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Jürgen Trittin und die grüne Ur-Feindschaft gegen Israel

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin redet auf seiner Israel-Reise über die Opfer von israelischer „Siedlergewalt“ und trifft sich mit Vertretern arabischer Nationalisten. Trittin treibt seit Jahren sein anti-westliches Unwesen in der Außenpolitik. Dieser lebendigen Vergangenheit müssen sich die Grünen stellen.

Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin geht auf Reisen – der außenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag befand sich die letzten Tage im Nahen Osten. Es geht ihm natürlich um den Gaza-Krieg. Zu dem Konflikt hatte er zunächst eine scheinbar klare Meinung – an der Seite Israels. Doch seine Verurteilung des Hamas-Terrors wich schnell einem neuen Fokus. Kaum eine Woche nach dem Angriff der Mordkommandos aus Gaza sprach er schon wieder meistens über „Palästinenser*innen“, die nun im Zentrum seiner Aufmerksamkeit standen – das Massaker war ja auch schon sechs Tage her.

Die alte, arabophile Sicht des Grünen-Urgesteins auf den Nahostkonflikt hatte sich schon wieder eingependelt. Auf seiner Reise nach Israel und Palästina trifft er sich mit einem Politiker der Knesset-Partei Hadash-Ta’al, die als kommunistisch und arabisch-nationalistisch eingeordnet wird. Grüne Parteifreunde trifft er auch. Dann geht es weiter zu den Palästinensern, wo ihn hochrangige Vertreter der Regierung in Ramallah empfangen. Dort beklagt er dann „die Gewalt mit über 200 Toten durch Soldaten und Siedler“. Das Attentat der Hamas ist da schon lange, lange in den Hintergrund gerückt – und gar nicht mehr so wichtig. Schon ist alles wieder auf alter, grüner Parteilinie, laut der Israel der Täter und Palästina das Opfer im Nahostkonflikt ist.

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Moralische Monstranz und Schweigen im rechten Moment

Auf seiner Reise repräsentiert Trittin Deutschland – und das nicht nur, weil er Bundestagsabgeordneter einer Regierungspartei ist. Seine politischen Verirrungen und Bekenntnisse stehen bezeichnend für diese Republik, die Meister in „Vergangenheitsbewältigung“ ist, aber bei der Gegenwartsbewältigung nach allen Maßen versagt. Trittins Vater diente bis zuletzt in der Waffen-SS, später habe er Reue gezeigt, berichtet Trittin: Der Vater habe ihm aufgetragen, dass sich solche Verbrechen nie wiederholen dürften. „Mich hat das zeit meines Lebens politisch angetrieben“, behauptet der Grünen-Politiker.

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Jetzt steht Trittin in Palästina und lamentiert lang und breit über Siedlergewalt. Seine Erklärungen von vor rund sechs Wochen, als er versicherte, Israelische Antworten auf den Terrorangriff seien „legitim und notwendig“, scheinen vergessen. Stattdessen spricht er darüber, „wie die Siedlungspolitik der Regierung Netanjahu das Massaker vom 7. Oktober erleichterte“. Wenn es um die Terroristen geht, die die Arbeit seines Vaters nahtlos fortsetzten, verfällt er in Schweigen. Oder stellt etwas anderes in den Vordergrund.

Da repräsentiert er Deutschland gerade richtig – ein Land, das die NS-Vergangenheit wie eine moralische Monstranz vor sich herträgt, um dann, wenn es drauf ankommt, Klarheit und Entschlossenheit vermissen zu lassen. Insbesondere ist Trittin aber die lebendige Vergangenheit der Grünen – eine aus maoistischen Extremistengruppen erwachsene prinzipiell anti-westliche und anti-israelische Grundstimmung. Das ist längst nicht aufgearbeitet – und beeinflusst heute die politische Realität, wie sich u.a. an Baerbocks dubiosem israelskeptischen Kurs seit dem 7. Oktober zeigt.

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