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Neue Studie

TikTok-Trends werden nach chinesischer Regierungslinie manipuliert

Eine neue Studie analysiert die Hashtag-Trends auf mehreren Kurzvideoplattformen und sieht starke Anzeichen, „dass Inhalte auf TikTok aufgrund ihrer Übereinstimmung mit den Interessen der chinesischen Regierung entweder verstärkt oder unterdrückt werden“.

Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Rutgers University deutet darauf hin, dass Themen auf der chinesischen Kurzvideo-App TikTok je nach Regierungslinie aus Peking in ihrer Verbreitung verstärkt oder eingeschränkt werden.

Untersucht wurden die Anzahl von Posts zu bestimmten Themen geordnet nach Hashtags im Vergleich mit der Konkurrenz-Plattform Instagram. Und dabei zeigte sich der stark pro-chinesische Einschlag.

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Als Basisannahme verwendete die Studie popkulturelle Hashtags wie #TaylorSwift und #CristianoRonaldo, von denen es jeweils etwa 2,2-mal so viele Posts auf der größeren Plattform Instagram gab, als auf TikTok. Verglichen wurde das mit Themen, die der chinesischen Regierung unliebsam sind.

So etwa, wenn es um die formell autonome, aber inzwischen de facto gleichgeschalteten Metropole Hongkong geht. Der Hashtag #HongKongProtests tauchte auf Instagram mehr als 8-Mal so häufig auf wie auf TikTok – also deutlich, deutlich weniger als die Basisannahme vermuten würde. Die pro-demokratischen Demonstrationen in der Stadt sind Peking schon lange ein Dorn im Auge. Seit 2020 werden sie mit einem neuen „Nationalen Sicherheitsgesetz“ unterdrückt.

Es gebe starke Anzeichen, „dass Inhalte auf TikTok aufgrund ihrer Übereinstimmung mit den Interessen der chinesischen Regierung entweder verstärkt oder unterdrückt werden“, heißt es in dem Bericht.

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Das völlige Gegenteil davon ist bei Hashtags zu sehen, die der Chinas außenpolitischer Linie entsprechen. So war der pro-pakistanische Hashtag #StandWithKashmir ganze 661-Mal (!) so oft auf TikTok zu sehen wie auf Instagram. Dabei geht es um Grenzstreitigkeiten zwischen Pakistan und Indien: Indien ist einer der schärfsten Rivalen Chinas, während Pakistan ein enger Partner des chinesischen Regimes ist.

„Es ist schwer vorstellbar, dass Aktivitäten dieser Größenordnung auf einer Plattform organisch und ohne das Wissen und die Zustimmung der Plattform selbst stattfinden könnten“, schrieben die Forscher über die Menge an Kaschmir-Beiträgen.

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Das Fazit für die Forscher: „Bei Themen, die für die chinesische Regierung direkt relevant sind, sind relevante Hashtags auf TikTok im Vergleich zu Instagram dramatisch unterrepräsentiert“. Die Studie zeigt einmal mehr die Problematik mit der populären, chinesischen Plattform.

Bereits in der Vergangenheit gab es Anzeichen für Einmischungen der Kommunistischen Partei und der chinesischen Staatsführungen. So gab es schon Berichte über direkten Zugang von Partei- und Staatsfunktionären in die Systeme von ByteDance, dem Konzerns hinter TikTok (Apollo News berichtete). Damals wurden für die Partei potenziell gefährliche Trends überwacht.

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