Werbung:

Stuttgart-Zuffenhausen

Bye-bye, Bugatti – Porsche verkauft sämtliche Beteiligungen

Einst galten Rimac und Bugatti Rimac als wichtige Bausteine der Elektrostrategie von Porsche. Nun verkauft der deutsche Sportwagenbauer sämtliche Anteile. Rund eine Milliarde Euro fließen nach Stuttgart. Der Schritt folgt auf ein katastrophales Geschäftsjahr 2025, in dem es zu einem massiven Gewinneinbruch kam.

Die Porsche AG vollzieht den Verkauf ihrer Anteile an Bugatti Rimac und an der Rimac Group. (IMAGO/ZUMA Wire)

Werbung

Der Volkswagen-Konzern muss an allen Ecken und Enden sparen – und jetzt trifft es auch die Luxustochter Porsche. Nur wenige Tage, nachdem der VW-Aufsichtsrat den sogenannten „Zukunftsplan 2030“ mit weiteren 50.000 Stellenstreichungen unterzeichnet hat (mehr dazu hier), vollzieht die Porsche AG den Verkauf ihrer Anteile an Bugatti Rimac und an der Rimac Group. 

Konkret gibt Porsche zwei Pakete ab: 45 Prozent am Gemeinschaftsunternehmen Bugatti Rimac, unter dessen Dach die französische Luxusmarke Bugatti und der kroatische Elektrohersteller Rimac Automobili firmieren, sowie 20,6 Prozent an der Muttergesellschaft Rimac Group. Beide Beteiligungen, sowohl an Bugatti Rimac als auch an der Rimac Group, werden vollständig an ein von HOF Capital geführtes Konsortium veräußert. Zu diesem gehören BlueFive Capital aus Abu Dhabi als größter Investor sowie eine Gruppe institutioneller Investoren aus den USA und der EU.

Porsche erlöst dabei rund eine Milliarde Euro. Einen Teil davon, rund 250 Millionen Euro, will der Stuttgarter Autobauer zur weiteren Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen nutzen. Die Verträge waren bereits am 24. April unterzeichnet worden, die kartellrechtlichen Freigaben zogen sich jedoch über den Sommer.

Nun endet also die 2018 begonnene strategische Beteiligung an Rimac, mit der der Stuttgarter Sportwagenbauer einst plante, sein Geschäft für Batterie- und elektrische Hochleistungsantriebe auszubauen. Das Joint Venture Bugatti Rimac hatten Porsche und die Rimac Group im Jahr 2021 gegründet. Für Bugatti bedeutet der Eigentümerwechsel auch das endgültige Ausscheiden aus dem Markenverbund des Volkswagen-Konzerns, zu dem Porsche gehört.

Bemerkenswert ist der Ausstieg ein wenig, denn die Rimac Group ist längst kein Garagen-Start-up mehr, sondern gut organisiert. Porsche gibt letztlich Beteiligungen an einem ambitionierten Unternehmen ab, das durchaus Zukunftsperspektiven hat. Neben Bugatti Rimac mit seinen Hypercars gehören auch Rimac Technology, das als Tier-1-Zulieferer unter anderem die Batteriesysteme für den neuen BMW i7 liefert, sowie die Speichersparte Rimac Energy zur Unternehmensgruppe.

Lesen Sie auch:

Außerdem ist Rimac an dem Robotaxi-Dienst Verne beteiligt, der gerade so richtig durchstartet. Seit dem 8. April können Menschen in der kroatischen Hauptstadt Zagreb autonome Fahrten per Verne-App buchen und bezahlen. Damit hat Verne früher als viele europäische Konkurrenten den Sprung vom Testbetrieb zum Marktangebot geschafft. Die Ambitionen sind groß. Es sollen Expansionen nach Großbritannien und Deutschland folgen und schließlich weitere Märkte in Europa und im Nahen Osten erschlossen werden.

Dass Porsche den Ausstieg sowohl aus der Rimac Group als auch aus Bugatti Rimac nun dennoch vollzieht, wird intern damit begründet, dass man sich künftig stärker auf das Kerngeschäft fokussieren will. In einem schwierigen Marktumfeld soll der Sportwagenbauer schlanker, agiler und profitabler werden.

Die Zahlen bestätigen, wie stark Porsche derzeit unter Druck steht. Das Geschäftsjahr 2025 war extrem enttäuschend. Das operative Ergebnis brach von 5,64 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf nur noch 90 Millionen Euro ein – ein Minus von mehr als 98 Prozent. Die operative Umsatzrendite fiel von 14,1 auf 1,1 Prozent. Auch die Absätze gingen stark zurück. Im Geschäftsjahr 2025 setzte der Porsche-AG-Konzern 265.663 Fahrzeuge ab. Dies entspricht einem Absatzrückgang von 15,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Hinter dem finanziellen Einbruch stehen u. a. außerordentliche Aufwendungen von rund 3,9 Milliarden Euro. Der größte Posten, rund 2,4 Milliarden Euro, entfällt auf die Neuausrichtung der Produktstrategie und die Verkleinerung des Unternehmens – im Kern die Rückkehr zu Verbrenner- und Hybridmodellen, nachdem der Hochlauf der Elektromobilität deutlich schwächer verlief als geplant.

Dass in Stuttgart-Zuffenhausen gespart wird, ist jedoch nichts Neues. Vor allem beim Personal hat Porsche in jüngster Vergangenheit starke Einschnitte bekannt gegeben. Erst im Februar 2025 kündigte Porsche an, bis 2029 rund 1.900 Stellen in der Region Stuttgart abzubauen. Hinzu kamen rund 2.000 befristete Verträge, die nicht verlängert wurden. Diesen Juli folgte das sogenannte „Zukunftspaket‟, das Vorstand und Gesamtbetriebsrat unter Beteiligung der IG Metall aushandelten. Demnach sollen bis 2035 weitere 5.000 Stellen an den Standorten Zuffenhausen und Weissach wegfallen. Insgesamt summiert sich der Jobabbau in den kommenden Jahren damit auf rund 8.900 Arbeitsplätze.

Auch die verbleibende Belegschaft muss jedoch Einschnitte hinnehmen. Das Weihnachtsgeld wird künftig von bis zu 100 auf 60 Prozent eines Monatsentgelts gekürzt, mobiles Arbeiten von zwölf auf acht Tage im Monat reduziert. Im Managementkreis und bei den Beschäftigten im Anwendungsbereich des Porsche-spezifischen Entgeltrahmens werden von der aktuellen Tariferhöhung und künftigen Tariferhöhungen insgesamt temporär 3,5 Prozent bis 2035 einbehalten. Das obere und das Topmanagement verzichten 2027 und 2028 auf einen wertgleichen Beitrag bei der Erhöhung der Grundvergütung. 

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

22 Kommentare

  • Schade um Porsche, schade um VW, schade um die deutschen Marken. Schade um D. Es ist vorbei.

    12
    • So ist es leider. Jetzt muss es nur noch der Dumm-Michel schnallen, er hat nämlich in der Wahlzelle den Stift in der Hand. Setzt er das Kreuz erneut bei der linksextremen Einheits-Partei, ist es endgültig vorbei.

      2
  • immer wieder „interessant“ das „Investoren“ Unternehmen kaufen, die eigentlich „tot“ sind und ziemlich sicher keine Rendite versprechen . . .

    13
    • Es rentiert sich überall nur nicht mehr in deutschland

      8
    • Das ist eine gute Frage. Wahrscheinlich wird weit unter Wert verkauft und die Käufer verkaufen oder verwerten die Einzelsparten bzw. Anlagen (Maschinen).

      2
  • Bald verkauft Porsche nur noch Leistungen über die Ingenieurs Tochter an die Militär Industrie . Diesen Weg geht ja gerade VW !

    12
    • Demnächst im Showroom: Der Neue Kübelwagen.

      6
    • damit laesst sich fuer alle am meisten geld machen.

      man muss nur das kriegsgeschehen auf der welt immer am koecheln halten.

      darin sind einige zeitgenossen national und international ja nicht ungeuebt.

      1
  • Kurz vor dem endgültigen Untergang wird noch das Tafelsilber verhökert….
    Wird auch Zuffenhausen zum Kriegszielpunkt, wenn sie statt Autos auf Militärtechnik umstellen wie in Osnabrück?

    0
  • Mir sagte ein Verkäufer: Porsche hat durch das Durchdrücken der Grünen- Ideologie die eigenen Produkte sabotiert, zudem schickt es sich nicht mehr damit vorzuführen. Der Ruf des Cayenne soll ziemlich geschadet haben, zu teuer, Goldkettchenfahrer, usw. … sicher etwas dran …

    0
  • Das kommt dabei heraus, wenn aus Antriebstechnik Ideologie wird, weil man linker, politischer Idiotie folgt.

    26
    • porsche und bugatti sind halt nicht des einfachen buergers alltag.

      gefragt sind kleine, guenstige modelle. so zb dieses hier:

      Lichtblick für den krisengeschüttelten Autogiganten Volkswagen: Der neue Elektro-Kleinwagen ID. Polo ist kurz nach dem Verkaufsstart bereits auf Monate hinaus ausverkauft.

      fuer einfache wege, job, einkauf, arzt und enge parkplaetze ist soetwas fuer die meisten ausreichend und gerade noch erschwinglich.

      https://www.blick.ch/auto/news_n_trends/hoffnung-fuer-kriselnden-vw-konzern-neuer-id-polo-ist-auf-monate-hinweg-ausverkauft-id22241160.html

      -3
      • Für die meisten ist ein E-Auto einfach unpraktisch, Stichwort Laternenparker oder Winterhalbjahr. Und ja, für Singles ist so etwas ausreichend, evtl. auch für Pärchen. Aber sobald man in den Urlaub will, Langstrecken, Gepäck, Ski/Snowboard oder Kinder kommen, ist es nur noch ein Zweitwagen. Dann lieber gleich nur ein Auto, dafür was passendes.

        4
      • Lol weil gerade die Luftpumpen vom Blick irgend eine Ahnung haben…

        0
  • Der krachende Rimac-Ausstieg zeigt überdeutlich: Posche hat die eigene Kundschaft völlig aus den Augen verloren. Wer bitteschön kauft sich für viel Geld einen Elektroporsche? Ein echter Sportwagen lebt von Emotionen, Sound und dem legendären Boxermotor – nicht von einer lautlosen, tonnenschweren Batterie auf Rädern.

    Das Stuttgarter Management hat sich von einer realitätsfernen Politik treiben lassen, anstatt auf die eigenen Fans zu hören. Die Quittung dieser Schnapsidee folgte prompt mit einem massiven Gewinneinbruch. Die jetzt erlöste Milliarde ist kein Erfolg, sondern das Schmerzensgeld für einen hausgemachten, ideologischen Irrweg. Wer am Kunden vorbeiproduziert, ist am Ende selbst schuld!

    Die Rückkehr zum Boxermotor zeigt jedenfalls, dass Stuttgart die Lektion verstanden hat. Erst wenn man wieder Autos für die eigenen Fans baut und nicht für die Brüsseler Politik, schlägt auch das Herz von Porsche wieder im richtigen Takt!

    4
  • Da VW auf Rüstung und Batterie auf 4 Rädern, dank linksgrün und gekauften CEOs setzt, braucht es Tafelsilber nicht.

    Man hat ja das wirksame kriminelle Subventionsmodell im „Portfolio“, das eben Millionengehälter und Staatsaufträge und tw. Beschäftigung garantiert, würden manche hinweisen.

    Und wie vor mehr als 90 Jahren plant man vielleicht nun den „Elektro-Porsche-Panzer“.

    Ein Wagen der NICHT für das Volk gebaut bzw. von jenem gewollt ist, verdient eben nicht die Bezeichnung.

    Aber „KdF-Wagen“ (Kraft-durch-Freude) ist schon belastet und daher passender
    „KdS-Wagen“

    Konstruktion
    dank
    Subvention.

    4
  • Irgendwann hocken die Politiker auf ihren fetten Pensionen und das Volk schlägt sich mit der Lebenshaltung herum. Wir haben ja auch noch genug der Tafeln lt. F. Merz!

    0
  • Pferdrari, Maserati, Aston oder doch wieder nen Benz? Borschsche sehen nich aus und sind viel zu teuer… gut, nen 917 würd ich nehmen tsehehe

    0
  • Ich begeife eins nicht: WIE konnten die Firmenführungen – egal welche Industriesparte – diesen linken Irrsinn mitmachen?
    Unbegreiflich! Dummheit war es nicht – doch was dann?

    0
  • Wichtig
    Weiter grün rot wählen , obwohl die CDU auch dazu gehört 🤮🤮🤮
    Sowas kommt von sowas 🤷‍♀️

    0
  • Alle Autohersteller sind in finanziellen Schwierigkeiten weil der Markt gesättigt ist. Auto war mal. Das Auto hat keine Zukunft. Der Verbrenner schon gar nicht. Wenn die Dieselboomer endlich abgetreten sind kann man die Konzerne endlich auflösen und die Betriebsrente streichen.

    -9
    • soweit wird es kommen.

      der markt ist selbst in china gesaettigt, deren haldenproduktion wir untergejubelt kriegen.

      die energiefressenden kriege derzeit tun ihr uebriges, um den untergang der verbrenner zu beschleunigen.

      niemand wundert sich mehr darueber, dass es an internationalen gemeinschaftlichen versuchen fehlt, die kriegstreiber auf diplomatischem weg zur maessigung zu bringen.

      schliesslich betreiben alle laender agenda 2030.

      mehr oder weniger offenkundig freuen sie sich alle darueber, wie wunderbar glatt und flott das ziel von der abschaffung der verbrenner zum umstieg aufs e-auto nun fast von selbst ablaeuft.

      0

Werbung