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Brandbrief

Industrie schlägt Alarm: Verbände warnen vor EU-Stahlplänen

Vor den geplanten neuen Stahlregeln der EU formiert sich Widerstand aus der Wirtschaft. Europäische Industrieverbände warnen in einem gemeinsamen Schreiben vor höheren Kosten, mehr Bürokratie und Risiken für die Versorgung mit Spezialstahl.

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Europäische Industrieverbände warnen vor den geplanten neuen Schutzmaßnahmen der EU (IMAGO/Rupert Oberhäuser)

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Ein Brandbrief mehrerer europäischer Industrieverbände sorgt in Brüssel für Druck. Die Organisationen, die Unternehmen aus Autoindustrie, Maschinenbau und Verpackungssektor vertreten, warnen vor erheblichen Folgen der neuen Stahlpolitik der EU. Wenn der aktuelle Vorschlag umgesetzt werde, drohten steigende Kosten, Versorgungsprobleme und ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Die EU gehe „zu weit bei der Abschottung des europäischen Marktes“, heißt es in dem Schreiben.

Hintergrund ist ein Vorhaben der EU-Kommission, die bisherigen Schutzmaßnahmen für den Stahlmarkt grundlegend zu verschärfen. Ab 2026 sollen zollfreie Stahlimporte deutlich eingeschränkt werden. Im Kern plant Brüssel, die erlaubte Importmenge spürbar zu reduzieren und Einfuhren, die über diese Mengen hinausgehen, mit einem Strafzoll von 50 Prozent zu belegen. Außerdem sollen strengere Herkunftsnachweise eingeführt werden, damit Stahl nicht mehr über Drittländer umgeleitet werden kann.

Genau dagegen richtet sich die Kritik. „Der Vorschlag halbiert das gesamte Importkontingent nahezu und verdoppelt den Zoll für außerkontingente Einfuhren auf 50 Prozent“, schreiben die Verbände. Bleiben die Einfuhren auf dem bisherigen Niveau, müssten Unternehmen „zwischen fünf und neun Milliarden Euro pro Jahr an zusätzlichen Zollkosten schultern“. Die Kommission selbst erwartet steigende Stahlpreise in Europa. Sie rechnet im Durchschnitt mit rund 3,25 Prozent Mehrkosten. Die Industrieverbände halten das für deutlich zu niedrig. In einzelnen Produktgruppen seien „Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent zu erwarten“.

Hinzu kommt die Sorge vor mehr Bürokratie und Lieferrisiken. Besonders mittelständische Unternehmen könnten die verlangten Herkunftsnachweise kaum erbringen, warnen die Verbände. Zudem befürchten sie Engpässe bei speziellen hochwertigen Stahlsorten, die in Europa nicht in ausreichender Menge produziert werden. Diese seien jedoch für viele industrielle Anwendungen unverzichtbar.

Die Unterzeichner verweisen außerdem darauf, dass bereits andere EU-Maßnahmen die Kosten der Industrie erhöhen, etwa der CO₂-Grenzausgleich und das Auslaufen kostenloser Emissionszertifikate. Zusammen drohe eine spürbare Belastung für viele europäische Hersteller. Länder wie die Schweiz, die wichtige Spezialstähle liefern und nicht zu den globalen Überkapazitäten beitragen, sollten nach Ansicht der Verbände deshalb aus dem Regelwerk ausgenommen werden.

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Das Schreiben endet mit einer deutlichen Warnung. „Wenn der Vorschlag in seiner jetzigen Form angenommen wird, droht er negative Auswirkungen auf die europäischen Stahlverwender auszuüben“, heißt es. Die Verbände fordern die EU auf, die Pläne zu überarbeiten und stärker auf die Bedürfnisse der weiterverarbeitenden Industrie zu achten. Das Thema wird derzeit im Europäischen Parlament beraten.

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35 Kommentare

  • Zölle werden die EU Verbraucher bezahlen. Die erhöhten Preise unserer Stahlkocher auch. Auf dem Weltmarkt wird der Stahl keine Chance haben und Produkte aus der EU in denen Stahl enthalten ist werden ebenfalls teurer, national und international.

  • Bitte richten sie ihren Zorn Richtung EU. VdL und ihr Green Deal ist ihre Ansprechpartnerin!

  • Eine wertvolle Information wäre noch gewesen, dass Zölle nicht in die Landeshaushalte, sondern direkt in den EU-Haushalt fließen.

  • Das muss doch auch dem letzten die Augen öffnen, das diese EU Regierung Europa zerstören will. Ob Meinungsfreiheit, Kritik an der Regierung oder Wirtschaft, alles wird bekämpft und die indigene Bevölkerung soll durch Masseneinwanderung entwurzelt werden.

  • Auch Merz hat heute vor einer Wirtschaftskrise gewarnt. Eine Krise in der wir uns schon seit vielen Jahren längst befinden. Und die Wirtschaftsverbände haben auch nicht lautstark gegen die EU-Pläne protestiert. Und mit diesen vielen „Brandbriefen“ hat sich von der Leyen ihr Büro in Brüssel tapeziert. Die Titanic ist weiter auf Kurs.

  • Zu spät. Sie hätten es 10 Jahre vorher wissen können.
    Kai Wegener würde sagen: Man kann nichts einfach so vorhersagen.
    Erst wenn es passiert, wissen wir, ob es schlimm ist.

  • Stahl wird nicht gebraucht.
    Autos kommen aus China.
    Gebaut wird auch nicht, die Brücken werden auch nicht erneuert. Kein Geld.
    Wir schaffen das mit Uschi.

  • Die EU folgt also der Zollpolitik der USA. Mit dem Unterschied das alles öko oder CO2 neutral werden soll.

  • Die EU ist blank. Deshalb wird versucht, egal an welcher Stelle, Geld zu zuppeln. Klar, Zölle kassiert in erster Linie die EU Bürokratie.

  • „ Wenn der Vorschlag in seiner jetzigen Form angenommen wird, droht er negative Auswirkungen auf die europäischen Stahlverwender auszuüben“ – Whow, aufgewacht ? Wo waren wir denn vor 8 Jahren ? Wer so agiert, spottet jeder Beschreibung. Was für Amateure !

  • Eine so hartnäckige Rezession gab es in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Wie lange müssen wir darauf warten, dass das endlich mal jemand das Ruder rumreißt? Aktuell sieht es nicht danach aus, als hätte unsere Regierung verstanden, was zu tun ist. Für den Bürger wird es währenddessen immer teurer. Die Realität wird am Ende aber doch siegen und alle Luftschlösser werden sich in Wohlgefallen auflösen. Weder Deutschland noch die EU können sich dauerhaft gegen den Marktdruck auflehnen.

  • Stahl braucht kein Mensch mehr und ist total überbewertet.
    Wir bauten unsere Fortbewegungsmittel schon immer aus heimischen Duroplasten in beeindruckender traditioneller Handarbeit.

  • So, so die EU will Strafzölle auf Stahl erheben wie war das noch einmal mit dem Geschrei in der EU als Trump Strafzölle auf ausländischen Stahl erhob?

  • Fpr alle die es nicht wissen.Stahl ist eines der letzten Produkte in dem Deutschland führend ist!Stahl ist nicht gleich Stahl,da braucht es Jahrzehnte an Erfahrung und Forschung.In China liegen tausende Tonnen an Stahl rum,nur will das Zeug keiner.

  • Krieg führen wollen und für die Rüstungsindustrie anscheinend nur minderwertigen Stahl produzieren lassen— ist das das Ziel des hochkompetenten EU-Personals?
    Oder ist es anders und wird nur für die Rüstung hochwertiger Stahl erlaubt und gleichzeitig Autoproduktion auf ein Minimum beschränkt.- oder verboten?

  • Die EU in der jetzigen Form muss weg.

  • Obwohl jedem bekannt ist , dass die CO2-Steuer unsere Wirtschaft massiv schadet und die Lebensmittel verteuert , wird ab diesem Jahr die CO2-Steuer wieder erhöht … Merz ist in dieser Frage wieder einmal auf den falschen Weg !! Dieser Milliardär merkt nicht mal mehr die Nöte der einfachen Bevölkerung !! Was nutzt die CO2-Steuer uns noch und man nur noch E-Autos kaufen kann ; ansonsten jedoch die Industrie und Wirtschaft Deutschland verlassen hat oder Insolvent ist ???
    Die Wähler haben Ihren Jobverlust selbst gewählt , denn wer rot,grün, links und die CDUCSU als linke Partei wählt , wird arbeitslos !! Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche !! Heute bekommen Migranten vom ersten Tag mehr Geld , als ein Bürger dieses Landes der dieses Geld erwirtschaftete !!

    • „… wer rot, grün, links und die CDUCSU als linke Partei wählt , wird arbeitslos !!“
      Leider unverschuldet die anderen auch …..

  • Nur wen interessiert es von den pol. Verantwortlichen?

  • Man könnte auch sagen, das die Politik länger wie mehr vor sich selber warnt. Wer sonst hat dieses Land in den Abgrund geführt. Und Licht am Ende des Tunnels ist immer noch nicht sichtbar!

  • Ich warne vor der ganzen EU!

  • Who cares?

  • Zertifizierte verwaltungtechnische Wahnsinn.
    Krupp würde rotieren vor dem Stahlkocher.

  • die gewerkschaften als marionetten der regierung ,haben auch großen anteil an der misere,zeigt auch ihr jetziges agieren in der problemzeit,das sich hier schon kasten gebildet haben,ist ja wohl mehr als klar,vielleicht bekommen wir von anderen demokratischen ländern entwicklungshilfe,denn die hier geleistete,hat ja so gut wie nicht gewirkt

  • warum die firmen die ganzen diktate der drangsalierer mitmachen,frage ich mich schon lange,generalstreik androhen und auflagen nicht erfüllen,wenn die polizei in die firma deswegen kommt,stehen halt mal 500 oder mehr leute der belegschaft der geschäftsführung zur seite,möglicher besuch im bundestag mit der belegschaft kommt auch gut ebenso im eu parlament,die kranken assi systeme im auto ,sprechen bände

  • Was soll dieses ewige Gemecker? Baut Panzer! Die werden wir brauchen. Der Hit 2026.

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