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Sachsen-Anhalt

„Von Fall zu Fall entscheiden“: CDU-Fraktionschef Schulze stellt Zustimmung zu AfD-Anträgen in Aussicht

Sachsen-Anhalts CDU-Chef Sven Schulze stellt eine Zustimmung zu AfD-Anträgen in Aussicht: Entscheidend sei allein der Nutzen für das Land. Wie sich seine Fraktion bei der anstehenden Ministerpräsidentenwahl verhalten wird, lässt er dagegen offen.

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Abstimmungen mit der AfD? Schulze rückt vom Brandmauer-Dogma ab. (IMAGO/Bernd Elmenthaler)

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Der amtierende Ministerpräsident und CDU-Fraktionschef Sven Schulze hat erklärt, von der bisher etablierten „Brandmauer“-Linie zukünftig abzusehen – und hat selbst Zustimmung seiner Fraktion zu AfD-Anträgen in Aussicht gestellt. „Wir werden von Fall zu Fall entscheiden“, erklärte Schulze im Interview mit der Mitteldeutschen Zeitung. „Für uns gibt es ausschließlich ein Kriterium: Nützt es dem Land? Ich sage aber auch, dass die AfD nicht davon ausgehen sollte, dass wir ihre Mehrheitsbeschaffer sind.“

Bei eigenen parlamentarischen Initiativen will sich die CDU ebenfalls nicht danach richten, ob die AfD ihnen zustimmt. Partei und Fraktion hätten sich darauf verständigt, sich auf die eigenen Themen zu konzentrieren, erklärte Schulze. „Wir werden das einbringen, was wir richtig finden – unabhängig davon, wer am Ende zustimmt oder nicht.“

Schulzes Kandidatur als Fraktionsvorsitzender bei gleichzeitiger Geschäftsführung im Amt des Ministerpräsidenten hatte in der CDU wie auch darüber hinaus Verstimmungen und Fragen nach der Gewaltenteilung ausgelöst. Im Interview erklärte Schulze zu seiner Entscheidung: „Meine Motivation ist, dass ich nicht nur der Fraktion, sondern auch dem Land noch viel geben möchte.“ Seine Erfahrung als Ministerpräsident wolle er weiter im Dienste Sachsen-Anhalts und der CDU nutzen.

Bis zur Wahl eines Nachfolgers sieht Schulze seine geschäftsführende Regierung weiter in der Verantwortung. Sie sei „voll handlungsfähig“. „Wir machen diese Arbeit für das Land so lange, bis es möglicherweise einen neuen Ministerpräsidenten gibt. Der Ball liegt jetzt nicht bei uns, der liegt bei der AfD.“

Immer wieder war diskutiert worden, ob Schulze die umfangreichen Möglichkeiten einer geschäftsführenden Amtsführung in der Staatskanzlei nutzen werde, um sich länger an der Macht zu halten. „Laut Verfassung sind wir mit der Wahrung der Geschäfte beauftragt, nicht nur mit der Wahrung der laufenden Geschäfte. Das ist eine wichtige Formulierung. Sie zeigt, dass wir, so wie man es von einer Regierung auch erwartet, unsere Arbeit machen können“, sagte Schulze jetzt im Interview. Er betonte jedoch auch seine Absicht, das Amt bald aufzugeben: „Ich werde nicht mit beiden Funktionen in die Weihnachtspause gehen.“

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Wie sich die CDU bei der für Dezember vorgesehenen Ministerpräsidentenwahl konkret verhalten wird, ließ Schulze dagegen offen. Zu seinem zuvor bekannt gewordenen Vorschlag, die CDU-Abgeordneten sollten den Plenarsaal verlassen, um den Verdacht heimlicher Stimmen für den AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund zu vermeiden, äußerte er sich nicht näher. „Dazu ist aktuell alles gesagt. Deshalb werde ich mich dazu auch nicht jede Woche neu äußern.“

mro

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17 Kommentare

  • Wie bei “ Rotkäppchen“, der Wolf hat Kreide gefressen …..

    • … der Wolf und die 7 Geißlein …

    • Ja und? Ist doch vollkommen in Ordnung, wie Sven Schulze sich verhält. Falls Sie es noch nicht verstanden haben, die AfD braucht eine Zusammenarbeit auch mit der CDU.

    • Was heißt hier „Kreide gefressen“? Die Duft-Tunte will nicht MP werden und ziert sich. Der Schulze wird noch geschäftsführend im Amt sein bis er alt und grau ist.

  • Er erinnert mich an einen Werber für Telefonverträge… Wie hieß das noch früher im Abowesen für Zeitschriften?

    • Drückerbanden?…

      zumindest mehrdeutig heute man drückt sich vor Abstimmung und vor allem vor der Verantwortung

  • Für mich ist diese Wahl und das Verhalten der Union wieder ein Prüfstein. Wäre ja mal nett, wenn mein Vorurteil gegen die Partei der Mitte sich nicht bestätigen würde.

  • Er redet sich in seiner totalen Verzweiflung um Kopf und Kragen, macht es mit jeder Aktion nur noch schlimmer. Hat dem Herrn Schulze denn niemand beigebracht, wie man sich in solch vertrackten Situationen, die man ganz allein selbst verschuldet hat, am besten verhält, dass einfaches Schweigen das beste Mittel ist, weil die Menschen eben vergesslich sind? Es hätte gereicht, wenn spätere Zustimmungen seiner Abgeordneten zu AfD Anträgen erfolgen. Schweigen beeindruckt mehr als Reden zur eigenen Verteidigung.

  • Es geht doch
    Warum nicht gleich so
    Aber mit welchen Erfahrungen als Ministerpräsident
    hält er sich den für unersetzlich?

  • Sieht nach einer linken Tour aus…

  • „Für uns gibt es ausschließlich ein Kriterium: Nützt es dem Land? Ich sage aber auch, dass die AfD nicht davon ausgehen sollte, dass wir ihre Mehrheitsbeschaffer sind.“

    Das klingt vernünftigt und genau so sollte es auch sein.

  • Will, ider muss, seinen Berufswerdegang ordnen … der Ruf dürfte gelitten haben. Aber interessant, er opfert die Parteilinie. Brandmauer wird zur Hecke ….. Vielleicht.

  • Der führt doch 100 pro wieder eine Hinterlistigkeit im Schilde.
    Mit dem Rücken an der Wand, knickt der linke Buckel ein.
    Was ein ekelhaft machtbesessenere Mann.

  • So spricht jemand der jeden Machtanspruch verloren hat. Bei de MP-Wahl will er rausgehen und mit der AFD nicht einmal sprechen. Was Schulze jetzt noch sagt, ist nicht mehr wichtig. Denn es kann morgen schon, das genaue Gegenteil vom Gesagten sein.

  • Was redet der da von „Zukünftig“? Träumt er davon, weiterhin mit seinen 15 Sitzen den Ministerpräsidenten mimen zu dürfen?

  • Die Selbstherrlichkeit dieses Opportunisten ist tatsächlich bemerkenswert.

  • Was eiert dieser Mann nur rum, nur um am Politzirkus noch Anteil nehmen zu dürfen….
    Ich empfinde es als ziemlich erbärmlich…
    „Zum Wohle des deutschen Volkes“ sollte er zurücktreten!

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