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SEFE

Nach Dementi: Reiche weist Staatskonzern nun doch zum Gaseinkauf an

Noch vor zwei Wochen erklärte das Wirtschaftsministerium, eine Anordnung an den Staatskonzern SEFE könne „gar nicht stattfinden“. Nun hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche den Gasimporteur doch angewiesen, mehr Erdgas einzuspeichern.

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Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat den Staatskonzern SEFE angewiesen, mehr Erdgas einzuspeichern (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Noch vor zwei Wochen schloss das Bundeswirtschaftsministerium eine Anweisung an den Staatskonzern SEFE ausdrücklich aus. „Eine Anordnung kann gar nicht stattfinden“, erklärte ein Ministeriumssprecher am 16. September. Nun hat Wirtschaftsministerin Katherina Reiche das Unternehmen nach Informationen des Handelsblatts doch angewiesen, mehr Erdgas einzuspeichern. SEFE befindet sich vollständig im Besitz des Bundes.

Die Entscheidung fiel dem Bericht zufolge am späten Dienstagabend und war mit Bundeskanzler Friedrich Merz abgestimmt. Mitte September hatte der Gasimporteur bereits begonnen, zusätzlich Gas einzukaufen (Apollo News berichtete). In der Folge bestritt SEFE jedoch ausdrücklich, auf Anweisung der Bundesregierung zu handeln . Man habe eine „eigenständige kommerzielle Geschäftsentscheidung getroffen“, erklärte das Unternehmen. Auch das Wirtschaftsministerium betonte, die Wintervorsorge bleibe Aufgabe des Marktes.

Nach Informationen des Handelsblatts hat Reiche SEFE nun tatsächlich angewiesen, die Einspeicherung auszuweiten. Noch Anfang September hatte ihr Ministerium keinen Bedarf für einen staatlichen Eingriff gesehen. In einer Unterrichtung hieß es damals, Speicherstände zwischen 60 und 70 Prozent zum Winterbeginn würden zusammen mit den bestehenden Importmöglichkeiten voraussichtlich ausreichen, um die erwartete Nachfrage zu decken.

Die deutschen Gasspeicher sind weiterhin deutlich schwächer gefüllt als in den vergangenen Jahren. Nach Daten für den 29. September lag der Füllstand bei rund 58 Prozent. Anfang September waren die Speicher erst zu rund 53 Prozent gefüllt – laut dem Speicherverband INES der niedrigste Stand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen vor 15 Jahren.

Ab dem 1. November gelten staatliche Füllstandsvorgaben. Die meisten Speicher müssen dann zu mindestens 80 Prozent gefüllt sein. Für die Speicher in Bad Lauchstädt, Frankenthal, Hähnlein, Rehden, Stockstadt und Uelsen gilt wegen ihrer technischen Eigenschaften und geografischen Lage eine Vorgabe von 45 Prozent.

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Wegen des Iran-Kriegs und der weitgehenden Unterbrechung des Energieverkehrs durch die Straße von Hormus sind die europäischen Gaspreise stark gestiegen. Gleichzeitig fehlte über längere Zeit ein ausreichender Preisunterschied zwischen Sommer und Winter, der das Einspeichern für Händler wirtschaftlich attraktiv macht.

Eine akute Gasmangellage sieht die Bundesnetzagentur derzeit nicht. In ihrer aktuellen Lagebewertung vom 29. September bezeichnet die Behörde die Gasimporte als stabil. Deutschland befindet sich weiterhin in der Frühwarnstufe des Notfallplans Gas. Mitte September hatte Behördenchef Klaus Müller darauf verwiesen, dass zu diesem Zeitpunkt mehr Gas gespeichert war, als im gesamten vergangenen Winterhalbjahr aus den Speichern entnommen worden war.

Doch Gas wird nicht nur zum Heizen, sondern auch zur Stromerzeugung verwendet. Eine exklusive Recherche von Apollo News zeigt, dass die Bundesnetzagentur sich schon auf einen Strommangel von „mehreren Tagen bis Wochen“ vorbereitet. Unternehmen, die mindestens acht Gigawattstunden Strom im Jahr verbrauchen, sollen dann mit höchstens drei Tagen Vorlauf angewiesen werden, ihre Produktion zu drosseln. Um das zu ermöglichen, müssen sie sich bei der „Sicherheitsplattform Strom“ anmelden.

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22 Kommentare

  • Nein!
    Doch!
    Oh!

  • „Besser spät als nie“ sagt man ja. Aber in diesem Fall würde ich eher sagen „epic fail“. Wie man sehenden Auges in die Katastrophe steuern kann, ist mir ein Rätsel. Seit der Ampel ist eine Politik zum Schaden von Deutschland und seinen Bürgern ja die Norm. Ich spreche nicht mehr von Unfähigkeit, denn dann müßte ja mal hier und da etwas Gutes geschehen. Auch ein blindes Huhn findet ja mal ein Korn. Aber erkennbar ist das Ganze ja ein Konzept. Manche nennen es die späte Umsetzung des Morgenthau-Plans…
    Achtung: Zynismus

  • „Eine akute Gasmangellage sieht die Bundesnetzagentur derzeit nicht.“
    Der Chef der Bundesnetzagentur ist Mitglied im Graichen-Habeck-Clan. Wen wundert dann diese Aussage von Klaus Müller?
    Die Angst ist groß, dass die Verstöße gegen die Daseinsfürsorgepflicht den Regierenden nun doch das Genick brechen könnte. Die weichen Sessel und gepanzerten Diesel-Dienstfahrzeuge sind sooooooo bequem. 🙂

    • Völlig richtig.

  • Na wie nett. Die können mal wieder machen was sie wollen und wir dürfen die Folgen ausbaden. Ist schon richtig was Critica schreibt: „Die Angst ist groß, dass die Verstöße gegen die Daseinsfürsorgepflicht den Regierenden nun doch das Genick brechen könnte. Die weichen Sessel und gepanzerten Diesel-Dienstfahrzeuge sind sooooooo bequem.“

  • Nanu hat Merz auf ein paar Drohnenkäufe oder Ukraine-Kriegs-Millionen verzichtet? Oder ist es die Angst, die 10% bis ende des Jahres zu erreichen? Die CDU/CSU ist tot, lang lebe die Union. 🙂

  • All unsere Probleme sind Selbstverursacher durch Fehlentscheidungen oder Steuern & Abgaben der Regierung.
    Sie lösen Probleme die sie selbst erschaffen haben.

  • Das Handelsblatt ist überwiegend mit linken Journalisten besetzt. Wer online dort als konservativ denkender Mensch kommentiert, hat wenig Chance, dass der Kommentar durchgeht. Das Blatt war mal gut, inzwischen ist es lange her. Die Lektüre habe ich deswegen aufgegeben, wie immer mehr andere auch.

  • Das Hü und Hott geht weiter. Das soll REGIEREN sein. Ich bin gespannt, wann alles in die Luft fliegt.

  • Die Sehnsucht nach Planwirtschaft gehört zur moralischen Entwicklung.

    Zitat: „3. Stufe … Moralische Erwartungen anderer werden erkannt. … Korrespondierend dazu richtet er ebenfalls moralische Erwartungen an das Verhalten anderer“ Quelle: Moralentwicklung

    Deshalb werden Anweisungen fast immer als notwendig rationalisiert – sich schön reden.

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann die Sehnsucht nach Planwirtschaft nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

  • Nun … „…Speicherstände zwischen 60 und 70 Prozent zum Winterbeginn würden zusammen mit den bestehenden Importmöglichkeiten voraussichtlich ausreichen, “ allein diese Aussage ist bemerkenswert und zeigt die Verantwortungslosigkeit in der Regierung gegenüber Volk und Wirtschaft. „Voraussichtlich“ ? Dieses Wort für sich disqualifiziert diese „Verantwortlichen“ als völlig inkompetent, vorsätzlich und verantwortungslos. Punkt.

    • Genau, es kommt nämlich nicht darauf an, ob es gerade so ausreicht. Normalerweise bevorratet man sich immer für den schlimmsten Fall. Tritt dieser nicht ein, hat man im Folgejahr etwas übrig.

  • „Nach Dementi: Reiche weist Staatskonzern nun doch zum Gaseinkauf an“

    Man sollte das Inhalieren von Lachgas während der Arbeit untersagen.

  • Wozu ist ein Konzern eigentlich Eigentum des Staates (Staatskonzern), wenn das Wirtschaftsministerium keinen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen hat?
    Wer hat diese dann?

    Diese Posse auf dem Rücken der Bevölkerung (den Hauptleidtragenden im Falle einer Mangellage) ist wieder mal ein Beispiel dafür, wie herunter gekommen das politische Management ist und wie dringend wir Fachleute mit entsprechender Kompetenz und auch Handlungswillen benötigen.

    Es ist verantwortungslos, den Einkauf von Gas vor dem Winter (aus welchen Gründen auch immer) hinauszuzögern.

    Die Hoffnung, es werde billiger, kann es nicht sein, denn jeder, der 2 und 2 zusammenzählen kann, weiß, dass die Gaspreise nur steigen können.
    Was ist es dann?
    Werden wir, wie es Peter Hahne so gerne sagt, von Idioten (Nichtfachleuten) regiert? Als andere Möglichkeit käme dann Vorsatz in Frage, oder was sonst?

  • Kaufen, wenn das Gas am teuersten ist. So geht wirtschaften wenn man vom Tuten und Blasen gar keine Ahnung hat oder skrupellos das Geld andere Leute verpassen kann, ohne persönliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

  • Die Gaspreise in Deutschland sind aktuell im Herbst 2026 spürbar höher als im Frühjahr 2026.
    Während Neukundentarife im März 2026 noch bei durchschnittlich ca. 9,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) lagen, sind sie bis Ende September 2026 auf ca. 12,4 bis 13,7 Cent pro kWh geklettert. (Quelle Internet)
    —
    Zahlen die Politiker-Versager die Differenz mit ihrem Privatvermögen?
    Natürlich nicht das wird wieder auf die Verbraucher umgelegt.
    —
    Das Jobcenter übernimmt die tatsächlichen Heizkosten beim Bürgergeld in voller Höhe, solange diese einen angemessenen Rahmen nicht überschreiten. (Internet)

  • Wer keine Ahnung von seinem Job hat sollte ihn aufgeben!

    • Bei der Vergabe von Ministerposten ist auch nicht die Kompetenz entscheidend sondern das Geschlecht, die Quote!

    • Gehen wir mal die Ministerriege durch und schauen nach, wer von den Gestalten wirklich fachliche Vorkenntnisse mit ins Amt bringt.
      Ergebnis dieser Umschau: Gott sei uns gnädig!

  • Die AFD wirkt zwar indirekt aber es tut sich was. Aber das wird bei weitem nicht reichen wir wissen ja warum sie das tun, nicht um dem Volk einen warmen Winter zu bescheren, sondern einzig und alleine um sich selber zu retten. Um den freien Fall in die Bedeutungslosigkeit auf zuhalten.
    Das ist die gleich Masche wie mit den Spritpreisen. Das Volk für dumm zu Verkaufen. Ich werde den Eindruck nicht los als wenn sie Zeit gewinnen möchten vielleicht um den Krieg gegen Russland um zusetzen.

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