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Berlin

„Hat die Krise gut gemanagt, er war vor Ort“: Wegner erhält nach Tennis-Gate Rückendeckung aus eigener Fraktion

Kai Wegner steht wegen eines Tennisspiels während des Berliner Blackouts massiv unter Beschuss. Doch trotz breiter Kritik stellt sich seine Partei geschlossen hinter ihn. „Er hat die Krise gut gemanagt“, so ein Fraktionsmitglied.

Die Berliner CDU-Fraktion stellt sich geschlossen hinter Wegner (IMAGO/Bernd Elmenthaler)

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Die Berliner CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat sich hinter den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner gestellt. Gegenüber dem Stern-Journalisten Julius Betschka erklärte der frühere Fraktionschef Burkard Dregger: „Ein Teil der Medienblase beschäftigt sich mit der oberflächlichen Frage, ob ein Regierender Bürgermeister eine Stunde Pause machen darf. Ich halte das für lächerlich.“ Auch andere Vertreter der Union stärkten Wegner den Rücken.

Der Berliner Regierungschef steht wegen seiner „Tennis-Affäre“ während des schwersten Stromausfalls der Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg zunehmend in der Kritik. Wie der CDU-Politiker einräumte, hatte er am Samstag, dem 3. Januar, nur wenige Stunden nach Beginn des großflächigen Blackouts im Berliner Südwesten Tennis gespielt – während rund 100.000 Menschen ohne Strom, Heizung, Internet und Mobilfunkempfang ausharren mussten, Notunterkünfte eingerichtet wurden und Hilfskräfte im Einsatz waren. In einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung der CDU-Fraktion sah sich Wegner nun gezwungen, seinen Parteikollegen Rede und Antwort zu stehen.

Innerhalb der CDU-Fraktion erwartete man von Kai Wegner eine Erklärung, weshalb er zunächst nicht die ganze Wahrheit offengelegt hatte. Offene Kritik wurde aber durchweg nicht geäußert. Nach Informationen der B.Z. plant Wegner, am 15. Januar eine Regierungserklärung abzugeben. Gleichzeitig habe er laut dem Blatt scharfe Worte gegen die Berliner Innensenatorin Iris Spranger (SPD) gerichtet, da sie ihn später als andere Mitglieder des Senats über den Stromausfall informiert habe.

Vor der Fraktion zeigte sich Wegner selbstkritisch und räumte ein, er hätte die Öffentlichkeit wohl besser bereits am Wochenende über seine sportliche Auszeit informieren sollen. Trotz der Kontroversen stellte sich die CDU-Fraktion am Ende hinter ihren Regierungschef und dessen Umgang mit der Krise: „Er hat die Krise gut gemanagt, hat sich gekümmert, er war vor Ort“, so ein Fraktionsmitglied dem Berliner Kurier zufolge.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner erhält Rückendeckung auch aus dem Süden: Der baden-württembergische CDU-Landesvorsitzende Manuel Hagel stellte sich gegen die Kritik am Krisenmanagement seines Parteifreundes. „Kai Wegner arbeitet mit hoher Konzentration an der Bewältigung dieser Krise“, erklärte Hagel auf Nachfrage während seines Besuchs bei der Klausurtagung der CSU-Bundestagsabgeordneten im oberbayerischen Kloster Seeon. Zugleich betonte er, er sehe keine Gefahr, dass die Diskussion um Wegners umstrittenes Tennisspiel den CDU-Wahlkampf in Baden-Württemberg belasten könnte.

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Unterdessen äußerte sich auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann – ebenfalls, ohne eine Spur der Kritik an Wegner zu üben. Stattdessen forderte er, „Lehren aus den Ereignissen“ zu ziehen. Ein starker Rechtsstaat müsse, so Hoffmann, „hellwach […] auf beiden Augen, rechts und links“ sein. Man müsse weiter daran arbeiten, „am Thema starker Staat, resilienter Staat“. Dazu zähle unter anderem, dass sensible Informationen über kritische Infrastruktur nicht öffentlich zugänglich sein dürften.

Der Stromausfall, der durch einen linksextremistischen Brandanschlag ausgelöst worden war, konnte bis Mittwochmittag behoben werden – die Energieversorgung lief anschließend wieder vollständig. Kurz darauf folgte Wegners Eingeständnis, das eine Welle der Empörung auslöste. Vertreter von AfD und FDP verlangten seinen Rücktritt. Auch aus den Reihen der Linken und Grünen kam scharfe Kritik, ebenso von SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach, der acht Monate vor der Abgeordnetenhauswahl am 20. September den Regierenden Bürgermeister massiv attackierte.

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74 Kommentare

  • Zum Glück hatte die Tennishalle Strom. Sonst hätte er im Dunkeln spielen und kalt duschen müssen.

    • Und natürlich war Wegner auch unter der Dusche ständig erreichbar!

      • Wasserdichtes Handy mit Schutzklasse IP Dingelskirchen. Immer dabei, immer am Puls der Zeit… seifentauglich… ganz bestimmt

        • iPhone 17: Nach IEC Norm 60529 unter IP68 klassi­fiziert (bis zu 6 Meter für bis zu 30 Minuten)

          0
    • Ist das Duschen, außerdem ein bißchen Smalltak, ein paar Streicheleinheiten mit der Liebsten, vielleicht bei ein paar Cocktails, in der inzwischen doch schon ein wenig strapazierten „Tennisstunde“ eigentlich mit drin? Ich frage wegen der Arbeitszeiterfassung für den Berliner Senat 😉

      • Die „Liebste“ hat ihn sicher eine ganze Weile noch am Kopf gekrault. Wie soll er sonst den „Kopf frei bekommen“ haben? Zumindest wer ordentlich Tennis spielt erhöht doch eher die Anspannung.

    • Von Duschen war nie die Rede,er sagte er hätte Tennis gespielt und wäre dann sofort wieder mit der Arbeit angefangen.Also müffelte er wohl und hat sich deshalb nicht in der Öffentlichkeit sehen lassen.

    • Nicht zu vergessen, die Migranten im Luxushotel, sitzend im Whirlpool mit Zigarre und Weinglas!

  • Die Kalkulation läuft doch so: Wegners Rücktritt würde zu Neuwahlen führen und auch sonst der AfD nutzen, also wird er gestützt.
    Obwohl die Notstromaggregate auch in größerer Zahl und vor allen Dingen wesentlich schneller hätten beschafft werden können.
    Wegner verdient über 200k Euro pro Jahr und meint noch, im Krisenfall hätte Work Life Balance Vorrang.
    Derweil die Union die Deutschen zu mehr Arbeit anhalten möchte.
    Lachhaft.

    • Fakt ist, wenn das Volk nicht jubelt, dann muss man eben sich selbst zujubeln.

      Erinnert stark an DDR im Endstadium, wo in Betrieben Held der Arbeit Orden häufiger verteilt, auf Parteitagen/-versammlungen die Lobreden immer länger, am 1. Mai die Paraden umfangreicher und eben die „Erfüllungsquoten“ von unten nach oben gemeldet immer größer wurden.

      Merzowitsch nutzt ja auch sehr gern Superlative und das eben die Energiesituation in seiner Ukraine wichtiger ist, war auch klar. Er hatte eben Berlin als Amtssitz immer im Augenwinkel aus dem Regierungsflieger verfolgt, als man in Frankreich wieder Entscheidungen gegen dt. Volkes-Willen traf.

    • „„Hat die Krise gut gemanagt, er war vor Ort“: Wegner erhält nach Tennis-Gate Rückendeckung aus eigener Fraktion“

      Richtig. Er ist genauso fähig wie seine Politikerkollegen.

      Deshalb leben wir ja auch unübersehbar „im besten Deutschland aller Zeiten“.

    • „Die Kalkulation läuft doch so: Wegners Rücktritt würde zu Neuwahlen führen und auch sonst der AfD nutzen, also wird er gestützt.“

      Macht aber taktisch für die CDU überhaupt keinen Sinn, da 2026 ja regulär Wahlen in Berlin sind. Aber, hey, von mir aus können sie das alles gerne machen. Wird sicher ein voller Erfolg im Südwesten für die CDU, da bin ich mir fast ganz ein wenig eventuell sicher. Toi, toi, toi! Was soll da schon schiefgehen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt 😉

  • Ja liebe Berliner, dann wißt ihr ja wen ihr wählen müßt, wenn die ganze Partei Beifall klatscht.

    • Wahrscheinlich wählen die weiter GRÜN…
      Die ebenso verantwortliche Grüne Bezirkschefin Maren Schellenberg ist völlig abgetaucht und wird auch von den linksgrün durchsetzten Medien komplett verschont.

  • Was sollen sie denn auch Anderes sagen, wenn sie ihr Gesicht wahren wollen. Bei einer so angeschlagenen Regierung, reicht schon ein Windhauch an Kritik, um alles zum Wanken zu bringen.

    • Bei einer solchen fadenscheinigen Farce kann man das Gesicht nicht wahren.

    • Na klar. Kai der Käfer ist der Beste. Was scheren ihn die anderen.

  • Und recht haben sie
    der fähigste Bürgermeister den Berlin je hatte.

    • Da war schon mal so ein Bürger Verscheißer der meinte, Berlin ist so sexy!
      Es ist eine Kloake, welche nur mit dem fremden Geld überleben kann!

  • Hat er sich nach dem Spiel wenigstens genussvoll Essen gegönnt?

  • Er war vor Ort, heisst das jetzt, die Tennishalle ist in unmittelbarer Nähe zum Anschlagsort???

  • Der normale Mensch von heute geht nicht mehr mit einem Tennisschläger in die Mittagspause, sondern mit einem Handy aufs Klo, soweit ich das sehe.

  • Er hätte sich auch unter die Helfer mischen können, das wäre sinnvoller gewesen und hätte sein Image aufpoliert.
    Oder wäre er da nur im Weg gestanden?

    • Hmmmm, tjaa, was glauben Sie, was der da die ganze Zeit gemacht hätte, und auf welche Körperpartien der immer so engagierte Herr OBM W. besonders genau geachtet hätte … 😉

      • Ich ahne nichts Gutes.
        Seine Tennispartnerin hätte gleich mithelfen und so für eine gewisse Kontrolle sorgen können.

  • Ach war im Tenniscenter auch eine „Krise“?

  • Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat sich ganz im Sinne der in seinem Heimatbezirk Spandau laufenden Bewegungsstrategie verhalten!

    Das Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst (GDG) sieht in § 3(3) für jeden Bezirk eine “Organisationseinheit für Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination” (OE QPK). Diese ist u.a. für den Bereich Gesundheitsplanung, Gesundheitsförderung sowie Prävention zuständig. Schwerpunkte dieser Aufgabenbereiche sind die Steuerung und Koordination von integrierten kommunalen Strategien (Präventionsketten), um das bezirkspolitische Ziel „Gesund aufwachsen, gesund leben und älter werden in Spandau“ zu befördern.
    In der Hauptstadt der „sitzenden Arbeit“ ist das auch dringend notwendig! Tennis in der Mittagspause ist lebenswichtig! Gefäßmediziner unterstützen das!

  • Wegner for Chancellor….
    Ach nee, wäre ja keine Veränderung..

  • „Ein Teil der Medienblase beschäftigt sich mit der oberflächlichen Frage, ob ein Regierender Bürgermeister eine Stunde Pause machen darf. Ich halte das für lächerlich.“
    ICH nicht! Vor allem nicht in einer solchen Notsituation!
    Natürlich könnte man nun wieder den Spruch mit der Krähe zitieren… Tatsache aber ist: Die CDU hätte niemanden parat, der Wegner nachfolgen könnte. Und so darf er bleiben, der König von Berlin.
    Auf seine angekündigte Regierungs“erklärung“ kann ich gern verzichten. Sprechblasen-Blabla ohne Ende. Pfui!

    • Die Union bringt durch ihr dämliches Handeln den Kandidat der Linken ins Amt des Regierenden Bürgermeisters.

      • Frau Elif Eralp.
        Ohne Worte.

    • Die hatten hier zur Corona-Hochzeit im März 2020 das Gesundheitsamt nicht länger geöffnet oder am WE extra noch ein paar Stunden drangehängt! Das war anscheinend „nicht nötig“!

      Entweder es handelt sich hier um absichtlich sabotierende Politik, die das Ganze beschleunigen soll und/oder sie übertreiben und gaslighten weiter auf Deubel komm raus – oder mal so, mal so!

      Bin gerade etwas in Rage und stehe unter Schock, weil ich eben erfahren habe, dass mein ausgezeichneter Arzt plötzlich und vollkommen unerwartet (fit wie ein Turnschuh) verstorben ist! Ihn hat die Gesundheitspolitik schon sehr aufgeregt. Ich kann einfach nicht fassen, was diese Leute dort in Berlin, in Bayern und überall auf dem Gewissen haben! Möge er in Frieden ruhen! So ein lieber Mensch…mir tut die Familie sehr, sehr leid.

  • Nun, vielleicht eine grundsätzlichere Überlegung:

    Die Politiker der „Bonner“ Republik sind nahezu sämtlich unter „ganz anderen“ Rahmenbedingungen aufgewachsen und sie gingen wohl mehrheitlich in die Politik, um aus geschichtlicher Verantwortung heraus ein „neues“ Deutschland mitzugestalten. Sie hatten überwiegend einen seriösen Beruf, hatten meist im Krieg gedient und waren oft mehr „zufällig“ in die Politik gekommen.

    Die Politiker der „Berliner“ Republik sind hingegen mehrheitlich prosperitätsgewohnte Sprößlinge akademischer oder politischer Elternhäuser, die erkannt haben, daß man bei überschaubarer Begabung und Einsatzbereitschaft in der Politik mehr und leichter verdienen kann, als müsste man eine Ausbildung durchstehen und sich irgendwie „hocharbeiten“.

    Und um „Politik“ zu können, muß man heute kaum mehr etwas wissen oder können; man muß nur mit hinreichender Eleganz, Skrupellosigkeit und Fähigkeit zur Spurenverwischung die Kunst der Intrige beherrschen.

  • ZWEITMEINUNG: Wer sich mittels Datenrecherche in der Presse schlau macht, wird feststellen: zwei krisenzuständige Senatorinnen haben rBM „vors Tennis-Netz“ geschoben:
    – Giffey wusste bereits um 6 Uhr vom Stromausfall
    – Spranger hat zu spät die Großschadenslage angefordert

    Folglich war rBM Wegner erst ab 8:07 Uhr informiert worden.

    Und Alexander Marguier, Chefredakteur von Cicero schreibt noch am 8.1.:

    „Berlins Regierungschef musste sich vorwerfen lassen, während des verheerenden Stromausfalls nicht vor Ort gewesen zu sein. Jetzt stellt sich heraus: Kai Wegner war stattdessen Tennisspielen.“

    WAHRHEIT: rBM Wegner war in der Mittagspause 1 Stunde beim „Bewegungssport“ Tennis – vorbildlich für eine Führungskaft mit vorwiegend sitzender Tätigkeit!

  • Genosse Wegner hat die ihm gestellten Aufgaben zu 120 Prozent gemeistert. Er wird nur noch von kim del joung übertroffen. Der hätte in der Spree noch ein Eisbad für die aktuelle Kamera gemacht.

  • „Hat die Krise gut gemanagt….“ Dann möchte ich nicht sehen, wie er es schlecht macht.

  • Schauen wir mal ob der Wähler Lehren aus dem Berliner Desaster zieht? Ich fürchte nicht!

  • Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!

  • Die CDU stellt sich hinter Wegner. Bedeutet: Die gesammte Partei CDU findet es völlig OK, wenn man in derartigen Terror-Szenarien als in der Verantwortung für das Wohl der Bürger stehender sich lieber dem Tennis widmet. Das war deutlich!

  • wie ging das noch mit den Krähen…???
    Alle haben sie ihre „Leichen im Keller“!!

  • In China wäre das in 3 Stunden erledigt gewesen

    • In China wäre das nicht passiert.

    • In der Ukraine auch.

  • Ist doch alles Quatsch. Sicher, Wegner sollte da sein, Hauptsache er steht den Leuten mit Ahnung nicht im Weg. Sind für solche Dinge nicht die einzelnen Bezirksbürgermeister zuständig? Um nicht abgeholte Mülltonnen kümmert er sich doch auch nicht.

  • Man könnte meinen die wollen das endlich alle CDU Wähler zur AfD überlaufen

    • Dann hätten sie ihre Mehrheit zusammen.

  • Bei 22 Prozent ist die Berliner CDU in den Umfragen. Vllt. sollte sie den Befreiungsschlag wagen anstatt den Kotau zu praktizieren.

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