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Weimer Media Group

Ludwig-Erhard-Gipfel korrigiert Ankündigung: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche plötzlich nur „angefragt“

Die Weimer Media Group hat ihre Webseite zum Ludwig-Erhard-Gipfel korrigiert: Bundeswirtschaftsministerin Reiche wird nur noch vage angekündigt und das Bayerische Wirtschaftsministerium taucht nicht mehr in der Sponsoren-Galerie auf.

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CDU-Politikerin Reiche war Stammgast des Ludwig-Erhard-Gipfels. So zurückhaltend wird sie nun für 2026 angekündigt.

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Die Klarheit darüber, welche Spitzenpolitiker bei dem von der Weimer Media Group veranstalteten Ludwig-Erhard-Gipfel im kommenden Frühjahr tatsächlich auftreten werden, schwindet weiter. Nachdem Apollo News aufgedeckt hat, dass das Familienunternehmen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer Wirtschaftsvertretern dort exklusive Kontakte zu Ministern verkauft und mit dem Argument „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ wirbt, müssen sich die für 2026 angekündigten Kabinettsmitglieder zunehmend kritischen Fragen stellen.

Eine erste Konsequenz hat nun offenbar Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche gezogen. Ihre Sprecher im Ministerium betonten stets, dass es für das kommende Gipfeltreffen noch nie eine Zusage ihrerseits gegeben hätte. Doch auf der von der Weimer Media Group betriebenen Webseite des Ludwig-Erhard-Gipfels wurde Reiche bisher als eine von vier Mitgliedern des Bundeskabinetts angekündigt. Diese Ankündigung wurde nun durch den Hinweis „(angefragt)“ ergänzt.

Reiche war in den vergangenen Jahren Stammgast des jährlichen Netzwerktreffens am Tegernsee. Das von ihr vor ihrer Rückkehr in die Politik geführte Eon-Tochterunternehmen Westenergie tritt weiterhin als Topsponsor auf. Beim diesjährigen Ludwig-Erhard-Gipfel Anfang Mai nahm sie zum ersten Mal als Ministerin teil – und war auch bei der „Executive Night“.

Dieses exklusive Abendessen bietet die Weimer Media Group interessierten Lobbyisten an, wenn sie mit Regierungsmitgliedern in Kontakt kommen möchten. Die Kooperationspakete, in denen eine Teilnahme an der „Executive Night“ enthalten ist, kosten derzeit 60.000 bis 80.000 Euro netto. Auf die von Apollo News gestellte Frage, ob Reiche von dieser Minister-Vermarktung wusste, als sie im Mai an der „Executive Night“ teilnahm, ließ sie knapp antworten: „Nein, war es nicht.“

Bundeskanzler Friedrich Merz hingegen, der mit Wolfram Weimer schon lange befreundet ist, war noch kein kritisches Wort über die nach Korruption klingenden Geschäftspraktiken seines Staatsministers zu entlocken. Im Gegenteil. Merz behauptete im ARD-Interview vor der Fernsehkamera: „Die Vorwürfe, die gegen Wolfram Weimer erhoben worden sind, haben sich alle als falsch erwiesen. Da wird nichts verkauft.“

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Auf unsere Nachfrage, was genau Merz mit dieser gewagten Behauptung meinte und worauf er sich dabei stützte, antwortete das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: „Die Worte des Bundeskanzlers stehen für sich.“ Unterdessen beschäftigen sich zwei Behörden damit, die Vorwürfe, die der Kanzler für falsch erklärt hat, genauer zu prüfen: die Bayerische Staatsregierung und die Berliner Staatsanwaltschaft.

Markus Söder machte in einem am Freitag veröffentlichten Podcast-Gespräch des Nachrichtenmagazins Focus deutlich, dass die von ihm eingeleitete „Compliance-Prüfung“ des Ludwig-Erhard-Gipfels zu einem Problem für Friedrich Merz werden kann. „Das prüfen wir jetzt, ob das stimmt“, sagte der bayerische Ministerpräsident im Podcast „Machtspiele“ über die von Apollo News aufgedeckten Lobbygeschäfte mit Spitzenpolitikern am Tegernsee.

Danach würde entschieden, ob die Förderung des Gipfeltreffens durch den Freistaat bestehen bleibt oder nicht. Alle anderen Entscheidungen über das Amt des Kulturstaatsministers „trifft nur der Bundeskanzler“, schob Söder die Verantwortung nach Berlin, „und der hat sich klar hinter Herrn Weimer gestellt.“

Söder, der als Schirmherr des Gipfels auftritt und aus seinem Kabinett einige Redner dort auftreten lässt, geht also schon einmal vorbeugend auf Distanz zu Wolfram Weimer und dessen Duzfreund Merz. Dass die Bayerische Staatsregierung einen Rückzug vom Ludwig-Erhard-Gipfel zumindest in Erwägung zieht, darauf deutet eine weitere aktuelle Korrektur auf dessen Webseite hin.

Zwischen den zahlreichen Sponsoren-Logos prangte dort bis vor kurzem unter der Rubrik „Government Participant“ das Wappen des Freistaats und der Schriftzug „Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie“. Beides ist inzwischen verschwunden und die staatstragend klingende Rubrik komplett gelöscht.

In Berlin beratschlagen derweil Strafermittler, wie sie mit dem politisch heiklen Fall umgehen sollen. Vier Strafanzeigen sind nach der Apollo News-Berichterstattung über die Gipfelgeschäfte des Staatsministers eingegangen. Sie werden „nunmehr geprüft und im Anschluss entschieden, ob in Ermittlungen einzutreten ist“, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin vor wenigen Tagen mit. Am Freitag hieß es auf Nachfrage, die Prüfung der Strafanzeigen dauere an.

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20 Kommentare

  • Ganz langsam sinkt das Schiff.

    • Schönes Bild. 🤠

    • hoffen wir, dass es sinkt. so sicher ist das allerdings noch nicht.

  • Mr. „Weimer Media Group“ himself allerdings weiter pampig und ohne jede Einsicht:

    Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Weimer: „Ich habe als Staatsminister für Kultur und Medien noch viel vor.“ Er habe bei Amtsantritt alle Tätigkeiten im Verlag niedergelegt. „Was das Bundesministergesetz vorschreibt, habe ich erfüllt. Vielleicht werden Quereinsteiger aus der Wirtschaft einfach kritischer beäugt.“ Auf die Frage, ob er über einen Rücktritt nachdenke, antwortete Weimer: „Ich werde mich den rechten Trollen nicht beugen, wenn sie Kampagnen machen gegen einen bürgerlichen Kulturpolitiker, der sie inhaltlich angreift. Die AfD regt sich ja immer wahnsinnig auf beim Thema Kulturpolitik. Ich werde keinen Zentimeter nachgeben, wenn es um unsere kulturelle Vielfalt in Theatern, Museen oder Gedenkstätten geht.“ Er bezeichnete sich außerdem als „Hauptgegner“ einer aggressiven Kampagne der AfD.

    • „….unsere kulturelle Vielfalt…“

      Da weiß man wenigstens sofort. woher der Wind weht.

      • er wird sich „den rechten trollen nicht beugen“. – apollo news investigativ-journalisten sollen also rechte trolle sein. absurder geht es nicht mehr. wie lange wird das establishment das noch durchhalten koennen ?

        5
    • Ich glaube, dass das nicht mehr seine Entscheidung ist.

    • „Rechter Troll“ – aus seinem Munde ein Kompliment! 🙂

  • Scheint ein kleiner Gipfel zu werden.
    Auch im Hinblick auf Weimers „Kunden“.
    Wer will sich schon nach der Spezialnacht von Paparazzis bildlich einfangen lassen und als „Schmiergeldzahler“ outen ?

    • Erinnert so ein bisschen an die Szene aus Kir Royal, wo „Generaldirektor Heinrich Haffenloher“ im Restaurant allein an so einem Tisch für zwölf Personen sitzt, aber für alle ein Gericht bestellen muss 😉

  • Die Frau Ministerin wird doch nicht plötzlich kalte Füsschen bekommen haben ? Der von und zu Gutti sollte ihr warme Socken stricken,

  • Man muss sich ja klar sein, es geht nur um die Frage nach einem Anfangsverdacht. Dafür braucht ein Staatsanwalt maximal einen halben Tag – und nicht Wochen.

  • Mittlerweile ist die „Weimer Media Group“ aus dem Transparenzregister verschwunden ! Wie durch Zauberhand…..?!

  • In Gießen brennt die Hütte, hier ist Stillschweigen darüber!

    • Wieso? Ich dachte immer, man sollen denen keine Bühne geben.
      (Sie wissen, WELCHE ich meine.)

    • Das ist die gleiche „Zivilgesellschaft“, die im Mittelalter die „Hexen“verbrennungen johlend begleitet hat.

  • Das Weimer-„Groupie“ K. Reiche war an den meisten Gipfeln immer dabei. Nun kann eine Teilnahme von Ihr nicht bestätigt werden. Da wird Weimer wohl nur noch den Rambo-Zambo Fritz „vermarkten“ können. Und Merz steht zurzeit nicht gerade als der Entscheidungsträger der Regierung da.

  • Dachte ich es mir doch. Jetzt wird vertuscht, verschoben. Frau Reiche hat sich nur „angekündigt“. Ach komnt, für wie blöd haltet ihr „unsereDemokrarie der Mitte“Politiker eure Bürger eigentlich!? Wenn ich mich ankündige, habe ich vor TEILZUNEHMEN! Auch der „Maggus“, C(orrupte)DU, will sich jetzt aus der Affäre ziehen. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass die C-Parteien im Sumpf aus Korruption und Vetternwirtschaft bis zum Hals drinstecken! Herr Bundes(Tippse)Kanzler wird seinen Busenfreund Weimer nicht nur decken wollen, sondern decken MÜSSEN, da er wohl da mit drinnensteckt?

  • Schiff, sinkend, Ratten, verlassen.

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