Eng vernetzt
Russland oder Israel? Epsteins verdächtige Nähe zu Geheimdiensten – und was dazu in den Akten steht
Die Epstein-Files geben viel Anlass zu Spekulationen über Geheimdiensttätigkeiten Epsteins. Klar scheint: Mit vielen Nachrichtendiensten war er bestens vernetzt, staatliche Akteure nahmen seine Dienste als „Fixer“ in Anspruch.
In den Epstein-Akten finden sich diverse Verweise auf Geheimdienstverbindungen – was zu den wildesten Spekulationen Anlass gibt. Ob russische, israelische oder britische Geheimdienste: Wer suchet, der findet. Oftmals das, was die eigenen Vorurteile bestätigt. Manche stürzen sich gerne auf geheimdienstliche Verbindungen nach Moskau, andere auf Verbindungen nach Jerusalem. Beides wird in den Akten mit haufenweise Indizien unterfüttert, die gleichzeitig aber oft bloß genau das sind: Indizien, Verdachtsmomente und Anschuldigungen.
Dennoch zeichnen die Epstein-Akten unbestreitbar das Bild eines international bestens vernetzten Mannes, der auch mit staatlichen Akteuren oder ihren prominenten Vertretern enge Verhältnisse pflegte. Enge Kontakte pflegte Jeffrey Epstein unter anderem mit dem ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak. Die Schriftwechsel zwischen dem Sexualstraftäter und dem Politiker lassen zweifellos auf ein enges Verhältnis der beiden schließen – über tausend Mails tauschten sie offenbar miteinander aus. Noch im April 2019 drückte Barak in einer E-Mail seine Verbundenheit mit Epstein aus.
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Barak nannte Epstein in einem gemeinsamen E-Mail-Verkehr mit Hamad bin Jabor Al Thani, einem Mitglied der katarischen Dynastie, einen „guten Freund“ – der Sexualstraftäter hatte mit diesem Mailverkehr den Kontakt zwischen beiden hergestellt. Der ehemalige israelische Premierminister und Epstein waren auch Geschäftspartner: Bemerkenswert ist dabei das Unternehmen Carbyne, ein israelisches Tech-Startup, das Produkte für Notfalldienste entwickelt und etwa die Kommunikation zwischen dem Notruf und Anrufern verbessern möchte.
Epstein investierte 2015 etwa ein bis zwei Millionen Dollar in Carbyne über eine Limited Partnership mit Barak, der selbst eine ähnliche Summe investierte und auch als Vorstandsvorsitzender fungierte. Weil laut Medienberichten viele ehemalige israelische Geheimdienstler für das Unternehmen arbeiten und es mitgründeten, gerät das Unternehmen jetzt in den Fokus derer, die die Epstein-Akten nach Hinweisen auf eine vermeintliche israelische Agententätigkeit durchforsten.
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Viele von ihnen beziehen sich auf ein weiteres Fundstück in den veröffentlichten Akten: Ein FBI-Bericht aus dem Herbst 2020 enthält die Behauptung, Epstein sei „als Spion unter Barak ausgebildet worden“. Dies wird als Aussage einer „vertraulichen menschlichen Quelle“ bezeichnet. Die Quelle sei laut Bericht zu der Überzeugung gelangt, dass Epstein „ein vom Mossad kooptierter Agent“ sei. Der Bericht des FBI-Büros in Los Angeles beschreibt auch behauptete russische Kontakte. Das FBI selbst bestätigt all diese Behauptungen allerdings nicht – es sind die Darstellungen einer einzelnen, geheim gehaltenen Quelle, deren Glaubwürdigkeit offen bleibt.
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Robert Maxwell verstarb 1991 unter mysteriösen Umständen – er verschwand von seiner Yacht, sein Leichnam wurde nackt im Meer vor den Kanarischen Inseln aufgefunden. Im Todesermittlungsverfahren wurde ein Herzinfarkt mit anschließendem Ertrinken als Todesursache festgestellt. Dabei konnten sich drei Gerichtsmediziner nicht auf eine genaue Festlegung einigen. Für Epstein war dieser Tod offenbar kein Zufall.
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Unter dem Betreff „he was passed away“ (in etwa: „er wurde verstorben“) schrieb Epstein an einen geschwärzten Empfänger: „Robert Maxwell bedrohte den Mossad. Er sagte ihnen, dass er alles, was er für sie getan habe, öffentlich machen werde, falls sie ihm nicht 400 Millionen Pfund geben würden, um sein zerbröckelndes Imperium zu retten.“
Belege dafür gibt es nicht. Auch Maxwells Tochter Ghislaine sowie einer ihrer Brüder haben in der Vergangenheit öffentlich erklärt, sie glaubten, ihr Vater sei ermordet worden. Robert Maxwell wurde in Jerusalem prominent bestattet – an seiner Beerdigung nahm ein Who-is-Who der israelischen Politik- und Geheimdienstwelt teil, unter anderem mehrere ehemalige Geheimdienstchefs und Premierminister.
Ghislaine Maxwell war von ihrem Vater nach New York entsandt worden, um dort als „Statthalterin“ seines Medienimperiums ein internationales Medium zu leiten. Robert Maxwell hatte 1991 auch die New York Daily News erworben. In den Kreisen der New Yorker Stadtelite lernte Ghislaine Jeffrey Epstein kennen – die beiden waren seit den frühen 90ern bis ins Jahr 2000 ein Paar.
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Ein eindeutiger Beweis für eine israelische Geheimdiensttätigkeit Epsteins selbst findet sich noch nicht. In E-Mails mit Ehud Barak besteht Epstein scheinbar darauf, dieser solle klarmachen, dass Epstein „nicht für den Mossad arbeite“ – der Satz ist mit einem Smiley versehen. Es gibt viele solcher undurchsichtigen, vermeintlichen Hinweise, die dieses oder auch das genaue Gegenteil bedeuten könnten.
Unbestreitbar ist, dass Epstein als „Fixer“ für israelische Interessen tätig wurde. Beispielhaft sticht aus den Akten etwa eine Übereinkunft zwischen dem Staat Israel und der Mongolei hervor, bei der Epstein offenbar als „Backchannel“, als geheimer Kanal für Kommunikation, diente. Auch Epsteins Geschäftsfreund Ehud Barak war beteiligt.
Bei der Übereinkunft ging es um den Austausch von Sicherheitstechnik. Das Portal Drop Site News hatte dies bereits im Herbst vergangenen Jahres auf Basis von geleakten E-Mails berichtet. Tatsächlich kam eine solche Übereinkunft 2017 zustande, drei bis vier Jahre nach Epsteins und Baraks Engagement in der Sache. Ebenso finden sich Hinweise auf eine ähnliche „Backchannel“-Tätigkeit im Rahmen einer Übereinkunft zwischen Israel und der Elfenbeinküste.
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Epsteins heiß diskutierte Russlandkontakte
Auch Epsteins Kontakte nach Russland und zu Russen werfen Fragen auf – im Gegensatz zu den vermuteten Verbindungen nach Israel werden diese auch breit medial rezipiert. Nicht zu Unrecht, denn die Russlandkontakte Epsteins waren durchaus umfangreich. Immer wieder flog Epstein nach Russland oder traf russische Diplomaten mit eindeutigem Geheimdienstbezug. Mindestens neun Visa sind den veröffentlichten Akten entnehmbar.
Es ist insbesondere eine seiner Russlandreisen, die den Verdacht füttert: Eine Veteranenorganisation der russischen Geheimdiensteinheit Wympel war in mindestens einem Fall im Jahre 2010 auf einem Dokument zur Beantragung einer Einreise nach Russland eingetragen. Im Antragsdokument für ein Visum Epsteins ist ein Besuch bei der Organisation als Ziel und Grund seiner Reise aufgeführt. Der Einheit Wympel, einer Abteilung des russischen Geheimdienstes FSB, werden unter anderem Verbindungen zum sogenannten Tiergarten-Mord nachgesagt, dem Mord am Russlandgegner und Tschetschenenkämpfer Selimchan Changoschwili im Berliner Tiergarten 2019. Der Mörder soll Verbindungen zu dieser FSB-Einheit gehabt haben.
Mehrmals könnte sich Epstein auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen haben. Seine Mails geben jedenfalls klare Hinweise darauf, dass solche Meetings zumindest angedacht waren. Ob diese Treffen zustande kamen, bleibt offen. Eine E-Mail vom 11. September 2011, die von einem Unbekannten (Name und Adresse geschwärzt) als Absender an Epsteins Postfach ging, besagt: „Ich habe mit Igor gesprochen. Er sagte, dass du ihm bei deinem letzten Besuch in Palm Beach von einem Treffen mit Putin am 16. September erzählt hattest und dass er sein Flugticket nach Russland schonmal buchen könnte, um ein paar Tage vor dir anzukommen.“ Dieser „Igor“ könnte laut einem beim FBI eingegangenen Bericht über ein Jahrzehnt der Bodyguard und auch Fahrer von Epstein gewesen sein.
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Hinweise auf ein weiteres geplantes Meeting finden sich 2014: In einer an Epstein gerichteten E-Mail schrieb der japanische Unternehmer und Risikokapitalinvestor Joi Ito, dass der amerikanische Milliardär und LinkedIn-Mitbegründer Reid Hoffman an einem geplanten Treffen nicht teilnehmen könne. An diesem Treffen habe auch Putin teilnehmen sollen. „Ich konnte Reid nicht überzeugen, seine Planungen zu ändern, um Putin mit dir zu treffen“, heißt es in dieser Mail wörtlich. Ob sich der Sexualstraftäter letztlich mit dem russischen Präsidenten traf und wie oft – das bleibt offen.
Final belegt und sicher ist all das nicht – und das Durcharbeiten der Millionen Dokumente, die das amerikanische Justizministerium veröffentlicht hat, dauert an. Ob Epstein also tatsächlich als Asset oder Agent direkt für diesen oder jenen Geheimdienst tätig war, kann man nicht sicher sagen. Belege für eine direkte Agententätigkeit finden sich nicht.
Auch die Behauptung, Epstein habe seinen Sexhandelsring und die entsprechenden Partys genutzt, um Kompromat gegen Mächtige zu sammeln und sie damit zu erpressen, lässt sich bisher nicht bestätigen. Unter anderem die britische Daily Mail hatte diese Behauptung unter Berufung auf nicht genannte, britische Geheimdienstquellen verbreitet: Epstein habe eine klassische KGB-„Honigfalle“ im Auftrag der Russen betrieben. Dafür finden sich keine Belege.
Wovon man aber ausgehen kann: Epstein war ein Fixer. Der Go-to-Mann, der Kontakte herstellte, Besorgungen erledigte, Probleme löste. Gut vernetzt und vertraut mit vielen: Viele politisch und anderweitig Prominente schienen regelrecht innig-persönlich mit dem New Yorker verbunden zu sein. Und Epstein wiederum war in alle Welt, zu allen möglichen Akteuren, verbunden. Eine lohnenswerte Adresse für Geheimdienste also. Klar scheint: Epstein nutzte Kontakte zu Geheimdiensten, etwa zum Mossad oder auch zum britischen MI6. Und auch staatliche Akteure profitierten umgekehrt von Epsteins weitem Netzwerk und seinen Fähigkeiten.
Freund werden
Freund von Apollo News werden
Ich denke, das ganze Netzwerk wurde zielgerichtet und systematisch aufgebaut, um einflussreiche Persönlichkeiten zu korrumpieren und erpressbar zu machen.
Mit der „Honigfalle“ haben Geheimdienste schon immer gearbeitet, sie funktioniert einfach prächtig.
Auf jeden Fall wird klar, dass Dinge herauskommen, die man sich in den wildesten Verschwörungstheorien nicht ausmalen konnte. Hoffentlich bleiben die Medien dran.
„die man sich in den wildesten Verschwörungstheorien nicht ausmalen konnte“
Die Leute um Trump haben Q-Anon auf Message Boards verbreitet.
ja, viele medien bleiben dran, insbesondere skandinavische.
von deutschen sollte man sich nicht zuviel erwarten.
das gilt auch, und aus bestimmten gruenden gerade, fuer AN.
Ich habe das Gefühl das Team Appollo News ist etwas zögerlich in dieser Causa…Angst?
Wieso ? Im Augenblick gibt es keine konkreten Hinweise auf Geheimdienste.
Bleiben wir bei den Fakten.
Nee, ist klar. Wer war Maxwell nochmal, der Vater von Gislaine?
Robert Maxwell ist vor Jahrzehnten verstorben. Ich weiß nicht was dieser Mann heute noch bedeutet.
Das steht groß und breit im Artikel – übrigens heißt die Ghislaine.
Von mir aus könnt Ihr Robert Maxwell auch zum Mossad-Chef schreiben, ich frage mich nur, was das bringen soll.
Dass Russland und andere wie China Kompromat-Material besitzen (woher auch immer) scheint mir gesichert. Das gehört zum kleinen Einmaleins jeden Geheimdienstes. Die wirklich spannende Frage ist doch : Was wurde gehandelt, wer hat es jetzt und was gedenkt er damit anzustellen?
Oder genauer gefragt : Warum lässt sich Trump von Putin so bereitwillig um den Finger wickeln?
„Die Ukraine liegt in der Verantwortung der Europäer“
Das’n Witz !
ja klar,
normalerweise waere ja zu erwarten, dass der geheimdienst mit entprechenden veroeffentlichungen weltweit auf seine aktivitaeten hinweist.
deshalb heisst er ja auch GEHEIMdienst, nicht wahr?
der M duerfte der maechtigste geheimdienst ueberhaupt sein.
fuer den ist nahezu nichts unmoeglich.
natuerlich angst.
nach unten rigoros loeschen, was ihnen angst einjagt, nach oben ungefaehrliche news ausgeben.
Nur Weil „Angst“ dich motiviert gilt das nicht für andere. Ein Einkommen und einen Platz als Hazpara Plärrer ist eine bequeme Existenz, und nur darum ging es seitdem Apollo existiert.
Auch EU- Europäer sollen bei den Gelüsten dabei gewesen sein. Waren darunter auch Fritz der BlackRocker und Elmar der öffentliche? Man wird ja mal fragen dürfen.
Zu kleine Lichter.
Deren Karrierevernichtung hätte keinerlei großpolitische Relevanz.
Die weltweit größte Relevanz hat im Moment Donald Trump.
Bei uns geht es weniger um Führungspersonen, sondern mehr um Parteien.
Merz und „Elmars“ gibts wie Sand am Meer.
„Man wird ja mal fragen dürfen“
Ne, denn du könntest diese Dokumente automatisch selbst durchsuchen. Du willst Gerüchte verbreiten, weil du es nicht verkraftet bekommst, dass „Fritz“ Deutschland regiert und über dich.
Tausende Beweise für Verbindungen nach Israel, nach Russland nur ein könnte sein und Aussagen des wenig glaubhaften FBI. Was ist da wohl wahrscheinlicher…..
Irgendwann kommt Apollo nicht mehr gegen die Tatsache an, dass Israel ein Außenbüro für Moskau ist. Die Unterschiede zu Compact sind sonst auch nicht groß.
Das ist halluzinierter Unsinn.
Alle Geheimdienste beschaffen Informationen jeglicher Art. Das ist quasi deren Produkt und dieses Produkt wird logischerweise auch gehandelt.
Was halluzinierender Unsinn ist, ist zu einem Sachverhalt der sich immer und immer wieder dokumentiert findet mit hypothetischen „Whataboutism“ zu antworten.
Bisschen kleiner hatten Sie es gerade nicht?
Die Welt funktioniert nicht in den kleinen Ausführungen die du verstehen könntest. Epstein Dokumente ist so sehr Beweis wie es nur geht aber das kapierste nicht. Welche Beweismittel würden da noch überzeugen. Argumentieren oder zum Nachdenken anzuregen wäre bei dir Zeitverschwendung.
Was rauchst du ?
Toller Troll. Rauchen. Kamin. Ich kapier schon.