Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank  Apollo A Icon Freunden von Apollo News »

Apollo A Icon
Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank Freunden von Apollo News »

Werbung:

Sachsen-Anhalt

Nach Wahl von AfD-Landtagspräsident: CDU-Politiker Radke fordert Parteiausschlüsse gegen mögliche Abweichler

CDU-Politiker Dennis Radtke will Abgeordnete aus der Partei werfen lassen, sollten sie den AfD-Politiker Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt haben. Der CDU-Landesverband hält sich auf Anfrage von Apollo News bedeckt.

Von

CDA-Chef Dennis Radtke fordert Parteiausschlussverfahren gegen mögliche CDU-Abweichler in Sachsen-Anhalt. (IMAGO/Arnulf Hettrich)

Werbung

Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, fordert Parteiausschlussverfahren gegen CDU-Abgeordnete, sollten diese den AfD-Politiker Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt gewählt haben. „Sollte sich herausstellen, dass CDU-Abgeordnete den AfD-Kandidaten zum Landtagspräsidenten gewählt haben, erwarte ich, dass die Partei gegen sie ein Parteiausschlussverfahren einleitet“, sagte Radtke der Augsburger Allgemeinen. Auch für künftige Abstimmungen verlangt er entsprechende Konsequenzen.

Rausch wurde am Dienstag mit 48 Ja-Stimmen zum ersten AfD-Landtagspräsidenten Deutschlands gewählt. 29 Abgeordnete stimmten gegen ihn, fünf enthielten sich. Die AfD verfügt über 39 Mandate, das BSW über fünf. Letzteres hatte seine Unterstützung für Rausch bereits vor der Wahl angekündigt. Mindestens vier Ja-Stimmen müssen damit aus anderen Fraktionen gekommen sein.

Die CDU-Fraktionsführung hatte ihren insgesamt 15 Abgeordneten empfohlen, sich bei der Abstimmung zu enthalten. Einer von ihnen fehlte. Von den 82 anwesenden Abgeordneten enthielten sich allerdings nur fünf. CDU-Fraktionschef und Ministerpräsident Sven Schulze erklärte anschließend gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass einige seiner Abgeordneten zuvor angedeutet hätten, mit Nein stimmen zu wollen. Niemand habe ihm gegenüber angekündigt, für Rausch stimmen zu wollen.

Rausch selbst behauptet dagegen, auch mit Stimmen der CDU gewählt worden zu sein. Bei Nius bejahte er eine entsprechende Frage von Chefredakteur Julian Reichelt. Gegenüber der dpa erklärte er zudem, die Unterstützung von CDU-Abgeordneten bei der Ministerpräsidentenwahl im Dezember sei bereits abgesprochen. Dann will AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund für das Amt antreten.

Bundeskanzler Friedrich Merz warnte vor vorschnellen Schuldzuweisungen gegen die CDU. Möglich sei auch, dass Abgeordnete anderer Parteien bewusst für Rausch gestimmt haben könnten, um der Union zu schaden.

Lesen Sie auch:

Ein Parteiausschluss ist an rechtliche Voraussetzungen gebunden. Nach Paragraph 10 Absatz 4 Parteiengesetz muss ein Mitglied vorsätzlich gegen die Satzung oder erheblich gegen Grundsätze oder Ordnung der Partei verstoßen und ihr dadurch schweren Schaden zufügen. Auch die CDU Sachsen-Anhalt legt diese Voraussetzungen in Paragraph 11 ihrer Landessatzung fest. In Paragraph 12 nennt sie unter anderem die Unterstützung anderer Parteien „in nicht unerheblichem Umfang“ als parteischädigendes Verhalten.

Über einen Ausschluss entscheidet ein Parteigericht. Artikel 41 der Landesverfassung Sachsen-Anhalt garantiert den Abgeordneten zugleich das freie Mandat. Sie sind an keine Weisungen gebunden und ausschließlich ihrem Gewissen verpflichtet. Auf Anfrage von Apollo News wollte sich der CDU-Landesverband Sachsen-Anhalt nicht zu möglichen Parteiausschlussverfahren äußern. Stattdessen verwies er auf Dennis Radtke.

cm

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

77 Kommentare

  • Die Partei, die Partei die hat immer Recht… irgendwie kommt mir das grade in den Sinn. Weiß auch nicht wieso

    • Was der CDUler da fordert ist verfassungsfeindlich.

      • Genau so isses.

      • Es ist zumindest grün.

      • Und er soll mal erklären, wann eine geheime Wahl geheim ist!

    • Es ist unsinnig, AfD-Sympsthisanten aus der Union auszuschließen. Die Union liegt aktuell bei 17,5 %. Die AfD sollte im Dezember und im April an Einfluss gewinnen. Sonst haben wir bald Verhältnisse wie in Frankreich.
      https://cna343.wordpress.com

      • Bitte nie auf den Sektenlink klicken!
        Danke!

      • Korrektur: Sympathisanten

  • Arbeitnehmerflügel?
    Ich kenne keinen einzigen Arbeitnehmer, der je wieder die CDU wählen wird.
    Also wen genau vertritt er hier?

    • Die Halal-Metzger aus Wattenscheid.

  • „unsere Demokratie“
    Wenn du nicht so abstimmst wie du sollst, gibt es Ärger!

  • Großartige Idee! Wenn sie tatsächlich aus der CDU rausgeworfen werden sollten, gäbe es für sie keinen Grund mehr, nicht sofort in die AfD einzutreten.

    • Doch. Der Grund wäre, dass die AfD keinen Bock auf Leute hat, die jahrelang gegen sie hetzen, nur um dann schnell das sinkende Schiff zu verlassen, um bei der AfD unterzukommen.

      Für sie spräche natürlich, dass sie gegen den parteiinternen Druck trotzdem für die AfD gestimmt haben, aber es bleibt immer das Risiko hängen, dass sie den CDU-Stallgeruch bezüglich Postengeschacher und Intrigen um diese zu bekommen, niemals loswerden und diesen schlechten Einfluss dann in die AfD hineintragen.

      Eine Option wäre: Freiwilliger und öffentlichkeitswirksamer Parteiaustritt, noch bevor es aus Berlin Sanktionen gibt, die nächsten 4 Jahre als parteilose Abgeordnete zeigen, dass man wirklich AfD-Positionen vertritt und DANN mit Siegmund und Co. sprechen, ob sie dort eine neue Heimat bekämen.

      Aber dieses „Nach Rausschmiss einfach zur AfD wechseln“ wäre ein Unding.

    • Die Gurkentruppe schließt die letzten mit Anstand und Moral aus. Super, desto schneller geht der Rest unter. Einstelligkeit kommt mit riesen Schritten

  • Gabs da nicht was, wie Wahlgeheimnis?

    • Jaaaaa äh… mmmhh…. aber nicht wenn man falsch abstimmt. Die DDR hat das so gelöst: Wer die Wahlkabine benutzt ist unzuverlässig und wird kalt gestellt. Sollte man den Herrn mal stecken …..

    • Die Regierenden kacken doch aufs GG.

  • Artikel 41 Absatz 2 Satz 2 der Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt bestimmt:

    „Sie (Abgeordnete) sind an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.“

  • Schon wieder einer aus dem „CDU-Arbeitnehmerflügel“…
    Fällt nur mir dieses Paradoxon auf?

  • UNSERE DEMOKRATEN
    dürfen nicht selbständig denken

  • Popcorn, jetzt kann man der CDU beim Auflösen zusehen.

  • Dann viel Spaß dabei, die Übeltäter zu identifizieren! Die werden auf Nachfrage sicher sofort den Finger heben.
    Und selbst wenn…. Dann sind sie halt fraktionslos im Landtag und werden erst recht für Siegmund stimmen!
    „Bundeskanzler Friedrich Merz warnte vor vorschnellen Schuldzuweisungen gegen die CDU. Möglich sei auch, dass Abgeordnete anderer Parteien bewusst für Rausch gestimmt haben könnten, um der Union zu schaden. “
    Sicher, Fritze, sicher!

    • Sorry. Aber so weit können die bei der cdu nicht denken

  • Soviel zum Thema – geheime Abstimmung- Demnächst dann auch in der Wahlkabine…

  • Wenn alle Abgeordneten gleichgeschaltet werden, dann braucht man eh nicht so viele, oder?

  • Einer ist schon freiwillig fegangen. Der Rest folgt im Dezember

  • Man wird wohl nie herausfinden, wer den Rausch gewählt hat oder nicht. In einer echten Demokratie (nicht „unsere Demokratie“) sind geheime Wahlen eine sehr vorzügliche Methode, Antidemokraten zurück auf ihre Plätze zu verweisen.

  • Gibts Parteiausschlussverfahren auch gegen Unbekannt?

  • Was soll das bringen? Die Sitze sind bereits verteilt und selbst ein Parteiausschluss kann nicht verhindern, dass er für die Mehrheit stimmt. Dann halt einfach als fraktionsloser, oder er wird gleich übernommen.

  • Ich dachte die Wahl war geheim….

  • Genosse Radtke ist nicht amüsiert.

  • …aber keine Probleme mit den Linken zusammen zukommen

    • Neeeee, mit radikalen Antisemiten, da gibt’s keine Hemmungen.
      Was für eine verkommen Bande.

  • Nur noch betreutes Parteidenken hat auch nichts mit Demokratie zu tun, aber selbstverständlich umso mehr mit der „UnsereDemokratie“.

  • Popcorn 🍿

  • Eine tolle „unsere Demokratie“, die die leben.

  • eben ein echter UnsererDemokrat

  • Was wäre mit einem Parteiausschlussverfahren gegen Friedrich Merz, bei dem was er inhaltlich und in der Wählergunst süß der CDU gemacht hat? – wäre für mich logischer …

  • Alle ausschließlich
    dann ist Dennis und Friedrich allein zuhause.

Werbung