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Ampel abgewählt

„SPD-Selbstbedienungsladen“: In Rheinland-Pfalz beginnen die Koalitionsverhandlungen – zwischen CDU und SPD

CDU und SPD haben ihre Sondierungen abgeschlossen und wollen eine Koalition in Rheinland-Pfalz bilden. Inhaltlich und rhetorisch soll die neue Regierung an die alte Ampel anknüpfen. Im Wahlkampf hatten die Sozialdemokraten die Union noch als „ewig gestrig“ diffamiert.

Ministerpräsident Alexander Schweitzer (rechts hinten) ist zwar abgewählt, führt aber für die SPD die Koalitionsverhandlungen mit der CDU und Gordon Schnieder (links vorne). (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, bei der die AfD am stärksten zulegen konnte und die SPD von den Wählern mit deutlichen Verlusten abgestraft wurde, will die CDU Koalitionsverhandlungen mit den Sozialdemokraten beginnen. Das ist das Ergebnis der Sondierungen der beiden Parteien. Seit 1951 hatten beide Parteien eine Zusammenarbeit in der Landesregierung stets abgelehnt und, soweit nötig, mit der FDP und/oder den Grünen zusammengearbeitet.

Bislang regiert in Rheinland-Pfalz die letzte Ampel der Bundesrepublik. SPD, Grüne und FDP bildeten die Koalition 2016: Die Landes-FDP unterstützte unter dem inzwischen aus der Partei ausgetretenen Volker Wissing damit den Fortbestand von Rot-Grün, nachdem SPD und Grüne zusammen keine eigene Mehrheit mehr erzielt hatten.

Der abgewählte SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer führt die Verhandlungen auf Seiten der Sozialdemokraten, Wahlsieger Gordon Schnieder auf Seiten der Christlich-Demokraten. Der CDU-Vorsitzende betonte in einem Statement, im Sondierungspapier habe man sich „auf die Themen konzentriert, die die Menschen in unserem Land bewegen“.

Inhaltlich und rhetorisch soll die neue Regierung an die alte anknüpfen. Als Schwerpunkte identifizieren die beiden Parteien „Investitionen in Bildung von Anfang an“, „die Stärkung der Wirtschaft und die Sicherung von Arbeitsplätzen“, „eine verlässliche Gesundheitsversorgung in allen Regionen“, „starke Kommunen“ und „einen handlungsfähigen Staat“.

Selbst das letzte Stichwort vom „handlungsfähigen Staat“, das vermeintlich dem CDU-Wahlkampf entspringt, findet sich schon im Koalitionsvertrag der Ampel. Dort heißt es auch: „Unser Koalitionsvertrag ist ein Zukunftsvertrag.“ Die entstehende Große Koalition will ihre Arbeit nun unter das Motto „Ein Land, das weiter zusammenhält – wirtschaftlich stark, sozial gerecht und die Zukunft fest im Blick“ stellen.

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Noch im Wahlkampf waren beide Parteien mit harten Vorwürfen aufeinander losgegangen. So kritisiert die SPD bis heute prominent auf ihrer Webseite die CDU Rheinland-Pfalz als „ewig gestrig“, weil sie weniger Frauen auf ihrer Landesliste nominiert habe. Die CDU hatte umgekehrt im Wahlkampf noch beklagt, das Land sei „zum SPD-Selbstbedienungsladen“ geworden. Davon ist jetzt nichts mehr übrig; zu verlockend ist die einzige Machtperspektive diesseits der Brandmauer.

Bei der Landtagswahl am 22. März konnte die CDU mit 31 Prozent der Landesstimmen erstmals seit 1987 den ersten Platz erringen. Die SPD verlor fast zehn Prozentpunkte im Vergleich zu 2021 und erreichte 25,9 Prozent. Mit 19,5 Prozent holte die AfD ihr bestes Ergebnis aller Zeiten in einem westdeutschen Bundesland.

Einzig den Grünen gelang mit 7,9 Prozent noch der Einzug in den Landtag. Sie spielen bei der Mehrheitsbildung aber schon rein rechnerisch keine Rolle. Die Linke und die Freien Wähler scheiterten knapp mit 4,4 beziehungsweise 4,2 Prozent und stellen keine Abgeordneten im neuen Landtag. Die bislang noch mitregierenden Freien Demokraten erhielten nur noch 2,1 Prozent der Stimmen.

Im Landtag erhält die CDU daher 39 Sitze und liegt deutlich vor der SPD, die nur noch auf 32 Sitze kommt. Die AfD liegt mit 24 Sitzen auf Platz drei. Die Grünen erhalten zehn Sitze. Rechnerisch mögliche Mehrheiten sind daher CDU-SPD, CDU-AfD oder SPD-AfD. Eine Konstellation unter Beteiligung der AfD gilt dabei als ausgeschlossen – fixiert ist das unter anderem im Unvereinbarkeitsbeschluss der Bundes-CDU. Ernsthafte Debatten über eine Minderheitsregierung der CDU oder von SPD und Grünen wurden nicht geführt.

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20 Kommentare

  • „Der abgewählte SPD-Ministerpräsident Alexander Schweitzer führt die Verhandlungen…“!
    Ist wie im Bund, wer verliert hat das Sagen! „Unsere Demokratie“!

    • Es ist mittlerweile normal, dass wir von Voll-Loosern mit abgelaufenem Ablaufdatum regiert werden. Die Michelmehrheit will es so. SadoMaso ist eben was FEINES.

    • Wollte sich nicht dieser Schweitzer Schwätzer von der Politik zurück ziehen!? Was wurde ihm von Seiten der cdu versprochen!?

  • Nachdem diese Parteien ua die letzten 25 Jahre an der Macht waren, insbesondere spd, ist „Kontinuität“ nur als Drohung zu verstehen. Industrie wandert ab, der Zusammenhalt der Gesellschaft löst sich auf, der Sozialstaat ist pleite, Investitionen gibt es nicht und Bildung ein Mythos. Weiter so RLP, du hast es so gewählt!

    • Haben die RLP so gewählt? Ich glaube nicht. Sie haben eigentlich in der Mehrheit konservativ gewählt, was aber von den zuständigen Politikern nicht umgesetzt wird. Wie auch in der Bundesregierung.

  • So ein Koalitionsvertrag ist eigentlich regelmäßig rechtsunwirksam, handelt es sich bei diesem doch stets um einen Vertrag zu Lasten Dritter, nämlich des Bürgers und Steuerzahlers.

  • Gegessen wird, was der Wirt (pun intended) auf den Tisch stellt: Schwarz-Rot-Bunt oder Rot-Schwarz-Bunt — der Bürger hatte keine freie Wahl.

    • Wieso hatte der Bürger keine freie Wahl ? ERKLÄRUNG !!

      • Der Bürger hatte selbstverständlich eine freie Wahl.
        Nur wird stets das Wahlergebnis von den Parteien ignoriert.
        Nach so einer Wahl müsste die Sieger-Partei sich die andernen Parteien einzeln ansehen und als Koalitionspartner dann die Partei wählen, mit der die größte Schnittmenge in den Themen besteht.

        Eigentlich ganz einfach, nur wählen die Sieger stets die Partei als Koalitionspartner mit den wenigsten Schnittmengen. Wie irre ist das denn?

  • Ampel 2.0 in RLP.
    Wählerwanderung in RLP von den anderen Parteien hin zur AfD: CDU 40000, SPD 35000, FW 12000, FDP 10000 und selbst 4000 ehemalige Grüne- Wähler wählten die AfD. 64000 ehemalige Nichtwähler entschieden sich ebenfalls für die AfD. Infratest Dimap.
    Tagesspiegel: Rheinland-Pfalz: AfD bei Wählern unter 45 Jahren stärkste Partei.
    Fazit: Die Zukunft gehört der AfD!

  • Eins ist klar was bei den Koalitionsverhandlungen rauskommt: …maximale Politik gegen die eigene Bewölkung…

    • Vorbild ist der Bund, CDU hat gewonnen, SPD hat das Sagen.
      Hat den Vorteil, dass die Bürger in Rheinland-Pfalz sich nicht umgewöhnen müssen.

  • Unterm Strich am Ende ein weiter so nur mit neuen Schweinen am gleichen Trog !
    Deutschland ist eine einzig große Farm der Tiere !

  • Ewig gestrig ? Damit hatten sie doch recht ! So wie die SPD auch.

    So schlimm kann das CDU-Trauma nicht sein, wenn sie jetzt in Koalitionsverhandlungen eintreten. Der Fleischtopf will schließlich obszön schmatzend ausgefressen werden.

  • Koalition = Bildung einer kriminellen, demokratie- und verfassungfeindlichen Vereinigung. Wenn im Vorfeld schon die „Abstimmergebnisse“ festgelegt werden, ist das kriminell und es gibt nur Scheinabstimmungen, da daß Ergebnis lange davor beschlossen wurde !

  • Der Trog, aus dem die Schweine fressen, ist immer der gleiche. Es sind nur die Schweine, die wechseln.
    © Albert Buntenbroich (*1958), deutscher Satiriker

  • Diese 2 Parteien die Deutschland zum „Abschuss“ freigegeben haben, klammern sich weiter an die Macht! Deutschland ist mittlerweile deren Beute und wird von denen bis zum letzten Tropfen Blut ausgesaugt!!

  • Völlig egal was diese Kleptokraten beschließen. Eine Landesregierung des Niedergangs. Jetzt noch soviel raffen wie geht.

  • Es ist egal wen man wählt aus der DEP Partei- DeutscheEinheitsPartei- alle Parteien zusammen außer AFD bilden diese Neue SED- CDUCSUSPDB90LINKEBSWFDPFW- alle vereint in ihrem Hass und Hetze gegen die AFD und mit kaum Unterschiede im Programm- links-Grün-rote Politik ohne Ende- die Parteiendiktatur ist hier in Berlin , in allen Landeshaupstädten , in Brüssel- vielleicht ändert sich etwas im Osten in September aber die DEPs – die Mitglieder der DEPPartei- werden mit aller Macht versuchen- zusammen mit den Leitmedien und Justiz- das regieren der AFD zu verunmöglichen – dann gibts Fake News , Verbrechen werden Konstruiert die es nicht gab, Wahlen werden manipuliert, usw, usw- das Parteienkartell wird nicht kampflos die Macht an die AFD weitergeben- sogar die Kirchen sind jetzt dabei die AFD zu diffamieren als linientreue Staatsgebilde

    • Jeder Wahlberechtigte hat doch ein HIRN mit auf den Lebensweg bekommen und hatte demnach die Möglichkeit. die AfD zu wählen. Worüber lamentieren sie?

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