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Thüringen

Um Voigt abzulösen: Höcke fordert Wagenknecht auf, Ministerpräsidentin in Thüringen zu werden

AfD-Fraktionschef Björn Höcke fordert Sahra Wagenknecht auf, noch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt die Thüringer Regierung zu übernehmen und mit der AfD eine neue Mehrheit zu bilden. „Beweisen Sie den Thüringern, beweisen Sie den Sachsen-Anhaltern, dass das BSW doch keine Kartellpartei ist“, so Höcke.

Björn Höcke bietet Sahra Wagenknecht an, Ministerpräsidentin in Thüringen zu werden (IMAGO/Jacob Schröter)

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Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke richtet ein ungewöhnliches Angebot an Sahra Wagenknecht. In einem auf der Plattform X veröffentlichten Video fordert er die BSW-Gründerin auf, die Regierung in Thüringen zu übernehmen und Ministerpräsidentin zu werden. „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen“, sagt Höcke direkt an Wagenknecht gewandt.

Wagenknecht solle noch vor dem Urnengang am 6. September „ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland“ aufschlagen. Aus Sicht des AfD-Politikers könnte eine Verständigung zwischen AfD und BSW die bestehenden politischen Mehrheiten in Thüringen grundlegend verändern.

Rechnerisch wäre eine solche Zusammenarbeit möglich. Die AfD verfügt im Thüringer Landtag über 32 der insgesamt 88 Sitze, das BSW über 15 Mandate. Für die Mehrheit sind 45 Stimmen erforderlich. Das BSW regiert derzeit allerdings gemeinsam mit CDU und SPD in der sogenannten Brombeer-Koalition.

Höcke kritisiert Wagenknecht dafür, dass ihre Partei in Thüringen weiterhin Ministerpräsident Mario Voigt unterstützt. Voigt sei „ein Mann, der wirklich jede Glaubwürdigkeit verloren hat und der sich trotzdem an sein Amt klammert“. Zugleich behauptet der AfD-Fraktionschef, die Mehrheit der Thüringer wünsche sich einen politischen Wechsel. Das gelte ebenso für die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt.

Wagenknecht hält Höcke zufolge häufig kluge Reden, müsse nun aber konkrete Konsequenzen ziehen. „Sie reden viel von der Seitenlinie. Schreiten Sie doch mal zur Tat“, fordert er in dem Video. Anschließend wirbt er erneut um ihre Unterstützung: „Übernehmen Sie staatspolitische Verantwortung und beweisen Sie den Thüringern, beweisen Sie den Sachsen-Anhaltern, dass das BSW doch keine Kartellpartei ist.“

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Zum Abschluss formuliert Höcke sein Angebot ausdrücklich als ausgestreckte Hand: „Werden Sie Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen! Ich reiche Ihnen die Hand. Lassen Sie uns ein neues Kapitel in der Parteiengeschichte der Bundesrepublik Deutschland aufschlagen.“ Der Zeitpunkt sei entscheidend: „Lassen Sie uns das vor dem 6. September 2026, vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, tun.“

Unterdessen plant die AfD-Fraktion nach dem gescheiterten Widerspruch Voigts gegen die Aberkennung seines Doktortitels ein weiteres konstruktives Misstrauensvotum. Ein erster Versuch war im Februar gescheitert. Damals hatte Höcke selbst für das Amt des Ministerpräsidenten kandidiert.

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53 Kommentare

  • Wäre ein kluger Schachzug….

    • der Spaß wäre es schon alleine Wert durchgezogen zu werden, nur um das Geschrei und gegacker und die Lamentis und Gesichter der ‚edeldemokraten“ zu genießen…😂😂

      • Aus dem Kindergarten ausgebrochen?

        -16
    • Der Björn ist schon ein gerissenes Kerlchen.

  • Höckes Vorschlag ist aus meiner Sicht genial.

    Ich denke, er weiß, dass W. diesen Vorschlag ablehnen wird.
    Sie wird es müssen, denn der Thüringer BSW-Landesverband mit K. Wolf steht der Linkspartei näher als der eigenen. Wir haben doch gerade erst vernommen, wie ablehnend Wolf auf den Vorschlag Wagenknechts reagiert hat, sich in S.-A. im 3. WG zu enthalten und Siegmund so zum MP zu wählen.

    Das BSW Thüringen wurde somit in Zugzwang gebracht, endlich – VOR den Wahlen im Nachbarland – Farbe zu bekennen: will die Fraktion darauf eingehen, muss sie Wolf und ihre Anhänger überwinden.

    Stimmt sie nicht zu, weiß der Sachsen-Anhalter Wähler, was er von der Partei zu halten hat, und gibt seine Stimme vll. gleich der AFD – zur absoluten Mehrheit.

    Dass Höcke selbst auf den ihm zustehenden MP-Posten verzichtet, ist ein zusätzliches „Zuckerl“ und zeigt – mir geht es nicht um mich, sonderm um das Land.

    Höcke ist eben ein Stratege, der Dinge vom Ende her denken kann.

    • Ja, richtig, Katja Wolf kommt ja aus der Linkspartei und wird auch links bleiben – mit einem neuen Etikett.

      • Und sie war in Eisenach die Bürgermeisterin, die den neu gewählten AfD-Stadtverordneten den traditionellen und rituell vorgeschriebenen Handschlag verweigerte.
        Sie stellte sich bereits damals auf dieselbe Stufe mit der Blumenstraußwerferin nach der Kemmerich-Wahl – die übrigens ebenfalls eine Strategie war, die höchstwahrscheinlich im Kopf Höckes entwickelt wurde.

    • Und ich Dummerchen dachte, es würde hier, beim Magazin für die Freiheit, darum gehen, über persönliche Freiheit zu debattieren, gesellschaftliche Entwicklungen zu analysieren und sich dabei ein wenig die Zeit zu vertreiben, und nicht darum, darüber zu diskutieren, in welchen Politikerhintern man am tiefsten hineinkriecht.

      -20
      • Dann müssen Sie wohl ihre Einstellung zur Politik neu überdenken.

        • Menschen, die Politikern in den Arsch kriechen, finde ich unsympathisch.

          -3
      • Einer der wenigen sinnvollen Kommentare hier.

        • Gott, wie peinlich, Zustimmung vom Forentroll zu bekommen. Sie sind anscheinend selber aus dem Kindergarten ausgebrochen, Ripper?

          -2
        • Atlas + Waldschrat = ewige Liebe

          -5
  • Alles wäre besser als diese „Weiter so“-CDU.

  • Wäre ein kluger Schachzug…….

    • Ist! ein kluger Schachzug.

  • Irgendwie weiß ich nicht, was ich von diesem Vorschlag halten soll: einfach genial oder völlig durchgeknallt? Meint Björn Höcke das ernst oder geht er davon aus, dass Sahra Wagenknecht das ohnehin nicht machen wird?

    • Er will sie kurz vor der Sachsen-Anhalt Wahl vorführen und allen zeigen mit was man es zu tun hat.

    • Er weiß ganz genau, dass DIE Wagenknecht überhaupt nicht darauf eingehen kann und wird, vielmehr will er damit (ohne neue Konflikte zu schaffen) daran erinnern, wie verlogen sich das BSW vor allem nach der Thüringenwahl gezeigt hat.
      Wagenknecht und Höcke sind extrem gute Rhetoriker, ich betrachte das als geniale Demaskierung des BSW:

    • Taten sprechen lassen oder sich selbst outen …. wird interessant!

    • Wenn sie es macht wäre es eher schlecht für die AfD wenn nicht, wissen alle von der Täuschung

    • Denke mal das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl nach Sachsen Anhalt und den Wählern dort. Zu deren Erinnerung. Seht her denen ist nicht zu trauen wenn ihr eine andere Politik wollt. Ist ihnen ja auch nicht wie man in Thüringen sehen konnte.

    • Nein. Es ist völlig logisch. Links und Rechts sind aus dem selben Holz geschnitzt. Nationalismus und Sozialismus reichen sich sowohl bei der AfD als auch beim BSW in trauter Einigkeit die Hand. Das Hufeisen halt.

      -13
      • Links und rechts kann gar nicht aus dem gleichen Holz geschnitzt sein, weil beide pol. Strömungen diametrale Ziele verfolgen: Rechts will das Bestehende bewahren und links die Gesellschaft mehr oder weniger radikal nach ihren Vorstellungen umbauen.

        Diese Links-Rechts-Gliederung stammt übrigens aus der Anordnung der Fraktionen in der ersten Nationalversammlung. Links die Progressiven, rechts die Konservativen.

    • Ihre Antwort, bzw. Reaktion darauf wird zeigen, was von dem aktuellen BSW Gerede in Sachsen-Anhalt zu halten ist.

  • Ein Schachzug a la Trump!

  • Ich gehe davon aus, daß Herr Höcke Frau Wagenknecht sehr genau einzuschätzen weiß. Es könnte natürlich auch sein, daß sein Idealismus hier mit ihm durchgeht.

    Wie auch immer, die Reaktion wird vieles klären.

  • Sie redet immer toll und klug daher, aber ich fürchte der guten Frau fehlt dafür der Mut.

    • Vor allem fehlt ihr eines: Teamfähigkeit. Das wurde ihr bereits mehrfach bescheinigt – von Menschen, die ihr seit Jahren nahestanden und mit ihr eng zusammenarbeiteten. W. ist eine kluge Frau, aber sie ist auch eine Einzelkämpferin, der es schwer fällt, zu führen, weil Führung bedeutet, verschiedene Positionen unter einen Hut und die Partei dazu zu bringen, vor der Öffentlichkeit als Einheit aufzutreten.

      Das BSW ist ein „gäriger Haufen“ (was A. Gauland 2017 über seine eigene Partei sagte). Es streitet über die Frage: schnell mit regieren oder langsam Potential aufbauen.
      Die AfD hat den richtigen, aber steinigen Weg gewählt. Das BSW konnte der Verlockung der Macht nicht widerstehen – und wird von den anderen Parteien gnadenlos zermahlen: entweder Mehrheitsbeschaffer oder Gegner.

      Das BSW hat von Anfang an einen entscheidenden Fehler gemacht: sich mit den anderen hinter die Brandmauer zu hocken. Wer sich festlegt, kann seine Position nur schwer ohne Gesichtsverlust aufgeben

      • Sehr kluge Aussage, wie meisten von Ihnen👍.

  • Langsam sollte allen klar sein, warum sich das Parteien- und Mediensystem dermaßen auf Höcke eingeschossen hat, ihn zum Gottseibeiuns erklärt hat und seine Parteimitgliedschaft sogar schon mehrmals zum Grund erklärt, warum man mit der AfD nichts zu tun haben will.

    Höcke ist hoch intelligent, denkt komplex-analytisch und strategisch. Er ist in der Lage, wie ein Schachspieler Handlungslinien zu erarbeiten und die Reaktion der Beteiligten voraus zu sehen.
    Das lässt auf hohe Menschenkenntnis und starke empathische und psychologische Fähigkeiten schließen.

    Ich glaube, Höcke ist für „die anderen“ ein Angstgegner, der ihnen aufgrund seiner Fähigkeiten unheimlich ist, der es immer wieder schafft, ihnen den Spiegel vorzuhalten.

  • An der Reaktion des BSW auf diesen Vorschlag wird man ablesen können, wie ernst sie es in Sachsen-Anhalt mit der dort jüngst angekündigten bedingten Unterstützung der AfD gegen die Kartellparteien meinen.

    • Genau darum geht’s.

  • Bravo Björn, daß wäre auch mein Wunsch. Es gibt keine andere Partei als dasß BSW die besser zur AfD passen würde. Nun liegt es an Sarah, die ausgestreckte Hand zu ergreifen und gemeinsam mit der AfD Deutschland wieder zu einen Rechtstaat und einer Demokratie zu machen !

  • Jetzt wird man sehen das man dem BSW nicht vertrauen kann !
    Auch nur ein “ Gemischtwaren Laden “ aus allen möglichen Unzufriedenen !
    Aber ein kluger Schachzug von Höcke !

  • Wagenknecht und täglich Arbeiten?
    Ich glaube, daß wird nix ……

  • OMG der Landtag in Thüringen hat 88 Sitze? GIBTS SCHON NE DEMO GEGEN RECHTS??? Ist der VS schon dran?

  • Man will den eigenen Bruder, der einem im Grunde viel nähersteht, als man sich eingestehen möchte, loswerden, nur weil er momentan vom Weg abgekommen und etwas orientierungslos ist. Dabei verbindet einen mit ihm weit mehr, als einen trennt. Doch statt ihm die Hand zu reichen und ihm dabei zu helfen, wieder auf den richtigen Weg zu finden, erklärt man ihn zum Feind und nimmt sogar in Kauf, dass am Ende der eigentliche Erzfeind, der überzeugte Urkommunist, an die Spitze gelangt. Nicht, weil man selbst etwas Konstruktives aufzubauen hätte, sondern aus bloßem Machtstreben und verletztem Ego. Hauptsache, der andere verschwindet. Selbst wenn man dafür den Weg für jene freimacht, die man eigentlich viel entschiedener bekämpfen müsste.

    -13
    • Was nützt es denn, diesem angeblichen Bruder im Geiste ständig die Hand zu reichen, wenn dieser sie immer wieder wegschlägt?

      • Das lässt sich wohl nur schwer beantworten.

        Es ist aber eine Sache, den eigenen Bruder zu Grabe tragen zu müssen, und eine ganz andere, seinen Erzfeind selbst wieder zum Leben zu erwecken.

        Findest du nicht?

  • Moin , das ist Wunschdenken denn der größte Gegner ist die Hardcore Genossin Wolf. sie möchte gerne selbst an die Macht. Deswegen auch der Wechsel zum BSW.

    • Schon klar, deshalb hat Höcke ja auch Wagenknecht und nicht Wolf das Angebot unterbreitet. Sie wird es ablehnen müssen, und damit wird für jedermann offensichtlich, dass das BSW auch nur eine der Kartellparteien ist. Deswegen auch Höckes Frist. Das BSW wird sich Hot dem 6. September erklären müssen.

      Wer einen Wechsel der Politik will, der muss die AfD wählen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen. Billiger ist es nicht mehr zu haben.

  • Jetzt sind wir bei der Scherenstrategie der Querfront angekommen – allerdings ist Wagenknecht in keinster Art eine Führungspersönlichkeit, die in der Lage ist, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Der Vorschlag ist demzufolge absolut lächerlich.

  • Wenn sie kneift ist das gut, wenn nicht könnte das die absolute Mehrheit in SACHSEN-ANHALT kosten. Und danach zicken sie wieder rum…

  • Wirklich ein genialer Schachzug von Björn Höcke, da muss Kommi Sara erstmal bei ihrem Sugar daddy nachfragen, was sie antworten soll.

    • „…erstmal bei ihrem Sugar daddy nachfragen, was sie antworten soll.“ das war in der Tat auch mein erster Gedanke.

  • Sehr cleverer Zug, das BSW soll mal zeigen, ob es den Arsch in der Hose hat mit der AfD zu regieren oder alles nur Wählertäuschung ist. Und zwar vor der Wahl.

  • Da wurde die Kommunistin jetzt Schach-Matt gesetzt. Ihr dummes Gelaber ist auch wirklich lästig. Gut gemacht, Höcke!

  • Ein Kemmerich hätte eine Chance als MP in Thüringen bekommen müssen. Doch Merkel hat die Wahl schnell rückgängig machen lassen, weil sie lieber einen SED-Linken Ramelow als MP wollte. Und seitdem kommt Thüringen nicht mehr zur Ruhe.

  • Taktisch kluger Ansatz. Der Ball liegt beim BSW und Sarah Wagenknecht. Höcke will muss aber nicht Ministerpräsident werden. Mario Vogt will es auf jeden Fall bleiben. Die Kernfrage lautet, was ist besser für das Land?

  • Schmeißt diese Genossin Wolf endlich aus der Partei, sie hat genug Schaden angerichtet. Sie ist eine der „Läuse“ (symbolisch gesehen u. keine Beleidigung) im Pelz des BSW. Ohne solche Figuren stände die Partei besser da,. Aber, es ist leichter gesagt als getan. So mächtig ist Wagenknecht im Moment auch nicht mehr, um das hinzubekommen.. Wagenknecht als Ministerpräsidentin, warum nicht? In der Not frisst der Teufel sogar Fliegen. Aber im Ernst, die Idee ist gut. Mal was Neues unter der Sonne in einem untergehenden Land.

  • So viel Schneid sucht man bei den Minusgestalten der Altparteien und den angeschlossenen Kommis wie BSW vergeblich.
    Herrlich, wie die nur noch reagieren können und in Mitteldeutschland weiß doch jeder wie niederträchtig die Linken sind.

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