Bei den Preisen ist die Kerosin-Krise längst Realität – doch die Branche spielt das Risiko herunter
Seit Ende Februar hat sich der Preis für Kerosin in Europa nahezu verdoppelt. Die IEA warnt vor weitreichenden Versorgungsengpässen. Doch die deutsche Luftfahrtbranche gibt demonstrativ Entwarnung. Für Millionen Urlauber und Geschäftsreisende könnte dieser Sommer deutlich teurer werden.
Obwohl sich die Kerosinpreise in jüngster Vergangenheit nahezu verdoppelt haben und die Straße von Hormus – eine der zentralen globalen Lieferrouten für Kerosin und andere Ölprodukte – weiterhin blockiert ist, gibt sich die europäische Luftfahrtbranche unmittelbar vor der wichtigen Sommersaison zuversichtlich. Es gebe keine Treibstoffengpässe, heißt es von Fluggesellschaften, Flughafenbetreibern und Reiseveranstaltern.
Ein fragwürdiger Optimismus: Sebastian Ebel, Vorstandschef von TUI, sprach im Gespräch mit Welt TV von einer „relativ komfortablen“ Lage in Deutschland. Auch Michael O’Leary, Chef von Ryanair, erklärte, das Risiko einer Versorgungsunterbrechung nehme ab. Die Botschaft der Branche ist eindeutig: keine Panik. Diesen beruhigenden Worten steht jedoch eine deutlich nüchternere Realität gegenüber. Die Preissteigerungen beim Kerosin sowie die sich zunehmend verschärfende Mangellage sind faktisch Realität.
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Während TUI und Ryanair die Risiken herunterspielen, bewertet die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air die aktuelle Situation wesentlich rationaler. Wizz-Air-Chef József Váradi räumte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters ein, dass Kerosin-Ersatzlieferungen derzeit zu Preisen von nahezu 1.400 Dollar pro Tonne beschafft werden müssten – etwa doppelt so teuer wie vor dem Krieg.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte bereits Mitte April davor gewarnt, dass mehrere europäische Länder in den kommenden Wochen mit einer beginnenden Knappheit bei Kerosin konfrontiert werden könnten. Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus gilt dabei als besonders problematisch: Laut IEA stammten vor Kriegsausbruch rund 75 Prozent der europäischen Nettoimporte von Kerosin aus dem Mittleren Osten.
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Für Deutschland kommt zudem ein weiteres strukturelles Problem hinzu: Russland stoppte zum 1. Mai 2026 den Transit von Rohöl über die Druschba-Pipeline. Davon betroffen ist unmittelbar die PCK-Raffinerie Schwedt, die Berlin und Brandenburg mit Kraftstoffen wie Kerosin, Diesel und Benzin versorgt – einschließlich des Flughafens Berlin Brandenburg (BER).
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Dabei ergeben sich für private Reisende durchaus konkrete und absehbare Folgen. Kerosin macht bei Airlines zwischen 20 und 40 Prozent der gesamten Betriebskosten aus – damit ist es der größte einzelne Kostenfaktor. Wohin die „Reise“ bei weiter steigenden Kerosinpreisen früher oder später geht, ist daher absehbar. Gabriel Felbermayr, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, prognostizierte bereits Mitte April gegenüber dem Deutschlandfunk: „Die Ticketpreise werden stark steigen“.
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Rechtlich stellt sich die Lage wie folgt dar: Reiseveranstalter dürfen Preise – etwa für Pauschalreisen – bei gestiegenen Treibstoffkosten nachträglich erhöhen, sofern dies spätestens 20 Tage vor Reisebeginn angekündigt wird. TUI, Alltours und DERTOUR haben zwar erklärt, bereits gebuchte Reisen nicht nachträglich zu verteuern. Für künftige Buchungen gilt dieser Vorbehalt jedoch nicht.
Mögliche Folgen für Kunden liegen auf der Hand: Höhere Paketpreise für Flug und Hotel. Der steigende Kerosinpreis könnte zunehmend in die regulären Katalog- und Onlinepreise eingerechnet werden, ohne dass ein separater Zuschlag ausgewiesen werden muss. Im Extremfall – sollte sich die Mangellage beim Kerosin weiter zuspitzen – könnten Reisen oder einzelne Flüge sogar vollständig gestrichen werden, während ein Großteil der entstandenen Kosten letztlich auf die Kunden abgewälzt wird.
Auch exportorientierte Unternehmen, die viel Luftfracht nutzen, geraten dadurch zusätzlich unter finanziellen Druck, weil sich ihre Transportkosten pro Einheit deutlich verteuern und sie diese Kosten nur begrenzt weitergeben können. Zumindest nicht, ohne ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
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Auch der Bereich der Geschäftsreisen gerät zunehmend unter Druck – mit unmittelbaren Folgen für die volkswirtschaftliche Leistung Deutschlands. Wenn Geschäftsreisende höhere Flugpreise zahlen müssen, Umwege fliegen, häufiger umsteigen oder Reisen verstärkt auf Bahn und Auto verlagern müssen, steigen für Unternehmen Kosten und Planungsaufwand erheblich.
Das wiegt schwer, denn die Bedeutung von Geschäftsreisen für die deutsche Wirtschaft ist enorm: Deutsche Unternehmen unternahmen laut der Geschäftsreiseanalyse 2026 des Verbands Deutsches Reisemanagement im Jahr 2025 insgesamt 116,1 Millionen Geschäftsreisen. Das Marktvolumen belief sich auf 48,6 Milliarden Euro.
Christoph Carnier, Präsident des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR), betonte erst kürzlich in einer Stellungnahme: „Geschäftsreisen sind kein betrieblicher Overhead, sondern ein Frühindikator für Wirtschaftsdynamik.“
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Die „Kerosin-Krise“ trifft auf eine deutsche Luftfahrtbranche, die sich bis heute nicht vollständig von den Folgen der Corona-Maßnahmenkrise erholt hat. Im Jahr 2025 zählten die deutschen Hauptverkehrsflughäfen laut Statistischem Bundesamt rund 207,2 Millionen Flugpassagiere – ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber noch immer 8,6 Prozent unter dem Rekordwert des Jahres 2019, als 226,7 Millionen Passagiere abgefertigt wurden.
Besonders gravierend ist die Lage im innerdeutschen Luftverkehr: Die Zahl der Inlandspassagiere lag 48,4 Prozent unter dem Niveau von 2019. Laut Prognosen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) sollen die Passagierzahlen im deutschen Luftverkehr erst im Jahr 2029 wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Während andere große Volkswirtschaften längst wieder das Vorkrisenniveau erreicht oder sogar überschritten haben, hinkt Deutschland weiterhin deutlich hinterher. Ein schwaches Zeugnis für den deutschen Luftfahrtstandort – und zugleich für die gesamte deutsche Wirtschaft.
Als Hauptursache für das strukturelle Zurückfallen im europäischen Vergleich benennt der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) die staatlich beeinflussten Kosten am Luftfahrtstandort Deutschland. In kaum einem anderen Land fallen so hohe und vielfältige Belastungen an: Luftverkehrssteuer, Gebühren für Luftsicherheitskontrollen, Flugsicherungsgebühren, Mehrwertsteuer – und natürlich die Emissionsbesteuerung.
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Warte wir es mal ab. Sollte die Straße von Hormuz wieder ungehindert befahrbar sein, dann wird enorm viel Kraftstoff auf den Markt geworfen und das vermutlich sogar zu sehr niedrigen Preisen.
Ganz unwahrscheinlich ist das nicht, denn auch der Iran muss seine Fördermengen abtransportieren, will er verhindern, dass die Ölquellen versiegen.
Ich bin da nicht ganz so pessimistisch.
Spart doch CO2.
Uschi jubelt und besteigt den Privatjet!
Irre, nur noch irre.
Nein, den Jet stellt die EU…
Die Links-Grünen Politiker kennen keine Kerosin-Krise. Sie werden weiter auf Kosten des Steuerzahler sinnlos um die Welt geflogen, um danach eine Klima-Krise auszurufen.
Manche Dinge ändern sich eben nie. Ich kenne da jemanden auf Apollo, der wird vermutlich sein Leben lang mit weinerlichem Politik-Geraune beschäftigt sein, selbst wenn … Ach, Jürgen, Sie sind es! Ups … Na, wie geht’s Ihnen?
Wollten Sie sich nicht aus dem Forum verabschieden, Atlas?
Atlas macht den Pinocchio Scholz. Er vergisst alles.
Niemand zwingt Sie, sich das hier anzutun. Tun Sie sich doch einfach selbst einen Gefallen und betteln Sie woanders um Ablehnung.
Ist doch schön auf einem Flughafen wenn das Flugzeug nicht betankt werden kann.
„Bitte gehen Sie weiter! Es gibt nicht das Geringste zu sehen! Also, bitte gehen Sie weiter!“
Redet doch endlich mal wieder mit Putin, der hat Kerosin satt.
Ich schätze, der hat allmählich auch uns satt. Und ich kann’s ihm nicht mal verübeln.
Warum haben wir so viele Raffinerien abgebaut? 🏭
Hoffentlich wird weniger geflogen!
Sie meinen damit wen genau?
Alles kein Problem….dann verschenken wir einfach die Flieger an die Ukraine…zusammen mit dem Kraftwerk in Lubmin…wer braucht die dann schon noch.
Wir können doch auch mit dem Lastenrad in den Urlaub fahren….aber Vorsicht…Bitte nicht wandern…das ist rechtsextrem 🙂 🙂 🙂
Oje, das gibt Ärger, wenn der Pöbel nicht mehr nach Malle kann 🤣
Wer Brauch schon Kerosin!
mein Jet…
ich finde das Antisemitisch. Wir können ruhig mal ein bisschen mehr bezahlen oder das Auto stehen lassen und Urlaub am Baggersee machen, es geht immerhin um Grossisrael und dass Bibi nicht ins Kittchen muss!