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Gasmangel

Bald könnten die Niederlande als Gaslieferant ausfallen – dort liegt der Speicherstand sogar unter 30 Prozent

Der deutsche Gasspeicherfüllstand fällt auf 34 Prozent. In den Niederlanden, dem zweitwichtigsten Lieferland für die Bundesrepublik, sieht es mit 28 Prozent aber noch schlechter aus. Das Land ist sowohl Transitland für LNG als auch selbst Förderland.

Am Hafen von Rotterdam wird Flüssiggas wieder in Gas konvertiert und ins Netz eingespeist. (IMAGO/ANP)

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Auch in den Niederlanden leeren sich die Gasspeicher in diesem Winter besonders schnell. Insgesamt sind die dortigen Kapazitäten, die im Verhältnis zu Bevölkerung und Verbrauch deutlich größer sind als die deutschen, Stand Mittwoch noch zu etwa 28 Prozent gefüllt. In Deutschland lag der Füllstand bei 34 Prozent, wie aus Daten des Verbands Gas Infrastructure Europe hervorgeht.

Aus oder über die Niederlande wird ein wesentlicher Teil des deutschen Gasbedarfs gedeckt: rund 0,7 Terawattstunden am Tag. Das ist etwa ein Drittel der Menge, die die deutschen Speicher in den letzten Tagen zur Verfügung gestellt haben. Nur Norwegen ist für die Versorgung noch bedeutender. Ein Teil des nach Deutschland exportierten Gases wird in den Niederlanden direkt gefördert, ein Teil kommt dort an LNG-Terminals aus Übersee an.

Leeren sich die Speicher in den Niederlanden zu schnell, könnte das Königreich unabhängig von europäischen Übereinkünften versucht sein, ankommende Gaslieferungen zunächst selbst zu verbrauchen. Im Falle einer Notlage sind alle EU-Staaten jedoch verpflichtet, zunächst die lebensnotwendigen Mengen in anderen Gegenden sicherzustellen.

Auch die Gasförderung in den Niederlanden geht mittelfristig zurück, und eine Wiederinbetriebnahme geschlossener Quellen scheint derzeit ausgeschlossen. Der designierte Ministerpräsident Rob Jetten von den sozialliberalen Democraten 66 betonte immer wieder, die Gasgewinnung in der nordöstlichen Provinz Groningen nicht wieder aufnehmen zu wollen.

Dort war die Förderung nach geologischen Auffälligkeiten und Schäden eingestellt worden. Relevant ist daher zunehmend die Fähigkeit, am Rotterdamer Hafen Flüssiggas aus Amerika oder anderen Ländern anlanden zu können. Auch über Belgien kommt eine ähnlich große Menge Gas nach Deutschland wie über die Niederlande.

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Die Belgier verfügen allerdings kaum über Speicherkapazitäten: Nur ein kleiner Speicher im flämischen Loenhout in der Provinz Antwerpen erfüllt dort die Funktion eines Puffers. Dort sind aktuell gerade einmal noch drei Terawattstunden Gas eingespeichert – deutlich weniger, als Deutschland am Tag verfeuert.

Das entspricht einem Füllstand in Belgien von rund einem Drittel. Andere deutsche Nachbarstaaten stehen jedoch besser da. Von besonderer Relevanz ist hier Österreich mit dem Speicher Haidach, der auch nach Bayern liefern kann. Insgesamt liegt die Alpenrepublik bei einem Füllstand von 48 Prozent. Auch Tschechien hat noch Reserven in Höhe von knapp der Hälfte seiner Kapazitäten, Polen sogar mehr als zwei Drittel.

Dadurch wird deutlich, dass der Rahmen, den die mitteleuropäischen Staaten in diesem Jahr gesetzt haben, einer möglichen Mangellage besser entgegenwirkt als die politischen Entscheidungen in Westeuropa. Frankreich mit 33 Prozent und Dänemark mit 37 Prozent vervollständigen das Bild mit ähnlich schlechten Werten wie Deutschland. Die Schweiz und Luxemburg haben keine relevanten eigenen Gasspeicher.

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24 Kommentare

  • Aufgrund der derzeitigen Umfragewerte für CDU und Grüne in Baden-Württemberg kann man eigentlich nur noch auf einen sehr kalten Februar hoffen.

    Nicht dass ich irgendjemand etwas Schlechtes wünsche, aber einige haben es wohl noch nicht verstanden, dass diese Politik nicht nur zu einer kalten Wohnung führt, sondern ins komplette wirtschaftliche Desaster!

    • Da sind sie wieder, die Umfragewerte. Dieses Volk ist mehrheitlich unzurechnungsfähig.

    • Doch, ich wünsche manchen Menschen etwas schlechtes, bzw. Eine Dosis Energierealität. Nichts fördert das Denkvermögen , wie ein Wohnhaus mit ein grad im Inneren.

      • Wer auf einen „sehr kalten Februar“ hofft, um politische Effekte zu erzielen, wünscht bewusst wirtschaftlichen Schaden und soziale Belastung. Das hat mit Verantwortung oder Patriotismus nichts zu tun.
        Energiepolitik ist keine Gesinnungsprüfung, sondern Infrastrukturpolitik.

        • Die immense soziale Belastung haben wie aber schon seit dem „das Tor zur Welt“ sperrangelweit geöffnet wurde und hat nichts mit der verfehlten Energiepolitik zu tun, die kommt nur on top!

          5
        • Ist doch für unsere Altparteien und Grünen im besonderen alles kein Problem !
          Wenn uns das Gas ausgeht sind eben die Niederlande jetzt schuld !!
          Da gibt es eben noch ein Kopfgeld auf den vermeintlich Verantwortlichen in den Niederlanden !
          Ist ja auch Unverschämt das die Niederlande nicht genug Gas für uns eingelagert haben !!

          4
  • Deutschland hat die höchsten Energiepreise und die höchsten Steuerzahlungen. Es gibt keinen Bereich mehr im Land der sich nicht im Krisenstatus befindet. Aber ein großer Teil des Volkes scheint dies alles nicht zu interessieren, wenn man die derzeitigen Umfragen betrachtet.

  • Gott sei Dank hat die EU beschlossen demnächst gar kein Gas mehr aus Russland zu beziehen. Klappt ja auch so. 🤡

  • NL fällt aus ? Na ist doch schön, dann haken wir uns dem Klima zuliebe einfach solidarisch unter und bilden eine Wärmekette.

    Vielleicht wäre das eine Idee #Fritze ?

  • Wie haben milionen Gäste die nix tun und viel Energie und andere Recourcen im Übermaß verbrauchen. Fakt.

  • Gas ist das eine Problem !
    Fernwärme ist das nächste Milliarden Loch , das wenige auf dem Zettel haben !
    Das wird unsere Stadtwerke den Kopf kosten !

  • N ist transitland, ja.

    aber foerderland?

    soweit bekannt, wurde die gasfoerderung auf dem festland doch 2023 offiziell eingestellt.
    nur ein paar notfoerderstellen blieben offen.
    diese wurden 2024 ebenfalls eingestellt.

    die gasfoerderung im meer ist noch nicht in betrieb,
    das ist erst in planung.

    so gesehen ist es doch nicht verwunderlich, dass NL nichts an D liefern kann.

  • Ein Kommentar erübrigt sich. Ab 2027 entfällt Eropaweit russisches Gas. Und dann kommen durch die Hinter- und Vordertür die Wärmepumpen. Der Strom wird natürlich in Gaskraftwerken erzeugt. Das Problem: Gas! Aber man baut tausende Windräder die bei Dunkelflaute genauso viel Strom erzeugen wie gar kein Windrad. Aber Fr. Dr. von der Leyen wird uns das Leichentuch sicherlich mit warmen Worten teuer verkaufen.

  • Aus Speicherfüllständen eine drohende Versorgungskrise abzuleiten, ist methodisch falsch. Deutschland und die Niederlande werden primär aus laufenden Importen (Norwegen, LNG, europäischer Handel) versorgt, Speicher sind nur Puffer für Lastspitzen – keine „Badewanne“.
    Die Behauptung, die Niederlande könnten als Lieferland „ausfallen“, ist spekulativ: Gas fließt marktbasiert im EU-Verbund, nationale Abschottung ist rechtlich und praktisch extrem unwahrscheinlich.

    -12
    • Und warum wird der Füllstand dann immer weniger? Wir haben anscheinend ständig Lastspitzen!

  • Man schaltet alles ab, Kohle, AKW, und wundert sich dann dass man von Gas abhängig ist.
    Vorher eine Risikoanalyse machen? Nicht unsere Altparteien. Alles Dilettanten.

  • Zu dumm aber auch, hat die EU doch die Erderwärmung fest mit eingeplant bei der Abkehr von Russland.

  • Wie kann man als Bundesnetzagentur und als Wirtschaftsminister, einen derart schlechten Job machen? Wie geht sowas?
    Warum kaufen die nicht im Sommer genug Gas ein?
    Wird das irgendwie schlecht, wenn es unter der Erde liegt?
    Wenn das jetzt 2 Monate so weiter geht dann ist 0%? Und dann?

  • Das russische Gas nicht haben wollen und das Volk frieren lassen, das kann nur hier passieren. Was ist nur aus Deutschland geworden, das Land der Dichter und Denker ist zum Land der Irren und Bösen verkommen.

    • Da sind Sie aber falsch informiert, Putin hat doch den Gashahn zugedreht! Schauen Sie keine Tagesschau? *zwinker*

  • Den Mangel herbeireden um die Gaspreise (und damit verbundene Steuer/Abgabeneinnahmen) kräftig erhöhen zu können

    Das ist die eigentliche Strategie der politisch gelenkten Gaskonsortien!

    Aber dem dt Wahlmichel kann man ja auch verkaufen:

    Fresst Sch.. liebe Bürger Mrd von Fliegen können nicht irren..UND dieser Wahlmichel es auch noch ohne zu hinterfragen für voll nimmt

  • Können wir nicht einfach die Möbel aus Habecks Wohnung verheizen?
    Er ist der Anfang dieses Übels und danach die Möbel der Klimaschreihälse.
    Wegen solcher Pfeifen friere ich mir nicht den Arsch ab. Das Ganze muss für die Verursacher Konsequenzen haben.

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