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Super-GAU bei Kryptobranche: Milliardenraub bei Binance durch Hackergruppe

Herber Schlag für die Kryptoindustrie: Am Donnerstagabend erlebte die Kryptobörse Binance einen der größten Diebstähle der noch jungen Branchengeschichte. Mit KI und Quantencomputing drohen Sicherheitsrisiken, die weit über den Kryptobereich hinausreichen.

IMAGO/imagebroker

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Am Donnerstag haben Kryptodiebe digitale Assets im Wert von etwa 6,3 Milliarden US-Dollar aus dem Bestand des Krypto-Händers Binance erbeutet. Der Raub erfolgte binnen 20 Minuten. Der Tag dürfte in die an Skandalen und Diebstählen nicht arme Historie der Kryptowirtschaft eingehen.

Noch immer sind fundamentale Fragen der Datensicherung und der Kryptografie ungeklärt. Wie Blockchain-Analysefirmen mitteilten, vollzog sich der Diebstahl über zehn unterschiedliche Blockchains, über die die aus Binance-Wallets entwendeten Tokens – darunter Bitcoin, Ether und Stablecoins wie USDT und USDC – verschoben wurden.

Nach dem Niedergang der Börse FTX im Jahr 2022 ist dies der zweitgrößte Krypto-Diebstahl der Branchenhistorie. Seinerzeit gingen rund acht Milliarden Dollar an Kundengeldern verloren. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen dürfte die nordkoreanische Hackergruppe TraderTraitor, die auch mit der Lazarus Group und APT38 in Verbindung gebracht wird, hinter dem Diebstahl stecken. Bis zum späten Freitagnachmittag hatte die betroffene Firma Binance selbst noch keine Stellungnahme zum Täterhintergrund veröffentlicht.

Tether und Circle reagierten umgehend und froren nach eigenen Angaben Milliardenbeträge ihrer Stablecoins USDT und USDC ein, die im Zusammenhang mit dem Hack bewegt worden waren. Die Stablecoin-Emittenten blockierten damit einen erheblichen Teil der Beute, bevor diese vollständig verschleiert werden konnte. Binance versprach unterdessen, alle Kundenschäden auszugleichen, und verwies auf den SAFU-Notfallfonds sowie eigene Reserven. Ob diese Kompensation vollständig und zeitnah gelingt, blieb zunächst offen.

Tether und Circle konnten zwar Milliarden an USDT und USDC innerhalb von Sekunden einfrieren. Die Hacker soll die eingefrorenen Stablecoins jedoch zuvor auf der Krypto-Plattform Aave als Sicherheit hinterlegt haben, um dafür Ethereum zu leihen, das sie anschließend von der Plattform abzogen.

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Die Kryptoindustrie erlebt damit eine der größten Vertrauenskrisen ihrer Geschichte. Selbst Bitcoin, das sich in seiner Philosophie und als Open-Source-Technologie ohne Emittentenfirma im Hintergrund von der Branche absetzt, geriet im Sommer in eine nicht ganz so schwere, aber ähnlich gelagerte Krise.

Zum einen verloren Bitcoin-Halter erhebliche Summen durch kompromittierte Hardware-Wallets des Herstellers Coinkite. Denn dessen Produkt Coldcard wies einen versteckten Firmware-Fehler auf, der die Erzeugung der Seed-Phrasen ab 2021 erheblich in ihrer Sicherheit geschwächt hatte. Angreifer konnten betroffene private Schlüssel offline rekonstruieren und Gelder abziehen. Berichten zufolge waren mehr als 5.200 Adressen betroffen; es entstand ein Schaden von etwa 1.816 Bitcoin beziehungsweise über 100 Millionen Dollar.

Zum anderen wurde ein Lieferkettenhack bei der Firma Ledger öffentlich. Der Hack führt bis nach Südostasien, wo der Händler CryptoBilis Ledger-Geräte verkaufte, in die unbefugte Hardware-Implantate eingebaut waren.

Die Sicherheitsprobleme im Kryptobereich weisen auf ein fundamentales Problem hin, das auch die klassischen Banken bald erfassen dürfte: Künstliche Intelligenz und, in einer extremen Form, das Quantencomputing werden die bestehenden kryptografischen Sicherheitsmechanismen problemlos überwinden.

Möglicherweise liegt die Lösung der Verwundbarkeit der Kryptoszene im Epizentrum der Bewegung: beim Bitcoin-Netzwerk. Bitcoin ist ein technologischer Gegenentwurf zu klassischen Krypto-Assets und Stablecoins. Seine Grundethik fußt auf dem Prinzip der Dezentralität und auf einem weltweiten Netzwerk unabhängiger Miner, Node-Betreiber und Entwickler, die gemeinsam das Bitcoin-Protokoll sichern und weiterentwickeln. Es existiert keine zentrale Instanz, die Transaktionen genehmigen oder canceln, Konten sperren oder neue Einheiten ausgeben könnte. Das macht es zum Feind des Fiat-Geldsystems.

Eine Gruppe sogenannter Core-Developer, eine weltweite, offene Gruppe von Programmierern, Kryptografen, Node-Betreibern und Sicherheitsforschern, arbeitet kontinuierlich an der Stabilisierung des Bitcoin-Protokolls. Sicherheitsprobleme werden nicht von einer einzelnen Firma mit exklusivem Zugang und hinter verschlossenen Türen aufgegriffen. Alles geschieht im öffentlichen Diskurs; Peer-Reviews und fortlaufende Testvorgänge bestimmen den technologischen Kurs. Bevor es zu einer Konsensbildung kommen kann, wird jede Idee auf Herz und Nieren geprüft.

In Vorbereitung auf den Quantencomputing-Sturm arbeitet die Community an sogenannten post-quantenresistenten Signaturverfahren: Diese Formate sollen dafür sorgen, dass künftige Transaktionen nicht mehr allein auf elliptischen Kurven beruhen, die ein ausreichend leistungsfähiger Quantenrechner theoretisch brechen könnte. Parallel wird daran gearbeitet, alte, möglicherweise angreifbare Adressformate zu identifizieren und Nutzer zur Migration zu bewegen. Bitcoin hat einen solchen Entwicklungsprozess bereits mehrfach durchlaufen, wie etwa bei der Einführung von SegWit und Taproot. Der Prozess vollzieht sich transparent, mit Open-Source-Software und dezentral – eine überlegene Form der sozialen Interaktion.

Im Gegensatz dazu steht der klassische Bankensektor, der weitgehend ohne vergleichbare offene Abwehrmechanismen auf die Stunde null des Quantencomputings zusteuert. Zwar forschen auch Banken, Regierungen und Technologiekonzerne an quantensicheren Verfahren, doch ihre Systeme bleiben zentral verwaltet, intransparent und abhängig von wenigen Anbietern. Fällt eine zentrale Infrastruktur, fällt potenziell das gesamte System.

Für das Bitcoin-Netzwerk deuten sich konkrete Lösungen an. Das neue Multisig-Verfahren von Google etwa verteilt die Kontrolle über private Schlüssel auf mehrere Systeme; eine gültige Signatur entsteht erst, wenn die zuvor definierte Anzahl unterschiedlicher Parteien gemeinsam zugestimmt hat. Ein vollständiger Schlüssel existiert demnach nirgendwo und kann somit auch nicht gehackt werden (Apollo News berichtete).

Der Binance-Hack wird wohl dennoch nur von kurzer Dauer gewesen sein. Vor allen Dingen wird die Stablecoin-Revolution nur kurzfristig ins Stocken geraten. Zu weit ist die Integration der neuen Technologie in den traditionellen Bankensektor fortgeschritten. Hinzu kommt: Die USA können mithilfe von Stablecoins Druck von ihrem Schuldenkessel nehmen. 

Der regulatorische Rahmen sieht vor, dass jeder Stablecoin durch kurzlaufende Staatsanleihen abgesichert sein muss. So finden amerikanische Staatsschulden indirekt den Weg in die Wallets der Bürger. Hinzu kommt, dass auch Bitcoin und Gold als weitere Sicherheitsassets in die Stablecoin-Architektur integriert werden. Der GENIUS Act und die Regulierung der Börsenaufsicht SEC garantieren auf diese Weise die weitere Adaption von Bitcoin als Kollateral.

Der Unterschied zwischen Bitcoin, Krypto und den Stablecoins im Allgemeinen wurde durch den Binance-Raub unmittelbar sichtbar: Tether und Circle waren in der Lage, Nutzerkonten unmittelbar einzufrieren. 

Man kennt dies aus der Bankenwelt des Fiat-Geldes: Souveränität liegt nicht beim Individuum, sondern bei einer zentralen Instanz. Und genau das ist das Besondere bei Bitcoin: Das Protokoll sichert durch seine Dezentralität die individuelle Verfügungsgewalt über die Coins – ein großer Schritt hin zur individuellen Souveränität.

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11 Kommentare

  • Das Geld ist ja nicht weg. Es hat jetzt nur ein anderer.

    • Genau. Finde ich solidarisch von Apollo, dass man, wenn es denn wirklich darauf ankommt, Solidarität mit der Achse des Widerstandes zeigt. Krypto ist die Waffe der Unterdrückten der Welt gegen das zionistische Bankenkartell.

      🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷🇮🇷

  • Nur Bares ist Wahres… Am sichersten in Gold und Silber…

    • Gold und Silber? Haben Sie das im Keller?

    • Der Crashprophet nimmt natürlich gerne dein „wertloses Papiergeld“ für seine bunten Metalle.

  • Danke für die Hintergrundinformationen Herr Kolbe. Es bestätigt sich eindrucksvoll, dass Krypto nicht gleich Krypto ist. Sobald Banken und Staaten ihre klebrigen Finger im Spiel haben, wird es für uns Bürger halt gefährlich. Bitcoin rules 😀

  • Bevor sich Nordkorea auf das Stehlen von Kryptowährungen verlegt hat war es einer der größten Produzenten von Falschgeld.

  • „(1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben“
    So beginnt die Definition von Raub im §249 des bundesdeutschen Strafgesetzbuches. Hier von Raub zu sprechen mag zwar einigen reißerischen Boulevard-Blättchen entsprechen aber keiner juristischen Definition.

  • Hier wird die Zukunft des neuen Geldes schwer beschädigt.
    Nordkorea und Russland hacken sehr erfolgreich
    und der Westen versinkt in bunten Genderwahn.

  • Das Wort „Super-Gau“ ist Unsinn. Schülerzeitung?

  • Nur gut, dass Apollo Leser zu arm und technisch unbewandert sind, um den Bewerbungen von Krypto auf dieser Website hier zu folgen.

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