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Industrieabschaltung

„Drehbuch für Wohlstandsvernichtung“: Mittelständler reagieren fassungslos auf Strommangel-Pläne der Bundesregierung

Die Bundesnetzagentur bereitet eine digitale Plattform zur Produktionsdrosselung bei Stromknappheit vor. Während die großen Wirtschaftsverbände dazu schweigen, kritisieren mittelständische Familienunternehmer die Krisenpläne deutlich – als staatliche Mangelverwaltung und fatales Ergebnis der deutschen Energiepolitik.

Von

Metallunternehmerin Andrea Thoma-Böck sorgt sich um den Wirtschaftsstandort Deutschland.

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Während die großen deutschen Wirtschaftsverbände bisher keine öffentliche Kritik an den von Apollo News enthüllten Stromrationierungsplänen der Bundesregierung äußern, melden sich nun mittelständische Unternehmer zu Wort. Sie warnen vor den verheerenden wirtschaftlichen Folgen einer Energiepolitik, bei der sich Betriebe an die unzuverlässigen Erzeuger anpassen müssen.

„In einer Industrienation muss sich das Energieangebot nach der Nachfrage richten – nicht
die Produktion nach dem schwankenden Stromangebot“, schreibt Andrea Thoma-Böck, Familienunternehmerin aus dem Allgäu, in einer Stellungnahme der von ihr gegründeten Initiative Zukunft Wirtschaft Deutschland. „Krisenvorsorge ja. Staatlich verwalteter Strommangel nein“, ist diese Stellungnahme überschrieben.

Anlass dafür sind die von der Bundesnetzagentur in Abstimmung mit dem Bundeswirtschaftsministerium seit Anfang 2024 im Geheimen vorbereiteten Energiekrisenpläne. Mithilfe der neu aufgebauten „Sicherheitsplattform Strom“, einer Datenbank und digitalen Kommunikationsplattform, sollen Industriebetriebe und andere Großverbraucher bei einem länger anhaltenden Strommangel dazu verpflichtet werden, die Produktion herunterzufahren. Folgen sie dieser Anweisung nicht, droht ihnen die Abschaltung.

Apollo News hat diese Vorbereitungen für mögliche künftige Energiekrisen Ende Juli öffentlich gemacht. Erst danach informierten Bundesregierung und Bundesnetzagentur selbst darüber. Ausgewählte Wirtschaftsverbände wie der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) waren schon vorher eingeweiht.

„Selbstverständlich braucht ein Staat belastbare Notfallpläne“, schreibt Thoma-Böck, die gemeinsam mit ihrer Schwester die Thoma Metallveredelung GmbH führt. „Die Sicherheitsplattform Strom ist jedoch keine allgemeine Krisenplattform für beliebige Störungen. Ihr konkreter Zweck ist es, bei einer sich abzeichnenden Strommangellage verpflichtende Lastreduzierungen zu ermitteln, anzuordnen und an die betroffenen Unternehmen zu übermitteln. Sie beseitigt den Mangel nicht – sie organisiert seine Verteilung.“

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Diese Einschätzung deckt sich mit Angaben in Unterlagen einer Informationsveranstaltung der Bundesnetzagentur, die Anfang Juni für Stromnetzbetreiber stattfand. Apollo News wurden diese ursprünglich nicht zur Veröffentlichung vorgesehenen Unterlagen zugespielt, inzwischen hat die Bundesnetzagentur sie auf ihre Internetseite gestellt. Darin ist von Strommangellagen über „mehrere Tage bis Wochen“ die Rede. Die für die Energiesicherheit zuständige Regulierungsbehörde betont allerdings, dass es derzeit keine Anhaltspunkte für solche Szenarien gebe.

Fakt ist jedoch, dass Deutschland funktionierende Kern- und Kohlekraftwerke aus politischen Gründen abgeschaltet hat, die nun fehlen, wenn Windkraft und Solarenergie je nach Wetter kaum Strom liefern. „Kein Unternehmer würde eine funktionierende Produktionsanlage stilllegen, bevor der Ersatz zuverlässig läuft. Deutschland hat genau das mit seinem Energiesystem getan“, kritisiert Andrea Thoma-Böck diesen Weg grundsätzlich.

„Die letzten Kernkraftwerke wurden abgeschaltet. Der weitere Kohleausstieg wird vorbereitet. Die
neuen Gaskraftwerke wurden jahrelang angekündigt, sind aber noch nicht in ausreichender Zahl
verfügbar“, so die Unternehmerin weiter. Gleichzeitig solle der Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und künstliche Intelligenz deutlich steigen. „Die politische Reihenfolge lautet damit: gesicherte Leistung abschalten, ausreichenden Ersatz verschleppen, den Strombedarf erhöhen, die Industrie zur Flexibilisierung drängen – und schließlich eine Plattform schaffen, um knappen Strom staatlich zu verteilen.“ Das Fazit der schwäbischen Familienunternehmerin: „Wenn man ein Drehbuch für Wohlstandsvernichtung schreiben wollte, sähe es genau so aus.“

Auf Anfrage von Apollo News hat die Bundesnetzagentur inzwischen mitgeteilt, dass nach ihren Schätzungen rund 4.300 Betriebe in Deutschland von der geplanten Registrierungspflicht auf der „Sicherheitsplattform Strom“ betroffen sein werden (Apollo News berichtete). Sie soll ab einem Jahresverbrauch von acht Gigawattstunden Strom greifen. Damit sind nicht nur große Industriekonzerne, sondern je nach Branche auch mittelgroße Spezialfirmen betroffen. Die Datenerhebung soll in den kommenden Wochen beginnen, eine erste Version der neuen Plattform dann im kommenden Herbst oder Winter starten.

Ein weiterer Familienunternehmer, der diese Vorbereitungen zur Stromrationierung als Alarmsignal sieht, ist Albert Schultz. Er ist Geschäftsführer der Magnet-Schultz GmbH & Co. KG in Memmingen. „Es gibt keine moderne Volkswirtschaft, die energiearm erfolgreich wäre. Industrielle Wertschöpfung kann sich nicht nach Wind und Wetter richten, und KI etc. werden den Bedarf zusätzlich treiben“, pflichtet er Thoma-Böcks Grundsatzkritik an der deutschen Energiepolitik bei. „Das Angebot an Energie muss die Nachfrage von Wirtschaft und Gesellschaft bedienen – nicht umgekehrt. Notfallpläne für eine selbst geschaffene Energieknappheit sind einer führenden Industrienation unwürdig.“ Er fordert: „Deshalb darf keine weitere grundlastfähige Kraftwerksleistung stillgelegt werden, bevor ausreichend gesicherte Ersatzkapazitäten wirtschaftlich verfügbar sind.“

Rückhalt bekommen die Unternehmer von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Deren Sprecher, Carl-Victor Wachs, kommentierte die Pläne der Bundesnetzagentur gegenüber Apollo News so: „Eine Industrienation sollte ihre Unternehmen nicht auf Energiemangellagen vorbereiten müssen. Dass die Bundesnetzagentur dafür nun vorsorglich eine eigene Sicherheitsplattform aufbaut, zeigt, wie fragil die Versorgungssicherheit geworden ist.“ Wenn Unternehmen im Ernstfall ihren Stromverbrauch reduzieren oder sogar ihre Produktion drosseln müssten, sei das ein Warnsignal für den Industriestandort, so der INSM-Sprecher. Deutschland brauche eine Energieversorgung, die jederzeit zuverlässig verfügbar ist. „Energiepolitik muss Versorgungssicherheit daher wieder stärker in den Mittelpunkt stellen.“

dg

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18 Kommentare

  • Sind das nicht die Leute, die die Altparteien, insb. die Union, jahrzehntelang mit ihren Spenden finanziert haben?
    Dumm gelaufen, das Geld können sie jetzt wohl abschreiben.

  • 2000 EEG
    2011 Atomausstieg
    2020 GEG
    2023 EnEfG

    https://www.gesetze-im-internet.de/enefg/BJNR1350B0023.html

    SPÄTESTENS mit dem o.g. (Link) Energieeffizienzgesetz mit dem § 4 Energieeffizienzziele ist doch ALLES gesagt bzw. aus den Parteizentralen ENTGÜLTIG die Deindustrialisierung gesetzlich zementiert worden.

    UND KEINER ging von denen auf die Straße.

    Ein (fast) Halbierung, EGAL ob Flatterstrom oder Atomenergie, des Stromverbrauchs bedeutet entweder die Tilgung von Leben oder Industrie.

  • „Mittelständler reagieren fassungslos auf Strommangel-Pläne der Bundesregierung.“

    Nicht ständig vor der AFD warnen könnte helfen aber da geht in diesen die „Moral“ dann doch mal wieder über das Fressen!

    • Es ist doch seit Jahren bekannt, wohin die Reise geht, wenn Grüne das Sagen haben, und jetzt wird Überraschung geheuchelt.

      • eben.

        erst alles abnicken und die hand aufhalten.
        wenns nicht klappt, wird gejammert und *fassungslos* geschaut.

        schlaue KMU haben das land bereits verlassen, und sich samt unternehmen in sicherheit gebracht.

        gut, der weg ist nicht fuer jeden machbar.
        aber nur stillhalten und auf bessere zeiten warten, ist auch keine loesung.
        denn die kommen so schnell nicht mehr.

        als unternehmer haette man spaetestens seit verabschiedung des green-deal wachwerden, und seine bestimmung hinterfragen muessen.

        allerspaetestens seit merz waere handlung gefragt gewesen.

        wer hat sich zusammengeschlossen, um mit der geballten kraft aller KMU die regierung in die schranken zu weisen?

        ???

        eben.

        • Drei Grossbuchstaben in dem ganzen Gestammel.

          0
    • Ich denke nicht, dass das allzu viel mit Moral zu tun hat: Wer sich heute zur AfD bekennt hat mit enormen Repressalien zu kämpfen. Es geht also auch hier primär ums Fressen, und es fehlt eben der Weitblick. Denn das Fressnäpfchen dürfte bei dieser Politik demnächst ziemlich leer sein.

  • So lange sich nicht hinreichend viele Unternehmer klar und deutlich zur AfD bekennen wird sich nichts ändern. Ich sage es wieder und wieder: Einen Politikwechsel wird es höchstens (!) mit den Blauen geben. Ob die es werden richten können weiß derzeit niemand, denn sie waren noch nirgends in Regierungsverantwortung – es ist aber mehr als evident und über Jahrzehnte belegt, dass *keine* der anderen Parteien, die irgendeinen politischen Einfluss haben/hatten, eine Änderung auch nur will.

  • Fassungslosigkeit im Angesicht eines völlig vorhersehbaren Szenarios? Die Deutschen erstaunen mich immer wieder. Sollte es da irgendwelche Mängel was mathematische Fähigkeiten, naturwissenschaftliche Kenntnisse betreffend geben…?

  • Wenigstens ist Deutschland bei einem Thema an der absoluten Weltspitze: die Dummheit seiner selbst ernannten Eliten!

    Wenn man nur daraus einen Exportschlager machen könnte, würde der Wohlstand aus zwei Gründen wieder wachsen 😀

  • Der Morgenthau Plan nimmt gestalt an! Die Grünen und linken haben gute Arbeit geleistet in den letzten Jahren! Aber nicht vergessen, Betriebe gehen nicht pleite sie hören nur auf zu produzieren!

  • Tja, wenn man 30 Jahre lang gekrochen ist, bekommt man halt solche Ergebnisse. Oder habe ich in dieser Zeit Kritik an der Politik durch den Mittelstand gehört?

  • Und ich reagiere Fassungslos auf die Naivität und Inkompetenz der Mittelständler !

    Was haben die geglaubt wie es mit der Stromversorgung aus Wind und Sonne und jetzt auch ohne genug Wasser für die Wasserstoffproduktion in Zukunft aussehen wird ?
    Im Grunde wird sich die Wirtschaft in Deutschland am ende selbst Deindustrialisiert haben .
    Unsere möchtegern „Wirtschaftsbosse“ sind den Scharlatanen der Grünen einem Kinderbuchautor einer Trampolinspringerin und einer Küchenhilfe in den Untergang gefolgt !
    Und so etwas nennt sich Selbständig Unternehmer !
    Als Hausbank dieser Leute würde es mir spätestens jetzt eiskalt den Rücken runterlaufen !

  • Sind die Mittelständler nicht gerade diejenigen,die der CDU immer in den Hintern gekrochen sind?!
    Und von Friedrich Merz waren die gar begeistert! 😀
    Ja….liebe Mittelständler…..so kann man in die Scheisse greifen!

  • Ich bin mir absolut sicher, das deutsche, in weiten Teilen vollkommen verblödete Wahlvolk wird dieses Thema überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen geschweige denn verstehen, um was es da geht. Wenn ich mich im Bekannten- und Kollegenkreis gelegentlich umhöre, stelle ich immer wieder eine enorm große Unwissenheit und Ignoranz zu den Realitäten in Deutschland fest.
    Na ja, und die Mittelständler hätten es doch dem grünen Emporkömmling Habeck vor den Latz knallen können, das Energie-Versorgungsthema. Haben sie aber nicht, sondern diesen Schwadroneur wann immer es sich anbot mit stehendem Applaus begrüßt – genau so, wie die Großindustrie das handhabte. Die wenigen Gegenstimmen in den eigenen Reihen haben sie dabei selbst ausgegrenzt.

  • So ist das in einem Land, das von Dummen, Unqualifizierten und Ideologen regiert wird.
    Man könnte auch sagen, das passiert, wenn Dumme Dumme wählen…

  • Wer in gebückter Haltung durchs Leben geht, dem kann man leichter in den Hintern treten. Keiner der Lemminge hat den Mund aufgemacht. Nun weiter der Propaganda glauben und weiterhin die Einheitspartei wählen, dann wird das schon.

  • Nun … richtig Frau Thoma-Böck, die Parteien, welche diese Mangelverwaltung verursacht haben und durchführen , wurde von vielen Mittelständlern und allen Grossunternehmen hofiert , gewählt und echte demokratische und volksnahe Parteien – die AFD – dämonisiert.
    Jetzt wo sich das Desaster auf die Betriebe deutlich und erkennbar auswirkt, wird ein leichter Hauch von Unzufriedenheit geäussert – von den Grossbetrieben noch nicht mal das.
    Zumindest erkennen Sie Frau Thoma-Böck nun die Realität und ich hoffe sehr – nicht nur weil es sie nun auch persönlich trifft(?) – dass Sie ihren Kurs , sollte dieser wie oben beschrieben sein, nun radikal ändern und den zerstörerischen Altparteien die Gelder und Stimmen streichen.

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