Deutschland im Abseits: China setzt beim Ausbau der Kernkraft auf Serienproduktion
Sowohl in den USA als auch in China erlebt die Kernkraft einen Aufschwung. Peking setzt dabei auf eine Strategie der Serienfertigung, die sowohl traditionelle AKWs als auch kleine modulare Reaktoren integriert.
Bisweilen zwingen die Umstände zu dramatischen Fehlentscheidungen. Manchmal aber wandelt man blind und zielsicher in eine selbstgestellte Falle. Deutschlands Ausstieg aus der Kernkraft ist so ein Ereignis, eine politisch-medial erzeugte Katastrophe, die den Zeitgeist wie unter einem Brennglas sichtbar macht: Wir erleben einen irrationalen, ideologisch extrem aufgeladenen Kampf gegen die wirtschaftliche Realität, wie sie in der Welt vorherrscht.
Die Kernkraft spielt dabei eine besondere Rolle. Sie ist in Deutschland eine Art ideologisches Schlachtfeld, auf dem die Anti-AKW-Bewegung ihre Feldzeichen gegen die Vernunft in den Boden gerammt hat. Repräsentanten aller Parteien jenseits der Brandmauer beteiligten sich an der Zerstörung dieses fundamentalen Bausteins unserer Energieversorgung und lassen bis auf den heutigen Tag keinen Zweifel daran, dass sie sämtliche Brücken zur Kernkraft in Deutschland abreißen werden.
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In diesen Wochen wird im niedersächsischen Grohnde das 2023 stillgelegte AKW weiter zurückgebaut. Rot-Grün arbeitet hier Hand in Hand, Genehmigungen zur Destruktion des Kernkraftwerks erfolgen im Land der überbürokratisierten Verwaltung erstaunlich unbürokratisch. Ganz anders stellt sich die Lage in anderen Teilen der Welt dar.
In den USA investiert vor allem die Privatwirtschaft in neue Energieinfrastruktur. KI-Hyperscaler, deren Rechenzentren einen enormen Strombedarf haben, treiben den Aufbau eigener Kernkraftkapazitäten voran. Google, Amazon und Microsoft setzen dabei mit ihrem Kapital unter anderem auf sogenannte kleine modulare Reaktoren, kurz SMR.
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Diese Anlagen liefern in der Regel eine Leistung von bis zu 300 Megawatt und könnten rechnerisch bis zu 300.000 Haushalte mit Strom versorgen. Vor allem aber sollen sie das allgemeine Stromnetz entlasten und einen Teil jener Energie bereitstellen, die für die KI-Revolution künftig benötigt wird.
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Im ersten Quartal wurden in Deutschland viele neue Batteriespeicher in Betrieb genommen. Bei Großspeichern haben sich die Kapazitäten sogar vervierfacht. Doch all das reicht nicht, um die Energiewende zu einem Erfolg zu machen.Der globale Trend ist unübersehbar: Im vergangenen Jahr trug Kernkraft rund 10 Prozent zur weltweiten Stromerzeugung bei. Die Vereinigten Staaten sind dabei derzeit noch vor China der größte Produzent von Nuklearstrom.
Das amerikanische Bankhaus Morgan Stanley rechnet damit, dass bis 2050 weltweit mehr als 2,2 Billionen US-Dollar in den Ausbau nuklearer Kapazitäten fließen werden. Zur Mitte des Jahrhunderts könnte damit nahezu ein Viertel der weltweiten Stromerzeugung aus jener Energiequelle stammen, aus der sich die Bundesrepublik mit bemerkenswerter Theatralik verabschiedet hat.
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Deutschland dürfte in Peking vor allem als abschreckendes Beispiel gewirkt haben – womöglich sogar als eine Art Initialzündung. In China ist der Staat der dominante Akteur, und er misst der Kernkraft ganz offensichtlich einen erheblichen Stellenwert in der Energieversorgung der Zukunft bei.
Der Plan: Bis 2050 soll der Anteil der Kernkraft an der landesweiten Stromerzeugung von derzeit rund 4,5 auf 10 Prozent steigen. Bereits heute sind in China 60 Kernkraftwerke in Betrieb, weitere 36 Reaktoren befinden sich im Bau – darunter auch erste SMR-Anlagen. Umgerechnet bis zu 300 Milliarden US-Dollar hat die chinesische Regierung bislang mobilisiert, um diese erste große Ausbauwelle der Kernkraft zu finanzieren.
Die chinesische Politik wendet auch bei der wissenschaftlich und technologisch hochkomplexen Nuklearenergie konsequent Prinzipien industrieller Skalierung an. Spezialisierte Fabriken fertigen standardisierte Reaktormodule, die später zusammengesetzt werden. So lassen sich Effizienzgewinne durch Standardisierung, Arbeitsteilung und Spezialisierung realisieren.
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Experten der China Nuclear Energy Association sehen China inzwischen in der Lage, bis zu 50 Großreaktoren gleichzeitig zu bauen. Das ist ein erheblicher Fortschritt, der auch die Bauzeit klassischer Reaktoren deutlich verkürzt hat – auf nur noch rund fünf Jahre. Damit gehen sinkende Baukosten einher: Bei einem Gigawatt-Reaktor könnten sie inzwischen bei lediglich etwa 2,5 Milliarden US-Dollar liegen.
Die beeindruckenden Effizienzgewinne des chinesischen Nuklearsektors entstehen aus dem Zusammenspiel stabiler staatlicher Investitionsbedingungen, einer vergleichsweise unideologischen Energiepolitik, die die Bedeutung grundlastfähiger Stromerzeugung nie aus dem Blick verloren hat, sowie technologischer Lernkurven. Diese ergeben sich aus der kontinuierlichen Praxis, neue Reaktoren zu planen, zu bauen und weiterzuentwickeln.
Deutschlands Ausstieg aus der Kernkraft dürfte langfristig gravierende Folgen haben. Mit der Sprengung der Kühltürme wurde nicht nur Infrastruktur beseitigt, sondern auch ein unmissverständliches Signal an Wissenschaftler, Investoren und Unternehmen der Branche gesendet: Dieser Sektor ist politisch nicht mehr erwünscht.
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Während die USA und China Ingenieuren, Forschern und Unternehmen im Nuklearbereich ausgezeichnete Perspektiven eröffnen, erlebt Deutschland einen Brain-Drain, wie man ihn sonst eher aus Schwellenländern kennt. Das Kollektiv der Ökosozialisten zieht die energiepolitische Steinzeit dem industriellen Fortschritt und dem gesellschaftlichen Wohlstand vor.
Wie weit der Verlust an Ingenieurs- und Organisationsfähigkeit bereits fortgeschritten ist, zeigen Großprojekte wie Stuttgart 21, die Elbphilharmonie oder der Flughafen BER. Sie stehen exemplarisch für die wachsende Unfähigkeit, komplexe Vorhaben zuverlässig zu planen, zu koordinieren und wirtschaftlich umzusetzen.
Setzt sich dieser Pfad fort und verliert Deutschland Ingenieurswissen weiter wie in einem Sturzbach, könnte ein ökonomisches Comeback des Landes schon daran scheitern, dass immer weniger Fachkräfte und Institutionen in der Lage sind, industrielle Großprojekte effizient zu realisieren und Investitionen so zu kalkulieren, dass sie am Ende tatsächlich rentabel sind.
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Um sicherzustellen, dass Großprojekte und Industrieinvestitionen auch künftig in großem Stil möglich bleiben – getragen von günstiger Energie und einer verlässlichen Grundlastversorgung –, setzt Peking weiterhin massiv auf Kohlekraft. Sie liefert noch immer etwa die Hälfte des chinesischen Stroms.
In Deutschland hingegen gilt Kohle neben der Kernkraft als ideologischer Antagonist der Energiewende – als Energiequelle, die schon in wenigen Jahren endgültig zum Teufel gejagt werden soll. Paradoxerweise ist es jedoch ausgerechnet jene von den Deutschen so verachtete Kernkraft, die in China schrittweise die ersten der mehr als 3.000 Kohlekraftwerke ersetzen soll.
Möglicherweise hält der massive Effizienzgewinn Chinas in der Kernenergie ja doch eine Pointe für uns bereit: Sollte uns in Zukunft nicht das Kapital ausgegangen sein – dies ist jederzeit denkbar angesichts der ideologischen Irrpfade der deutsch-europäischen Politik –, könnten wir in wenigen Jahren Kernkraft aus China importieren. Möglicherweise sogar günstig, wenn der technologische Fortschritt in China weiterhin anhält und durch den Wettbewerb mit den Amerikanern regelrecht unter Strom gesetzt wird.
Als Alternative zum Aufbau eigener Kernkraft bliebe ja immer noch der Import französischer Nuklearkraft. Möglicherweise kann Deutschland aber auch künftig auf Kapazitäten aus den Reaktoren zurückgreifen, die unsere Nachbarn im unmittelbaren Grenzgebiet errichten – immer mit dem Blick gerichtet auf den völlig desolaten und unterversorgten deutschen Strommarkt.
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China baut das auf, was in Deutschland mutwillig gesprengt oder zerstört wird. Die Links-Grünen zerstören ein einst wirtschaftlich starkes Land mithilfe der Merz CDU/CSU.
Angefangen hat alles mit Merkel, heute gibt man Deutschland den Rest, den Todesstoß sozusagen.
Deutschland ist als Aufmarschgebiet für die NATO verplant. Da gibt es keinen Platz für Kernkraftwerke mehr, es wäre zu gefährlich. Wer den Alois Irlmaier von dem Autor Stephan Berndt gelesen hat, der weiß, dass nördlich der Donau bis zur Ostsee und Nordsee, alles zerstört wird.
Große Chemiekonzerne, Autofirmen usw. verlagern ihre sicheren Produktionsstätten und ihre wertvolle Technologie in das Ausland, um sie vor Zerstörung zu schützen. Die wissen alle was kommt, während unsere Regierung weiter aufrüstet.
Wenn man so etwas liest möchte man in Deutschland nur noch, und immer wieder, heftigst mit dem Kopf gegen die Wand rennen, nur wird leider der Schmerz nicht nachlassen.
Hej,aber wir retten dafür das Klima mit Wind und Solarenergie. Das dabei Deutschland als Industriestandort zu Grabe getragen wird, das scheint der Plan sämtlicher etablierter Parteien, vor allem auch der CDU, seit Merklichen Zeiten zu sein. Auch wenn keine Industrie dann mehr übrig sein sollte: Auch die Gastronomie benötigt Strom und eure Batterieräder und das gesamte mobile, individuelle Equipment auch. Aber ich freue mich schon auf den Moment, an dem der übrig gebliebene Rest der Deutschen Industriearbeiter zu Hause sitzt und dann ins Unternehmen flitzen muss, wenn der Wind weht un die Sonne scheint. Und sagt nicht, ihr seid unschuldig daran, wenn noch 23% die CDU, 15% die Gründen, 13% die SPD und 11% die Linken wählen, sämtliche Parteien, die diesen Zustand seit jahren systematisch herbeigerufen haben
Nicht die Anderen sind der “ Geisterfahrer “ !
Unser Kurs führt direkt Richtung “ Ideologischen Abgrund “
Verbrecher am Werk !