Katholischer Theologe
„Klarer Amtsmissbrauch“: Kardinal Müller kritisiert erneut Anti-AfD-Wahlkampf der Kirchen
Kardinal Müller hat sich noch einmal deutlich gegen die parteipolitische Positionierung von Kirchenvertretern und der kirchlichen Sozialverbände ausgesprochen. Die eindeutige Positionierung gegen die AfD sei „klarer Amtsmissbrauch“.
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Kardinal Gerhard Ludwig Müller hat sich kurz nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gegen die politische Einmischung von Bischöfen und anderen Kirchenvertretern und ihre einheitliche Positionierung zur AfD ausgesprochen (Apollo News berichtete). Jetzt legte der Kardinal in einem Interview mit dem Sender Kontrafunk nach. „Auch in einem demokratischen Staat hat die Kirche nicht ihre Aufgabe sich in die Parteipolitik einzumischen. Das gehört zur Souveränität des Wählers und des Bürgers“, so Müller.
Die Aufgabe der Kirche sei „von Christus her bestimmt“, stellte Müller klar. Die Aufgabe der Kirche sei es, das Evangelium zu verkünden und diejenigen, die an Jesus Christus glauben, zu taufen. Es sei nicht hinzunehmen, „wenn jemand wegen seiner politischen Ausrichtung in seiner Gottesbeziehung behindert wird“, erklärte Müller. Auch das von manchen Amtsträgern vertretene Selbstverständnis, man könne auf AfD-Wähler verzichten, sei nicht zu rechtfertigen. Entsprechende Aussagen seien seiner Auffassung nach „klarer Amtsmissbrauch“.
Gefragt wurde Müller auch, ob die jetzige Politisierung damit zusammenhängt, dass der Kirche immer wieder vorgeworfen wird, im Nationalsozialismus nicht politisch genug gewesen zu sein. „Bei dem Nationalsozialismus ging es um eine Weltanschauung die als Weltanschauung nicht mit dem Christentum vereinbar ist“, so Müller.
Er verwies darauf, dass bereits vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten hochrangige Kirchenvertreter klarstellten, dass der Nationalsozialismus mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar sei. Bei der AfD hingegen sieht Müller keine Weltanschauung, sondern ein politisches Programm, „das jeder Bürger selbst beurteilen kann“.
Zwar sei die Kirche im Recht, von ihren moralischen Überzeugungen ausgehend politische Themenfelder zu kommentieren. Parteiliche Präferenzen sollten den Gläubigen jedoch nicht vermittelt werden. „Wenn es etwas zu kritisieren gibt, muss es allgemein gesagt werden“, so Müller. Dabei bezieht er sich auf Forderungen, die die Kirche ablehnt, wie etwa Abtreibungen, gleichgeschlechtliche Ehen oder Geschlechtsumwandlungen.
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Kritik äußert Müller auch an den christlichen Sozialkonzernen Diakonie und Caritas, die sich ebenfalls gegen die AfD positionieren und im Fall der Diakonie sogar AfD-Mitglieder entlassen (Apollo News berichtete). Für Müller ist klar, dass die beiden Unternehmen sich nicht in die politische Entscheidung der Wähler einmischen dürfen. Dies sei „mit dem christlichen Glauben unvereinbar“, eine „Überschreitung der Kompetenz“ sowie „ein klarer klarer Machtmissbrauch“.
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So viel Einsicht ist in Kirchenkreisen selten.
„Pfaffen sollen beten und nicht regieren.“
(Martin Luther)
Trotz Mrd. Vermögen bitten sie um Spenden für die Kirchenrenovierung
…. und das von Luther, der bei den Bauernaufständen klar Position bezogen hat. Er ist eben fast wie der Friedrich, links Blinken und rechts Abbiegen! 😉
ich sehe das eher so, daß Merz vor der Wahl rechts geblinkt hat und danach links abgebogen ist
Das ist in der Tat zutreffend. Aber ich bin auch sicher, dass all die opportunistischen Linksaktivisten, die 2015 ff. plötzlich in den todesmutigen Widerstand gegen einen 70 Jahre zuvor verstorbenen Diktator gegangen sind, nun einen politischen Umschwung wittern und vorsorglich bereits Opas altes Parteiabzeichen auf Hochglanz wienern. Man kann ja schließlich nie wissen, in welchen Wind man zuküftig sein Fähnchen zu hängen hat, um weiter zwischen den Fettaugen mitschwimmen zu können…
D a n k e! Herr Kardinal Müller.
Da schließe ich mich doch gerne als Katholikin an!
Anbei: Der heilige Michael ist ja der Nationalheilige von Deutschland UND Israel.
Nachdem ich diesen Sommer auf Skellig Michael war und auf dem schwierigsten Stück ein kurzes, aber dennoch tiefes Gespräch mit einem älterem irischen Katholiken führte (der sich direkt bekreuzigte, weil er auf ein rares, wenn auch kritisches Exemplar aus Deutschland traf), welches mir Kraft für den Rest der steilen Stufen gab*, werde ich zum Michaelstag zur Sacra di San Michele bei Turin fahren. Die Linie von der irischen Insel bis nach Israel kennen doch mehr als ich dachte, wer sie nicht kennt…es ist schon eine interessante Geschichte
https://de.catholicnewsagency.com/news/20593/das-unsichtbare-schwert-des-erzengels-michael-sieben-heilige-orte-entlang-einer-geheimnisvollen-linie .
*Und dieses Mal (25 Jahre später) habe ich auch den Blick noch weiter gen Himmel zum anderen Gipfel gerichtet, wo noch ein Ableger des Klosters, ganz weit oben, errichtet wurde! Zu welchen Fähigkeiten, im Guten, die Menschen in der Lage sind, die gläubig sind, ist vielen Menschen gar nicht (mehr) bewusst! Der Glaube versetzt in der Tat Berge!
Natürlich habe ich auch die Ableger an Land besucht, die nachdem das Kloster nicht mehr sicher wurde, gebaut wurden, sowie den Ort, an dem der heilige Kilian startete, um u.a. in Würzburg zu missionieren, und in der Nähe sein Kloster. Auf welche Gefahren sie sich einliessen…mutige Männer!
Es hilft Nichts: Viele Christen fühlen sich in Deutschland und in Europa nicht mehr repräsentiert von den Kirchen, nicht mehr geschützt und erbaut, ja gestärkt in allen Lebensbereichen! Wohin sollen sie, wenn es hart auf hart kommt, flüchten? Und welche Partei setzt sich wahrlich für die Belange der christlichen Ur-Bevölkerung (im Sinne von, seit der Christianisierung) ein, und zwar friedlich und demokratisch? Liebe liberalen Bischöfe: Ich sehe da keine und die AfD ist zumindest in Teilen mit christlichen Werten ausgestattet. Der Zerfall durch zuviel Überdehnung der Liberalität sollte doch mehr als ein Warnsignal sein! Zurück zu den Wurzeln und zum Wesentlichem, meine Herren! Zerstören Sie nicht durch Ausgrenzung, Die die Kirche am Leben erhalten, das ist ein suizidaler Weg. Das Herz der kath. Kirche sind die Konservativen. Diese auszugrenzen und zu stigmatisieren kommt dem Beginn einer Verfolgung schon sehr nah! Natürlich sollte die AfD gerade soziale Strukturen durch eine ebenso fehlgeleitete Politik nicht zerstören und ebenso andere Menschen nicht ausgrenzen. Deswegen: Kommen Sie ins Gespräch, bitte! Auch mit der Union!
https://www.vaticannews.va/de/gebete/heiliger-erzengel-michael.html
Spät! Aber danke das wurde auch Zeit!
Kardinal Müller ist mein Maßstab: klar katholisch statt parteipolitisch. Ich bin Katholik – aber die politisierte Amtskirche kann mich mal. Kirche soll Christus verkünden, nicht betreutes Wählen von der Kanzel organisieren. Müller hat meine volle Zustimmung.
Kardinal Müller war ziemlich der einzige deutsche Würdenträger, der die übergriffigen und totalitären Corona-„Maßnahmen“ kritisiert hat, und zwar bereits 2020. Er war bei seiner Kritik auch gegen die geballte Ablehnung, ja geradezu Diffamierung durch die Deutsche Bischofskonferenz geblieben.
aber getan hat er nichts dieser Feigling
Sie wissen doch gar nicht wie sehr
sich Kardinal Müller (vergeblich)
innerkirchlich einsetzte. Er ist ja
nicht der Papst u. selbst ein Papst
kann nicht machen, was er will.
Kardinal Müller: “ Der Souverän der Kirche ist Gott.“
So ein Unsinn, als ob Gott Steuern verlangen würde . Tand von Menschenhand.
Nun, das ist dann doch etwas zu viel Fontane …
Wann wirft die Kirche diesen Mann raus?
Schätze, wenn das Holz trocken ist.
Wie es dem Erzbischof Carlo Maria Viganò erging, der auch ein großer Kritiker der Machenschaften des Vatikans ist…
Hier versteht wohl niemand Satire mehr.
Der Mann ist ein Idiot…
Nun, ein „ιδιώτης“ (Privatmann) ist er – jetzt emeritiert – ganz sicher; unklar ist nurmehr, wie viele Ihrer Finger auf Sie zurückweisen, während Sie auf ihn als „Idioten“ zeigen …?
Das hat Kardinal Müller sehr schön ausgedrückt und er mußte dazu nicht einmal die fatalen Parallelen zur Vergangenheit bemühen. Geist schlägt halt Aktionismus 🙂
Nun, nichts für Ungut, aber das ist kirchliche Lehre seit der Scholastik (13. Jhdt.):
#1: Staat und Kirche sind zwei voneinander unabhängige Einrichtungen Gottes. Während es die Aufgabe des Staates ist, der zeitlichen Wohlfahrt der Menschen zu dienen, obliegt es der Kirche, ihnen durch den Glauben und die Sakramente das überzeitliche Heil zu vermitteln.
#2: Einfluß in den autonomen Bereich des Staates hat die Kirche nus „quoad peccatum“, dh. wenn staatliche Regelungen dem göttlichen oder natürlichen Recht widersprechen – zB. in den Fragen von Abtreibung, Suizidbeihilfe, Euthanasie, Schutz der Familie, Zweigeschlechtlichkeit, Kinderkauf, Eingriff in menschliche Freiheiten, Kriminalisierung von Meinungsäußerungen, unsoziale Gesetzgebung, etc.
#3: Nur hört man zu den Themen, zu denen die Kirche legitimerweise Stellung nehmen könnte und sollte nichts – oder nur die „regierungsamtliche“ Meinung. – Das ist der eigentliche Skandal!
Es ist schön, dass es noch Pfarrer/Bischöfe/Kardinäle gibt, die ihre wahre Aufgabe kennen und leben. Politik ist nicht Angelegenheit der Kirche und politische Einmischung schon gar nicht.
Es gibt sie doch noch, vernunftbegabte Kirchenvertreter.
Bravo – er spricht so vielen Christen aus dem Herzen.
Top! Herzlichen Dank an Kardinal Gerhard Ludwig für diese Stellungnahme!👏
Eine Lichtgestalt innerhalb einer untergehenden Gemeinschaft!
Matthäus 16,18:
„Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“
Hält schon fast 2000 Jahre…
Diese Bibelstelle hat nichts aber auch schon gar nichts mit der katholischen Kirche zu tun. Die glaubt das nur.
Wenn alle so wären wie dieser Kardinal Müller, wäre ich aus der Kirche nicht ausgetreten.
Dann treten Sie doch wieder ein und suchen sich dort die richtige Gemeinschaft 😉
Aber Vorsicht! Glauben ist kein bequemes Sofa!
Guter Mann!
So sehe ich das auch. Die Kirchen sind nicht Partei im Wahlkampf.
Danke für dieses klare Aussage.
Toll, danke Kardinal Müller, endlich…….
Die Kirchen möchten es sich keinesfalls mit dem Kirchensteuereintreiber verscherzen. Immerhin hängen auch zusätzliche Milliardenzuwendungen an Steuergeld von der Regierung ab. Müller ist daher vorsichtig, denn es könnte irgendwann die AfD auf der Ministerbank Platz nehmen. Die Befürchtung ist hoffentlich nicht unbegründet 😉
Dem kann man nur zustimmen. Es geht um Macht und Einfluß. In SA könnte der Wind nachhaltig drehen. Da pinkelt man als lokaler Würdenträger den mögl. künfigen Machthabern besser nicht ans Bein …
Das ist Nicht wirklich fair.
Kardinal Müller kritisiert den Zustand der deutschen Bischofskonferenz schon seit Jahren, weit vor dem Aufstieg der AfD.
Es gibt tatsächlich noch einige gottesfürchtige Kleriker, selbst in Deutschland
Er hat’s begriffen. Wenn wir über Weltanschauung reden, sollten sich die Herren Kirchenvertreter mal die ganzen sozialistischen Linken anschauen die klar autoritäre und antisemitische Züge haben. Wo ist da die politische Einordnung?
Alibi-Meinung der „Organisation“?
@Anci…
Du bist also Einer Derjenigen, denen es Niemand recht machen kann?
Egal, Was sie sagen oder machen, es ist nicht richtig!
Nur gut, dass wir DICH haben !
nicht wirklich. Bei mir ist diese Organisation als „nicht vertrauenswürdig“ gebucht. Einer ihrer Vertreter aus dem betroffenen Land als Alibi laufen zu lassen, aber bundesweit Stimmung zu machen, macht für mich aus taktischer Sicht Sinn. Es geht ausschließlich um Macht und Einfluß!
„Klarer Amtsmissbrauch“
Das Wort Missbrauch ist ein alt bekanntes Menetekel in der kath. Kirche.
„Selig sind die Armen im Geiste“, damit sind aber nicht die Einfaltspinsel gemeint.
Richtig. Darum werden hierzulande, die in einem psychischen Ausnahmezustand schwerste Straftaten begehen nicht verurteilt.
„Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist“ (Matthäus 22,21). Wer sich auf Christus beruft, muss die Trennung von Staat und Kirche akzeptieren, die das heutige Christentum vom Islam unterscheidet. Wer Menschen ausgrenzt wie die Kirche AfD-Wähler, darf sich nicht mehr Christ nennen, denn er ignoriert die Bergpredigt. Man muss an Erich Kästner denken („Ausgetreten“):
„Da hilft kein Zorn, da hilft kein Spott
Da hilft kein Fluchen, hilft kein Beten.
Jawohl, die Nachricht stimmt!
Der liebe Gott ist aus der Kirche ausgetreten.“
Vielleicht gibt es ja doch noch Hoffnung…
Was er da sagt sollte gegenüber den Fehlbaren aber auch Konsequenzen haben und die Verantwortlichen zu rRechenschaft ziehen.
Endlich benennt es einer als das, was es ist: Machtmissbrauch und Manipulation.
Ein interessanter Punkt ist m.E., dass der Streit der Kirchen gegen die AfD auf Eskalation hin angelegt ist und dass diese Eskalation sich für die Kirche nur in einem einzigen Fall auszahlt: wenn ein Weltkrieg gegen AfD-Deutschland mit einer totalen Niederlage und dem Verbot der AfD endet, wonach dann die Kirche als Trösterin und Beschützerin der Deutschen auftreten kann. Die Kirche hat sich seinerzeit in dieser Rolle zweifellos sehr wohl gefühlt, aber strebt sie wirklich (bewusst oder unbewusst) eine Wiederholung an?
Es gibt nicht viele seiner Art,und noch weniger äußern sich damit öffentlich.
Die katholische Kirche, aber auch die evangelische, müssen sich entscheiden, ob sie Gemeinschaft der Gläubigen oder NGO sein wollen!
Endlich ein hoher katholischer Würdenträger,der diese Meinung so klar und deutlich vertritt.Sonst war nichts zu solchen einseitigen Vorgängen zu hören.