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Porsche meldet Gewinn-Plus – doch der Schein trügt, und der Stellenabbau geht weiter

Die deutsche Automobilindustrie steht so stark unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht. Ausgerechnet der Stuttgarter Luxus-Autobauer Porsche meldet nun scheinbar positive Zahlen für das erste Halbjahr. Doch tatsächlich sinkt auch hier der Absatz weiter.

Porsche ist Teil des Volkswagen-Konzerns. (IMAGO/Joko)

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Der Stuttgarter Sportwagenbauer hat für das erste Halbjahr 2026 positive Finanzkennzahlen vorgelegt. Doch der Schein trügt. Wie die gesamte deutsche Automobilindustrie steht das Unternehmen unter enormem finanziellem Druck und will massiv Stellen abbauen (Apollo News berichtete).

Die allein aus Porsche bestehende VW-Markengruppe „Sport Luxury“ erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2026 ein operatives Ergebnis von 1,35 Milliarden Euro, nach 1,01 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum – ein Plus von rund einem Drittel. Der Volkswagen-Konzern führt diese Entwicklung auf die Neuausrichtung im Vorjahr, einen starken Preis- und Modellmix sowie geringere Belastungen aus Rückstellungen zurück.

Der Umsatz sank hingegen um fünf Prozent auf 17,3 Milliarden Euro. Auch der Absatz fiel im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf 122.306 Fahrzeuge. Mit Ausnahme des Heimatmarkts Deutschland, wo der Rückgang mit sechs Prozent vergleichsweise moderat ausfiel, verzeichnete Porsche in allen Regionen zweistellige Verluste. Besonders schwer wog der Absatzeinbruch in China: Dort brachen die Auslieferungen um 32 Prozent auf 14.501 Fahrzeuge ein.

Doch der leicht gestiegene Gewinn ist damit keineswegs eine gute Nachricht – insbesondere, wenn man einen Blick auf die Finanzzahlen des Vorjahres wirft. Das operative Ergebnis war im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwei Drittel eingebrochen.

Der Blick auf das Gesamtjahr 2025 fällt sogar noch ernüchternder aus: Der operative Gewinn des Porsche-Konzerns sackte um 92,7 Prozent von rund 5,3 Milliarden Euro auf lediglich 413 Millionen Euro ab. Die operative Umsatzrendite fiel von 14,1 Prozent im Jahr 2024 auf nur noch 1,1 Prozent. Gleichzeitig sank der Umsatz von rund 40,1 auf 36,3 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund wirkt das Halbjahresplus des Jahres 2026 wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Es holt den Autobauer nicht aus der Krise, sondern verdeutlicht vielmehr, wie stark der Luxushersteller inzwischen unter Druck steht.

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Auch der Verlauf der vergangenen Quartale bestätigt das Bild einer strukturellen und anhaltenden Schwäche. Bereits im ersten Quartal 2026 war das operative Ergebnis von 762 Millionen Euro auf 595 Millionen Euro gesunken. Gleichzeitig ging der Umsatz um 5,2 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurück, während die operative Umsatzrendite von 8,6 auf 7,1 Prozent fiel.

Der Kern des Problems liegt am deutschen Standort selbst: Hohe Energiekosten, eine ausufernde Bürokratie sowie eine im internationalen Vergleich hohe Steuer- und Abgabenlast machen es den deutschen Herstellern zunehmend unmöglich, Fahrzeuge – insbesondere Elektroautos – zu einem marktfähigen Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten.

Der Hintergrund für den anhaltenden Finanzdruck bei Porsche liegt in erster Linie im massiv forcierten und dennoch schleppenden Hochlauf der Elektromobilität. Porsche hat große Summen in den Ausbau seines Elektroauto-Portfolios investiert, doch die Modelle erfreuen sich nicht der erhofften Nachfrage – vor allem aufgrund der überstarken chinesischen Konkurrenz und der inhärenten Schwächen der Elektro-Technologie.

Ein Sinnbild für die Elektrokrise bei Porsche ist der vollelektrische Taycan, der einst als Flaggschiff der Elektrostrategie des Stuttgarter Premiumherstellers galt. Der Absatz des Taycan brach im Geschäftsjahr 2025 um 40,2 Prozent ein.

Chinesischen Herstellern wie BYD, SAIC oder Geely gelingt es, hochwertige Premium-Elektroautos zu deutlich günstigeren Preisen anzubieten als ihre deutschen Wettbewerber. In der Folge bricht die Nachfrage nach deutschen Elektrofahrzeugen, vor allem in China, aber auch auf dem Weltmarkt deutlich ein – was Hersteller wie Porsche wiederum zunehmend unter erheblichen finanziellen Druck setzt.

Dass chinesische Wettbewerber günstiger produzieren können, liegt vor allem an den unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der jeweiligen Standorte. Während die Betriebskosten in Deutschland sehr hoch sind, ist in China das Gegenteil der Fall. Energie und Löhne sind dort deutlich günstiger, zugleich sind die Regulierungen und die bürokratische Belastung geringer als in Deutschland.

Hinzu kommt, dass die deutsche Automobilindustrie mit einer kontinuierlich steigenden Steuer- und Abgabenlast konfrontiert wird, während chinesische Unternehmen von steuerlichen Entlastungen und staatlichen Subventionen profitieren. Nahezu jedes Industrieunternehmen im Reich der Mitte wird von der Kommunistischen Partei Chinas finanziell bezuschusst.

Auf die enttäuschenden Geschäftszahlen der vergangenen Jahre will Porsche mit weitreichenden Sparmaßnahmen reagieren. Der Konzern hat inzwischen offiziell ein erweitertes Paket mit Stellenstreichungen bekannt gegeben. Bis 2035 sollen weitere 5.000 Stellen abgebaut werden, nachdem im Vorjahr bereits der Abbau von 3.900 Arbeitsplätzen beschlossen worden war. Auch beim Gehalt der Beschäftigten soll es Einschnitte geben.

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5 Kommentare

  • Was will ein baldiges 3.Welt-Land wie Dummland noch mit Porsche-Fabriken?
    Wären nicht Eselskarren und Fahrräder die bessere Alternative?

    • Ja, die sollten besser wieder in Fahrrädern machen. Das hat hier Zukunft. Grüne wollen auch Porsche fahren 😉

  • EILMELDUNG: Massive Einstellungsoffensive bei BYD. Tausende neue Stellen wegen steigender weltweiter Nachfrage.

  • Die Autos sind einfach nicht mehr gut genug.

    Schaut euch mal einen Xiaomi SU7 an und was der kostet – von einem Porsche erwarte ich, dass er mehr kann als eine chinesische Reisschüssel. Nur, wo bleibt dieses Auto?

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