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Richtungsstreit

„Löst kein einziges Problem“: Nouripour greift die Grüne Jugend an

Der Wahlsieg der Grünen wird in der Parteiführung als Erfolg eines Kurses aus der politischen Mitte gewertet. Die Grüne Jugend fordert dagegen einen linken Kurswechsel – nun widerspricht Omid Nouripour deutlich.

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Omid Nouripour kritisiert Teile der Grünen Jugend für „laute Parolen“. (IMAGO/Revierfoto)

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Die Landtagswahl in Baden-Württemberg hat innerhalb der grünen Partei einen Richtungsstreit ausgelöst. Nun hat der Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour den Kurs des Bundesverbandes der Grünen Jugend kritisiert. Teile der Organisation würden „vor allem mit lauten Parolen“ auffallen, sagte er dem Spiegel.

Wer sich „der Mitte der Gesellschaft verweigert“, wolle „in die Nische“ – dort löse man „kein einziges Problem“. Zugleich lobte Nouripour die grünen Landesverbände in Hessen und Baden-Württemberg, die in Koalitionen mit der CDU regiert haben, für ihren Wahlkampf, der sich mit „realen Problemen“ beschäftigt hätte.

Nouripours Kritik richtet sich auch gegen Forderungen, die die Grüne Jugend unmittelbar nach dem Wahlsieg des wahrscheinlich künftigen Ministerpräsidenten Cem Özdemir erhoben hatte. Die Jugendorganisation stellte noch am Wahlabend Bedingungen für mögliche Koalitionsverhandlungen. Gefordert werden unter anderem eine Vermögensteuer, ein Mietendeckel und ein AfD-Verbotsverfahren im Bundesrat.

„Ein gutes Wahlergebnis ist kein Wert für sich“, sagte der Vorsitzende der Grünen Jugend, Luis Bobga, der taz. Entscheidend sei, ob daraus eine Politik entstehe, „die den Menschen nützt“. Während des Wahlkampfs hatte die Parteijugend auf offene Kritik verzichtet. „Cem wollte seinen Wahlkampf alleine führen und das haben wir ihn machen lassen“, so Bobga. Ein Schweigegebot habe es allerdings nicht gegeben: „Uns hat […] niemand gezwungen, die Klappe zu halten.“

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Konflikte gab es jedoch bereits während des Wahlkampfs. Bobga verwies etwa auf Auftritte des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer im Wahlkampf. Auch ein Interview Özdemirs habe ihn beschäftigt, in dem dieser ihm vorwarf, er würde Menschen „mit dem Hintern ins Gesicht springen“. Trotz solcher Differenzen habe man sich entschieden, den Wahlkampf nicht zu stören. Wie groß die Distanz zwischen Parteiführung und Jugendorganisation ist, zeigt auch ein Detail aus dem Interview. Auf die Frage, wie oft er sich mit Özdemir austausche, antwortete Bobga: „Noch nie.“

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Die Grüne Jugend vertritt einen anderen Kurs als die Parteiführung. Während diese mehrheitlich den Wahlerfolg als Bestätigung eines pragmatischen Kurses wertet, fordert die Jugendorganisation eine entschiedener linke Ausrichtung. Die Grünen sind bei der Wahl in Baden-Württemberg mit einem im Wahlkampf bürgerlichen Ton auf 30,2 Prozent der Stimmen gekommen und stärkste Kraft geworden. Bei den Mandaten liegen sie gleichauf mit der CDU.

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12 Kommentare

  • Die Grüne Jugend will noch weiter nach Links? Da sie die gewalttätige Antifa und die Klimachaoten unterstützen, wollen sie wohl jetzt auch noch die RAF wieder aktivieren.

    • Die RAF ist in Gestalt der VULKAN-Gruppen bereits reaktiviert.

  • Omid Nouripour – Einer der herausragendsten Leistungsträger unserer Gesellschaft. Bitte mehr davon.

    • Klasse Teil!
      Danke für den Link. Ich brauch noch ein paar Geburtstagsgeschenke.

  • Wer nimmt eigentlich Bobga und Jette überhaupt noch Ernst?
    Die Wahlen in BW und Rheinland-Pfalz haben doch gezeigt, dass nur die pragmatischen Realos überhaupt eine Chance haben, gewählt zu werden.
    Mir wäre es Recht, wenn die Grünen weit mehr nach Links rücken würden, dann winken bei den nächsten Wahlen 4%.
    Warten wir bis September, dann sind Wahlen im Osten 🙂

  • Apropos grüne Jugend Bobga. Meine Oma würde sagen:“ Einen Arsch kannst du nicht zu einem Gesicht schminken“!

    • Wieso, hat doch bei der Weltaußenministerin geklappt? Kostet zwar ein paar hunderttausend Euro, aber hey, wir sind ein reiches Land.

  • Wenn die Grün-Apokalyptiker eine LINKE AUSRICHTUNG wollen, sollen sie doch am besten gleich zur Reichenschreck-Partei wechseln. Es ist ja nicht so, dass es kein stalinistisches Politikangebot gäbe.

    • Grüne und Linke kann man eh nicht mehr auseinanderhalten. Ich sehe keinen Unterschied.

  • Die grüne Jugend besteht aus Rotgardisten. Die haben sich die Altvorderen selbst herangezogen. Lasst sie nur machen. Die bürgerliche Mitte wird sie auf ihren Platz in der Geschichte verweisen.

  • Beruhigend, daß wenigstens die arbeitende junge Bevölkerung die Kompetenz der AFD wählt und nicht irgendwelchen Sektierern hinterherläuft.

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