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Blockheizkraftwerke

Anleger sollen um Millionen betrogen worden sein: Ermittlungen gegen Energiewende-Unternehmer

Das Unternehmen Isar-Amper Erneuerbare Energien GmbH warb mit Renditen für Blockheizkraftwerke, die Öko-Strom produzieren. Hunderte Privatanleger investierten ihr Erspartes. Nun ist das Unternehmen insolvent und die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs.

Die angeblichen Blockheizkraftwerke sollten mit Biogas betrieben werden (Symbolbild). (IMAGO/Jochen Tack)

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Das Unternehmen Isar-Amper Erneuerbare Energien GmbH warb damit, „den Markt für erneuerbare Energien für Jedermann zu erschließen“. Durch „lukrative“ Blockheizkraftwerke sollten Privatpersonen, die ihr Erspartes investieren, Geld verdienen. Doch das Unternehmen könnte seine Kunden betrogen und um Zehntausende Euro geprellt haben. Für einzelne Käufer droht ein Schaden von mehreren zehntausend Euro. Denn es könnte sein, dass sie nicht nur ihr bisher gezahltes Geld nicht wiederbekommen, sondern noch obendrauflegen müssen.

Die Firma warb in einem Prospekt von 2014 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als Sicherheit: Denn Netzbetreiber seien laut EEG verpflichtet, Strom aus erneuerbaren Energien vorrangig abzunehmen, und Vergütungen müssten für zwanzig Jahre gezahlt werden. Man warb mit „20 Jahren Sicherheit“. Allerdings bestand der Anspruch auf die Vergütungen nur, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt waren.

Wie die Staatsanwaltschaft Nürnberg gegenüber Apollo News bestätigte, werden „derzeit umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbsmäßig begangenen Betrugs“ gegen vier Verantwortliche des Unternehmens geführt. Weitere Details wollte man wegen der laufenden Ermittlungen nicht nennen. Zuerst hatten die Nürnberger Nachrichten über das Thema berichtet.

Bei seinem mutmaßlichen Betrug soll das Unternehmen auf ein Schneeballsystem gesetzt haben, wie es in einem Schreiben des Insolvenzverwalters Harald Schwartz heißt, das Apollo News vorliegt. Personen konnten einzeln oder in Gruppen ein Blockheizkraftwerk (BHKW) von der Isar-Amper Erneuerbare Energien GmbH kaufen. Das gekaufte BHKW wurde dann an Isar-Amper verpachtet, die sich auch um die Wartung kümmern wollte. Die Einnahmen aus dem erzeugten Strom sollten in Form von festen monatlichen Auszahlungen an die Käufer gehen.

Ein BHKW produziert aus Gas mittels eines Gasmotors und eines Generators Strom. Dazu kann Erdgas, Flüssiggas oder Biogas verwendet werden. Die Isar-Amper Erneuerbare Energien GmbH warb in ihrem Prospekt von 2014 für ein Modell, das einen „Wirkungsgrad von über 90%“ habe. Da das Unternehmen Ökostrom erzeugen wollte, hätte es Biogas verwenden müssen.

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Das Ziel: Am Ende haben die Käufer mehr Geld, als sie in die Anlage investiert haben. In einem Prospekt des Unternehmens aus dem Jahr 2014 werden mehrere Modelle vorgerechnet: Für ein Leistungspaket von zwei Kilowatt soll ein Bruttobetrag von 5.590 Euro gezahlt werden. Nach 20 Jahren soll man dann insgesamt 10.000 Euro bekommen haben. Die monatliche Auszahlung liegt bei 41,67 Euro. Beim 40-Kilowatt-Paket müsste der Käufer einen Bruttobetrag von 99.960 Euro zahlen und würde nach Ablauf von zwanzig Jahren insgesamt rund 182.000 Euro haben. Die monatliche Auszahlung beträgt 759,33 Euro.

Doch für viele Anleger wurde daraus ein Verlustgeschäft. Denn das Unternehmen beantragte am 29. Juli 2025 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dieses wurde am 17. März 2026 eröffnet. Auch ein Insolvenzverwalter wurde eingesetzt. Dessen Sichtung des Unternehmens führte zu einem verheerenden Ergebnis: Nur eine Handvoll Blockheizkraftwerke produzierte überhaupt Strom. Viele Geräte standen in irgendwelchen Lagerhallen, ohne Wartung und ohne Aussicht, schnell an einem Standort angeschlossen werden zu können.

Wie der Insolvenzverwalter Schwartz gegenüber Apollo News mitteilte, gab es insgesamt 59 Kommanditgesellschaften, die formal für Blockheizkraftwerke bezahlt hatten. Bei einer Kommanditgesellschaft haften die einzelnen Kommanditisten nur in begrenzter Höhe und nicht mit ihrem gesamten Privatvermögen. Doch von den 65 vorhandenen Blockheizkraftwerken konnten lediglich 21 überhaupt Kommanditgesellschaften zugeordnet werden. Von den 65 BHKW produzierten zum Zeitpunkt der Insolvenz lediglich elf Strom, allerdings defizitär, wie der Insolvenzverwalter mitteilte.

An einem Standort, an dem ein BHKW hätte Strom produzieren sollen, wurde keine Anlage gefunden. Über 40 Geräte standen in Lagerhallen. Einige hätten gewartet werden müssen, und die Gewerbehaftpflichtversicherung war seit Monaten abgelaufen, wie aus einem Schreiben des Insolvenzverwalters Schwartz hervorgeht, das Apollo News vorliegt.

Die Schulden der Firma belaufen sich laut dem Insolvenzverwalter auf 32 Millionen Euro. Das Vermögen der Firma beträgt weniger als eine Million Euro, wie Apollo News von Schwartz erfuhr. Die Anleger werden also ihr Geld nicht wiederbekommen. Bisher sollen sich über 170 Anleger beim Insolvenzverwalter gemeldet haben, die im Durchschnitt 8.000 Euro investiert haben, wie die Nürnberger Nachrichten berichteten. Eine Person soll sogar eine Gläubigerforderung von 400.000 Euro gegenüber Schwartz erhoben haben.

Doch nicht nur das bereits bezahlte Geld ist verloren. Denn es könnte passieren, dass die bereits ausgezahlten Monatsgewinne wieder zurückgezahlt werden müssen. Wie der Insolvenzverwalter Schwartz argumentiert, handele es sich nämlich nur um Scheingewinne. Da viele Anlagen gar nicht in Betrieb waren und somit keinen Gewinn erwirtschaften konnten, wurde einfach das Geld von anderen Käufern als vermeintlicher Gewinn an vorherige Käufer ausgeschüttet. Diese Scheingewinne hätten laut dem Insolvenzverwalter gar nicht ausgezahlt werden dürfen.

„Grundsätzlich müssen alle Betroffenen Scheingewinne zurückzahlen. Das hängt auch mit dem Gleichheitsgrundsatz zusammen: Denn es wäre unfair, wenn eine Person die Scheingewinne behalten kann und eine andere Person den vollständigen Verlust tragen muss“, so der Insolvenzverwalter Schwartz gegenüber Apollo News.

Ein Mann, der sich nach Informationen von Apollo News mit rund 80.000 Euro an einem Blockheizkraftwerk beteiligte, sieht sich nun damit konfrontiert, dass er 20.000 Euro an bisher ausgeschütteten vermeintlichen Gewinnen zurückzahlen muss. Dagegen will er juristisch vorgehen. Er ist der Ansicht, dass er vom Unternehmen noch Geld bekommen müsste, weil die beim Kauf gezahlten 80.000 Euro noch nicht vollständig durch Gewinnausschüttungen ausgeglichen seien.

Die Isar-Amper Erneuerbare Energien GmbH versprach, durch Ökostrom finanzielle Gewinne für viele ermöglichen zu können. Doch für diejenigen, die dem Angebot vertrauten, dürfte nur der finanzielle Ruin bleiben.

Der Fall ist indes kein Einzelfall. Immer wieder versuchen Betrüger, im Bereich der erneuerbaren Energien Geld zu machen. So gab es ab 2021 einen Prozess gegen zwei Vorstände der Göttinger Erneuerbare Energien Versorgung (EEV) sowie gegen weitere Mitarbeiter. Sie sollen 500 Anleger um rund sechs Millionen Euro gebracht haben, weil sie falsche Versprechen über einen geplanten Windpark und ein Biomasseheizkraftwerk gemacht haben, wie die dpa berichtete. 2022 wurde Hendrik Holt zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er erfundene Windparks verkaufte und damit zehn Millionen Euro machte. Zuletzt war er im offenen Vollzug in Berlin, floh von dort nach Dubai und wurde dort im September 2026 festgenommen, wie der RBB berichtete.

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7 Kommentare

  • Meiner Meinung nach werden solche, nennen wir sie mal, grüne Unternehmungen mit unfassbar innovativen Ideen, oftmals gegründet um Staatssubventionen, oder wie hier Anlegergelder, abzugreifen, um dann insolvent zu gehen…

  • Die Energiewende begann mit dem Trickbetrüger, der von einer Kugel Eis sprach. Seitdem haben sich viele die Taschen voll gemacht und Deutschland die höchsten Energiepreise der Welt.

  • Egal wo man hinsieht, nur noch Betrüger unterwegs. Wem soll man da noch trauen?
    Diese Geschäftsleute sind nur noch ekelhaft. Ich traue keinem Menschen mehr. Alles Lügner und Betrüger

    • Das nennt man Kleptokratie ! Auch als Herrschaft der „Zivilgesellschaft“ in „Unserer Demokratie“ Systemischen Linksextremen oder Sozialistischen Regierungs. und Wirtschaftssystem bekannt .

      Immer und Grundsätzlich die letzte Vorstufe vor allgemeiner Verelendung Armut Diktatur Willkür und Unterdrückung .

  • Anleger sollen um Millionen betrogen worden sein !
    Warum sollte es den Anlegern besser ergehen als den Steuerzahlern ?

    Das ganze Erneuerbaren Energiesystem ist betrug und ein Schneeballsystem !

    Um Die geisteigen Ausdünstungen eines bekannten grünen omnipotenten Masterminds der Energie Volks und Finanzwirtschaften zu zitieren !

    Das Geld ist ja nicht weg !! Das haben jetzt nur andere .

  • Erneuerbare Energien gibt es aus physikalischen Gründen nicht und „erneuerbare Geldquellen“ wie man sieht auch nicht.
    Was es jedoch seit jeher gibt sind Betrüger, die Folgen sieht man hier.

  • Grünes Gangstertum. Grüner Filz. Die Moralisten von einst stehen nun selbst am moralischen Pranger.

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