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Revolution im Iran

Statt die Opposition im Iran zu unterstützen: Öffentlich-rechtlicher Rundfunk kritisiert lieber den Sohn des Schahs

Statt die Proteste im Iran fair zu analysieren, setzt sich in Deutschland ein altes Muster fort: Der Fokus beim ÖRR liegt auf der Abwertung des Schahs Pahlavi, während eigene Fehleinschätzungen zum Mullah-Regime nicht aufgearbeitet werden.

IMAGO/Avalon.red

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„Ich kann Ihnen sagen, aus den vorherigen Jahren, da spielte die Figur des Reza Pahlavi überhaupt keine Rolle im Iran bei den Menschen vor Ort“, erklärte der deutsche Orientalist Daniel Gerlach Sonntagabend im ZDF. Der Sohn des letzten persischen Schahs sei „eine reine Exilfigur, auch letztendlich eine Fantasie vieler Exiliraner, die zum Teil auch wirklich mit sehr aggressiven Mitteln versucht haben, andere Oppositionsfiguren zur Seite zu drängen und diesen Anspruch durchzusetzen“, so Gerlach weiter.

Dass die Menschen auf den Straßen des Irans lautstark nach dem Schah riefen, begründete der Orientalist damit, dass man „das Regime maximal verärgern“ wolle und nicht „weil sie irgendwelche Hoffnungen haben, dass Reza Pahlavi die Erlöserfigur ist“. Es zieht sich in Deutschland ein Muster durch, das sich seit dem Fall des Schahs im Zuge der iranischen Revolution Ende der siebziger Jahre etabliert hat.

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Der letzte iranische Monarch Mohammad Reza Pahlavi galt der westdeutschen Linken jeher als autoritärer Herrscher, der seine Macht nicht demokratisch legitimierte und sich angeblich auf Repression stützte. Inhaltlich verband die Linke ihre Kritik am Schah eng mit einer Kritik an den Vereinigten Staaten und dem westlichen Bündnissystem.

Führende Vertreter der westdeutschen Linken, darunter Rudi Dutschke, nutzten den Iran regelmäßig als Referenzfall für ihre Imperialismus- und Systemkritik. Als die Schah-Monarchie unter dem Sturm der islamischen Revolution 1978/79 zusammenbrach, wurde ihr Sturz von vielen linken Gruppen im Westen frenetisch gefeiert. Die islamische Führung um Ruhollah Chomeini wurde vielfach als Teil einer breiten antiimperialistischen Befreiungsbewegung gesehen. Erst ab 1979/80, als linke, liberale und säkulare Kräfte im Iran verfolgt, inhaftiert und hingerichtet wurden, setzte in westlichen linken Kreisen eine deutliche Ernüchterung ein. Dass man falsch lag, will man sich bis heute nicht eingestehen.

Statt offen, fair und ausgewogen über die Proteste im Iran zu berichten, schießt man sich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk vielmehr auf Kritik am Sohn des Schahs und dem einzig international respektierten Oppositionsführer ein. Denn Reza Pahlavi ist derjenige, den das iranische Volk will. Nicht ohne Grund ertönt immer wieder bei den Massenprotesten: „Lang lebe der Schah!“

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In einer am Samstag veröffentlichten Botschaft forderte Reza Pahlavi Demonstranten auf, ihre Aktionen an zwei weiteren Abenden fortzusetzen, Stadtzentren zu besetzen und zugleich wirtschaftlichen Druck durch landesweite Streiks zu erhöhen.

Pahlavi bezog sich dabei auf die Proteste der vorangegangenen Tage, denen nach seinen Angaben Millionen Menschen gefolgt seien. Er würdigte den Einsatz der Teilnehmer und sprach von ihrem „Mut und ihrer Widerstandsfähigkeit“. Die hohe Beteiligung bezeichnete er als Reaktion auf Drohungen der Führung der Islamischen Republik und als Zeichen dafür, dass die jüngsten Demonstrationen das politische Establishment verunsichert und Schwächen des Sicherheitsapparates sichtbar gemacht hätten.

Nach Darstellung Pahlavis soll die nächste Phase der Bewegung zwei Schwerpunkte haben: eine dauerhafte Präsenz im öffentlichen Raum sowie gezielten ökonomischen Druck. Insbesondere Beschäftigte im Transportwesen, in der Öl- und Gasindustrie sowie im gesamten Energiesektor rief er zu einem landesweiten Streik auf. Ein solcher Schritt, so seine Argumentation, könne die finanziellen Grundlagen des Staates beeinträchtigen und damit dessen Fähigkeit zu weiterem Vorgehen einschränken.

Für das Wochenende rief Pahlavi zu erneuten Zusammenkünften am Samstag- und Sonntagabend ab 18 Uhr auf. Die Demonstranten sollten nationale Symbole mitführen, öffentliche Plätze zurückgewinnen und sich darauf einstellen, zentrale Bereiche größerer Städte nicht nur aufzusuchen, sondern auch zu halten. Dazu empfahl er, sich über verschiedene Routen in Richtung der Stadtzentren zu bewegen, einzelne Gruppen zusammenzuführen und längere Aufenthalte durch vorbereitete Grundversorgung abzusichern.

Zugleich wandte sich Pahlavi an Angehörige der Sicherheitskräfte und bewaffneter Einheiten, die ihre Unterstützung für eine Überläuferplattform der Opposition bekundet haben. Er forderte sie auf, das Vorgehen der von ihm als „Repressionsmaschinerie“ bezeichneten staatlichen Strukturen weiter zu verzögern und zu behindern, um diese zu einem entscheidenden Zeitpunkt vollständig außer Kraft zu setzen.

Abschließend erklärte Pahlavi, er bereite seine Rückkehr in den Iran vor und wolle an der Seite der Bevölkerung stehen, sollte es zu dem von ihm als Sieg einer „nationalen Revolution“ bezeichneten Ereignisses kommen. Nach seiner Einschätzung rücke ein solcher Moment näher.

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46 Kommentare

  • Wäre ich Iraner, würde ich den Klerus nicht durch den Adel ersetzen wollen, sondern würde mir endlich freie Wahlen wünschen.

    Bin kein Iraner. Kann mir aber vorstellen, dass so einige Iraner genau so denken.

    • Umgekehrt fällt auch auf, dass Pahlevi nicht sagt: im Fall meiner Rückkehr gibts demokratische Wahlen (oder hat er das irgendwo gesagt?).

      • Nicht immer alles schlecht reden!! Dieser Kronprinz ist ein westlich ausgebildeter Mann mit drei Töchtern, die NICHT den Eindruck von unterdrückten Wesen machen, frei sind, westlich gekleidet. Und die Mutter dieses Kronprinzen ist eine gebildete Frau mit Studium, KEINE islamistische Fanatikerin. Sie kann es jederzeit mit diesen fanatischen Weibern in ihren schwarzen Kopftüchern, die Bilder dieser repressiven Generäle und Politiker hoch halten, aufnehmen.

        • Naja aber dieser Vorgänger Mullah Komeni der war doch auch im Westen und hatte sich doch in Frankreich war das glaube ich versteckt… Also so einfach scheint es nicht zu sein.

          2
      • Doch hat er. Er hat es aber etwas unscharf gehalten, wohl sich die Chance auf die Rolle als Staatsoberhaupt wie im UK zu bewahren.

        • Richtig Charles III ist ja kein Diktator… Parlamentarische Monarchie wäre auch für unser Land die beste Staatsform dann wären wir endlich diesen Steinmeier los der ist doch heillos überfordert und dem Amt des Staatsoberhauptes gar nicht gewachsen…

          4
  • Auf TE erschien am Sa. ein lesenswerter Artikel zu einem scharfzüngig formulierten Video-Kommentar des Journalisten und früheren Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber, den er auf X veröffentlichte und in dem er der pol. Linken „selektive Empörung“ vorwirft. Das Schweigen vieler in Europa zu den Protesten und Menschenrechtsverletzungen im Iran sei kein Versehen mehr, sondern eine Haltung.

    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/constantin-schreiber-kommentar-iran-gaza-selektive-empoerung/

    • Wie recht er hat!

  • Und, sollen sie tatsächlich einen Schah-Sohn loben oder gar unterstützen? Sein Vater hat tausende Oppositionelle verfolgen und töten lassen, er hat keinerlei Legitimation für eine Führungsrolle im Iran. Und WIE sollen Oppositionelle im Iran durch Medien „unterstützt“ werden, hat hier jemand eine Lösung?

  • Die „Rechte“ in Deutschland ist aber auch sehr selektiv wenn es um die Beurteilung Islamistischer Länder geht, siehe Afghansitan, Syrien usw…..
    Ich persönlich finde auch, es geht uns nix an. Und mit der Überzeugung dass ein Volk sich nur selbst befreien kann, und gerade die Deutschen dazu zu feige oder dumm sind, sollte man sich mit der Einmischung in fremde Angelegenheiten vornehmlich zurückhalten.

    • Die deutschen sind eindeutig zu dumm… Und deshalb kommentieren wir hier nur und Reisen nicht in den Iran weil er uns nicht’s an geht…. Aber kommentieren dürfen wir das ganze… zumindest noch.

  • Frank-Spalter Steinmeier hatte die Chuzpe, dem Mullah-Regime im Namen Deutschlands sehr schwülstig zum Jahrestag seiner Machtergreifung zu gratulieren. Das war kein Versehen.

  • Deutsche Linke interessiert nicht, was das iranische Volk will. Deutsche Linke interessiert, was deutsche Linke wollen.

  • Bei einer evtl. Angleichung an die Nachbarstaaten, vermutlich die sinnvollste Entscheidung für die Iraner. Es göbe genug Berührungspunkte zur Wirtschaft usw. Annäherungsprobleme würden entfallen und den Umbau des Staates schneller vorantreiben. Die Vorgeschichte ist schlicht uninteressant. Man wird aber sehen, wie schnell Europa mitbuhlen wird, natürlich mit dem Demokratiefinger aufzeigen Der ÖRR sollte sich schlicht raushalten und lediglich berichten, neutral. Ist übrigens nicht unserer Erdteil liebe Deutsche!

  • In der Tagesschau um 20 Uhr, 12. Januar 26, kommen vor allem und prominent die Mullahfaschisten zu Wort – und ihre Erzählung des Angriffes von aussen.

    MULLAH TV bei der Tagesschau – das erlaubt sich sonst nur noch das ZDF.

    WIDERLICH!

    • Die öffentlichen sind offenbar dem Bundes-Uhu zu Diensten. Der hat ja schon bewiesen, dass er ein Verehrer des Mullah-Regimes ist.

    • Warum lügen Sie hier? Es kamen ausschließlich iranische Oppositionelle und Mullah-Kritiker zu Wort! AUSSCHLIEßLICH !

  • Wie lange werden die Verantwortlichen beim ÖR
    Intendanten + Programmdirektoren noch unbehelligt
    gelassen?

    Auch die Freien Medien interessieren sich nicht für o.a. Täter einseitiger oder gar keiner Berichterstattung
    und Tatsachenverfälscher !

    Hoffe, das in wenigstens einem unseren Ostbundesländern, wo dem nächst Landtagswahlen anstehen und die politische Richtung hin gen Blau
    wechselt, das der Staatsvertrag für eine
    einseitige Linksauslegung das Ende findet !

  • Die Linken Medien mögen halt keinen König.
    Wenns eine diverse Königin wäre, würde das die Medien im feministischen Deutschland entzücken.

  • Es ist nicht die Aufgabe des ÖRR oder des Journalismus überhaupt, sich mit irgendeiner Sache gemein zu machen oder irgendwelche Operettenprinzen zu unterstützen. Bei manchen eurer Artikel kann man sich nur an den Kopf fassen(auf neudeutsch, Facepalm).

  • Nach 50 Jahren Mullah Regime ist für den linken ÖRR Pahlavi der Feind…

  • Der Sohn des Schahs dürfte niemals des Bundespräsidenten Hand schütteln, dieser Widerling! Das dürfen nur aufrechte Diktatoren, denn die schützt das Völkerrecht (deutscher Lesart).

    Wer den ÖRR konsumiert, hat sich intellektuell aufgegeben.

  • Der ÖRR ist von der HAMAS unterwandert. Mehr als 1x stellten sich Mitarbeiter als HAMAS-Mitglieder heraus. Die HAMAS ist nun mal kein Freund einer Monarchie aber mag die Mullahs…

    • Der ORR von Hamas unterwandert. Dass es bezueglich der mainstream Berichterstattung ein Riesenproblem gibt, ist klar. Aber “ von Hamas unterwandert“ Wie kann bloss einen solchen Bloedsinn loslassen?

  • Nun, wen die Irabee den Schah Reza wollen, nach dem Zusammenbruch der 1979 von Linken initiierten Revolution, dann werden auch deutsche Linke das nicht ändern können.
    Überhaupt wird die Zeit kommen wo wir uns möglichst weltweit überlegen müssen, ob wir uns diese nur Leid schaffende, totalitäre Ideologie, kurz ; „Links“ noch leisten können/wollen.

  • Für die Mullahs habe ich nichts übrig, für das Schah Sõhnchen allerdings auch nicht.

    -14
    • Er ist kein „Söhnchen“ spar dir deinen dummen Kommentar.

  • Wenn man bedenkt, wer wiederholt vor den aktuellen Herrschern „auf dem Teppich herumkroch“, Grussadressen sandte usw., ist das Verhalten des staatlichen, zwangsgebührenfinanzierten Umerziehungs-TV nur folgerichtig.

  • Das ist doch kein Wunder, da bekanntlich der ganz überwiegende Teil der Mainstream-Redaktionen mit linksgrün-versifften Demokratie-und eben auch Schah-Feinden besetzt ist.

    • Einige NGOs wären über Nacht überflüssig, sowie Bezuschussung für angebliche Bemühungen zur Einhaltung der Menschenrechte im Iran. Da der Irak unterwandert ist, wackeln auch dort Positionen.

    • Was sind eigentlich Schah-Feinde? Warum sollte jemand in Europa 250 Jahre nach der Französischen Revolution einen orientalischen Großkönig (Bedeutung von Schah) anbeten? Demokratie gab es dort unten übrigens nie, schon gar nicht unter solchen Despoten.

      • Bei Apollo gibt es leider viele Freunde des Schah Regimes.

  • ,,Der Trog, aus dem die Schweine fressen, ist immer der gleiche. Es sind nur die Schweine, die wechseln“
    © Albert Buntenbroich (*1958), deutscher Satiriker

  • Was erwartet man von dem ÖRR Kartell?
    Erst wenn es den ÖRR nicht mehr gibt hat Deutschland eine kleine Chance zur Normalisierung! Was regen wir uns über Clans auf?

  • Unsere, von u sere. Gebühren bezahlte, sogenannte Journalisten sind einfach nur zum Reihern….

  • Nicht anstatt, man könnte beides
    tun. Denn Pahlavi jun. ist eine
    US-Marionette, so offen, daß es peinlich
    ist, wenn er nur den Mund aufmacht.
    Während er sein Fußvolk anfeuert,
    hat er seinen Allerwertestens sicher
    hinterm großen Teich.

  • Warum soll der Staatsfunk Propaganda für ein Schah-Regime machen? Das macht Apollo doch schon mehr als genug🤷‍♂️

    • Blutfreie Alternative, gut so!

      • Im Leben nicht!

  • Beim ÖRR gibt es fast nur noch linksgrüne Journalisten
    Deren Affinität zum fundamentalen Islam und zum Hass auf die westliche Zivilisation ist ja nicht zu übersehen.

    Gleich und Gleich gesellt sich gerne.

    Der ÖRR ist schlimmer als das DDR-Fernsehen.

  • Der ÖRR ist von islamisten und den legalistischem Mohamedismus unterwandert. Ansonsten würde er neutral berichten.

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