelsblatt. Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Dorn zeigte sich grundsätzlich offen, äußerte aber Vorbehalte. Die 49 Prozent seien „etwas zu hoch“ beziehungsweise griffen „in dieser Höhe etwas zu früh“, sagte Dorn dem Handelsblatt. Die „Integration“ des Solidaritätszuschlags in die Einkommensteuer bewertete er dagegen positiv.

Lesen Sie auch:

Insgesamt wäre die Reform ungefähr aufkommensneutral. Der Wegfall des Solidaritätszuschlags – rund 13 Milliarden Euro – könnte etwa durch eine Anhebung der Mehrwertsteuer auf 21 Prozent ausgeglichen werden. Alternativ nennt der Ökonom auch eine stärkere Besteuerung von Vermögen, etwa durch eine Vermögensteuer oder eine höhere Erbschaftsteuer.

Eine solche Gegenfinanzierung lehnt die Union allerdings ab. Güntzler warnte vor einer „weiteren Verunsicherung in der jetzt schon strauchelnden Wirtschaft“. Stattdessen fordert er den Abbau von Steuervergünstigungen.

Für viele Unternehmen hätte eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes direkte Folgen. Rund eine Million Betriebe in Deutschland – etwa Handwerksunternehmen oder Personengesellschaften – zahlen ihre Steuern über die Einkommensteuer. Steigt der Spitzensteuersatz, erhöht sich damit unmittelbar auch ihre steuerliche Belastung.

Aktuell liegt der reguläre Spitzensteuersatz der Einkommensteuer bei 42 Prozent. Für sehr hohe Einkommen greift zusätzlich die sogenannte Reichensteuer von 45 Prozent. Durch den Solidaritätszuschlag steigt der effektive Grenzsteuersatz in bestimmten Einkommensbereichen bereits heute auf rund 47 Prozent.

Nach Angaben der Zeit plant das SPD-geführte Bundesfinanzministerium, noch in diesem Jahr einen eigenen Vorschlag zur Reform der Einkommensteuer vorzulegen. Im Bundestagswahlkampf 2025 hatte die SPD einen Spitzensteuersatz von 47 Prozent gefordert.

Im Wahlprogramm von CDU und CSU hatte es dagegen noch geheißen: „Die Belastung durch Steuern und andere Abgaben in unserem Land ist zu hoch.“ Gleichzeitig bekannten sich die Unionsparteien zur Schuldenbremse – und formulierten: „Die Schulden von heute sind die Steuererhöhungen von morgen.“

cm

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

52 Kommentare

  • @“In der Union ist eine Debatte über eine Erhöhung der Einkommensteuersätze ausgebrochen.“

    Ungewöhnlich in einem Superwahljahr.

    • Jetzt tut man so, als würde man sich noch dagegen sträuben, aber am Ende wird ohnehin zustimmen. Union eben.

    • Ihr Booooooooomer kreuzt doch alles an wenn blos der Spitzen Kandidat wie einer von euch aussiet. Dh Schlipps Wampe Rohlex und Mercedes.

      -16
      • Ich arbeite sechs Tage die Woche im Schichtbetrieb, habe einen 15 Jahre alten Suzuki – ist also nix mit Schlips, Wampe und Rolex, mein kleiner VSler.

        • Selber schult wenn du noch nicht mal das geschafft hast.

          -4
      • Das Leben kann sooo einfach sein, wenn man auf Kosten des Steuerzahlers leben kann, nicht wahr? Dumm nur, dass einige von uns tatsächlich einer wertschöpfenden Tätigkeit nachgehen müssen, um für die anderen Experten diese Steuern zu erwirtschaften, gell?

        • Boooomer, geht zurück ins 3. Reich

          -2
        • Du brauchst halt die Anerkennung von anderen weil du ein kleines Licht bist also lass mich in Ruhe mit deinem Malocher Gejammer Freiheit geht anderst

          -2
      • Genau diese Arroganz – „Malocher-Gejammer“ – ist es, die Union, SPD und Grünen gerade den Hals bricht.

        • Warte ab, wenn eure geliehbte afd erst mal verboten ist, dann werdet ihr alle abgeholt

          -2
      • Vielleicht sollten Sie sich bei Ihrem Jobcenter mal um einen Deutschkurs für Anfänger bewerben? Hirn gibt’s leider nicht auf Kassenrezept, aber mit ein paar Grundkenntnissen in Orthographie und Grammatik wären Ihre Beiträge vielleicht ein bisschen leichter erträglich.

        • Eure Booooomer Regeln sind mir egal
          ich schreib wies mir passt
          PUNK RULEZ

          -3
      • Lerne erstmal richtig zu schreiben.
        Lieber adrett aussehen, als wie ein Bettler raumlaufen. Dich kann ich mir gut vorstellen, als Vogelscheuche, du
        Oberboooooomer, der Minderbegabten oder noch weniger Leistenden.

        • Oooooh trägt der Herr links oder rechts und diese „inzückende“ Submariner der Golf Club mus Sie ja beneiden was macht die werte Frau Amex
          Bin ich froh das ich mir euer gesülse nicht anhörn mus

          -2
  • Wer nicht weniger als die ganze Welt retten will, sollte keine falsche Scham haben, wenn es darum geht, die eigenen Bürger auszupressen.

  • Das Geplänkel um die Höhe des Spitzensteuersatzes ist nur Ablenkung – von der sozialistischen Ausbeutertatsache, dass er mit 90.000 Jahreseinkommen schon bei dem 1,5-fachen des Durchschnittseinkommens greifen soll. In seriösen BRD-Zeiten um 1965 griff der Spitzensteuersatz bei dem 15-fachen des Durchschnittseinkommens, also bei den wirklich Reichen.

    • Das ist wahr. Der Spitzensteuersatz ist ein Breitensteuersatz.

      • Ihr Boooooooooooomer seit breit genug.

        • Werter @Güntermann, Sie Kindskopf, Sie haben hier zwar schon dutzendfach Ihren Namen geändert, aber anscheinend verpasst, dass ich in diesem Forum als links-grüner Sozialist, Oberlehrer und Frömmigkeitsgelübdler gelte, der fast allen auf die Nerven geht. Ich bin übrigens deutlich jünger als Sie zu glauben scheinen.

          0
    • Mit Geplänkel haben Sie wohl recht, durchschaut eh keiner. Letztendlich soll das alles eine Mehrwertsteuererhöhung maskieren.

  • Eine Mehrwertsteuer- oder Einkommensteuererhöhung in der desaströsen Situation, in der sich Deutschland befindet, wäre einmal mehr eine „kriegerische“ Handlung gegen die Deutschen!

    • Dein zusammengerafftes Geld wird jetzt für Dinge gebraucht die jenseits deines Horitzonts sind.

      • Du solltest dich nicht über andere herziehen oder betiteln, was du selbst bist.

        • News for you Booooooooomer es gibt eine Welt jenseits der Stoßstange hahaha

          -1
      • Du liebe Güte, lern bitte endlich Deutsch.

        • Da okupiert einer den Namen von Da-Da-Da-Dammm

          -1
  • Das zentrale Merkmal der Feudalherrschaft war das Lehen. Ein König oder Fürst z.G. vergab Land (Lehen) an einen Vasallen (z. B. Adeliger oder Ritter). Der Vasall erhielt das Land zur Nutzung, aber nicht als vollständiges Eigentum. Im Gegenzug schuldete er dem Lehnsherrn Treue, Beratung und militärische Dienste.
    Dieses System setzte sich stufenförmig bis heute fort: Heute nennt man das „unsere“ Demokratie, und der Staat zockt seine Bürger willkürlich nach Strich und Faden ab. So zumindest meine unmassgebliche Meinung zum Thema Steuerwillkür.

  • Der Solidaritätszuschlag wird auch auf Kapitaleinkünfte fällig, dh wir hätten bei dieser Steuerreform ein Belastung von Einkommen durch Arbeit und eine Entlastung von Kapitaleinkünften.
    Eine Belastung des deutschen Mittelstandes und eine Entlastung von globalen Kapitalgesellschaften.
    Einziger Lichtblick ist die Entlastung der unteren und mittleren Einkommen.

    • “ Einziger Lichtblick ist die Entlastung der unteren und mittleren Einkommen.“

      Die dann durch eine MwSt-Erhöhung überkompensiert wird.

      • Politikhistoriker könnten ja mal zum Spaß aufzählen, wie oft schon versprochen wurde den sogenannten „Mittelstandsbauch“ abzuschaffen. Geklappt hat es noch nie.
        Wir hatten das Thema auch damals schon in der Schule, Betonung auf „damals“.

  • Den Wegfall des Solis durch eine MwSt-Erhöhung ausgleichen.

    Jeden Morgen stehe ich auf und danke dem Universum, daß wir mit solch geballter Intelligenz vor Schaden bewahrt..ja, man muss schon fast sagen… kuschelweich durchs Leben geführt werden.

  • Total krank. In Amerika zahlen sie 17%. Rente und andere Versicherung sind privat. Da kommt man dann auf 30%. In Deutschland werden die Bürger abgestraft. Mit den Vorschlag würde jeder Arzt und leitende Angestellte soviel verdienen wie einfache Bürokräfte. Beamten hingegen bekommen 100-250.000 steuerfrei und müssen sich um Rente nicht kümmern.
    Das ist Kommunismus pur. Deutschland wird in wenigen Jahren pleite sein, vielleicht gehts noch schneller.

    • „Beamten hingegen bekommen 100-250.000 steuerfrei “

      Nein. Schauen Sie sich die Besoldungstabellen an.

      • da steht nur ein Bruchteil der echten Bezüge und
        Vergünstigungen, in den „Tabellen“ !

        • Was fehlt denn? So oder so, wollen Sie uns wirklich weismachen, dass der „kleinste“ Beamte mit mindestens 100k€/Jahr steuerfrei besoldet wird?
          Ich bitte Sie…

          2
  • Summ, summ, summ, wer arbeitet, ist dumm!

    • Wow Boooooooooooomer ist schlau hahaha merkt am Ende dass all das Raffen nichts bringt hahahaha was darfs denn sein Herr Wampert, Sarg oder Urne

  • Mehrwertsteuererhöhung, ick hör dir trapsen …
    Die spinnen doch allesamt.

    • Nur darum geht es in Wirklichkeit.

  • Endlich mal ein vernünftiger Vorschlag der Union.
    Anstatt ständig auf sozial schwachen und Migranten
    herumzutrampeln, wird nun endlich mal das wirkliche
    Problem in der BRD benannt:
    Unternehmen und Besserverdienende !!!

    -14
    • Wenn die in der aktuellen wirtschaftlichen Situation über Steuererhöhungen reden zeigt das nur, daß sie keine Ahnung von ihrem Job haben.

      • Ihr Boooooomer kappiert nicht mal das die Existens der Menschheit auf dem Spiel steht und der Klimaschutz und der ökosoziale Umbau eine Lebensnotwendigkeit sind sondern klammert euch an euren Status Symbolen fest als gebe es kein morgen.

        • So spricht ein Sektierer.

          3
        • Wir angeblichen Boooomer haben auf alle Fälle mehr Grips als du.
          Wer derart verblendet ist kann einem richtig leid tun, aber es ist so schön einfach alles nachzuplappern.

          0
        • 7-Zeilen-Kommentar mit 4 Rechtschreibfehlern. Ich glaube, Mama sollte dir mal das WLAN abstellen, damit du was lernst. Schöne Grüße ins Kinderzimmer.

          0
    • Ich hätte darauf eine höfliche und eine sehr unhöflich doch zutreffende Antwort. Die unhöflich lass‘ ich lieber und die höfliche wäre eigentlich zu moderat. So in der Art das doch nochmal zu überdenken, aber da ist schon die erste Barriere: Denken!

    • Satire bitte als solche benennen..

    • Sie sind krank! Die Ausgaben und Steuern muessen gesenkt werden! Sonst gar nichts.
      Vorallem gleicher Steuersatz fuer alle!

      • 49% ab dem ersten Euro – das kann nicht Ihr Ernst sein ?

        • Ich würde für Einziehung aller Kapitaleinkünfte blädieren. Boooomer sollen arbeiten wie andere auch.

          -2
  • Immerhin ein guter Anfang.
    55% sollte im nächsten Schritt kommen, dann 61%.
    Booooomer müssen halt den Gürtel enger schnallen was bei ihren Wampen natürlich nicht leicht ist.

    • Von nichts eine Ahnung, aber von dem jede Menge. Geht an R.G. und bullshit

Werbung