Situationserkennung
Hohe Kriminalität: Berlin startet KI-gestütztes Überwachungsprojekt
Die Polizei Berlin möchte künftig mithilfe von KI die Straßen überwachen: Im August soll laut Medienberichten ein neues KI-Überwachungssystem erstmals am Kottbusser Tor eingesetzt werden. Eingesetzt werden soll die Technik künftig bei Kriminalitätsschwerpunkten.
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Die Berliner Polizei möchte bald an kriminalitätsbelasteten Orten Videoüberwachung mit Künstlicher Intelligenz (KI) einsetzen. Noch im Laufe des Monats soll die neuartige, bereits polizeiintern getestete Videotechnik in einem Pilotprojekt am Kottbusser Tor in Kreuzberg eingesetzt werden. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Senatsverwaltung für Inneres hat das jedoch noch nicht bestätigt – als geplanter Projektstart wird lediglich das derzeit laufende dritte Quartal des Jahres offiziell anvisiert.
Das neue System soll bei erfolgreichem Einsatz dann bald auch an der Warschauer Straße in Friedrichshain eingesetzt werden. Beide Orte sind über die Grenzen der Hauptstadt hinaus als Drogen- und Kriminalitätsschwerpunkte bekannt geworden. Im kommenden Jahr soll die Technologie dann auch in weitere solche Schwerpunkte, etwa den Alexanderplatz in Mitte, den Görlitzer Park und den Wrangelkiez in Kreuzberg, Einzug halten.
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Der Einsatz von Videoüberwachung ist – auch im Vergleich zu anderen westlichen Ländern – in Deutschland höchst umstritten. Die neue Videoüberwachung soll dabei jedoch nicht, wie befürchtet werden könnte, Gesichtserkennung anwenden, sondern lediglich der „Verhaltens- und Situationserkennung“ dienen: Auffällige Verhaltensmuster sollen dann über die Kamerabilder live erkannt werden, und entsprechend soll Alarm geschlagen werden – Personen sollen dabei anonymisiert durch nachgezeichnete Strichfiguren dargestellt werden.
Datenschützer kritisieren das Konzept dennoch – wie der RBB berichtet, kritisierte Anfang Juni etwa ein Experte des Chaos Computer Club (CCC) in einer Sitzung des Berliner Innenausschusses die geplante Technik: Er stellte infrage, ob es nicht doch möglich sei, die von der KI erzeugten Strichfiguren im Nachhinein zu deanonymisieren, etwa mittels Gangerkennung, für die es entsprechende Forschungen gebe, oder über die Zeitstempel des Videomaterials. Auch würden Infos über die Testdatensätze, mit denen die KI trainiert wurde, fehlen, sodass vermeintliche Diskriminierung nicht auszuschließen sei.
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