Werbung:

Klinikum Lippe

„Sie haben dem Ruf der Klinik geschadet“ – so hat die AfD-Kandidatin ihre Kündigung als Kinderchirurgin erlebt

Nachdem ihre AfD-Kandidatur bekannt wurde, kündigte das Klinikum Lippe der Kinderärztin Svetlana Spirina fristlos. Wie die Kinderchirurgin jetzt in einem Interview schildert, warf man ihr vor, „dem Ruf der Klinik geschadet“ zu haben.

Von

Nachdem ihre AfD-Kandidatur bekannt wurde, kündigte das Klinikum Lippe Svetlana Spirina fristlos (Symbolbild). (IMAGO/Independent Photo Agency Int.)

Werbung

„Jetzt packen Sie Ihre Sachen und gehen raus“ – mit diesen Worten wurde der Kinderchirurgin Svetlana Spirina vom Klinikum Lippe in Detmold fristlos gekündigt, nachdem ihre Kandidatur für die AfD bekannt geworden war. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung schildert die Oberärztin jetzt die Hintergründe ihrer Kündigung.

„Sie müssen das verstehen, Sie haben dem Ruf der Klinik geschadet“, sollen die Verwaltungsmitarbeiter der Oberärztin bei der Überreichung der Kündigung erklärt haben. Dabei sei es ihr so vorgekommen, als wäre ihren Mitarbeitern die Kündigung bereits bekannt gewesen. „Alle wussten schon Bescheid, nur ich nicht“, schildert Spirina.

Den Stein ihrer Kündigung ins Rollen gebracht haben soll eine E-Mail eines Kinderarztes aus dem Münsterland an das Klinikum am 22. August. Darin machte der Arzt das Krankenhaus darauf aufmerksam, dass Spirina für die AfD kandidierte, und bat das Klinikum um eine Stellungnahme. Daraufhin soll die Kinderärztin von der Leitung einbestellt worden sein. Allerdings verschwieg Spirina gegenüber dem Klinikum zunächst ihre AfD-Mitgliedschaft.

In einer darauffolgenden Mitteilung stärkte das Krankenhaus der Kinderärztin noch den Rücken. Konkret verkündete das Klinikum, dass das politische Engagement seiner Mitarbeiter „per Gesetz deren persönliche Angelegenheit“ sei. Für das Klinikum entscheidend sei „das Verhalten am Arbeitsplatz“. Als schließlich bekannt wurde, dass Spirina für die AfD kandidierte, konfrontierte die Klinik die Kinderärztin mit ihrer vorherigen Angabe in einem Fragebogen.

Ob ihre AfD-Kandidatur konkret der Grund für die Kündigung war, weiß Spirina nicht. Die Kinderchirurgin erklärt: „Die Klinik sagt, ich habe gelogen.“ Nun eine neue Stelle zu suchen, dazu sei sie „noch nicht bereit“. Spirina trat im September aus der AfD aus und erklärt nun gegenüber der Zeitung: „In meinem Leben wird es keine Politik mehr geben.“

Lesen Sie auch:

Immer wieder kam es nun schon zu Kündigungen von AfD-Kandidaten. So wurde erst im August der Spitzenkandidatin der AfD für den Kreistag Friesland und den Gemeinderat Wangerland, Martina Müller, von ihrem kirchlichen Arbeitgeber fristlos gekündigt. Die diakonische mission:lebenshaus gGmbH, eine hundertprozentige Tochter des maßgeblich staatlich finanzierten Vereins für Innere Mission in Bremen, begründete die Kündigung explizit mit der Kandidatur für die AfD. Das teilte der niedersächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Sichert in einer Pressemitteilung mit (mehr dazu hier).

sf

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

31 Kommentare

  • Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich auswandern. Als Kinderärztin nimmt sie jedes Land der Welt mit Kusshand, nur noch weg hier.

  • Ist es überhaupt erlaubt, dass ein Arbeitgeber nach einer Parteimitgliedschaft fragt?

    Okay, sie hat öffentlich kandidiert, da ist verschweigen irgendwie auch unsinnig, aber es geht ja ums Prinzip. Ein kommunales Krankenhaus ist ja kein Tendenzbetrieb wie ein kirchliches.

    • Die Frage nach einer Parteimitgliedschaft ist genauso unzulässig wie die Frage nach einer Schwangerschaft.

  • Schatten der 1930er…

    Sie waren wohl tatsächlich nie weg, sie haben sich nur gut verkleidet.

  • Wenn das politische Engagement der Mitarbeiter per Gesetz deren persönliche Angelegenheit ist, wieso stehen dann Fragen zur politischen Betätigung überhaupt im Fragebogen?

  • Die 1933 Jahre sind zurück.

    • Die üben schon für (20)33!

    • Ach was, wir sind offen und
      vielfältig! Es gibt bestimmt einen
      syrischen Kinderdoktor:in oder
      somalischen Medizinmann:in,
      ohne Deutschkenntnisse, dafür
      mit der richtigen Religion.

  • „Das Klinikum Lippe ist eines der größten kommunalen Krankenhäuser in Deutschland und Teil des Universitätsklinikums OWL der Universität Bielefeld.“ Damit doch offenbar keine private Einrichtung, sondern eine öffentliche? Darf man da nach parteipolitischen Gesichtspunkten entlassen?

    • Natürlich nicht. In einer Demokratie muss man andere Meinungen aushalten können.

    • Was für eine erbärmliche Handlung dieses Krankenhauses, schämt euch, pfui, widerlich.

  • Am 28. Januar 1972 einigten sich Bund und Länder auf den sogenannten Radikalenerlass. Daraufhin wurden Bewerberinnen und Bewerber sowie Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in der Bundesrepublik jahrelang auf ihre Verfassungstreue hin überprüft.

  • Ich würde mich ans Arbeitsgericht wenden, zurück in die Klinik klagen und dann gegen Geldentschädigung einen Auflösungsvertrag unterschreiben.
    So eine Behandlung geht einfach nicht.

  • Zählt das Grundgesetz nicht mehr ?!?

  • Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren. Alter Legionsspruch noch aus dem römischen Reich.

    „Marche ou crève“ (deutsch: „Marsch oder stirb“) ist ein berühmter Wahlspruch und Sinnbild der französischen Fremdenlegion (Légion étrangère), der den unerbittlichen Willen zum Durchhalten unter extremen Bedingungen beschreibt. Quelle Google AI.

    • Das kann man nur, wenn auch
      die Familie hinter einem steht.
      Ist die Familie ängstlich oder
      Kinder, die in der Schule gemobbt
      werden, vorhanden?

  • Ob die Kandidatur Grund für die Kündigubg ist weiss die Ärztin nicht und tritt trorzddm aus dwr AfD aus? Das klingt alles recht unausgegoren. Eine fristlose Kündigung wegen der Kandidatur zu einer Partei dürfte vom Arbeitsgericht wohl nicht akzeptirt werden. Statt einzuknicken empfehle ich einen auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt zu nehnen.

    • Der Austritt aus der AfD könnte ein gravierender Fehler sein. Sie verliert die Unterstützung und Solidarität der Partei und ihrer Mitglieder. Nebenbei bemerkt, die AfD wächst und die Gegenseite verliert eine Wahl nach der anderen.
      Wie sagen nochmal die Amerikaner: Never change a winning team!

    • Das kann man nur, wenn auch
      die Familie hinter einem steht.
      Ist die Familie ängstlich oder
      Kinder, die in der Schule gemobbt
      werden, vorhanden?

  • Das sind Methoden in unserem Land, die an dunkeste Zeiten erinnern. Man kann sich nur noch für unser Land schämen.

  • Ich denke wir brauchen so dringend Ärzte?Oder müssen die muslimischen Hintergrund haben ? Ich hoffe sie klagt diese Heuchler in Grund und Boden

    • Das hoffe ich auch. Das geht nicht durch und bringt eine saftige Entschädigung.

  • Unfassbar. Exakt wie DDR.
    ‚Klassenfeinde‘ werden ausgemerzt.

  • Alles sehr mysteriös, existiert die Peron überhaupt und warum zeigt sie sich nicht?
    Jedes Gericht würde der Klinik die Kündigung um die Ohren schlagen, deshalb sehr verwegen die ganze story.

  • Purer Faschismus, widerwärtig!

    Ich wüsche Frau Spirina alles Gute! Der Wind hat sich in Deutschland längst gedreht…

  • Das sind die westliche Werte, für welche in der Ukraine das Blut stromt…

  • ● Meinung und böser Sarkasmus ● ist das Klinikum Lippe noch immer im NSDAP-Geist unterwegs? Wurde in Lippe die Entnazifizierung geschwänzt? Gilt in Lippe noch immer Sippenhaft und Sündenbock gegen die politische Opposition wie vor über 90 Jahren, oder wird für 2033 schon geübt? Möge das Klinikum zu Lippe der leeren Kassen der KV zum Opfer fallen.

  • des Kaisers neue Kleider:
    die „Neuen“ Faschisten heißen: Linke, Grüne, SPD = Hamas

  • diese Kündigung ist so was von offensichtlich nicht rechtmässig.
    Die Frau sollte sich freuen, das Gehalt bekommt sie weiter und wohl ein fette Abfindung.

  • Kauft nicht bei Juden,Berufsverbot für Ärzte,1933 ist zurück.Das ist aber auch kein Wunder ,Lippe war schon immer eine Hochburg der Nazi’s und die Verwaltungsmitarbeiter des Klinikums Lippe schreiten wieder voran.

Werbung