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Melitta

Seit 1799 in Produktion: Kaffeefilter-Weltmarktführer muss Papierfabrik dichtmachen

Weltmarktführer Melitta schließt eine traditionsreiche Papierfabrik in Mecklenburg-Vorpommern – mehr als 200 Jahre Produktionsgeschichte enden dort. Grund sind hohe Energiekosten und bürokratische EU-Vorgaben. Über 100 Beschäftigte sind von der Schließung betroffen.

IMAGO/Zoonar

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Die Papierfabrik der Melitta-Gruppe in Neu Kaliß, Mecklenburg-Vorpommern, wird zum 31. März geschlossen. In dem Werk wurden nach Angaben der Unternehmensgruppe vor allem Spezialpapiere hergestellt, darunter Tapetenvliese, Kaffeefilterpapier sowie Bier- und Tassendeckchen, Krepppapiere für den Dentalbereich und Großbäckereien sowie sogenannte Verdunsterpapiere.

Die Wurzeln der Fabrik reichen laut t-online bis ins Jahr 1799 zurück. Ab 1871 wurde dort Papier maschinell produziert. Der Standort blieb trotz aller historischen Zäsuren – von den Weltkriegen bis hin zur Enteignung – durchgehend in Betrieb. Nach der Wiedervereinigung übernahm die Melitta-Unternehmensgruppe 1992 die Anlagen in Neu Kaliß und setzte die Produktion von Spezialpapieren fort.

Im Rahmen der Schließung werden nun insgesamt 115 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Eine Insolvenz wurde laut Unternehmensangaben nicht angemeldet. Die Melitta-Gruppe betreibt weiterhin weltweit Produktionsstätten und wirtschaftet profitabel – insgesamt 59 Standorte auf fünf Kontinenten, darunter Produktions- und Vertriebsstätten in Europa, Südamerika, Asien und den USA.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Minden, Nordrhein-Westfalen, ist Weltmarktführer im Bereich Kaffeefilter. Die Produkte sind in 86 Ländern erhältlich. Abgesehen davon hat sich Melitta auch auf Haushaltsprodukte und verwandte Konsumgüter spezialisiert.

Ursachen für die Fabrikschließung sind Medienberichten zufolge eine seit Jahren angespannte Geschäftslage. Konkretere Angaben liegen bislang nicht vor, weitere Details will die Melitta-Gruppe in den kommenden Tagen veröffentlichen.

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Letztlich dürfte die Fabrik in Neu Kaliß jedoch unter denselben wirtschaftlichen Problemen gelitten haben wie weite Teile der heimischen Papierindustrie, so etwa unter den gestiegenen Rohstoffpreisen: Altpapier und Zellstoff, die für die Papierherstellung unverzichtbar sind, verteuerten sich seit der Corona-Krise massiv, unter anderem infolge gestörter Lieferketten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts stieg der Preis für Zellstoff von Januar bis September 2021 um rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Altpapierpreise im Großhandel lagen sogar um 222 Prozent über dem Vorjahresniveau. In den folgenden Jahren schwankten die Preise zwar, befanden sich jedoch langfristig weiter in einem Aufwärtstrend.

Auch hohe Energiepreise sowie ausufernde Bürokratie auf EU-Ebene haben die Branche zuletzt stark unter Druck gesetzt. Besonders problematisch wirkt sich die sogenannte EUDR-Verordnung, auch als Entwaldungsverordnung bekannt, aus. Die Vorgaben, die seit 2025 für Großunternehmen gelten und ab Juni 2026 auch für kleine und mittlere Unternehmen verbindlich werden, verfolgen das Ziel des Waldschutzes.

Sie verpflichten Papierhersteller dazu, detaillierte Nachweise über die Herkunft des für Papier-, Karton- und Zellstoffprodukte verwendeten Holzes zu erbringen. Dabei muss sichergestellt werden, dass das Holz legal beschafft wurde und nicht aus Entwaldung stammt. Problematisch sind dabei insbesondere die engen Fristen sowie die hohe Komplexität der Informationsweitergabe entlang der Lieferkette.

Hersteller müssen äußerst präzise Angaben liefern, darunter exakte Geolokalisierungsdaten der Produktionsflächen sowie Belege zu Erntezeitpunkt, Produktbezeichnung und weiteren Details. Für Papierhersteller entstehen dadurch erhebliche Mehrkosten und ein deutlich erhöhter Zeitaufwand.

Erschwerend kommen weitere Vorgaben zur Kontrolle von Lieferketten auf EU-Ebene hinzu, etwa im Rahmen der CSDDD, ebenso wie die Verpackungsverordnung (PPWR). Nicht zuletzt hat auch die Digitalisierung der Papierindustrie dieser zuletzt stark zugesetzt. Sie führte in den vergangenen Jahren zu einem massiven Nachfragerückgang.

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die am deutschen Standort bestehen, sind neben der Fabrik der Melitta-Gruppe zuletzt vermehrt auch andere Papierhersteller unter wirtschaftlichen Druck geraten. Erst im Dezember war die traditionsreiche Papierfabrik Feldmühle aus Uetersen in die Insolvenz gerutscht. Das Unternehmen stellte seit dem Jahr 1904 Papier her (Apollo News berichtete).

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95 Kommentare

  • Hoffentlich wissen die entlassenen Beschäftigten, wo sie ihr Kreuz bei der nächsten Wahl zu machen haben.

    • CDU,der Aufschwung kommt bald,ehrlich war ich schwöre!

  • Sind jetzt auch die Hersteller von Klopapier in Gefahr? Wird demnächst das 5-lagige Klopapier eingestellt zugunsten der 2-lagigen Version? Muß bald die Bildzeitung wieder „Rest-verwertet“ werden oder gar die SZ?

    • Die grosse Lösung wäre ja beidseitiges Klopapier gewesen.
      Mit dieser GeschäftsIdee bin ich aber überall abgeblitzt 🙁

      • Dabei liegt der Vorteil auf der Hand!

        • Im wahrsten Sinne des Wortes …. 😀

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        • Genau!

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      • Klopapier als Schärpe,einfach weiter ziehen

      • Man hätte vielleicht erstmal ein ‚Pilot-Projekt‘ (1-lagig) starten können – mit ‚Probebetrieb‘ im ‚Hohen Hause‘ links der Brandmauer.
        Für die unerschrockenen ‚Schwefelbuben‘ bliebe dann allenfalls noch die ‚bedruckte‘ Porträt-Version: ‚Habeck-4-lagig-soft’…

    • Die werden die altbewährte Methode aus Indonesien einführen, einen Eimer mit Wasser und eine Schöpfkelle während Indonesien schon bald japanische Luxustoiletten einführt.

      • Früher gab es doch mal sen Trick mit em Strassenbahn Fahrschein .Finger durchstecken ,ablecken usw. Aber heute gibt es ja keine Fahrscheine mehr, möglichererweise auch bald keine EU…

    • Schon passiert. Bei ALDI SÜD gibt’s jetzt das „günstige 3-lagige“ Toilettenpapier aus der Slowakei. Vorher kam es von wechselnden Anbietern in NRW.
      Die Energiewende wirkt… Noch Fragen?
      P.S.: An alle, die sagten „Russland und Osteuropa rettet uns nochmal den Arsch!“: Ihr hattet recht. Allerdings weiß ich nicht ob das auch genau so wörtlich gemeint war… 😉

    • Bei dem geistigen Dünnschiss den heute die etablierten Politiker von sich geben, ist Klopapier jetzt schon rar! Und man schaue sich an, das die CDU Geigen dem Diktator Günther noch bei seinen Lügen Märchen applaudieren, dann wird einem nur noch schlecht!

  • Danke Robert.

    • Die Firma ist nicht in Schwierigkeiten. Sie kann nur nichts mehr verkaufen!

    • Der Robert hat auch einen Nachfolger, der nichts geändert hat.

  • Zuletzt überlebte das Werk sogar den Zusammenbruch der DDR – aber die BRD hat ihm dann den Rest gegeben. Einfach nur schlimm.

  • Die NGOs haben bestimmt noch Stellen zu vergeben.

  • Kaffee ist Luxus und Luxus gefährdet das Weltklima.
    Und so kann es nach rotgrüner Auslegung nur richtig sein, dass die Melitta-Bude dicht macht.

    • Der Kaffee beim einkaufen ist wahrscheinlich noch zu billig, jetzt schafft man einfach das Filterpapier ab.

    • @Hildegard:
      „Die modernen Kaffeemaschinen brauchen keine Filter mehr.“
      Die ersten „Bäckerei-Cafés“ bieten neben Automaten- auch wieder Filterkaffee an.

      • Kleidung kann man auch selber nähen. Pullover selber stricken.
        Obst und Gemüse aus dem Garten.

        • Obst und Gemüse aus dem Garten werden sie auch schon sehr bald verbieten, ebenso eigene Hühner oder Kaninchen etc. und auch sonst alles, was man selber machen kann und nichts dafür bezahlt wird. Bei den Hobbyanglern haben sie schon mal begonnen.

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        • Und Wasser aus der Leitung, aber nur wenn es Strom gibt.

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      • handgefilterter Kaffee ist nach wie vor am besten und da mit kochendem Wasser aufgebrüht am hygienischsten.
        Der schon nach wenigen Brühvorgängen entstehende Biofilm und Schimmel in den Maschinen ist eklig und höchst ungesund.

        • „Obst und Gemüse aus dem Garten werden sie auch schon sehr bald verbieten,“ Verbieten wohl nicht ,aber wenn Du dann eine Möhre erntest ,muss per App die Länge, der Durchmesser und das genaue Datum der Verwertung gemeldet werden und wie es geschmeckt hat. Die Gartenbesitzer werden auch bald mit einer Drohne ständig beobachtet ,und wer die die Regel verletzt muss mit einer harten Strafe rechnen. Es geht ja auch darum ,dass die bald abgehalfterten ex Politiker künftig einen gut bezahlten Job bekommen, in Brüssel vor einem Bildschirm sitzen und alles beobachten

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    • Ausserdem ist Filterkaffee sowas von Rechtsssss! Kann weg. Was bleibt eigentlich noch von D übrig wenn all das plus Porsche und Co weg sind? Ein Klima-Kalifat.

      • hildegard,
        ist doch aehnlich wie beim bargeld.
        viele wollen es behalten, zahlen aber trotzdem ueberall mit karte.

        in vielen laendern findet man in den meisten supermaerkten schon seit jahren keine filtertueten mehr, da kapsel- und vollautomaten das haendische filtern verdraengt haben.

        -15
        • Komischerweise stört sich da niemand am Plastikmüllaufkommen.

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    • Die modernen Kaffeemaschinen brauchen keine Filter mehr. Ich nutze sie auch nur noch für andere Zwecke.
      Gehört leider auch zur Wahrheit dazu. Manchmal werden Produkte auch von anderen Produkten verdrängt.

      -21
      • Die meisten nutzen die Kunststoffnetzfilter nur so lange, bis irgendjemand sie auf die Gesundheitsrisiken durch Mikroplastik hinweist…

  • Die wollen uns in Europa eh zu Teetrinkern umprogrammieren. Das warme Wasser kommt aus der Wasserleitung (Solarbetrieben) und man braucht nur noch ein Tee-Ei. Alles Klimaneutral.

  • Schon wieder Klima gerettet in Deutschland.

  • Es gibt auch Dauerfilter für die Kaffemaschine.

    -12
  • Die EUDR wurde zwar um ein Jahr auf den 30.12.26 verschoben und auch entschärft. Z. B. Muss die DDS nur durch den Erstinverkehrbringer erstellt werden. Aber Bürokratie gibt es dennoch genug.

  • Hauptsache „wir“ sind ein „reiches Land“ und ein „sicherer Hafen“, wenn auch ein bisschen pleite. Aber wen kümmert das schon ?

    Vielleicht haben die bei Melitta einfach nur „schlecht gewirtschaftet“ ? (Sarkasmus off)

  • „Ursachen für die Fabrikschließung sind Medienberichten zufolge eine seit Jahren angespannte Geschäftslage“

    Das heisst ganz klar und deutlich, dass die Firma schon längere Zeit Probleme hat.
    Die können hausgemacht sein und/oder auch eine Ursache drin haben, dass die Produkte nicht mehr in ausreichender Menge vom Markt gebraucht werden.

    -19
    • Oder ganz einfach (aufgrund der vielen Freihandelsabkommen) irgendwo billiger gepresst werden als in Deutschland.

      „darunter Produktions- und Vertriebsstätten in Europa, Südamerika, Asien und den USA.“
      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

    • Wir bewegen uns auch schon seit Jahren in Richtung Planwirtschaft und Sozialismus.
      Alles Hausgemacht in Berlin und Brüssel.

  • Na Leute, wie gefällt euch CO2 neutral ?

  • So langsam geht es Schlag auf Schlag, erst gestern, die Kinderspielzeug Kette Rofu ist Insolvent, fast 2000 Mitarbeiter bangen um ihren Job!

  • EU und die Sanktionen gegen Russland plus unsere Umweltpolitik und Bürokratie sind ein durchschlagender Erfolg.

  • Rofu hat auch Insolvenz angemeldet. Bosch-Siemens schließt Werke.

    Hilfe, wir brauchen Fachkräfte!

  • Melitta Filtertüten und die Papierwaren sind doppelt und dreifach so teuer wie vergleichbare Produkte.
    Filtertüten von dm oder Discounter sind genauso gut.
    Entwicklung am Markt verpennt.

  • Produktive Arbeitsplätze sind eh überbewertet

    • Die können doch dann „Sozialarbeiter „werden ,davon werden doch noch Viele gebraucht ,damit die Asyl Anträge richtig und in deutscher Sprache ausgefüllt werden..

  • Ich gehe dann schon mal Klopapier auf Vorrat kaufen. Das harte Russenpapier aus Ostzeiten habe ich nie vergessen.

    • Du hättest ja auch lieber einen Strassenbahn Fahrschein nehmen können ,weicher und lecker…

  • Was von Napoleon über Hitler bis hin zur sozialistischen Mißwirtschaft der DDR keiner schaffte, die EU und die Agenda 2030 schaffen es!

  • ..nach Angaben des Statistischen Bundesamts.. – ich hab erst “ satanischen Bundesamtes“ gelesen 🙂

    • Bei uns in Wiesbaden heisst es seit jeher ‚Buddhistisches Standesamt‘. Bei den Beschäftigten bisweilen auch ‚Sadistisches Bundesamt‘.

  • Ich trinke ja nun keinen Kaffee (bin Tee Trinker) aber haben die von Melitta nicht eh verloren seit es die Krönung gibt…. Keine eigentlich niemanden der Melitta trinkt…. Und Kaffee Filter brauchen auch die meisten nicht die trinken Sächsischen Kaffee oder die Kapseln….

  • Politisch motiviert.

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