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17 Kommentare

  • Die Demokratie muss man nicht retten. Sie ist immer da, solange das Volk da ist. Es muss nur jede/r anerkennen, dass es Andersdenkende gibt, und diese die Mehrheit haben können.
    Erst, wenn jemand wirklich faktisch Wahlen absagt, ist die Demokratie tot. Genau soetwas wird im Ansatz gerade in Niedersachsen von der SPD gemacht.

    • Bei „Volk“ wie dir kann man über die Oligarchie froh sein.

  • Sehr geehrte Herren Mannhart und Bolz, vielen Dank für das informative und tiefgehende Gespräch! Den Gedanken, dass gar nicht „die Demokratie“ gerettet werden muss, sondern die Freiheit und der Rechtstaat, finde ich besonders wichtig. Ansonsten schließe ich mich dem werten Herrn Rodriguez an: eine Fortsetzung dieses Gesprächs mit Götz Aly wäre wirklich höchst interessant! Hochachtungsvoll Karl Krumhardt

  • Vielen Dank! Ein Supergespräch, dass mir eine neue Perspektive gegeben hat. Insbesondere die Feststellung, dass wir nicht in einer bürgerlichen Demokratie, sondern in einer Massendemokratie leben, fand ich wichtig. Super.

    Die nächste Frage aber wäre: Angesichts der Tatsache, dass die jetzige Massendemokratie nicht funktioniert: Was müsste passieren, damit sie wieder funktioniert? Wie können Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, solide Wirtschaft u.ä. gesichert werden im Zeitalter der emotional orientierten Propaganda und damit einer ideologisch aufgeladenen Massendemokratie? Bitte dazu ein weiteres Gespräch!

  • Was, wenn der Untergang von Weimar letztlich kaum zu vermeiden war? Gerade diese Ohnmacht könnte das verzweifelte Strampeln der heutigen Demokratieretter zum Teil erklären. Ansonsten war die Sendung (schon wieder) eine Sternstunde. Ich persönlich könnte mir eine Fortsetzung zu diesen Thema mit Götz Aly als Gast vorstellen – ob der mit „rechten Medien“ redet?

    • Ja, das fände ich auch interessant. Max Mannhart würde Götz Aly sicherlich wesentlich intelligentere Fragen stellen als Tilo Jung.

  • Der Judenhass ist eine Folge der mangelnden Solidarität angesichts des Versailler Vertrags.

    • Wie kommen Sie denn darauf?

      • Nennen Sie mir eine nennenswerte jüdische Reaktion, von Freud bis weiß ich nicht wen, die die künstliche Umkehrung der Machtverhältnisse im heutigen Osteuropa, betrieben durch die Siegermächte UK und Frankreich, auch nur am Rande erörterte. Die einzig(!) mir bekannte Aussage lautet, dass man als Jude, in den künstlich neu geschaffenen Staaten, lediglich eine Minderheit der (so geschaffenen deutschen) Minderheit sei. Etwas mager, nachdem das deutsche Kaiserreich sich wohl um die Anerkennung und Gleichstellung des Judentums im zweiten Deutschen Kaiserreich, wie keine andere Nation vor ihr, verdient gemacht hat. Aber möglicherweise irre ich mich, und Frau Nowalis kann mit weiteren Statements, oder mit der Nennung von judenfreundlicheren Gesellschaften seinerzeit(!), aufwarten?!

    • Damals waren beide Kirchen sehr antijüdisch eingestellt. Luther glaubte die Juden würden zur neuen evangelischen Religion kommen, das taten Sie aber nicht. Danach war Luther einer der führenden Antisemiten in Deutschland. Auch im katholischen Bereich üblich war die Bezeichnung “ Christusmörder “ als Negativsynonym für Juden. Wärend des Mittelalters waren Pogrome gegen Juden so schlimm daß ganze jüdische Familien Selbstmord begingen, nur um nicht in die Hände der ach so guten Christen zu fallen. Diese Tradition ist uralt. Warum sprachen die Ostjuden Jiddisch, eine für Deutsche sehr leicht verständliche Sprache? Weil Ihre Vorfahren aus Deutschland fliehen mussten.

  • Norbert Bolz-Interviews und Artikel sind mit das Beste, was es in der deutschen Publizistik seit Jahren gibt. Gratulation an Mannhart, dass Bolz ihn für satisfaktionsfähig hält. Maneat.

  • Ein sehr interessantes und kluges Gespräch. So etwas findet sich sonst selten in dieser Qualität und Gründlichkeit!

  • Nein. Denn die Unterstellung, es sei Indoktrination, die die politische Diskussion bestimmt, ist selbst Introjektion, was seit Jahrtausenden die politische Diskussion bestimmt.

    Bei der Introjektion werden Normen, Definitionen, Werte oder Überzeugungen unhinterfragt übernommen. Der Verstand rationalisiert es dann als eigene Leistung.
    Die Überzeugung, es sei Indoktrination, ist selbst ein Beispiel. In der Folge wird verkündet: Die Propaganda ist schuld, die Medien sind schuld, Putin ist schuld, der GröFaZ war schuld, …

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann einen Trugschluss (z.B. diesen) nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

  • Heute bei Motz & Mecker:
    Wir verstehen Weimar nicht.

    Gleich kommen wieder die „Nazis waren Linke“ Boomer.

    -14
    • Die Nazis waren linke Sozialisten! Buchstabieren Sie laut, deutlich und mehrmals hintereinander den Langnamen der NSdAP. Wenn Sie sich ausreichend zugehört haben, wissen Sie für die Zukunft Bescheid. Und: Alles, was sich mit „Genossen“ anredet, ist – bis auf kommerzielle Zivilgenossenschaften -, ein und dieselbe linksfaschistische Chose. Von A.H. über Ulbricht / Honnecker bis zu den heutigen Linken. No difference.

    • Die Nazis waren „Rechte“, wenn man alle als rechts definiert, die Nationalismus befürworten. Die Nazis waren „Linke“, wenn man alle als links definiert, die kollektivistisch sind.

      Denn die Nazis waren beides. Sie nutzten die tiefe Sehnsucht der Menschen nach seelischer Zugehörigkeit und narzisstischer Größenvorstellung propagandistisch aus: Die Sehnsucht nach Geborgenheit in einer „großartigen“ Nation und nach Geborgenheit in einer kollektivistischen Gesellschaft allgegenwärtiger „Solidarität“ aller. Die Bezeichnung der Nazis als Linke ist also wahr, wenn auch nicht im Sinne des Internationalismus des Kommunismus.

      • Stalin war kein Nationalist? Warum bestand man dann auf der Vormachtstellung der UDSSR im Warschauer Pakt? Weimar scheiterte am irren Versailler Vertrag, schon damals wegen unserer tonnenschweren Schuld ganz ohne Holocaust, dem linken Straßenterror, der Prostituierung aus purer Armut eines ganzen Landes (Es gab Kinderbordelle in Berlin), einer enormen Kriminalität und nach dem Tod Stresemanns völlig unfähigen Regierungen, die alles schlafwandlerisch nur schlimmer machte. Kommt einem irgendwie bekannt vor. Genau: Weimar ist jetzt. In bunt. Immerhin haben wir ja Farbfernsehen. Und das mit den Kinderbordellen. Da befürchte ich Übles.

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