Anti-AfD-Titelstory im Spiegel: Große Überschrift, ganz dünner Inhalt
„Was planen die Verfassungsfeinde in Sachsen-Anhalt?“, steht auf dem neuen Cover des Spiegel. Eine Unterstellung als Frage, die eine exakte Beweisführung erwarten lässt. Der dazugehörige Text vermeidet diese jedoch auf atemberaubende Art und Weise.
Drei lange Seiten Text widmet der Spiegel in seiner neuen Titelgeschichte der AfD und der zentralen Ausgangsfrage: „Was planen die Verfassungsfeinde in Sachsen-Anhalt?“ Prompt macht sich Ulrich Siegmund darüber lustig, filmt sich selbst beim Herausgreifen des Magazins. Ein Zeichen für den Verlust der Deutungshoheit von Medien links der Mitte. Aber wagen wir doch mal das Experiment und nehmen den Spiegel und dessen Journalisten ernst. Der normale Leser erwartet bei so einer klaren Überschrift eine ebenso klare Beweisführung im Artikel.
Immerhin ist der Vorwurf der Verfassungsfeindlichkeit maximal und die suggerierte Beschäftigung mit den konkreten inhaltlichen Plänen der AfD eine große Ankündigung, die detailversessene Recherchearbeit erwarten lässt. Dem Leser wird nahegelegt, dass Neues ans Tageslicht gebracht wird – und er am Ende des Textes klüger als zu Beginn sein werde. Doch nichts dergleichen trifft zu. Der Spiegel erfüllt die Erwartungen, die vom Cover geschürt werden, nicht. Der Text hat nichts, aber wirklich gar nichts mit journalistischem Berufsethos zu tun.
Über die drei Seiten wird fast ausschließlich Altbekanntes aufgewärmt. Altbekanntes zudem, das die Beschäftigung mit den konkreten Inhalten komplett umschifft. Ungefähr 80 Prozent des Textes beschäftigen sich mit allgemeinen Beobachtungen, Personalfragen und dem üblichen ausschweifenden Spiegel-Berichterstattungs-Blabla. Nur in wenigen Sätzen wird der Versuch unternommen, aufzuzeigen, welche Regierungspolitik von der AfD zu erwarten ist und warum diese skandalös sein soll.
Doch schon die Einleitung zu diesem Teil beginnt mit einer wesentlichen Abschwächung des Vorwurfs der Verfassungsfeindlichkeit. Der Spiegel schreibt: „Sie haben ihren Wählern ein autoritäres Programm versprochen“. Der Begriff „verfassungsfeindlich“ kommt im Text in Bezug auf die Parteiprogrammatik nicht vor, kein einziges Mal. Die Zuschreibung „autoritär“ ist vielsagend, weil autoritäre Politik natürlich nicht verfassungsfeindlich ist, ansonsten müssten alle Parteien verboten werden. Die Spiegel-Journalisten scheinen ihrer eigenen Wortwahl nicht zu trauen, schwächen ohne externen Druck von sich aus den Vorwurf ab. Es ist bemerkenswert.
Inhaltlich wird der AfD dann im Text vorgeworfen, für Remigration zu sein und „kulturfremde“ Fachkräfte aus Sachsen-Anhalt fernhalten zu wollen. Beides ist natürlich nicht verfassungsfeindlich, sogar das linke Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte, das auf ein AfD-Verbot hinwirken sollte, kam zu dem Schluss, dass im Bereich der Remigration keine hinreichenden Belege für verfassungsfeindliches Handeln vorlägen. Als Nächstes zeigt sich der Spiegel entzürnt darüber, dass die AfD den ÖRR abschaffen will. Wenn das verfassungsfeindlich ist, dürften viele den Verfassungsschutz um die Beobachtung ihrer Person bitten.
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Skandalös finden die Kollegen, dass die Regenbogenflagge künftig nicht mehr an Schulen gehisst werden darf und dafür die Nationalflagge vor Schulen wehen soll. Dass die Verwendung der Symbolik der Bundesrepublik und damit des Grundgesetzes vermutlich eher das Gegenteil einer Verfassungsfeindlichkeit darstellt – dieser Gedanke scheint zu kompliziert gewesen zu sein. Aber gut, es haben ja auch nur vier Journalisten an diesem Text gearbeitet, da können aufgrund intellektuellen Ressourcenmangels mal Nachlässigkeiten geschehen.
Der folgende geniale Kritikpunkt im Text lautet, dass die AfD staatliche Behörden und Verwaltungen mit eigenem Personal besetzen will und Zugriff auf den Verfassungsschutz hätte. So wie jede andere Partei das auch hat und seit Jahrzehnten tut. Große investigative Leistung, vielen Dank dafür. Als allerletzter Strohhalm wird betont, dass die Partei kostenloses Schulessen, freien Familieneintritt zu Kulturstätten und ein „Kinderwillkommensgeld“ für Kinder von Eltern mit mindestens einer deutschen Staatsbürgerschaft fordert.
Und das war es dann auch schon. Ja, wirklich. Mehr Beweisführung kommt in dem langen Text nicht vor. Auf die groß gedruckte Ausgangsfrage wird mit keiner Silbe eingegangen, der Versuch wird gar nicht erst unternommen, die Verfassungsfeindlichkeit erstens zu definieren und zweitens zu belegen. Es ist eine atemberaubende intellektuelle Bruchlandung, die der Spiegel mit dieser Titelgeschichte hinlegt. Sie ist noch schlechter als die erste Story über Siegmund. Sie wird der AfD nicht schaden, ausschließlich der Spiegel wird aufgrund dieser Minderleistung noch mehr an Reputation verlieren.
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ich habe den Spiegel 40 Jahre gelesen. Seit ich 16 Jahre alt war, wurde das zum wöchentlichen Ritual. Als man anfing, die Leser zu manipulieren, habe ich diese Gewohnheit aufgegeben. Heute fasse ich den Spiegel nicht einmal mehr mit der Kneifzange an. SO NICHT!
Vom Spiegel früherere Tage ist nicht erst seit der Causa Claas Relotius nicht viel übriggeblieben. Das Nachrichtenmagazin Deutschlands von einst hat sich zum relotierenden Sturmgeschütz der Postdemokratie gewandelt.
Liebe Christiane D., Ihr Kommentar spiegelt zu hundert Prozent genau meinen Umgang mit dieser Ilustrierten wider. Sogar die von Ihnen skizzierte Zeiträume sind auch meine..
Man sollte anfangen den Spiegel zu ignorieren. Klar hat es Ulrich Siegmund sehr viel gebracht und er macht das auch sehr geschickt. Nicht es zu trotz bin ich der Meinung, dass dem Spiegel keine Plattform mehr geboten werden sollte. Der Spiegel hat’s über Jahre jetzt gezeigt, dass ihm nichts am guten Journalismus liegt.
Seit ich SPIEGEL lese , wähle ich rechts….
Na da werden sich die linksgrünen Spiegel-Käufer aber ärgern, dass da nichts außer Bla-Bla drin stand.
Also mal wieder rausgeschmissenes Geld, Schaaade 😜
„Anfangen“?????? Ich mache Spiegel-Online auf, wenn ich mich amüsieren will. Und lese TAZ, wenn ich mich aufregen will. Informationen hole ich mir woanders…
„Der Text hat nichts, aber wirklich gar nichts mit journalistischem Berufsethos zu tun.“
Ist doch beim „Spiegel“ schon seit sehr langem nichts Neues mehr.
Uli Siegmund hat uns immer noch nicht verraten, wie viel er für die erste Spiegel-Story bezahlt hat. Egal, war halt Wahlkampf.
Aber jetzt nach der Wahl gleich noch mal? Geht doch mal ein bisschen sparsamer mit den AfD-Finanzen um … 😀
Frau Weidel signiert bereits.
Hier die super nette Alice Weidel beim Signieren. Fehlt nur noch Ulli Siegmund…
🙂
short
ich signiere die beste Wahlwerbung vom Spiegel
https://www.youtube.com/watch?v=mi7W-R-bjDw
Nebenbei
Seit Montag gab es zwei frisch aufgemalte Regenbögen auf der Willigisbrücke. Nach nur fünf Tagen wurden sie mit einer Deutschlandfahne übermalt.
mehr https://www.br.de/nachrichten/bayern/regenboegen-in-aschaffenburg-mit-deutschlandfahnen-uebermalt,VUu40xk
Aschaffenburg solle „ganzjährig bzw. dauerhaft auch außerhalb der Beflaggung während des Pride Month ein Zeichen setzen für die Sichtbarkeit, Gleichberechtigung und Freiheit der LGBTQIA+-Community“.
Das Projekt, dessen Kosten von 5.900 Euro die SPD über Einzelspenden übernommen hatte, erstreckt sich auf jeder Seite des Fuß- und Radwegs über eine Breite von rund fünf Schritten.
Vor ziemlich genau 25 Jahren bin ich jeden Mittwoch 30 Minuten (einfach) zu Fuß (!) gelaufen, um mir den aktuellen Spiegel für damals 10 Mark in Japan im nächstgelegenen Rieseneinkaufszentrum zu holen. 2010 habe ich dann mein Abo in Deutschland gekündigt. Begründung: Politisch zu einseitig. Das Kranke daran ist, dass ich immer „links“ war, aber inzwischen schwer „rechts“ bin – und ich habe mich nicht geändert, geändert hat sich das politische Umfeld. Für von Schmidt oder sogar Schröder vertretene Positionen steht man heute schon mit einem Fuß im Gefängnis, oder ist Mitglied der AfD. Na denn, wohl bekomm’s!
Den Spiegel mit dem gefährlichsten Mann hatte ich mir wegen des reißerischen Titels gekauft. Der Inhalt entsprach dem überhaupt nicht. Diese Woche bin ich nicht darauf hereingefallen.
Auf X sah ich, wie Siegmund sich beim Spiegel für den erneuten kostenlosen Druck von Autogrammkarten bedankte. SO geht das!
Doch 3 (!) Seiten?
Wow ….
Sollte ich mir diesen Spiegel kaufen? … Ich weiß ja nicht.
Höchstens, um ihn von Herrn Siegmund, Herrn Chrupalla, Frau Weidel oder Frau von Storch signieren zu lassen.
Könnte Kohle bringen! 😄
Die sieben Euronen geb ich lieber einem Obdachlosen.
Oder ich leg noch etwas drauf und spende es dem Tierheim.
sieben? wirklich?
Die Leute kaufen den Spiegel doch nur noch wegen der marktschreierischen Cover, die schon in wenigen Jahren eine ikonische Wertsteigerung erfahren werden (ob mit oder ohne Unterschrift).
welche(s) cover hat bzw haben denn eine wertsteigerung erfahren?
Der Spiegel hat viel Geld mit dem Siegmund Cover gemacht. Es sind sehr viele Exemplare verkauft worden. Also versucht man es nochmal.
Das ist aber reichlich kapitalistische Logik für das linke Blatt…
Da gerät das linke Establishment wegen drei Seiten Spiegel-Prosa komplett in Panik, während die blaue Truppe den Ball dankend verwandelt. Die AfD muss gar nichts tun, außer den hysterischen Haltungsjournalisten beim intellektuellen Offenbarungseid zuzusehen. Wenn das Streichen von Steuergeldern für linke Kuschelorganisationen schon als Staatsstreich gefasst wird, hat die blaue Opposition ihren Job wohl richtig gemacht. Danke für die Gratis-Wahlwerbung, die Demontage der Altmedien läuft perfekt!
Langsam muss man sich die Frage stellen, ob der Spiegel die AfD unterstützen will? Bekommt der Spiegel jetzt etwa Spenden von Elon Musk statt von Bill Gates?
Ulrich Siegmund zum zweiten mal auf der Spiegel-Titelseite, daß hat wohl noch kein angehender Ministerpräsident geschafft! Danke dafür…
Die AfD als Auflagengarant dann aber bitte auch am Umsatz beteiligen!
Spieglein,Spieglein in der Hand, wer ist der Größte im ganzen Land…
Claas Relotius hockt immer noch im „Hamburger Keller“.
Ich muss mich zwingen, kein Mitleid zu empfinden.
Relotius Affäre ,,,,,,,,TEIL 2
Teil N, wobei N nach unendlich strebt
Der SPIEGEL ist ein Haltungsblatt, das man nicht (mehr) kauft, um etwas Neues zu erfahren, sondern um seine Meinung und seine edle Gesinnung bestätigt zu bekommen.
Gibt’s da eine Plakette dazu?
So à la Gimmick früher in Yps … Held der Haltung?
Der Spiegel ist doch nun wirklich kein Referenzblatt mehr. Seit Rudolf Augstein uns verlassen hat, ist das Niveau unterirdisch. Das erklärt im Übrigen auch die schwindenden Auflagen. Selbst Ultralinken Lehrern ist dieses Blatt nun schon peinlich. 🙈
Nicht zu vergessen, auch die unsägliche Melanie Ammann hat ihr „Handwerk“ beim Spiegel gelernt….
ich belächele auch pseudointelektuelle bzw geschäftsreisende, die am gate sitzend den spiegel lesen. genauso wie die mit gesichtslappen im / am flieger.
Ist doch inzwischen Standard im im Mainstream:
Markise Worte mit viel heißer luft !
Ich erwarte nächste Woche zur MeckPomm Wahl nen Titel des Spiegels wie „Leif der nordische Nazi“. Sollte die AfD über die 40% hieven. Danke Herr Korbjuweit.
Google sagt: „Verkaufte Gesamtauflage ca. 635.800, davon als E-Paper / Digital rund 300.000, davon klassische Print-Hefte rund 335.000“
Atemberaubend. Man möchte meinen, dass das dünne Heftchen nur noch von der eigenen SPIEGEL-Belegschaft gekauft wird, um die Pleite zu vermeiden.
wird nicht pleite gehen da systemrelevant.
Ich frage für einen Freund. Warum ist auf dem Cover nicht die Links Partei mit ihren „N“GO’s und militanten Vorfeld abgebildet?
Weil die den Spiegel mitfinanzieren, neben den Herren Soros und Gates!
„Der Spiegel“ ist nicht mal ein Schatten dessen, was er noch krampfhaft vorgibt zu sein und betreibt in seiner Eigenschaft als sich anbiederndes Systemmedium nur noch Ideologie Erhaltung, da andernfalls Schicht im Schacht ist. Als ehemaliger Abonnent (bis Corona) überfliege ich den Ableger „Spiegel Online“ einmal im Monat kurz, um immer wieder gespiegelt zu bekommen, dass dieses bis zum Platzen aufgeblähte Medienkonstrukt bald fertig hat.
sicher nicht. erstens gibt es immer noch genügend leser („56% haben nicht die afd gewählt“) und zweitens wird würde es, selbst wenn nur online (wie die taz) mit verlust am leben gehalten. das blatt hat eine zu hohe relevanz auch wenn das eine blase nicht wahrhaben will.
Nachdem ich die Schlagzeile dieses Artikel gelesen habe, habe ich mich gefragt ob ihr jetzt jeden Tag so einen Artikel über den Spiegel schreiben wollt. Das ist doch Standard beim Spiegel fette Schlagzeile dünner Inhalt.
Der Spiegel wird im Volksmund nicht umsonst an der „Relotiusspitze“ verortet!^^