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Starker Anstieg

Über 57 Prozent der Asylbewerber kommen ohne Pass – Zahl bei Türken fragwürdig hoch

Ganze 57 Prozent der 100.000 Asylbewerber, die im aktuellen Jahr nach Deutschland kamen, haben keine Ausweisdokumente. Die am häufigsten angegebenen Ursachen: Zerstörung oder nicht erhaltene Papiere. Besonders brisant: die hohen Zahlen bei türkischen Personen – obwohl dort ein Ausweis Pflicht ist.

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Immer mehr Asylbewerber kommen ohne Identitätsnachweis nach Deutschland. Im aktuellen Jahr konnten ganze 57 Prozent keinen Personalausweis oder eine Geburtsurkunde vorweisen, berichtet die Welt unter Berufung auf Zahlen es Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Mehr als der Hälfte der rund 100.000 bis Juni eingewanderten Asylbewerbern fehlte demnach der Identitätsnachweis.

Das bedeutet gleichzeitig einen Anstieg um neun Prozent zum Vorjahr. Im gesamten 2023 konnten sich 48 Prozent nicht amtlich ausweisen. Als Gründe dafür werden unter anderem die plötzliche Flucht oder die Zerstörung der offiziellen Papiere durch ballistische Angriffe oder während der Flucht angegeben.

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Laut Welt erscheinen Experten diese Gründe für eine Asylbewerber-Gruppe aber unglaubwürdig: auch türkische Flüchtlinge, die die drittgrößte Asylbewerber-Gruppe ausmachen, gaben in 57,5 Prozent der Fälle an, keine Ausweisdokumente zu besitzen. Pikant: In der Türkei sei es „unbedingt erforderlich“, Neugeborene amtlich zu melden, wie ein Ministeriumsmitarbeiter der Welt bestätigte.

Das Problem: eine Rückführung abgelehnter Asylbewerber in deren Herkunftsländer ist nur dann problemlos möglich, wenn die Bundesregierung nachweisen kann, welche Staatsangehörigkeit die abzuschiebende Person besitzt. Laut Bundesinnenministerium gab es Ende 2023 rund 250.000 ausreisepflichtige Personen in Deutschland, in gesamten vergangenen Jahr wurden nur 16.430 Abschiebungen durchgeführt.

Auch Rückführungen in die Türkei sind für die deutschen Behörden nahezu unmöglich und fordern einen enormen bürokratischen Aufwand, wenn den türkischen Ministerien keine Identitätsnachweise vorgelegt werden können. Dabei wird gerade einmal jeder zehnte türkische Asylbewerber in Deutschland anerkannt.

Hinzukommt: Die türkischen Behörden erlauben der Bundespolizei keine großangelegte Sammelabschiebung, sondern fordern kleinere Charter-Flüge mit einigen wenigen ausreisepflichtigen Personen, berichtet ein Beamter der Welt. Auch das würde die bürokratische Arbeit der deutschen Seite erschweren.

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