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Neues Mega-Terminal in Wilhelmshaven: So baut Deutschland für Chinas Auto-Offensive

Chinas Autobauer expandieren mit rasantem Tempo nach Deutschland. Nun soll in Wilhelmshaven ein neues Hafen-Terminal entstehen, das vor allem die wachsenden Importe von BYD, Geely und Co. bewältigen soll. Chinas Vormarsch erreicht damit zunehmend auch Deutschlands strategische Infrastruktur.

Importierte Neuwagen von BYD und MG aus China stehen auf einem Parkplatz im Hafen von Wilhelmshaven. (IMAGO/Jochen Eckel)

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China verschafft sich zunehmend Einfluss auf die deutsche Wirtschaft – und das auf verschiedensten Wegen: zum einen durch die massive Ausweitung seiner Exporte, zum anderen durch die Übernahme deutscher Unternehmen und auch durch die Sicherung heimischer Infrastruktur. Wie weit diese Entwicklung inzwischen reicht, zeigt ein aktuelles Großprojekt an der Nordseeküste.

In Wilhelmshaven planen die staatliche Hafengesellschaft Niedersachsen Ports (Nports) und die schwäbische Mosolf-Gruppe aus Kirchheim unter Teck, einer der größten Fahrzeuglogistiker Europas, derzeit ein neues Hafenterminal zu errichten – gebaut wird es in erster Linie für die wachsenden Autoimporte chinesischer Hersteller wie BYD, Geely und MG.

Die Dimensionen des Vorhabens sind beachtlich. Etwa zwölf Kilometer nördlich des JadeWeserPorts – des modernen Containerhafenbereichs des Wilhelmshavener Hafens – soll das Terminal mit einer bis zu 900 Meter langen Kaikante entstehen. Errichtet wird die Anlage von der staatlichen Hafengesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts), Mosolf will sie anschließend langfristig pachten.

Wie Mosolf-Vorstandschef Patrick Oestreich im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärte, könnte das Planfeststellungsverfahren gegen Ende 2026 starten. Der Bedarf an neuen Kapazitäten ist offenkundig: Mosolf wickelt nach eigenen Angaben rund 70 Prozent der deutschen Fahrzeugimporte aus China ab – und diese wachsen bekanntlich von Jahr zu Jahr. Bislang wurden diese unter anderem über den Wilhelmshavener Innenhafen mit rund 35.000 Stellplätzen umgeschlagen.

Das Konzept hinter dem neuen Terminal umfasst weit mehr als nur ein paar neue Parkplätze am Meer. Die Fahrzeuge sollen per Roll-on/Roll-off-Frachter direkt aus Fernost eintreffen und vor Ort für den europäischen Markt vorbereitet werden. An Land geht es dann nicht allein um das Zwischenparken – die Zulassungsunterlagen und die vorgeschriebene Straßenausrüstung sollen dort vorbereitet werden.

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Anschließend sollen die Fahrzeuge über bestehende Gleisanlagen ins Hinterland transportiert werden: Bereits heute rollen monatlich 8.500 bis 9.000 Fahrzeuge per Bahn von Wilhelmshaven zu drei Mosolf-Verteilzentren in Süd- und Ostdeutschland. Eine weitere Besonderheit des neuen Terminals: Nicht nur Autos sollen dort abgefertigt werden. Geplant ist die Schaffung eines sogenannten „Multipurpose-Terminals‟, das auch Rotorblätter für Offshore-Windräder und militärische Güter umschlagen kann.

Für Mosolf ist das Projekt Teil einer großangelegten Expansionsstrategie. Der Familienkonzern, der laut Oestreich zuletzt 767 Millionen Euro Jahresumsatz erzielte, will bis 2030 die Milliardenmarke knacken. Vor diesem Hintergrund prüft das Unternehmen derzeit auch die Verknüpfung mit dem indischen Markt. Die potenzielle Schaffung eines „India-Middle-East-Europe-Korridors‟ für den Fahrzeugtransport wird in Erwägung gezogen.

Wie stark sich der Exportdruck durch chinesische Autobauer zuletzt ausgeweitet hat, zeigen die Zulassungszahlen. In den ersten sieben Monaten 2026 kamen chinesische Marken in Deutschland auf über 70.000 Neuzulassungen und rund vier Prozent Marktanteil – fast eine Verdopplung gegenüber dem Gesamtjahr 2025, in dem sie auf 2,2 Prozent kamen.

Angeführt wird die Offensive in erster Linie von BYD: Der Konzern erreichte bis Juli 31.492 Neuzulassungen – mit einem Marktanteil von rund 1,8 Prozent – und übertraf damit sein gesamtes Vorjahresergebnis von 23.306 Fahrzeugen. Parallel dazu wächst das Händlernetz ungebremst: Von 26 Standorten Anfang 2025 ist es inzwischen auf über 200 ausgeweitet worden.

Die Expansionspläne von BYD für die nächste Zukunft sind ambitioniert. Bis Jahresende sollen es mindestens 350 sein. Außerdem sollen ab dem vierten Quartal erste Modelle aus dem neuen ungarischen Werk in Szeged vom Band rollen. Kurze Zeit später könnten die ersten zollfreien Fahrzeuge dann auf den deutschen Markt kommen und BYD erneut einen starken Wettbewerbsschub verschaffen.

Schon jetzt gelingt es der „Build Your Dreams“-Firma jedoch durch die Umstellung auf den Export von Hybridfahrzeugen, die seit Oktober 2024 geltenden EU-Zusatzzölle auf chinesische Elektroautos zu umgehen: Rund die Hälfte der Verkäufe entfällt inzwischen auf Plug-in-Hybride (PHEV), für die die Abgaben nicht gelten. Der PHEV-Anteil im BYD-Deutschland-Mix lag im Januar 2026 nach BYD-Eigenangaben bei 40,6 Prozent.

Auch andere chinesische Hersteller bedienen sich dieser Ausweichstrategie. Im Juni 2026 stammte mehr als jeder dritte in Europa zugelassene Plug-in-Hybrid aus chinesischer Produktion – 34 Prozent. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass aus Politik und Wirtschaft nun der Vorstoß kommt, neue Zölle auf Plug-in-Hybride zu erheben (mehr dazu hier).

Besonders radikal expandiert derzeit unter anderem auch der chinesische Hersteller Xpeng. Bis Juli wurden 4.610 Fahrzeuge neu zugelassen – verglichen mit 2.991 im gesamten Jahr 2025. Allein im Juli verbuchte der Hersteller 1.253 Neuzulassungen und ließ damit sogar Tesla deutlich hinter sich: Die US-Marke kam im selben Monat auf lediglich 367 neu zugelassene Fahrzeuge.

Letztlich reiht sich das neue Projekt in Wilhelmshaven in ein größeres Muster ein: beim Zugriff auf deutsche Infrastruktur ist China bereits seit längerem aktiv. Ausgerechnet vor Ort investierte das Staatsunternehmen China Logistics bereits 2020 rund 100 Millionen Euro und sicherte sich per Erbbaurechtsvertrag etwa 20 Hektar im Güterverkehrszentrum des JadeWeserPorts – in unmittelbarer Nachbarschaft des nun geplanten Mosolf-Terminals. Es ist deutlich erkennbar und keine bloße Theorie, dass sich China zunehmend Einfluss an Deutschlands größtem Tiefwasserhafen sichert.

Außerdem interessant: Seit 2023 hält die staatliche Reederei Cosco 24,99 Prozent an der Betreibergesellschaft des Hamburger Containerterminals Tollerort. Der Einstieg des Konzerns wurde damals von der Bundesregierung gegen ausdrücklichen Widerstand aus dem Wirtschaftsministeriums genehmigt. Ein politisches Verständnis für Außenwirtschafts-Strategie scheint es auf politischer Ebene noch immer nicht zu geben.

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14 Kommentare

  • Deutschland finanziert seine eigenen Feinde, wie man auch hier sehen kann.

  • Die Chinesen haben mit ihrem Zwang zu Joint Ventures mit chinesischer Mehrheit den Markt in China geöffnet, aber dafür gesorgt, dass Sie auch einen Vorteil haben. Jetzt haben Sie einen riesigen Handelsbilanzüberschuss mit Europa. In Deutschland ist dagegen „nach mir die Sintflut“ zum Staatsziel geworden. Jeder denkt an sich selbst und versucht sich dann irgendwie privat zu retten.

  • Wenn es den nur ein Mega-Terminal auf unsere Kosten für Chinesische Wirtschaftsdominanz wäre !
    Wir bauen denen auch noch für 100 Milliarden eine Ladeinfrastruktur und Subventionieren deren E Autos auch noch .
    Die Automobilindustrie wir unweigerlich den Weg der Unterhaltungselektronik Handy Haushaltgeräte LED Solaranlagen Windkraftanlagen und Computerindustrien usw gehen .

    Wie Dumm ist unsere Politik eigentlich ? Ist sie wirklich dumm ? oder läuft alles nach Plan ?

    Aber am Ende muss jeder Altparteienwähler sich selber Frage : Wer ist der größere Narr ? Der Narr oder der der ihm folgt ?

  • Na, geht doch. Da soll noch einer jammern, die Deutschen wären starr, langsam, bürokratisch, etc.. Positive Beispiele gefällig? Abbruch von funktionstüchtigen Kernkraftwerken, verspargelung der Landschaft mit Windrädern, Bau der dazu notwendigen Anfahrtswege in oft geschützte Waldgebiete (mit den Netzen sieht’s ein ganz klein wenig anders aus)… – …die Reihe kann problemlos fortgesetzt werden. Es fehlt noch eine „Langstreckenhochspannungsleitung“ zu uns hier, der Batterie Südostasiens – um die Batterien der EV’s zu laden…. Wir erzeugen hier mit deutsch lizensierter, chinesischer Technik „ökologisch“ Energie (im Himalaja tun wir das auch – von den Ergebnissen für die Umwelt…). Wenn das erst mal alles funktioniert, dann hängen die Europäer am chinesischen Versorgungstropf wie die Chinesen im 19. Jahrhundert an den westlichen Opiumlieferungen. Wie die Europäer das bezahlen? Raten Sie alle mal… (Ironie aus!)

  • Danke an die ganzen Grünen und Altparteiverräter die die deutsche Autoindustrie zerstört haben.

    • Nicht nur die Autoindustrie ! Und sie hatten und haben immer noch die politisch Demokratische Mehrheit für ihr Handeln !

    • Vergessen Dir nicht, die Atombombe, UvdL/CDU, zu erwähnen.

  • Das ist wohl Maos „großer Sprung nach vorne“ von dem Merz sprach.

  • Anstatt diesem Chinamüll Tür und Tor zu öffnen sollte man auf diesen Schrott riesige Strafzölle erheben. Unsere Autoindustrie braucht Schutz, unsere Verbrenner sind die Zukunft und nicht dieser linksgrüne Elektrowahn.

  • Dummland – oder wie man eine Evolution rückabwickelt.

    Egal ob es gesellschaftlich, wirtschaftlich oder finanziell etc. betrifft.

  • Ich gönne es Wilhelmshaven. Die Stadt kann die zusätzliche Einnahmen sicher gebrauchen. Wenigsten für sie hat der Zusammenbruch der Republik einen kleinen Vorteil durch die Küstenlage und dem Platz im Umland.

  • Deutschland schafft sich ab!

  • Finde ich im Gegensatz zu manchen Mitforisten gut. Wir Verbraucher bekommen günstigere Autos vergleichbarer Qualität und den linksradikale Betriebsräte und Gewrrkschafter wählenden Belegschaften bei VW und Co bekommen endlich den nötigen Druck, aufzuwachen, nachdem sie sich 30 Jahre lang auf Kosten der anderen mit der Weichwährung Euro den Export haben subventionieren lassen.

  • Irre. Wir sind wohl die einzigen, die sich über die Auto-Konkurrenz freuen und die auch noch mit Freuden reinlassen. Aber das kennen wir ja schon seid zehn Jahren dass wir jeden Müll nehmen.

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