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Schleswig-Holstein

Netzbetreiber zum Küsten-Blackout: Fehlerhafte Klemme soll „Jahrhundert-Kurzschluss“ verursacht haben

Nach dem Stromausfall an der Nordseeküste mit 40.000 betroffenen Haushalten nennt der teilstaatliche Netzbetreiber eine mögliche Ursache. Die Schäden gehen in die Millionen. Doch bei der Schadensregulierung droht vielen eine böse Überraschung.

„Als Energieaufsicht schaue ich da sehr genau hin“, sagte Tobias Goldschmidt, Energiewendeminister von Schleswig-Holstein. (IMAGO/Agentur 54 Grad)

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Nach dem verheerendsten Stromausfall, den das Land Schleswig-Holstein jemals erlebt hat, ist der Wunsch nach Antworten groß. In einer Ausschusssitzung des Landtags lieferte der Netzbetreiber SH Netz am Mittwoch nun eine technische Erklärung dafür, wie es zu dem Blackout an der Nordseeküste gekommen sei. Doch so ganz überzeugt davon wirkten selbst die Vertreter des teilstaatlichen Unternehmens nicht. Derweil wird das Ausmaß der Schäden immer klarer und gewaltiger, und die Bürger können nur bedingt auf eine gerechte Entschädigung hoffen.

SH Netz und die Muttergesellschaft HanseWerk waren im Umwelt- und Agrarausschuss zu Gast. Von der Landesregierung nahmen Innenministerin Magdalena Finke (CDU) und Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) teil. Die FDP-Fraktion hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. Wie der technische Vorstand von HanseWerk, Benjamin Merkt, in der Sitzung erklärte, soll eine fehlerhafte Klemme an einer Hochspannungsleitung die Kettenreaktion ausgelöst haben. Merkt bezeichnete den Stromausfall in diesem Zusammenhang als „Jahrhundert-Kurzschluss“.

Merkt führt den Stromausfall auf einen Installationsfehler bei Kabelarbeiten im Jahr 2023 zurück. Damals soll ein beauftragter Dienstleister eine Klemme falsch montiert haben. In der Folge riss das Kabel und stürzte auf einen Strommast, wodurch ein Kurzschluss ausgelöst wurde. Durch eine ungünstige Netzkonfiguration und weitere Störungen gelangte schließlich eine Überspannung bis in die Haushalte. Bei der Untersuchung entdeckte SH Netz weitere fehlerhaft montierte Klemmen.

Energiewende-Kritiker wie der frühere Umweltsenator von Hamburg, Fritz Vahrenholt, halten es auch für möglich, dass der viele Windstrom im Netz den Zusammenbruch mitverursacht oder zumindest befördert haben könnte. So erklärte Vahrenholt gegenüber Apollo News: „In dieser Region gibt es die höchste Dichte an Windkraftanlagen in Deutschland.“ In der Region um Dithmarschen werde etwa fünfmal so viel Strom durch Windkraft produziert, wie vor Ort benötigt werde. „Das war auch der Fall um den 17.10“, so Vahrenholt (mehr dazu hier).

Für die Betroffenen dreht sich derzeit alles um die Entschädigung für die entstandenen Schäden. Zehn Tage nach dem Stromausfall wird deren Ausmaß immer deutlicher: Bislang sind rund 3.500 Schadensmeldungen mit Forderungen in Millionenhöhe bei SH Netz eingegangen. Betroffen sind neben Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen und Geschirrspülern auch Wärmepumpen, Heizungsanlagen und durchgeschmorte Schaltschränke. In mehreren Seniorenwohnanlagen fielen die Heizungen aus, auch eine Kläranlage und ein Wasserwerk wurden beschädigt.

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Die Entschädigung dürfte allerdings ernüchternd ausfallen. SH Netz will zunächst Schadensfälle mit einer Schadenssumme von mehr als 5.500 Euro bearbeiten. Zudem zahlt die Versicherung grundsätzlich nur den Zeitwert der beschädigten Geräte, nicht den Neupreis. Gerade bei teuren Heizungsanlagen und Wärmepumpen kann dadurch eine erhebliche finanzielle Lücke entstehen. Zwar sollen erste Auszahlungen zeitnah erfolgen, wann sämtliche Schadensfälle abgewickelt sein werden, wurde bisher jedoch noch nicht verkündet.

Innenministerin Magdalena Finke (CDU) forderte unterdessen, dass SH Netz über die Versicherungsleistungen hinaus für die Schäden aufkommt. Zwar sei es wichtig, dass der Netzbetreiber mit der Regulierung begonnen habe, doch der Zeitwert und der Neuwert beschädigter Geräte lägen teilweise „sehr weit auseinander“, sagte sie dem NDR am Rande der Ausschusssitzung. Deshalb sei es die „klare Position der Landesregierung“, dass SH Netz „zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung stellt“. Der Vorstand des Unternehmens versprach, dies mit der Landesregierung zu besprechen. Man stehe allerdings noch am Anfang.

Auch Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) kündigte eine genaue Prüfung der Ursachen an. „Als Energieaufsicht schaue ich da sehr genau hin“, erklärte er. SH Netz müsse bis Ende November einen Bericht vorlegen. Anschließend werde die Landesregierung prüfen, welche Verbesserungen notwendig seien, „damit sich sowas möglichst nicht wiederholt“.

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53 Kommentare

  • „eine fehlerhafte Klemme“… Man kann das alles nicht mehr glauben… Die Welt liegt in den letzten Zügen, die Menschen haben sie ruiniert.

    • Nicht die Menschen sondern die Linken

      • ‼️Achtung Nickklau ‼️

  • Wenn es gerecht zuginge, dann müsste der Netzbetreiber vollwertigen Ersatz für alle beschädigten Geräte bereitstellen. Dazu gehört nicht nur neuwertiges Material, sondern auch die Montage und Inbetriebnahme. Außerdem müssten die Ausfallkosten für Heizung, Computer, Solarkraftwerke etc. erstattet werden.

    • Ausgeschlossen. Ja, wo kämen wir denn da hin?! Außerdem wird das Geld ja für vieeel wichtigere Dinge gebraucht. Immerhin müssen „wir“ ja die Ukraine finanzieren, und Radwege in Peru bauen sich auch nicht von selbst …

      • Nicht zu vergessen klimafreundliche Kühlschränke in Kolumbien und Genderstudies in Ruanda 🌍

    • Rationalist, die Betonung liegt bei „müsste“ das fängt aber ganz oben an Beispiel: Deutschland müsste von einer anderen Partei regiert werden und nicht von einer 2025 wegen Unfähigkeit Abgewählten Partei ist aber wegen des Michels kein Problem. Warum soll es in der Wirtschaft anders sein? Deutsche Tugenden und Deutsche Wertarbeit sind besser unter es war einmal in Habecks nächsten Märchenbuch untergebracht

  • Gibt es bei SH Netz eigentlich nur noch Soziologen und Geschwätzwissenschaftler oder haben die auch noch ein paar Ingenieure und Techniker?
    Wenn ich „Energiewendeminister“ nur höre, bekomme ich schon Puls.

    • Heutzutage sind Qualifikationen wie ‚Märchenbuch-Autor‘ oder ‚Trampolin-Springerin‘ völlig ausreichend, um in einer G7-Nation Wirtschaftsminister oder Aussenministerin spielen zu dürfen.

      • Ich bin Weichensteller auf einem Wildwechsel. Bin ich jetzt für ein höheres Regierungsamt kwallefetziert? Ich schaffe 300 Rehe in einer Woche, da sollte das Liegenlassen von 100 Anträgen doch kein Problem sein, oder?

        • Eine steile Karriere ist Ihnen sicher! Egal, ob bei den Grünen oder bei der CDU.

          10
        • Dann werde ich bestimmt Minister. Oder Merkel. Oder Bundespräsident. Diktator der BRD… klingt doch besser als „Merz“, oder?

          7
        • @Der.Reiniger.des Katzenklos.. (17:09 Uhr)

          In Ihrem speziellen Fall könnte ich mir auch Bundestrainer oder Papst ganz gut vorstellen.

          3
    • …und die paar Ingenieure, die sie haben, sind natürlich alles Universalgelehrte.🤣

      • Hoffentlich marschiert bald der, ihr wisst schon, wen ich meine, hier ein und räumt zusammen mit der AfD gründlich auf.

    • wenn ich ihn sehe….Collaps

  • Oho, ein extra Minister für die Energiewende. Der Hammer. Der rackert sicher 24/7 für sein Salär, ist ja auch ein Grüner.

  • „ungünstige Netzkonfiguration“ und „fehlerhafte Klemme“. Das klingt fast wie ein politischer Disclaimer: „ Ähnlichkeiten und Vergleiche bei dieser Formulierung mit politischen Personen sowie aktuellen politischen Ereignissen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt“

  • Kraftwerk*

  • Es gab einmal zuverlässigen Strom in Schleswig Holstein, aus einem Kraft namens Brokdorf. Deutlich besser als 🕯️

  • Was nicht sein kann, das nicht sein darf.

    • Vielleicht ist der Genosse Günther nur als Privatmann schuld

    • Wandeln wir doch mal die untenstehende Werbung ab:

      „Männer über 40 setzen statt der blauen Pille auf diese Klemme.“

      Cheesus… noch nicht mal richtig Klemmen können die…

  • Die Bundesrepublik existiert nunmehr seit ca. 77 Jahren.
    Ich kann nicht entsinnen, in all den Jahren von so einer Spannungsspitze gehört zu haben.

    An der Westküste sind bei dem Ausfall Schaltschränke explodiert.
    Dadurch sind ein Handwerkerbetrieb und ein Reetdachhaus abgebrannt!

    In den ganzen vorherigen 77 dürfte dann ja niemals irgendwann so eine Klammer schon einmal falsch gesessen haben.

    Man merkt die Absicht und ist verstimmt

  • In den 70er/80er wo ich aufgewachsen bin, war daheim die größte Sorge, daß man beim Telefonieren während des Gewitters mit dem alten Wählscheibentelefon einen Stromschlag bekommt.

    Heute muß man seine Geräte am Hausanschluß gegen Überspannung absichern. Braucht Notstrom für Blackouts usw.

    Das muß die Eiskugelenergiewende sein.

  • Anstatt den Strom im Kobold zu speichern haben die Windräder die Leitungen verstopft 👻

  • Früher hieß es mal der Kunde ist König…..

    • Das war nur bei uns im Osten so.

    • ‼️Achtung Nickklau ‼️

  • „Energiewendehals“ trifft es genauer.

  • Deutschland ist eher unterreguliert als überreguliert, was man zur Zeit live erleben darf bei Strom/Gas/Öl/Benzin/Telekommunikation/Verkehr – Was man besser nicht in die Privatwirtschaft ausgelagert hätte.

  • Für die Betroffenen eine sehr unschöne Situation. Aber andererseits: warum sollten sie für ihre alten Geräte auf Kosten der Allgemeinheit neue erhalten? Zeitwertentschädigung ist schon irgendwie am gerechtesten.

    -12
    • Weil der Betreiber die Schäden verursacht hat?!

      • Klar, aber wenn mir jemand in meinen 15 Jahre alten VW Golf reinfährt, bekomme ich auch nur den Zeitwert ersetzt und kein neues Auto?

        • Das kommt auf den Zustand an und welche Art von Police abgeschlossen wurde

          1
        • @KSD: Nein, kommt es nicht. Wenn mir jemand anderes ins Auto fährt, ist er nur zum Ersatz des Zeitwerts verpflichtet, unabhängig davon, welche Police er abgeschlossen hat.

          0
        • Ha! 🙂
          Mai 1990 einen 20 Jahre alten Lada gekauft für 750 Ostmark.
          November 1990 nimmt mir jmand die Vorfahrt, Versicherung zahlt wegen Totalchaden 750 DM.
          Mai 1991 MIT dem Schaden weiterverkauft für 750 DM…
          …wann kommt die nächste Wende?…

          0
        • Es gibt einen Gebrauchtwagenmarkt. Sie können also mit dem zeitwert des gebrauchten Golfs einen – wahrscheinlich – gleichwertigen Ersatz beschaffen. Gibts das bei Haushaltgeräten auch?

          0
  • Schwarz-Grün sitzt in der Klemme!
    Mit der Klemme, dass wird wohl stimmen, aber anders als uns weißgemacht werden soll. Sie sitzen selbst darin.

  • So eine Klemme kenne ich. Die war auch in Berlin, Tchernobyl, bei Mein Schiff 3 und so am Werk. Selbst Schettino hatte sie an Bord. Meine Meinung

  • Nun erzählt mir noch, dass diese „Klemme“ von einer Aushilfskraft per Hand betätigt wurde… 110 kV, 220 kV??
    🤣
    Dann glaube ich auch, dass Merkel ihre Orden nun selber stanzt.

  • „Messer, Gabel, Schere, Strom, Licht – sind für große Politiker nicht.“

  • Eine LINKE Terror Klemme???

  • Na Klar eine fehlerhaft montierte Klemme soll also Schuld sein,na dann glauben wir ihnen das einfach mal. 🤣🤣🤣🤣🤣

  • Tobias Goldschmidt sieht da sehr genau hin, ja was sieht er denn da, der Herr Politikwissenschaftler? Das was ihm die Lobyyisten erzählen, das sieht er. Unser Problem sind Politiker, bei denen Ideologie Ausbildung und Berufserfahrung ersetzen muss. Verantwortung für ein hochtechnisiertes Feld, aber keine technische Ausbildung. Keine Berufserfahrung in einem technischem Beruf. Immer angewiesen auf die Meinungen von sogenannten Fachleuten. Ein Mittelständler, der solchen Leuten Führungsverantwortung überträgt, geht pleite.

  • Das glaubt er ja selber nicht was er da quasselt.

  • Da sollten die Damen und Herren vielleicht etwas recherchieren. Der Bundesgerichtshof, also eine ziemlich hohe Instanz, hat am 25.02.2014 in einem ähnlichen Fall geurteilt, Aktenzeichen VI ZR 144/13, und etwa so argumentiert:

    Elektrizität ist ein „Produkt“.

    Damit ist der Netzbetreiber der „Hersteller“ dieses Produktes, und das „Inverkehrbringen“, also der Kauf, findet erst am Hausanschluß statt.

    Da Elektrizität ein Produkt ist, haftet der Hersteller nach dem Produkthaftungsgesetz, und zwar verschuldensunabhängig. Die Geschädigten müssen lediglich nachweisen, dass diese Überspannung die Schadensursache war.

    Kleiner Schönheitsfehler: Das Gesetz sieht wohl eine Eigenbeteiligung von 500 € vor. Wer allerdings vor einem Schaden von 50.000 € steht, nimmt vermutlich die 500 € gern in Kauf.

  • Es heißt doch, den Fischköppen ginge der Strom niemals aus; notfalls holen sie sich ein Kilo Watt aus dem Meer 🤡

    • Annalena bist du es ???

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