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Der große E-Bus-Flop – nicht nur leistungsschwach, sondern auch gefährlich

E-Busse sollen die Mobilitätswende im öffentlichen Nahverkehr vorantreiben. Doch von Cyberrisiken über Softwareprobleme bis hin zu massiven Einschränkungen bei Reichweite und Leistungsfähigkeit zeigt sich: Die E-Wende ist nicht nur unrealistisch, sondern gefährlich.

Der öffentlich Nahverkehr wird immer weiter auf E-Mobilität umgestellt - und das wird, wie hier in Hamburg, auch offensiv beworben. (IMAGO/Christian Ohde)

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Im Rahmen der nationalen Klimaziele will Deutschland bis 2045 Treibhausgasneutralität erreichen. Um dieses aberwitzige Ziel zu erreichen, wird nicht nur die Industrie mit Regulierungen und Vorgaben überhäuft – auch der Verkehrssektor wird immer weiter umgebaut. Dabei setzt man in Deutschland und Europa auch auf elektrische Busse im öffentlichen Nahverkehr. Doch die sind nicht nur leistungsschwach, sondern gefährlich – chinesische Modelle können nicht nur überwacht, sondern auch ferngesteuert werden.

Ein interner Test öffentlicher Verkehrsbetriebe in Norwegen hatte ergeben, dass E-Busse des Herstellers Yutong über eine elektronische SIM-Karte gesteuert und im Extremfall auch gestoppt werden könnten. Darüber hinaus verfüge der Hersteller über die Möglichkeit, jederzeit aus der Ferne auf die vollständigen Diagnosedaten der Busse zuzugreifen (mehr dazu hier). Zwar sind Busse des Herstellers Yutong in Deutschland bislang kaum im Einsatz – allenfalls im Testbetrieb. Doch auch bei Bussen anderer Hersteller, nicht zuletzt bei BYD, mehren sich ähnliche Sorgen.

Vor dem Hintergrund der Elektrobus-Flotte, die die Deutsche Bahn im Dezember bei BYD bestellt hat (Apollo News berichtete) – mehrere hundert Fahrzeuge des zweitgrößten chinesischen Autobauers sollen in den Fuhrpark der DB integriert werden –, meldete sich die CDU zu Wort. Nicht nur aus industriepolitischer Sicht sei diese Entscheidung problematisch gewesen, erklärte CDU-Verkehrspolitiker Björn Simon gegenüber der Welt am Sonntag, sondern auch aufgrund erheblicher Sicherheitsbedenken.

Mit Blick auf mögliche Risiken softwarebasierter Fernzugriffe halte er die Entscheidung der Deutschen Bahn für „sehr kritisch“. Eine solche Beauftragung dürfe sich unter keinen Umständen wiederholen. „Das habe ich auch persönlich gegenüber der Bahnchefin, Frau Evelyn Palla, bereits deutlich gemacht“, führte Simon aus. Doch Anlass zur Sorge besteht nicht ausschließlich bei chinesischen Elektrobussen – im Gegenteil.

Auch die Pendants deutscher beziehungsweise europäischer Hersteller weisen Schwächen auf, insbesondere mit Blick auf ihre Zuverlässigkeit. Generell gelten E-Busse – unabhängig davon, ob sie aus China, den USA oder Westeuropa stammen – im Vergleich zu herkömmlichen Bussen häufig als weniger leistungsfähig. Ein zentraler Problempunkt ist die Minderung der Reichweite bei Kälte.

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Niedrige Temperaturen verlangsamen die elektrochemischen Prozesse in Lithium-Ionen-Batterien, die optimal im Temperaturbereich von etwa 20 bis 30 Grad Celsius arbeiten. Bei Kälte sinken sowohl die Kapazität als auch die Entladegeschwindigkeit der Batterien. Bei elektrischen Fahrzeugen kommt es vor diesem Hintergrund bereits bei Temperaturen um –10 Grad Celsius zu einer Minderung der Reichweite von bis zu 35 Prozent.

Ein aktueller Fall aus der Schweiz verdeutlicht diese Problematik und zeigt, dass in erster Linie die Fahrgäste darunter leiden: In den Städten Schaffhausen und Bern mussten sich Passagiere von Elektrobussen im Januar aufgrund der Wetterlage auf frostige Temperaturen während der Fahrt einstellen. Die Beheizung der Busse über Wärmepumpen beeinträchtigte die Reichweite der Batterien. Um die Reichweite zu verlängern, die bei kalten Temperaturen ohnehin bereits deutlich sinkt, wurde die Heizleistung reduziert. In der Folge nahmen die Betreiber niedrigere Temperaturen in den Bussen in Kauf (Apollo News berichtete).

Die Kälte sorgte im Raum Heidelberg Ende Januar unterdessen dafür, dass zahlreiche neu angeschaffte E-Busse nicht einsatzbereit waren: Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet, sind dort aufgrund der kalten Temperaturen und der dadurch verursachten technischen Probleme durchschnittlich mehr als die Hälfte der neuen 48 Mercedes-Benz eCitaro G Busse ausgefallen. Die Probleme dauerten über Wochen an und sind offenbar weitestgehend wetterbedingt. Der Busverkehr in der Region Rhein-Neckar wurde dadurch massiv beeinträchtigt.

Ein weiteres Problem mit Elektrobussen besteht auch bei ihren Akkus – fängt einer erst einmal Feuer, ist er kaum zu löschen. Das in der Batterie ausgebrochene Feuer ist meist selbstversorgend und dadurch kaum mit Wasser oder anderen herkömmlichen Mitteln zu löschen. Deshalb kommt es immer wieder zu Vorfällen, bei denen Busse wegen plötzlicher Brände komplett ausbrennen: In Paris brannten im Frühjahr 2022 binnen eines Monats zwei Busse ab, wodurch zeitweise fast 150 Elektrobusse aus dem Verkehr gezogen wurden. Immer wieder kommt es auch in China zu solchen Vorfällen.

Neben solchen massiven Problemen treten bei Elektrobussen häufig Softwareprobleme auf, insbesondere auf Strecken mit Steigungen. In solchen Fällen kann es zur Überhitzung kommen, die ein Weiterfahren unmöglich macht. Vor diesem Hintergrund geriet kürzlich auch die Tiroler Landeshauptstadt in die Schlagzeilen. In Innsbruck mussten Passagiere eines MAN-Elektrobusses auf einem bestimmten Linienabschnitt wiederholt aussteigen, da die Steigung zu steil war und die Leistung des Fahrzeugs nicht ausreichte. Die Fahrt konnte nur fortgesetzt werden, nachdem die Fahrgäste den betroffenen Streckenabschnitt zu Fuß zurückgelegt hatten (mehr dazu hier).

Auch sonst sind E-Busse anfällig für technische Probleme: In Berlin sorgte das im Dezember für massive Probleme: Zuerst fielen 70 2.2-Modelle des niederländischen Herstellers Ebusco temporär aus – da die BVG nur 270 Elektrobus-Modelle besitzt, war also ein signifikanter Teil der Flotte betroffen. Grund für die Ausfälle waren feine Risse in der Karosserie. Ende Januar wurde bekannt, dass die Schäden bei den meisten dieser Busse zu Totalschäden geführt hatten – um die Auswirkungen auf den Busverkehr abzufedern, musste die BVG deshalb Busse anmieten. E-Bus-Ausfälle in Berlin haben Geschichte: Bereits in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu massenhaften Ausfällen von E-Bussen.

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27 Kommentare

  • Dass die E-Busse im Winter nicht funktionieren, war schon vor Jahren ein Thema im linksregierten Oslo, was das linksregierte Heidelberg nicht hinderte, es nachzumachen.

  • Mir egal. Ich fahre nicht mit Viehtransportern. Weder ÖPNV noch Bahn.

  • Diesel rulez.

  • Planwirtschaft interessiert sich nicht für Kundenbedürfnis, technische Realität und ökonomische Nutzung von Ressourcen.

    Wenn die Einheitspartei verlangt, es sollen mehr Nägel aus der gleichen Rohstoffmenge produziert werden, produziert man kleinere Nägel und reduziert nicht die Rohstoffverschwendung. Wenn die Einheitspartei verlangt, die Busse der Werktätigen sollen elektrisch fahren, fahren weniger Busse weniger weit und die Passagiere schieben.

    Falls Elektromobilitätstechnologie überlegen wäre, setzte sie sich am Markt ohne politische Planungsverfügung durch.

  • E-Mobilität ist die Zukunft sagt der Umweltmister von der SPD. Es ist düster bestellt um unsere Zukunft in Deutschland. Bei der Regierung herrscht nur noch das Prinzip: die Hoffnung stirbt zuletzt.

  • Dann müssen wir halt Doppelstrukturen aufbauen, E-Busse für Sommer, Flachland etc. Und altbewährte für Winter und co. Wir wissen doch wie das geht (Energiewende). Und Geld haben wir jede Menge, kommt ja vom Staat

    • E- Mobilität könnte demnächst auch für
      Esel – Mobilität stehen !

  • Alljährliche Adac-Kfz-Pannenstatistik Ausfallgrund Nr. 1 im Winter? Na? Genau! Warum sollte groß besser funktionieren als klein?

  • E-Fahrzeuge sind nicht so sauber, wie viele denken – im Gegenteil.
    Sie stoßen mehr CO2 aus und belasten die Umwelt stärker als ein Verbrenner.

    Bedarf an Kupfer (direkt und indirekt für Fahrzeug und Infrastruktur), Lithium, Graphit, seltene Metalle usw werden mit sehr hohem Energiebedarf und unter massiven Umweltschäden abgebaut.

    Vergleicht man bei PKW die CO2-Belastung (die ja wohl ausschlaggebend ist), dann ist ein E-PKW 120.000 – 150.000km lang schlechter gestellt als ein sparsamer Diesel.
    Denn die aufwendige Batteriefertigung läßt den E-PKW mit einem dicken CO2Nachteil in der Fertigung starten.
    Berücksichtigt wird dabei die Rohstoffgewinnung und Produktion, ebenso wie beim Verbrenner ein 20%iger Aufschlag für die Förderung und Raffinierie des Treibstoffes hinzukommt.

    Bei durchschnittlicher Fahrleistung und heutigem Energiemix fahren sie ca 8 Jahre lang umweltschädlicher mit einem E-Fahrzeug.

    Der einzige „Vorteil“, der Dreck entsteht woanders bei der Lithiumgewinnung…..

  • Der Grundsatz „Schadstoffreich und leistungsarm“ hat damit eine neue Dimension erlangt.

  • Jetzt ist Eile geboten und wie ich heute entsetzt lesen konnte war das UNO IT-Girl Baerbock* in Europa und trug die Olympia Fackel durch Mailand.

    Jetzt muss sie am Mailänder Flughafen abgefangen werden und sie hat bestimmt eine patente Lösung für dieses E-Bus Problem.

    *Was zum Geier hat diese Selbstdarstellerin an diesem Fackellauf zu suchen!!!!!

  • Ergänzen möchte ich noch, dass diese Busse aufgrund ihres Gewichts auch mehr Feinstaub durch den stärkeren Reifenabrieb in die Umwelt abgeben. Natürlich nur wenn sie fahren.
    Ich bin mal gespannt wie sich das bei der geplanten EU Reform dann auswirkt. Vielleicht werden dann die Elektrobusse auch wieder verboten.
    https://www.handelsblatt.com/mobilitaet/ratgeber-service/feinstaub-eu-will-reifenabrieb-strenger-regulieren-01/100140124.html

  • Sind diese Fernsteuerungsfunktionen nicht EU Vorgaben? Haben das nicht alle neue Fahrzeuge aller Hersteller?

  • Der Online‑Zugriff auf die elektronische Steuerung ist kein „Problem“, sondern ermöglicht durch die Auswertung von Fahrdaten eine kontinuierliche Verbesserung der Software und die Entwicklung neuer Technologien. Nennenswerte technische Probleme sind nicht bekannt. Die Reichweiteneinschränkungen bei sehr kaltem Wetter sind physikalisch bedingt. Yutong hat seine Busse bei Temperaturen bis −33 °C mit eingeschalteter Heizung über Strecken von rund 370 km erprobt. Ich bin zwar kein Freund rein batteriegetriebener Fahrzeuge, aber schlecht ist das nicht. Dieses pauschale China‑ und USA‑Bashing geht mir auf die Nerven – vor allem, wenn man es selbst nicht besser hinbekommt.

  • „….will Deutschland bis 2045 Treibhausgasneutralität erreichen.“ Dann liegen in den Supermärkten auch keine Gurken, Tomaten oder sonstige Treibhausware mehr in den Regalen, denn dafür macht man sich ja genau den sonst so zu bekämpfenden Effekt zu nutze, oder ist das dann wie bei der Rüstung: „Das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun!“? Die achtjährige Tochter meiner Nachbarin will das wissen.

  • Wer den E Schrott kauft ist selber schuld.

  • Aber es muss doch funktionieren, es muss!

    Ideologie stirbt zuletzt, und zuvor noch viele Menschen an Dummheit!

  • Wie toll diese „e-volution“ ist, kann man ja auch am Beispiel der E-Scooter erkennen, die auf den Markt kamen mit der grandiosen Idee, die Leute vom Autofahren abzuhalten! Als ob! Jetzt sind sie in allen Städten nur noch ein einziges Ärgernis, weil sie überall rumstehen! „Na das konnte ja nun keiner ahnen.“ DOCH, die E-Roller-Leugner haben das, verschwörungstheoretisch wie sie sind, prophezeit.

    • In Gelsenkirchen nicht mehr! 💪😃

  • Ich bin kein E mobility Fan aber das erinnert mich bisschen an die Diskussion bei der Einführung des Sicherheitsgurtes. Fernsteuern kann man jedes moderne Fahrzeug. Das wollen die Nutzer sogar. Europäische Autobauer sind genauso schlecht bei Security wie chinesische. Es ist bisher nicht perfekt aber Fahrzeuge werden besser. Wir wollen wieder alles gleichzeitig und das wird sich halt erstmal einschwingen müssen. Elektro ist halt nicht die Lösung für alles aber das Potential ist da. Eher als bei verbrenner.

    • Das Potential ist in den Träumen – nicht bei den aktuellen Batterien.

      Vergleicht man bei PKW die CO2-Belastung (die ja wohl ausschlaggebend ist), dann ist ein E-PKW 120.000 – 150.000km lang schlechter gestellt als ein sparsamer Diesel.
      Denn die aufwendige Batteriefertigung läßt den E-PKW mit einem dicken CO2Nachteil in der Fertigung starten.
      Berücksichtigt wird dabei die Rohstoffgewinnung und Produktion, ebenso wie beim Verbrenner ein 20%iger Aufschlag für die Förderung und Raffinierie des Treibstoffes hinzukommt.

      Bei durchschnittlicher Fahrleistung und heutigem Energiemix fahren sie ca 8 Jahre lang umweltschädlicher mit einem E-Fahrzeug.

      Der einzige „Vorteil“, der Dreck entsteht woanders bei der Lithiumgewinnung…..

  • Lernen durch Schmerz !
    Das alles war jedem Handwerker der Batteriebetriebene Werkzeuge
    benutzt längst bekannt !
    Lüge funktioniert aber auch hier perfekt , Dank Ideologischer Propaganda !

  • Liebe AN: Bitte mitdenken: was soll denn eine „Mobilitätswende“ sein? Fährt man da rückwärts? Und den Satz „ Im Rahmen der nationalen Klimaziele will Deutschland bis 2045 Treibhausgasneutralität erreichen“ könnte aus dem grünen Parteiprogramm kommen.

  • Bei elektrischen Fahrzeugen kommt es vor diesem Hintergrund bereits bei Temperaturen um –10 Grad Celsius zu einer Minderung der Reichweite von bis zu 35 Prozent. Da bleibt ja nur zu hoffen, dass der sogenannte Klimawandel auch noch Jahrzehnte mit den heißesten Temperaturen seit Temperaturmessung auf der ganzen Welt Bestand hat.

  • Ja, die Kobolde in den Batterien wählen Blau, Frau Dipl. Physikerin Annalena Bärbock.
    Bzw. sie machen blau…. 😅

  • Die E-Busse von BYD leiden dann anscheinend nicht unter technischen Problemen. Jedenfalls wird in dem Artikel nichts darüber berichtet. Damit Mercedes trotzdem seinen Schrott los wird, muss jetzt also Angst vor chinesischer Spionagesoftware und Fremdkontrolle geschürt werden. Wie erbärmlich.

  • Im eBus mit Volldampf in den Abgrund. Herzlichen Dank an die herrschende Klasse der Vollidioten.

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