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Linke Kampagnenplattform

Campact-Leitfaden zum Umgang mit rechten Bekannten – der AfD-Wähler als Erziehungsfall

Campact erklärt, wie man mit AfD-Wählern umgehen sollte: zuhören, aufklären, Geduld haben. Dahinter steht ein Demokratieverständnis, das politische Gegner nicht als mündige Bürger mit anderer Meinung betrachtet, sondern als pädagogisches Projekt.

Bereits lange eine Kraft linker Politik: Campact auf einer TTIP-Demo im Jahr 2015 (imago/IPON)

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Was tun, wenn plötzlich Freunde, Nachbarn oder sogar Familienmitglieder AfD wählen? Dieser Frage widmete sich jüngst das linke Kampagnennetzwerk Campact. Kein Wunder: Aktuellen Umfragen zufolge würden inzwischen über ein Viertel der Deutschen ihr Kreuz bei der AfD machen. Selbst treuen Campact-Lesern könnte es bei diesen Zahlen schon mal passieren, im eigenen Bekanntenkreis unvermittelt auf einen AfD-Sympathisanten zu stoßen.

Um für eine solche Diskussion auch entsprechend gewappnet zu sein, gibt die Seite ihren Lesern gleich mehrere Argumentationshilfen an die Hand. Auf Basis der Erfahrungen der Autorin Sally Lisa Starken in Ostdeutschland listet Campact die alltäglichen Sorgen der Menschen vor Ort auf. Diese seien zum Beispiel: „Miet- und Wohnkosten, Rente, Bildungsqualität, öffentlicher Nahverkehr sowie Zukunftsängste wie Inflation, Klima und Kriege.“ Wirklich? Das sollen also die großen Sorgen von enttäuschten AfD-Wählern sein? Bemerkenswert ist weniger, was genannt wird, sondern was fehlt: Ausgerechnet Migration und die Angst vor wirtschaftlichem Abstieg – also genau jene Themen, die seit Jahren die Umfragen zu den Motiven von AfD-Wählern prägen – kommen an dieser Stelle mit keinem einzigen Wort vor.

Aber warum sehen Menschen bei diesen Themen überhaupt eine Lösung in der AfD? Der Rechtsextremismusforscher Wilhelm Heitmeyer liefert Campact eine einfache Erklärung: Viele Menschen hätten das Gefühl, von der Politik nicht gesehen zu werden, nicht mitentscheiden zu können und für ihre Arbeit keine Wertschätzung zu erfahren. Wo sich Bürger mit ihren Sorgen und Lebensrealitäten übergangen fühlten, entstehe zwangsläufig eine politische Lücke.

Schon klar. Doch diese Diagnose wirft eine naheliegende Frage auf: Gerade in den Politikfeldern Migration und Wirtschaft geben nachweislich viele AfD-Wähler an, ihre Positionen würden von der Politik und Teilen der Öffentlichkeit nicht ausreichend berücksichtigt. Wer ausgerechnet diese Themen bei der Beschreibung der Wahlmotive ausblendet und anschließend das Gefühl des „Nicht-Gesehen-Werdens“ als zentrale Erklärung anführt, gerät schnell in einen Widerspruch.

Laut Campact schlüpfe die AfD in die Rolle einer politischen Rettungsfigur, die verspricht, verlorene Kontrolle und gesellschaftliche Stabilität zurückzubringen. Für komplexe Probleme bietet sie dabei häufig einfache, eingängige Antworten, die den Eindruck erwecken, sie ließen sich mit einer einzigen politischen Maßnahme lösen. Natürlich ist die AfD als Partei, die noch nie Regierungsverantwortung getragen hat, für viele Wähler Hoffnungsträger und Projektionsfläche zugleich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es ihr gelingt, sich in den beiden zentralen Politikfeldern Migration und Wirtschaft als unverbrauchte Alternative zu einem Status quo zu inszenieren, den insbesondere im Osten der Republik ein wachsender Teil der Bevölkerung so nicht mehr hinnehmen möchte.

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Migration kommt im Laufe des Textes dann doch noch einmal vor – allerdings ausschließlich als Beispiel dafür, wie die AfD den eigentlich anders gelagerten Wählerfrust manipulativ auf Minderheiten umlenke und gleichzeitig den Eindruck erwecke, durch Abschiebungen könnten unterschiedliche gesellschaftliche Probleme gelöst werden. Mit anderen Worten: Migration spielt angeblich keine entscheidende Rolle für die Wahl der AfD – außer dort, wo erklärt werden soll, warum die AfD mit dem Thema Migration erfolgreich ist.

Zudem verbreite die AfD die Botschaft, Frauen ließen sich vor Gewalt schützen, wenn kriminelle Migranten konsequent abgeschoben würden. Das sei jedoch nur eine vermeintliche Lösung für ein deutlich komplexeres Problem. „Denn statistisch gesehen sollten Frauen dringender vor Männern im nahen persönlichen Umfeld geschützt werden. Die Femizide steigen seit Jahren, häusliche Gewalt ist auf einem Höchststand.“ Ganz so, als ob es da überhaupt keine Korrelation gäbe. Dennoch scheint die Existenz häuslicher Gewalt – von wem auch immer – für Campact automatisch jede Debatte über migrationsbedingte Sicherheitsfragen überflüssig zu machen.

Campact empfiehlt trotzdem, im Gespräch mit AfDlern erst einmal verständnisvoll zuzuhören, statt vorschnell zu verurteilen. Ein Tipp zum Beispiel lautet: „Aufklären statt Empören: Versuche, nachgeplapperte Parolen fragend einzuordnen. (…) Reine Empörung kann Botschaften ungewollt verstärken, statt sie zu entkräften.“ Der Hinweis wirkt insofern bemerkenswert, als Kritiker seit Jahren bemängeln, dass genau diese Form des Gesprächs mit AfD-Wählern in der öffentlichen Debatte häufig zu kurz gekommen sei.

Auffällig ist vor allem das zugrunde liegende Demokratieverständnis in dieser Formulierung. Wer AfD wählt, erscheint hier nicht als politischer Gegner mit möglicherweise oder möglicherweise auch nicht nachvollziehbaren Motiven, sondern als jemand, der geduldig aufgeklärt, emotional begleitet und schließlich wieder auf den „richtigen“ politischen Weg geführt werden müsse.

Zum Ende wird es dann noch einmal konkret: Campact empfiehlt, sich in Vereinen zu engagieren, insbesondere mit Kindern über Politik zu sprechen, geduldig zu bleiben und AfD-Wähler mit emotionaler Nähe wieder „in die Mitte der Demokratie“ zurückzuführen. Am Ende ist der politische Gegner also weniger ein mündiger Bürger mit einer anderen politischen Meinung als vielmehr ein fortwährendes pädagogisches Projekt.

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22 Kommentare

  • „Aber warum sehen Menschen bei diesen Themen überhaupt eine Lösung in der AfD“?
    Warum? Weil sie Politiker sind, die für Recht und Ordnung sorgen, das GG achten und für das deutsche Volk regieren!!!
    Wer es immer noch nicht kapiert hat, das Schiff sinkt immer tiefer, weil die „Regierenden“ eine Agenda ausführen, die für das deutsche Volk vernichtend ist.
    Für mich nur noch die Blauen!!!

    • Oder einfach gesagt ! Menschen die in der Realität beheimatet sind erkennen zwangsläufig die Alternativlosigkeit zur AFD Politik.
      Während die linken wieder versuchen mangels funktionierender Konzepte den Menschen einzureden das bildlich gesprochen die Erde eine Scheibe ist und es mehr als 100te von Geschlechtern gibt !

  • Wer nicht links wählt, ist also ein Faschist.
    Denen muß das Wasser wirklich bis zum Hals stehen.

    • Leute hinter die Fichte führen, das steckt dahinter.

  • Wenigstens kann man mit Rechten noch reden…

    • Haben sie mal versucht sich halbwegs nachvollziehbar linke oder Grüne Politik und Positionen von diesen Leuten erklären zu lassen ?
      Deren Argumentation endet spätestens immer dann Zwangsläufig wenn all unser Geld unwiederbringlich weg ist !
      Aber am ende sind es nicht die Armen Hilfsbedürftigen oder Klima und Umwelt denen es besser geht !
      Diese links Grüne Politik ist am Ende reine Kleptokratie einer Funktionärselite mit einer Geistlosen Horde Nützlicher Idioten im Schlepptau !
      Das hat Margaret Thatcher mal gut und unwiderlegbar auf den Punkt gebracht !

  • Kohle weg,kein Campact mehr und alle sind zufrieden.

  • Wie erzieht man Linke um? Aufklären über Mauermorde, Familienangehörige der Ermordeten mit ins Gespräch einbeziehen, Aufklärung über Mauer, Stacheldraht und Selbstschussanlagen, Aufklärung über Foltergefängnisse, Aufklärung über Stasi, Aufklärung über Unrechtsstaat DDR usw.

  • Mit Linken kann man nicht diskutieren, weder mit Einzelpersonen noch mit Magazinen.
    Es ist sinnlos…

  • Selbst das Argument, dass die AfD als Projektionsfläche dient, weil sie noch nie an der Macht war, ist einfach furchtbar schlecht. Wenn ich fünf Gläser vor mir habe, trinken MUSS, aus vier schon getrunken habe und danach jeweils eine Woche krank war, dann ist es ja hochgradig legitim, erstmal aus dem fünften zu trinken bevor ich mich wieder potenziell den anderen Gläsern zuwende. Zumal auf dem Fünften Glas „Quellwasser“ steht und nicht „Motoröl“ oder gleich „Gift“ wie auf den Anderen. Wir WISSEN ja, dass die Rezepte der linken Parteien Land und Gesellschaft Schaden zufügen, während die AfD die Stimme der Vernunft ist. Ob auch wirklich Quellwasser drin war, wird man dann schon sehen.

  • „Ein Tipp zum Beispiel lautet: „Aufklären statt Empören: Versuche, nachgeplapperte Parolen fragend einzuordnen. (…) Reine Empörung kann Botschaften ungewollt verstärken, statt sie zu entkräften.“

    Da müssen Atlas & Co. aber noch viel lernen. 🙂

  • Bloß gut das dreckig Campact gar keine Reichweite hat, wie das kriminelle ARD & ZDF und andere Scheißmedien und Scheißpresse!

  • Die Ostermarschierer von einst wollen heute gegen Putin in den Krieg ziehen.
    Mehr muss man über Linksgrüne nicht wissen.

  • „Denn statistisch gesehen sollten Frauen dringender vor Männern im nahen persönlichen Umfeld geschützt werden.“

    Sicher ein Trost für die zahlloser Opfer von Vergewaltigungs- oder sogar Mordtaten, begangen von einem bestimmten Klientel. Gruppenvergewaltigungen waren hierzulande bis vor gur 10 Jahren unbekannt. Außerdem würde Campact folgendes Argument in der Klimadebatte kaum gelten lassen: „Statistisch gesehen sollte das Klima dringender vor China, Indien, Russland und den USA ‚geschützt‘ werden.“ Dabei ist die Logik genau die gleiche

  • Man fragt sich was das werden soll wenn’s fertig ist.
    Solche Beschwichtiger können Tote auch nicht wieder lebendig quatschen.

    • Die weisen bewusst die Schuld auf die AfD und ihre Wähler, sehen sich im Spiegel nicht.
      Was das werden soll? Die Vernichtung von allem Deutschen, hin zum Sozialismus und Islamismus, die man eh kaum unterscheiden kann, so dicht wie die zusammen stecken.

  • Wer jetzt noch AFD wählt hat den Knall nocht nicht gehört. Satire off:

  • Die kommunistische Agit-Prop-Maschine läuft jetzt auf Hochtouren. Alles schon mal gehabt – weiß der Ossi. Allein der dumme Besser-Wessi muss jetzt beweisen, ob er nach Corona, eigenständig denken gelernt hat.

  • Ich hoffe das sobald die AfD an der Macht ist die ganzen Compact Spinner weg sind.

  • Uns wollen Sie erziehen ?
    Für sich selber wäre dringend Ärztliche Behandlung angeraten ,
    obwohl bei den meisten vermutlich nichts mehr zu retten ist !

  • Joa so eine hatte ein Freund via Tinder auch mal angeschleppt… 3h am Lagerfeuer und sie wurde nie wieder gesehen… null Argumente, viel Meinung… diese Leute sind Totalverluste… Diskutieren unmöglich.

  • Solange die Brutstätten dieser „inshirngeschissenen“ nicht entmonetarisiert werden, kommen immer wieder verrückte Kreaturen nach. Diese Plage muss endlich ein Ende haben. Vorschlag : Staatliche Unis nur noch mit Mint Fächern, Forschung privatisieren und dreistufige Bildung wieder verpflichtend einführen. Bildung keine Ländersache ,Profs und Lehrer nicht verbeamten…und,und,und – also konservativ, leistungsorientiert und somit zukunftsfähig. Amts- und Politikerhaftung einführen.

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