70 Mitarbeiter betroffen
Traditionsunternehmen vor dem Aus: Großdruckerei Wennberg eröffnet Insolvenzverfahren
Die Großdruckerei Wennberg geht den Weg vor das Insolvenzgericht. Vor allem die Auswirkungen der Digitalisierung sowie die schlechten Rahmenbedingungen am deutschen Wirtschaftsstandort haben den Traditionsbetrieb unter finanziellen Druck gesetzt.
Das Jahr beginnt für die deutsche Wirtschaft alles andere als rosig. Die Krise, die in den vergangenen drei Jahren den Standort überschattet hat, scheint sich 2026 nahtlos fortzusetzen. Vor allem die Insolvenzwelle reißt nicht ab.
Mit der Großdruckerei Wennberg aus Vaihingen an der Enz, 30 Kilometer nördlich von Stuttgart, ist erneut ein traditionsreiches Unternehmen in die Pleite gerutscht.
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Wie aus einer inzwischen veröffentlichten Handelsregister-Mitteilung des Gerichtsbezirks Ludwigsburg – vom 7. November 2025 – hervorgeht, hat das Amtsgericht dem Antrag auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren stattgegeben. Ende Oktober hatte Wennberg beim Amtsgericht Heilbronn Insolvenz angemeldet.
Bereits Mitte Dezember wurde der laufende Geschäftsbetrieb deutlich zurückgefahren und auf ein Mindestmaß reduziert, das nach aktuellem Stand noch bis Ende Februar 2026 aufrechterhalten werden soll. Vom drohenden Aus des Standorts in Vaihingen an der Enz sind derzeit etwa 70 Beschäftigte betroffen. Unternehmensangaben zufolge werden die Arbeitsverhältnisse voraussichtlich bereits Ende Januar enden.
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Hoffnung gibt es für die Betroffenen kaum: „Ich höre mich derzeit bei anderen Firmen für sie um – es sieht dort aber auch nicht gut aus“, erklärte Gesellschafter Martin Wennberg im Gespräch mit der Stuttgarter Zeitung. Wie die Vaihinger Kreiszeitung berichtet, könnte eine Abwicklung des Standorts im Frühjahr anstehen.
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Die hohe Abgabenlast, unter der deutsche Haushalte leiden, verschärft sich weiter. Mit dem Jahreswechsel wurde die CO2-Steuer erneut angehoben. Bürger sehen sich damit vor allem mit steigenden Kosten für Heizen und Tanken konfrontiert. Doch damit ist es noch nicht getan: Ab 2028 droht eine regelrechte Kostenexplosion.Die Hintergründe der Unternehmenskrise sind vielfältig: Als eine Ursache gilt das Ende der Zusammenarbeit mit IKEA. In der Druckerei wurden Medienberichten zufolge über viele Jahre hinweg die Werbekataloge des Möbelriesen produziert. Im Jahr 2020 hatte der schwedische Großkonzern dann jedoch angekündigt, unter anderem aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung künftig auf gedruckte Kataloge zu verzichten. Zwar setzte dieser Schritt dem deutschen Traditionsunternehmen zu, „der Verlust von IKEA allein wäre jedoch nicht unternehmensgefährdend gewesen“, erklärte Wennberg.
Weitere Ursachen liegen in den allgemeinen Verwerfungen innerhalb der Papierindustrie. Auch hier spielte die fortschreitende Digitalisierung eine zentrale Rolle. Der Firmenchef verwies gegenüber der Stuttgarter Zeitung darauf, dass klassische Druckereien wie Wennberg zunehmend von digitalen Angeboten verdrängt würden. „Wenn Druckerzeugnisse durch digitale Produkte ersetzt werden, geht das zwangsläufig auch zu Lasten der Druckverarbeiter.“
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Wie stark der digitale Wandel den Traditionsbetrieb, aber auch die gesamte Branche in den vergangenen Jahren unter Druck gesetzt hat, zeigen aktuelle Erhebungen. Angaben des Medienportals Blackout News, das sich auf Branchenberichte stützt, zufolge ist der Markt für grafisches Papier von 2015 bis 2024 drastisch geschrumpft – von rund 8,6 auf etwa 4,1 Millionen Tonnen.
Zudem belasteten die generell schlechten Rahmenbedingungen am deutschen Standort den traditionsreichen Druckereibetrieb. Hohe Energiekosten, eine überbordende Bürokratie sowie eine exorbitante Steuer- und Abgabenquote führten dazu, dass das Unternehmen in seiner Wettbewerbsfähigkeit zunehmend eingeschränkt wurde.
Im EU-Ausland, aber auch in Mitgliedstaaten wie Polen, Tschechien, Ungarn oder Bulgarien, liegen die Betriebskosten deutlich niedriger. Das führt dazu, dass immer mehr Produktionskapazitäten – auch innerhalb der Papierindustrie – aus Deutschland ins Ausland verlagert werden. Der Wettbewerbsdruck, dem Wennberg ausgesetzt ist, während das Unternehmen seine Druckerei weiterhin in Deutschland betreibt, hat daher in den vergangenen Jahren stark an Intensität gewonnen.
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Doch nicht nur die Druckerei Wennberg leidet unter den genannten Verwerfungen. Erst vor Kurzem erschütterte eine weitere Schreckensnachricht die Papierbranche: Nachdem der Papier-Weltmarktführer Feldmühle Insolvenz angemeldet hatte, scheiterte Mitte Dezember das Sanierungsverfahren. Hunderte Beschäftigte stehen vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes.
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Dass es soooo schnell geht mit dem Niedergang Deutschlands überrascht mich jetzt doch…
Das alles hat vor 100 Jahren auch so begonnen – hat mir meine Großmutter erzählt.
wer hat den dauernd nach digitalisierung gerufen?
viele, viele buerger.
EU-weit.
endlich papierfreies bureau, keine zettelwirtschaft mehr, ….
noch in diesen tagen kann man in diversen foren regelmaessig beitraege lesen, in denen sich darueber beklagt wird, dass die digitalisierung nicht schnell genug gehe, dass D im internationalen vergleich, wo alles natuerlich vieeeel beeesssser ist, hinterherhinkt, das D nix auf die reihe bringt, wenn es um moderne technik geht.
und wenn es endlich mal klappt, ist es auch nicht gut ?
vielleicht sollte man vor dem fordern von digitalisierung ueber die konsequenzen nachdenken?
inzwischen ist KI und robotik der neueste hype.
da werden sich erst recht einige die aeuglein reiben, wenn diese komplett zum einsatz kommen.
Regenrinne, ich bin der falsche Adressat für Ihren Kommentar. Ich habe kein Smartphon, zahle bar und lasse mir auch sonst meine persönlichen Daten nicht grundlos aus der Nase ziehe, auch dann nicht, wenn ich eine Mark fünfzig sparen könnte, z.B. bei Apps verschiedener Supermärkte usw.
Es wird aber nicht bei der Insolvenz der Druckerei bleiben, schauen wir mal. Heute ist erst der 6. Januar und das Chaos schon so groß, dass man es sich schlimmer gar nicht mehr vorstellen kann…
Glückwunsch da sind wir schon 2 im Land.
Dachte immer ich bin der einzige ohne Smartphone, Smartwatch, Apps
und Bargeldzahler
criticus, ich habe dich nicht persoenlich verunglimpfen wollen.
ganz im gegenteil, ich halte es ganz genauso wie du.
aber eben nicht die mehrheit der menschen, die uns umgeben.
man bedenke nur, dass nahezu alle oesterreicher bereits die e-ID haben. freiwillig, weil ja so bequem.
diese e-ID ist auch gleichzeitig das muster fuer die EU-weite e-ID.
Und der Ikea Katalog wird schon seit 15 Jahren nicht mehr in Deutschland produziert.
Die Sinnhaftigkeit so mancher Druckereiergüsse sind mehr als fraglich wenn sie regelmäßig vom Briefkasten in den Müll wandern.
Die Überschrift „…. vor dem Aus. … eröffnet Insolvenzverfahren“ werden wir in 2026 vermutlich noch sehr häufig lesen. Und Merz meint er würde die Welt retten.
So lange alle noch zuhause bleiben und brav ihre Steuern bezahlen…
Also ich habe bis heute noch Apollo-News am Kiosk oder im Supermarkt gefunden. Warum eigentlich nicht, damit hätte man doch die Großdruckerei retten können. Oder liegt es vielleicht daran das sich der Markt geändert hat und die Bedürfnisse der Bevölkerung sich geändert haben.
Die Zeiten ändern sich: Autos lösten Pferdekutschen ab, Digitalisierung ersetzt Druckerzeugnisse – ein ganz normale Entwicklung also.
Kein Zusammenhang mit der super Politik im „besten Deutschland aller Zeiten“.
Und diese Entwicklung geht weiter: Wir werden uns noch wundern wie viele Jobs zukünftig durch KI ersetzt werden.
Was meinen Sie, was Goethe (der ja nicht nur Literat war, sondern u.a. auch in der Politik aktiv war) damals alles kritisiert hat. Er hatte ja einen langen Zeitraum miterleben können. Und er hatte in vielen Punkten auch recht. Schauen Sie sich an, was die Industrialisierung an Arbeitslosigkeit und Verwerfungen gebracht hatte und das wird es auch jetzt bei der nächsten Runde! Und was wird dann mit den Millionen, ja weltweit Milliarden Arbeitslosen passieren? Meinen Sie, das bleibt friedlich?
Falls es noch Jemand lesen möchte (ich habe es extra nochmal herausgesucht) – ist nämlich sehr interessant:
https://www.econstor.eu/bitstream/10419/285825/1/9783428547883.pdf.
Nur unterm blauen Himmel blühen Landschaften. Schwarz Rot ist vorbei. Wer das nicht sieht ist Grün hinter den Ohren oder hat Gelbsucht. Wobei von Gelb redet keiner mehr.
Neue Jobs in Sicht:
Wer mit Zeitungspapier umgehen kann,
kann auch Pflegebedürftige pampern.
Alles Papier. 😀
Diese Unternehmen sind meist nicht für die Reichen oberen und daher auch nicht erhaltungswürdig. Die Vollständige Übernahme der Wirtschaft wird mit Hilfe KI´s umgesetzt. Der Rest wird Opfer der Regierenden.
Wennberg war nie eine Druckerei. Es war immer eine Grossbuchbinderei. Ausstattung 5 Klebebinder Schnelläufer für die Katalogproduktion. Es ist schon traurig wie uninformiert die Zeitungen sind in der Druck Industrie. Blödsinniges gekritzel.
Das langsame Sterben einer einstmals reichen Nation . Wenn es dem Volk zu gut geht , wählen Sie in Ihrer Verblendung Ihren eigenen Untergang !! Wie sagte meine Oma… „ wenn es dem Esel zu gut geht , geht er aufs Eis „ !!
Die Woken Idioten klatschen sich in der Gehirnwaschanlage der ÖRR die Hände wund … es ist kaum noch zu ertragen ! Wer genau hin sieht , sieht viele alte Leute , denen es noch gut geht , doch wenn dieser Staat zusammen bricht , leben diese Hirnis nicht mehr !! Frau Dr.Weidel hat es voraus gesehen und die feigen Wirtschaftsverbände wissen es auch .. aber sind unfähig sich zu wehren !! Die nächste Erhöhung der CO2-Steuer steht an und wird unserer Gesellschaft den Rest geben ! Der Milliardär Merz hat die Kontrolle über sein Leben verloren und weiß nicht mehr wie es einem einfachen Bürger geht !! Wann wachen die Leute endlich auf ?? Die 27% für die AfD sind zu wenig , da sich die Bonzen wie eine Mafia zusammen getan haben … das nennt sich dann Brandmauer !!